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ORGEL-TRANSKRIPTIONEN für den Orgelmusik liebenden Genießer//Impressionismus, Barock, Film

21.11.2015 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

ORGEL-TRANSKRIPTIONEN für den Orgelmusik liebenden Genießer

Was braucht man für eine gute Transkription: Einen Arrangeur, der die Orchesterstimmen möglichst klanggetreu auf das jeweilige Instrument überträgt. Zu diesem Zweck bietet sich die Orgel mit ihren klangtechnischen Möglichkeiten mehr als jedes andere Instrument an. So ist neben dem Arrangeur wichtig, ein Instrument mit den notwendigen technischen Voraussetzungen zur Verfügung zu haben. Dann einen Organisten, der neben seinem selbstverständlichen technischen Können auch die Gabe haben muss, aus den Registrierungsmöglichkeiten des jeweiligen Instrumentes das Maximum an Klangfarben herauszukitzeln.

peter_kofler_peterkofler.org 2 Peter Kofler – TRANSKRIPTIONEN – Ravel – Fauré – Liszt – CD Querstand – VÖ 1.12.

Eine Goldmedaille für Peter Kofler und eine weitere für die St. Michaels Orgel (München) für ein überwältigendes Klangerlebnis! 

All die oben aufgeführten Voraussetzungen werden auf dieser CD-Einspielung in Vollendung erfüllt. Es ist geradezu unglaublich, welch herrliche, teilweise direkt „himmlische“ Klangfarben Peter Kofler der St. Michaels-Orgel entlockt. Die impressionistischen Klänge bei Maurice Ravels „Daphnis et Chloé“ haben es mir besonders angetan. Kofler verwendet zwar Transkriptionen berühmter Kollegen, aber zuletzt muss er doch das Optimum aus seinem Instrument hervorzaubern. Und das tut Kofler mit seiner Registrierungs-Raffinesse –  klangzaubern! Neben dem Ravel geht es mit Gabriel Faurés „Pelléas et Melisande“ impressionistisch weiter und mit Debussys „Claire de Lune“, von Kofler selbst transkribiert, setzt er noch ein „ätherisches“ Tüpferl obendrauf.

Bei Franz Liszts „Saint Francois de Paule“ unterlegt Kofler dem über die Meerenge von Messina übers Wasser wandelnden Francois wunderbare Wohlfühlklänge. Und bei Liszts pompöser Symphonischer Dichtung  „Prometheus“ (Tr. –  Jean Guillou) hört man in den kurzen Pausen und nach Verklingen des letzten Akkords den starken Nachhall der Michaelskirche (ähnlich französischen Domen), der sich bei den impressionistischen Werken sogar gewinnbringend auswirkt. – Dieses Programm  hat Peter Kofler auch beim Abschlusskonzert des diesjährigen Orgelherbstes gespielt.

Diese Aufnahme wird jetzt zu meiner neuen Lieblings-Orgel-CD (immer noch neben Harald Fellers Wagner).

„Viel Freude beim Hören“ wünscht nicht nur der Organist, auch ich möchte allen Orgelmusik-Liebhabern diese CD wärmstens empfehlen.

Doro Zweipfennig

www.peterkofler.org

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vivaldi VIVALDI – Die 4 Jahreszeiten und mehr – HANSJÖRG ALBRECHT an der Silbermann-Orgel der Hofkirche zu Dresden – CD Oehms Classics 

Eine höchst angenehme Überraschung, bin ich doch der Barockmusik sonst gar nicht so sehr zugeneigt. Aber diese CD ist vielleicht eine der schönsten und besten des Münchner Bachchor-Chefs, der sich schon häufig mit Transkriptionen beschäftigt hat, wovon es zahlreiche Aufnahmen gibt. Nicht immer war ich hierbei von den Endergebnissen begeistert. Manches Mal mag die Ursache in der Wahl des jeweiligen Instrumentes gelegen haben und dessen technischen Möglichkeiten, oder die nicht optimale Ausnützung selbiger.  

Aber hier stimmt alles. Habe ich früher live mit alten Barockorgeln wenig Erbauliches erlebt, so überrascht hier, welche instrumentengetreuen (den Orchesterstimmen gemäß) und naturnahen Klänge aus dieser historischen Silbermann-Orgel (allerdings mit neuerer Technik aufgemöbelt) herauskommen.

Neben Vivaldis Jahreszeiten, sind auch die von J. S. Bach transkribierten Concerti  eine Wonne, und hier natürlich besonders „Il grosso Mogul“, ein Gruß Vivaldis an den indischen Herrscher Abu’l-Fath Jalal du-din Muhammad Akbar (1542-1605) – ein Hauch von Orient, miterlebt auf einer Orgel – toll.   

Empfehlenswert!

Doro Zweipfennig 

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conan CONAN DER BARBAR auf der Orgel – CD Naxos

Die Western-Filmmusiken von Ennio Morricone, die Monumentalfim-Musiken von Dmitri Tiomkin und auch John Williams Musik zur Star-Wars-Serie wirken auch ohne die dazugehörigen Bilder. Das ist keineswegs bei allen Filmmusiken so. Zwar hatte mich speziell die Orgeltranskription von Basil Poledouris‘ Conan-Musik zur Anschaffung dieser CD angeregt, aber die Transkription durch den Organisten Philipp Pelster, der hier auf der Orgel der Claremont United Church of Christ/Cal/USA spielt, ist längst nicht so aufregend wie erwartet. Zum Teil mag es an der Orgel liegen, könnte aber auch in der nicht genügend einfallsreichen Registrierung durch den Organisten seine Ursache haben. Der sehr „evangelische“ Klang dieser Orgel hat etwas Puristisches, was für eine mehr oder weniger pompöse Filmmusik nicht so optimal sein mag.

Doro Zweipfennig

 

 

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