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MEN IN BLACK 3

22.05.2012 | FILM/TV

Ab 25. Mai 2012 in den österreichischen Kinos
MEN IN BLACK 3
USA  /  2012 
Regie: Barry Sonnenfeld
Mit: Will Smith, Tommy Lee Jones, Josh Brolin, Emma Thompson, Alice Eve u.a.

Auch wenn man die „Men in Black“ mit Verlaub immer für einen ziemlichen Blödsinn gehalten hat, so besteht das gewissermaßen theoretische Interesse des Kritikers doch darin, wie versucht wird, eine unsägliche Geschichte noch einmal aufzugießen – und was das eigentlich für das Hollywood von heute aussagt. Obwohl man die Antwort geahnt hat: Nicht das Beste.

1997 wurden die „Men in Black“ erfunden (auch schon 15 Jahre her, Will Smith war damals zarte 29 und stand gerade am Anfang). Sie kombinierten – wie aus einigen Eddie Murphy-Filmen erfolgreich bekannt – ein „schwarz-weißes“ Herrenpaar (der eine überaktiv, der andere brummig) und scherzte über Aliens, wie man das damals eben tat. Smith und Tommy Lee Jones, die auf die skurrilen  Eindringliche angesetzten Agenten mit den sprechenden Namen „J“ und „K“, wieselten zwischen ein paar grotesken Erfindungen von Hollywood-Designern herum: Daran hat sich übrigens auch im dritten Film nichts geändert. Die erste Fortsetzung kam schon fünf Jahre später, und wer sich auch nur einigermaßen an die Inhalte der beiden Filme erinnert, muss schon ein besonderer Fan gewesen sein.

Dass nun eine zehnjährige Pause zwischen Teil 2 und 3 einbrach, glaubt man aus der Dramaturgie von Teil 3 erklären zu können. Denn wie es aussieht, hatte Tommy Lee Jones offenbar gar keine Lust, bei diesem Film mitzumachen, und erscheint (gnadenhalber, wie man aus seiner mieselsüchtigen Miene ablesen möchte) gerade in ein paar Szenen der Rahmenhandlung des Films. Der größte Teil befasst sich mit einer Rückblende in die späten sechziger Jahre, was für Will Smith, der in die Vergangenheit geht, in der er kaum geboren war, eine Art Kulturschock darstellt: Was sind das für altmodische Autos? Was tragen die Frauen da? Wo sind die Handys, die Computer? Bloß seinen Kollegen trifft er – in verjüngter und freundlicher Ausgabe, nämlich in Gestalt von Josh Brolin -, und da ist am Ende dann auch eine Menge menschlich Rührendes dabei…

Im übrigen gibt es einiges „blitzgedingstes“ Hin und Her zwischen den Welten, wer will schon Logik einfordern. Es geht darum, dass ein Bösewicht namens „Boris the Animal“ (sieht aus wie Mickey Rourke, ist aber Jemaine Clement) den guten Agenten K nicht tötet, sonst könnte er ja 40 Jahre später nicht mehr existieren, nicht wahr?

Genau das aber behauptet die offenbar sehr mächtige Madame Oh, die den ganzen Laden in der Gegenwart leitet und sich als Emma Thompson entpuppt, herrlich cool und souverän – große Schauspieler zeigen ja immer wieder Lust daran, in Trash mitzuwirken. (Es gibt Zuschauer, für die ist das Endprodukt dann durch solche Hochkaliber-Draufgabe ganz enorm veredelt…) In der Jugend war sie allerdings enorm sexy, denn da sah sie aus wie Alice Eve und hat heftig geflirtet (wozu sie sich in ihren reiferen Jahren nicht mehr bereit findet).

Barry Sonnenfeld hat diesen Film inszeniert, der auch bezüglich der Aliens jeglicher Frische ermangelt (diese Kreaturen hat man schon zu oft gesehen). Es eiert die dürftige und auch nicht übermäßig von Witz sprühende Handlung mühsam durch die Gegend, bis zum Happyend in der Gegenwart, und man kann sich vorstellen, dass etwas, das so ausgelutscht kaum noch zum Leben erweckt werden konnte, jetzt endgültig keine Fortsetzung mehr findet.

Renate Wagner

 

 

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