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OPER GRAZ Studiobühne DIE ARABISCHE PRINZESSIN Kinderoper

01.04.2017 | KRITIKEN, Oper

 

Arabische Märchenwelt für Kinder in Graz

Arabische Märchenwelt für Kinder auf der Studiobühne der Grazer Oper

OPER GRAZ  Studiobühne
DIE ARABISCHE PRINZESSIN
von Anna Sophie Brüning und Paula Fünfeck
Mit Musik von J.C. de Arriaga 1806 bis 1826
Premiere am 31.3.2017

 

„Eine Märchenoper. Nicht nur für Kinder.“

 

Prinzessin Amirah verliebt sich unsterblich in den singenden Fischverkäufer Jamil und beschließt, ihn zu einem passenden Gatten zu erziehen unter der Auflage, dass sie ihn nie ob seiner Herkunft verspotten darf. Sie tut’s aber dann doch, er ist beleidigt und verlässt seine Braut. Aber keine Sorge: Diesmal geht aber alles gut aus. Die Rahmenhandlung dreht sich um ein Mädchen, das dieses Märchen erzählt bekommen will. Im Kurzen ist das der Inhalt der von Anna-Sophie Brüning und Paula Fünfeck entwickelten Kurzoper, in der man dann die Musik von Juan Crisóstomo de Arriaga (1806 bis 1826) verarbeitet. 

Der Komponist wird auch als spanischer Mozart bezeichnet und teilte mit ihm auch den ähnlichen Werdegang als Wunderkind. Nur, dass de Arriaga noch jünger an der Tuberkulose verstarb: Nicht einmal seinen 20. Geburtstag erlebte der junge Mann. Sehr tragisch und auch schade; in seiner Musik finden sich liebevoll komponierte Melodien, daher kommt man nicht umher, sich im Stillen die Frage zu stellen, was denn wohl noch alles seiner Feder entsprungen wäre.

Sieglinde Feldhofer als Arabische Prinzessin mit

Sieglinde Feldhofer als Arabische Prinzessin mit Martin Fournier

Im Stück begegnet einem sogleich ein buntes Treiben und die Studiobühne des Grazer Opernhauses wird an die Grenzen ihres Fassungsvermögen getrieben: 25 junge Darsteller aus der Singschul‘ der Oper Graz, dazu kommen dann noch die bezaubernde Sieglinde Feldhofer mit ihrer entzückenden Darstellung der Prinzessin Amirah, der Fischverkäufer mit der schönen Stimme des Martin Fournier, der stimmlich sicher nicht nur Amirah um den Finger gewickelt hat, János Mischuretz glänzend in der Doppelrolle als Der Fremde sowie schaurig-bösartig als Schillernder Vergessensfürst samt witzigem Bücherturban auf dem Kopf sowie Ninja Reichert als geschichtenerzählende Tante Safah.

Auch hatten einige Mädchen der Singschul‘ solistische Rollen: Sofia Maiberg stellt das Kind mit Märchenleidenschaft dar und führt so durch das Geschehen. Sie macht ihre Sache hervorragend mit viel Energie und Spielfreude. Als junge Safah hört man Sarah Fournier im Duett mit Feldhofer und kann begeistern: Auch im zweistimmigen Singen hält sie ihre Stimme, die da so glockenhell ertönt. Mit ihr singen auch Kristin Vorraber sowie Celina Gruber im Terzett und auch das ist wirklich hörenswert!

Die musikalische Leitung sowie die Leitung der Singschul‘ hat Andrea Fournier über und ihr gebührt für diese Produktion ein großes Lob: Der Kinderchor hat wunderschön gesungen und man kann hören, dass da einige Stimmen darunter sind, deren Entwicklung man gerne folgen möchte.

Die Regie von Judith Wille gibt jedem Kind seinen Raum zur Entfaltung. Jedes Kostüm ist zumindest ein bisschen anders und die meisten haben dann auch eine kurze Phrase, welche sie singen dürfen. Die Kulisse ist sehr klar gehalten und eher spartanisch, es wäre aber auch kompliziert, sie aufwendiger zu gestalten, wenn man so viele Leute auf solch beschränktem Raum unterbringen soll.

Also: Wieder kann man nur die Empfehlung aussprechen, die Reise nach Graz anzutreten. Borgen Sie sich doch ein Kind aus, gehen sie erst in die Arabische Prinzessin und dann auf ein Eis, am besten zum Eisgreisler ganz steirisch auf ein Kernöleis.

Folgevorstellungen am 4.,6.,23.,28. April sowie am 5.,7.,11. Mai

Konstanze Kaas
MerkerOnline

Foto Copyright: Werner Kmetitsch

 

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