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MÜNCHEN/ Bayerisches Staatsballett: EIN SOMMERNACHTSTRAUM

25.04.2015 | Ballett/Tanz

München: Bayerisches Staatsballett: „EIN SOMMERNACHTSTRAUM“, 24.04.2015 :

Der erste Teil der Münchner Ballettfestwoche stand mit dem „Portrait Richard Siegal“ und dem Gastspiel des Balletts am Rhein ganz im Zeichen des modernen Tanzes. Im zweiten Teil zeigt die Compagnie nun ihr Können im neoklassischen und klassischen Repertoire. Den Anfang machte am 24.04. John Neumeiers „Sommernachtstraum“. Es folgen noch „Paquita“ am 25.04. und „Les Ballets Russes“ am 26.04.

Der „Sommernachtstraum“ gehört seit seiner Premiere beim Bayerischen Staatsballett im Jahr 1993 zu den beliebtesten Stücken des Münchner Publikums, bietet er doch die Möglichkeit, viele Solisten in tänzerisch anspruchsvollen Rollen auf der Bühne zu sehen, die in dieser Komödie auch ihr schauspielerisches Talent voll ausschöpfen können. Dazu kommen das duftige Bühnenbild und die eleganten Kostüme von Jürgen Rose, die einen direkt in eine laue, geheimnisvolle Sommernacht und an den prunkvollen Hof von Theseus versetzten. An diesem Abend tanzten Ekaterina Petina und Matej Urban die Hauptrollen Titania/Hippolyta und Theseus/Oberon. Beide passen als Paar sehr gut zusammen und meisterten die anspruchsvolle Choreographie äußerst souverän. Matej Urban zeigte als Oberon trotz seiner Jugendlichkeit eine große Autorität und war der unangefochtene Herrscher der Elfenwelt. Ein sehr gelungenes Rollenportrait. Ekaterina Petina überzeugte sowohl als empfindsame Hippolyta als auch als kühle, streitlustige Elfenkönigin Titania. Neben dem Hauptpaar glänzten auch die beiden Liebespaare Lysander und Hermia, getanzt von Maxim Chashchegorov und Zuzana Zahradniková, und Demetrius und Helena alias Javier Amo und Mai Kono. Insbesondere Maxim Chashchegorov, den man sonst leider nicht so oft in schauspielerisch intensiveren Partien sieht, überzeugte durch seine sympathische Darstellung des romantisch verliebten Lysander, der auch der nötige Witz und die Selbstironie nicht fehlten. Für Ilia Sarkisov ist der Puck schon zu einer Paraderolle geworden. Hier kann er seine starke Bühnenpräsenz, seinen Sinn für Humor und seine starke Technik voll ausspielen. Wie immer ein Kabinettstückchen: Die Handwerker mit ihrer Darbietung von „Pyramus und Thisbe“ auf der fürstlichen Hochzeit mit dem wunderbar komischen Dustin Klein als Thisbe und Norbert Graf als Pyramus.

Michael Schmidtsdorff leitete das gut aufgelegte Bayerische Staatsorchester. Insgesamt eine sehr schöne Aufführung, die durchaus etwas mehr Beifall verdient gehabt hätte.

Gisela Schmöger

 

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