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MÜNCHEN / Königsplatz: GIPFELTREFFEN DER STARS mit Netrebko, Kaufmann, Hampson, Abdrazakov und Zhidkova

28.06.2015 | Konzert/Liederabende

„GIPFELTREFFEN DER STARS“ – München, Königsplatz:  mit Netrebko, Kaufmann, Hampson, Abdrazakov und Zhidkova, 27.06.2015

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„Der Wettergott muss ein Klassikfan sein!“, so begrüßte Jonas Kaufmann das Publikum auf dem Münchner Königsplatz und in der Tat: Kurz vor Beginn des Konzerts hatten sich die dunklen Wolken verzogen, und es begann eine laue Sommernacht, so wie es sich sicher viele Zuschauer vorgestellt hatten, als sie vor einem halben Jahr – im tiefsten Winter- die ersten Werbeplakate für die Veranstaltung gesehen hatten. Zu Beginn sprachen alle Mitwirkenden noch ihre innigen Genesungswünsche für den schwer erkrankten Dmitri Hvorostovsky aus, der eigentlich als einer der Stars an dem Konzert hätte teilnehmen sollen. Diesen Wünschen kann man sich nur anschließen! Dankenswerter Weise hatte sich Thomas Hampson bereit erklärt, kurzfristig einzuspringen, so dass das Konzert seinem Titel „Gipfeltreffen der Stars“ auch ohne Hvorostovsky noch gerecht wurde. Anna Netrebko und ihre Mitstreiter boten dem Publikum ein interessantes Programm, einerseits mit Open-Air Gassenhauern wie „O soave fanciulla“ aus „La Boheme“ von Giacomo Puccini, gesungen von Netrebko und Kaufmann, der Barcarole aus „Les Contes d’Hoffmann“ von Jaques Offenbach,  dargeboten von Mezzosopranistin Elena Zhidkova und Anna Netrebko oder „Nessun dorma“, mit dem Jonas Kaufmann den umjubelten Schlusspunkt des offiziellen Teils setzte. Andererseits wurden auch Stücke geboten, die sonst nicht auf jedem Galakonzert zu hören sind, wie zum Beispiel die Arie der Aida „Qui Radames verrá“, die Cavatine des Valentin aus „Faust“ von Charles Gounod, oder Jagos „Credo“ aus Verdis „Otello“ – die beiden letzten Stücke eindrucksvoll gesungen von Thomas Hampson. Die beste Programmauswahl für sich selbst hatte Ildar Abdrazakov getroffen, dessen drei Auftritte mit der Arie „Mentre gonfiarsi l’anima“ aus Verdis „Attila“, dem mit viel Witz gesungenen „La calunnia è un venticello“ aus dem „Barbier von Sevilla“ und mit „Granada“ zu den Höhepunkten des Abends gehörten. Alle fünf Sänger waren in sehr guter Form und hatten sichtlich viel Spaß an ihren Auftritten. Bei den Zugaben gab es von den gerade nicht beschäftigen Kollegen sogar Tanzeinlagen, wie zum Beispiel zu „Heja Heimatland“ aus der „Czsardasfürstin“, das Anna Netrebko mit viel Feuer und Temperament zum Besten gab. Bei der letzten Zugabe „Tonight“ aus der „West Side Stroy“ von Leonard Bernstein gab es noch einen besonderen Gute-Nacht-Wunsch von den Sängern durch eine leichte Textveränderung: „Good night, good night, sleep all well tonight and if you dream tonight, dream of us!“. Viele der glücklich jubelnden Zuschauer werden diesen Wunsch sicher beherzigt haben.

Gisela Schmöger

 

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