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MÜNCHEN/ Bayerische Staatsoper: DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL

01.04.2017 | Oper

München: Bayerische Staatsoper: „DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL“, 31.03.2017

Bildergebnis für bayerische staatsoper die entführung aus dem serail
Copyright: Wilfried Hösl

Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“in der Inszenierung von Martin Duncan ist seit vielen Jahren fester Bestandteil des Repertoires der Bayerischen Staatsoper. Wegen der langatmigen Regie müsste man sich das Stück nicht mehrmals ansehen, wohl aber wegen der in den meisten Fällen hervorragenden musikalischen Darbietung.

So war es auch wieder in der Vorstellung am 31.03. Angeführt wurde das erstklassige Sängerensemble von Daniel Behle als Belmonte. Er sang die Partie mit seiner reinen, lyrischen Stimme sehr innig und aufrichtig und brachte dem Publikum jede Emotion des empfindsamen Belmonte nahe, ohne jedoch in Gefühlsduselei zu verfallen. Im Gegenteil, es blitzte auch hier und da eine Spur Ironie und Witz auf. Besonders hervorzuheben ist die absolute Wortdeutlichkeit, die Daniel Behles musikalische Interpretation ebenfalls auszeichnet. Als Konstanze war an diesem Abendwie auch schon im letzten Jahr Lisette Oropesa zu hören. In der ersten Arie „Ach ich liebte, war so glücklich“ hatte sie sich noch nicht ganz freigesungen. Ihr Sopran klang hier noch etwas eng und manche Koloratur wirkte ein wenig unsicher. Im Verlauf der Vorstellung gewann Lisette Oropesa aber an Selbstbewusstsein, so dass ihre Stimme in der „Martern-Arie“ dann raumgreifend, frei und gelöst klang. Sofia Fomina war eine temperamentvolle, ziemlich resolute Blonde, bei der Osmin nicht viel zu lachen hat, die sich aber umso reizender und koketter Pedrillo zuwendet. Sängerisch meisterte sie die Rolle virtuos und begeisterte mit müheloser Höhe und stilsicherem Mozart-Gesang. Matthew Grills zeigte in seiner Paraderolle des Pedrillo wieder einmal, dass er ein echtes Bühnentier ist. Er spielte, tanzte und wirbelte herum, dass es eine helle Freude war, ihm zuzusehen. Sein lyrischer, höhensicherer Tenor könnte noch ein wenig mehr Volumen haben, dennoch überzeugte Matthew Grills auch mit seiner gesanglichen Darbietung. Wie schon in vielen Aufführungen zuvor war auch diesmal wieder Peter Rose als Osmin zu erleben. Er zeigte wie immer sehr viel Spielwitz und sang die Partie, ebenfalls wie immer, sehr souverän mit seinem ziemlich hell timbrierten Bass, der aber durchaus auch über die notwendige Tiefe verfügt.

KonstantinTrinks und das Bayerische Staatsorchester waren den Sängern aufmerksame Begleiter und brachten die verschiedenen Nuancen der Musik mit Verve, Leichtigkeit, Innigkeit und Temperament zum Ausdruck. Es war wieder eine sehr schöne Vorstellung, die in einem den Wunsch weckt, das Stück möglichst bald wieder zu hören, auch wenn man wohl weiterhin mit dieser Inszenierung leben muss.

Gisela Schmöger

 

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