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MÜNCHEN / BR-SO – RHAPSODY mit Mariss Jansons + Denis Matsuev

MÜNCHEN / BR-SO – RHAPSODY mit Mariss Jansons + Denis Matsuev – 8./9.10.15 (Herkulessaal)

jansons_mariss_balticanews Mariss Jansons, obwohl sichtlich von seinen Krankheiten gezeichnet, begrüßte das Publikum zum ersten Programm der Saison 2015/16, in welcher er als Neuerung bei vielen seiner Konzerte jeweils ein „Überraschungsstück“ mit seinen BR-Symphonikern zum Besten geben möchte. Das könnte am Anfang eines Konzertes sein, oder auch in der Mitte oder am Ende. Grundsätzlich eine prima Idee, auch, dass die Lösung, was es denn nun gewesen ist, erst nach der Aufführung des Stückes bekannt gegeben wird. So kann man als Zuhörer fleißig raten, was denn da gespielt wird. In diesem Konzert kannte wohl ziemlich jeder das fetzige, spanisch tönende Stück, aber was und von wem war das nun eigentlich.?.. Hier war es Emmanuel Chabriers berühmtes „España“, vom Orchester mit sichtlichem Vergnügen und Verve vorgetragen. Damit war die gute Stimmung im Saal schon mal gesichert, die sich im Folgenden immer mehr steigerte – denn – es war ein wirklich großartiges Konzert, ein Genuss reinster Güte.

Nach dem Aufbau des Konzertflügels betrat Denis Matsuev das Podium fürWitold Lutosławskis »Variationen über ein Thema von Paganini« für Klavier und Orchester. Matsuevs brillanter Klavierpart wurde von Jansons samt Orchester quasi umschmeichelt, je nach Situation mal gefühlvoll, mal fetzig. Die Laune stieg sogleich noch mehr bei George Gershwins »Rhapsody in Blue« für Klavier und Orchester (Fassung von Ferde Grofé). Matsuev liebt neben der Klassik auch sehr den Jazz, wie er im dazu gehörigen Interview mitteilte, und so wurde diese Interpretation, zusammen mit den BR-Symphonikern, zu einer Musteraufführung. Aufgrund der Begeisterung der Zuhörerschaft, die eisern sitzen blieb, spielte Matsuev noch zwei Zugaben von Tschaikowsky und Rachmaninoff. – Zum Glück wurde das Konzert am 9. vom BR live übertragen, denn das gesamte Programm verdient archiviert zu werden. Es wird wohl in einer Weile auch wieder als CD erscheinen.

George Enescus »Rumänische Rhapsodie« A-Dur, op. 11 Nr. 1 nach der Pause bezauberte zunächst durch der Natur nachempfundene Töne und steigerte sich gewaltig mit zigeunerartigen Klängen, unterstrichen durch die satten tiefen Streicher. Ganz anders, ja raffinierter der Orchesterklang  bei Maurice Ravels »Rapsodie espagnole« (Prélude à la nuit, Très modéré • Malagueña, Assez vif • Habanera, Assez lent et d’un rythme las • Feria, Assez animé). Und zum krönenden Abschluss der absolute „Hammer“ – Franz Liszts »Ungarische Rhapsodie« Nr. 2 (Bearbeitung für großes Orchester von Karl Müller-Berghaus). Wiederum berückte das tiefe Fundament der großen Streicher. Aber nicht nur das, ein Welt-Orchester at it’s best!!!

Das schürt natürlich den Durst nach mehr >http://www.br-so.de/konzerte-tickets/konzert-kalender/

D. Zweipfennig  

Foto: jansons, mariss©balticanews

 

 

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