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MÜNCHEN / Bayerisches Staatsballett – „PAQUITA“ – Petina und Urban

27.01.2016 | Ballett/Tanz, KRITIKEN

MÜNCHEN: Bayerisches Staatsballett – „PAQUITA“, 24.01. 

Als Besucher der Abendvorstellung des 24. Januar wäre man nicht auf die Idee gekommen, dass das Ensemble des Bayerischen Staatsballetts diesen großen, anspruchsvollen  Ballettklassiker am gleichen Nachmittag schon einmal getanzt hatte, so frisch und temperamentvoll war die Vorstellung. Selbstverständlich war das Hauptpaar Paquita und Lucien am Abend ein anderes, aber alle Ensemble-Szenen, Charaktertänze und klassische solistische Variationen wurden von denselben Tänzerinnen und Tänzern getanzt wie am Nachmittag. Alle Achtung! Es war die 15. und 16. Aufführung nach der Premiere des rekonstruierten Balletts von Marius Petipa/Alexei Ratmansky vom 13. Dezember 2014 im Münchner Nationaltheater. Immer wieder ist man bezaubert von den historisch passenden Kostümen und der prächtigen, aber geschmackvollen  Bühne (beides Jérôme Kaplan), der romantischen Musik (Adolphe Adam u.a.) und dem abwechslungsreichen Aufbau eines klassischen russischen Balletts der Zarenzeit. Hauptattraktion sind natürlich die Tänzerinnen und Tänzer, die das Kunstwerk verlebendigen, allen voran Ekaterina Petina als Paquita und Matej Urban in der männlichen Hauptrolle des Lucien. Frau Petina bestach erneut durch ihre glänzende Technik, ihre weibliche Ausstrahlung und ihr liebenswürdiges Spiel. Matej Urban war in besonderer, so bisher nicht gesehener Spiellaune (Zigeuner-Taverne!) und bewältigte seine höchst schwierigen Soli im Grand Pas mit  Bravour. Cyrill Pierre (nachmittags: Norbert Graf) war der glaubhafte Zigeuner-Anführer Inigo; alle anderen waren schon am Nachmittag in ihren Rollen erfolgreich aufgetreten: Adam Zvonař, Mai Kono und Katherina Markowskaja im Pas de trois im 1. Akt, Nicha Rodboon, Sophia Carolina Fernandes (Rollendebüt), Alisa Scetinina und Marta Navarrete Villalba in den Variationen im Grand Pas des 2. Aktes. Begeistert aufgenommen wurde auch wieder die „Kindermazurka“, dargeboten von Schülern der Ballett-Akademie der Hochschule für Musik und Theater München. Der besondere Glanz der Ballszenen im Festsaal des französischen Gouverneurs und die hervorragenden Leistungen von Ekaterina Petina und Matej Urban sowie des ganzen Ensembles rissen die Zuschauer zu heftigem Schlussapplaus mit mehreren Solovorhängen hin. Besonders applaudiert wurde dem Dirigenten Myron Romanul, der für die Rekonstruktion des Ballettes eine Revision der Orchestrierung und eine Neuinstrumentierung vorgenommen hatte, und dem Bayerische Staatsorchester.

 Helga Schmöger

 

 

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