Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

MÜNCHEN / Bay. Staatsballett – DIE KAMELIENDAME – John Neumeiers Meisterwerk…

15.10.2015 | Ballett/Tanz, KRITIKEN

MÜNCHEN / Bay. Staatsballett – DIE KAMELIENDAME – John Neumeiers Meisterwerk zum 93. Mal in München – 14.10.2015

Michael Schmidtsdorff dirigierte, somit war der musikalische Teil schon mal in besten Händen, denn das Staatsorchester scheint ihn zu mögen und er mag offenbar die Tänzer. Wolfgang Manz als Pianist der Chopin-Musiken bekommt auch immer einen dicken Packen Applaus nach den Vorstellungen ab, ein Teil davon geht auch an den Bühnen-Pianisten Simon Murray.

Kameliendame-Lacarra-Dino-c. W. Hösl Als Hauptpaar in Neumeier-Roses Drama tanzten einmal mehr Lucia Lacarra und Marlon Dino. Damit war auch tänzerisch höchstes Niveau garantiert. Da beide ja bekanntermaßen auch großartige Schauspieler sind, konnte man nicht anders als gefesselt zu sein und bis zum Schluss mitzuleiden. Allerdings ist man als Besucher der STB-Aufführungen gewohnt, insgesamt höchstes Niveau geboten zu bekommen. Da war das Paar Manon und Des Grieux, deren Geschichte Neumeier mit jener der Kameliendame verknüpft hat, in den eleganten Gestalten von Daria Sukhorukova und Maxim Chashchegorov. Die winzige Katherina Markowskaja und der smarte Léonard Engel (Rollendebut) gaben das spritzige Paar Prudence und Gaston. Nicht ganz so kess wie Markowskaja Mai Kono als Olympia (Rollendebut), die sich Armand unter den Nagel zu reißen versucht. Erstaunlich wenig Ausstrahlung zeigte Norbert Graf bei seinem Auftritt als Monsieur Duval im „Zweikampf“ mit Marguerite. Ilia Sarkisov wuselte als nimmermüder, bis zum Schluss Marguerite treu ergebener Graf N. über die Bühne. Unter den Verehrern Manons und als Teil des munteren Landvolkes im 2. Akt stach wieder Erik Murzagaliyev ins Auge. (Hoffentlich weiß der zukünftige Ballettdirektor Igor Zelensky dieses Talent ab der nächsten Saison auch zu schätzen.)

Dorothea Zweipfennig 

Foto: Kameliendame-Lacarra-Dino-© W. Hösl

 

Diese Seite drucken