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MÜNCHEN / Bayerisches Staatsballett: „SINFONIE IN C/IN HE NIGHT/ADAM IS“

31.01.2016 | Ballett/Tanz, KRITIKEN

MÜNCHEN / Bayerisches Staatsballett: „SINFONIE IN C/IN HE NIGHT/ADAM IS“, 29.01

PB_04_Sinfonie_in_C_Ensemble__c_Wilfried_Hoesl_9C2A9846 Im neuen Ballettabend des Bayerischen Staatsballetts (Premiere am 20.12.15) geht es um Männer, Frauen und Beziehungen. In „Sinfonie in C“ (Musik: Georges Bizet) zeigt George Balanchine seinen Respekt und seine ganze Bewunderung für die Ballerina und stellt sie in ihrer ganzen Schönheit dar, mal damenhaft elegant (Ekaterina Petina mit Erik Murzagliyev im 1. Satz), mal unnahbar schön (Lucia Lacarra mit Marlon Dino im 2. Satz), dann wieder temperamentvoll (Ivy Amista mit Maxim Chashchegorov im 3. Satz) und quirlig (Katharina Markowskaja mit Adam Zvonař im 4. Satz). Die Solistinnen des Bayerischen Staatsballetts brachten diese unterschiedlichen Charaktere sehr gut zum Ausdruck. Am meisten Begeisterung entfachten Ivy Amista und Maxim Chashchegorov mit ihrer sprühenden Lebhaftigkeit und Leichtfüßigkeit, gepaart mit Witz und Esprit. Azure Bartons „Adam Is“ beschäftigt sich mit dem Wesen des Mannes. 9 Tänzer tanzen in meist weichen, manchmal fast schlangenartigen Bewegungen, die aber trotzdem kraftvoll und dynamisch sind, in der Gruppe, in Soli oder in Pas de deux. Dabei sind sie einerseits draufgängerisch und kämpferisch mit viel Imponiergehabe, andererseits zeigen sie sich auch zärtlich und verletzlich. Das alles wird beobachtet und auch kommentiert von einem riesigen Teddybär, der im Bühnenhintergrund sitzt. Die pulsierende Musik von Curtis Macdonald kreiert die verschiedenen Stimmungen und unterstreicht die witzige, leicht ironische Seite des Stücks. In „In the Night“ von Jerome Robbins zu Klaviermusik von Frédéric Chopin geht es schließlich um verschiedene Arten von Liebesbeziehungen zwischen Mann und Frau. Mai Kono und Adam Zvonař tanzen den ersten, romantischen Pas de deux mit wunderbar fließenden Bewegungen und großer Leichtigkeit. Ivy Amista zeigt sich im 2. Pas de deux als selbstbewusste, mitten im Leben stehende Frau. Marlon Dino, der kurzfristig für den verletzten Tigran Mikayelyan eingesprungen war, war ihr ein zuverlässiger Partner, zeigte aber nicht gerade viel Ausdruck, was wohl an der kurzfristigen Übernahme der Rolle lag. Lucia Lacarra und Cyril Pierre tanzten den dritten Pas de deux sehr leidenschaftlich und emotional und beeindruckten damit das Publikum am meisten. Maria Babanina am Klavier war den Tänzern eine einfühlsame Partnerin. Die „Sinfonie in C“ wurde vom Bayerischen Staatsorchester unter Michael Schmidtsdorff mit viel Schwung und Esprit interpretiert. Ein gelungener Abend, den man sich gerne noch öfter ansieht.

Gisela Schmöger

Foto: W. Hösl

 

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