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MÜNCHEN/Die Münchner Philharmoniker – Qigang Chen – Gustav Mahler

MÜNCHEN/Philharmonie: Konzert der Münchner Philharmoniker mit Stargästen, 20.6.

A-Balsom-schilkemusic kl Ein Fest für die Freunde der klassischen Trompete: Die berühmte britische Trompeterin Alison Balsom spielte mit den Münchner Philharmonikern das für sie geschriebene Konzert „Joie éternelle“ für Trompete und Orchester des chinesischen Komponisten Qigang Chen (*1951). Das Konzert, ein Auftragswerk der BBC Proms und verschiedener chinesischer Organisationen, ist 2014 in Peking mit Balsom und dem Dirigenten des Münchner Konzertes Long Yu uraufgeführt und kurz darauf in London nachgespielt worden. Der Komponist wollte musikalische Elemente der alten Peking-Oper, die er schon als Kind lieben gelernt hatte, mit einem typisch westlichen Instrument wie der Trompete und mit  westlicher Orchesterinstrumentierung verbinden. Es entstand ein poetisches Werk, das sich durch zarte Melodien, eine interessante Rhythmik und große Harmonie zwischen Soloinstrument und Orchester auszeichnet. Und es gibt der hervorragenden Solistin Alison Balsom die Möglichkeit, ihre fulminante Technik und ihr ungemein farbenreiches Spiel zu zeigen, das vom zartesten Pianissimo bis zu größter Brillanz reicht. Die Münchner Philharmoniker und Maestro Long Yu, der führende Dirigent Chinas und Leiter mehrerer Orchester, waren der Solistin kongeniale Partner, die alle am Ende des ca. 20-minütigen Werkes sehr herzlichen Applaus erhielten. PS: Ich vermeide es  eigentlich immer, die Garderobe weiblicher Künstler zu erwähnen. Aber hier kommt man einfach nicht umhin zu bemerken, dass die schlanke, blonde Miss Balsom in einem feuerroten ärmellosen Hosenanzug („Jumpsuit“) einfach umwerfend aussah.

Nach der Pause dann Gustav Mahlers „Lied von der Erde“, dessen Texte freie Nachdichtungen altchinesischer Lyrik sind. Die Gesangssolisten waren Klaus Florian Vogt und Michael Nagy. Vogts helle und reine Stimme hat in der Mittellage weiter an Volumen zugenommen und ist deshalb ideal geeignet für das melancholische „Trinklied vom Jammer der Erde“. Leider wurde die Stimme vom Orchester weitgehend zugedeckt, so dass man auch auf einem guten Platz in der Philharmonie nur wenig hören konnte. (Da das im Konzert am Vortag genauso war, ist es wohl kein Zufall, sondern Konzept des Dirigenten.) Bei „Von der Jugend“ war das Orchester dann zurückgenommen und Vogts Stimme konnte sich entfalten und begeisterte durch Beschwingtheit, Leichtigkeit und jugendliche Klangfülle. Textverständlichkeit, auch bei schwierigen Texten wie diesen, ist bei Vogt eine Selbstverständlichkeit – wenn es das Orchester zulässt! Bariton Michael Nagy war ein sehr guter Interpret seiner drei Lieder und besonders der „Der Abschied“ berührte zutiefst.

Long Yu-Shanghai-Symphony-Orchestra Maestro Long Yu und die Münchner Philharmoniker spielten höchst klangvoll und ergreifend. Langanhaltender Beifall für alle!

Helga Schmöger

 

Fotos: A.Balsom-schilkemusic / Long Yu-Shanghai-Symphony-Orchestra

 

 

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