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MARVEL’S THE AVENGERS

27.04.2012 | FILM/TV

Ab 26. April 2012 in den österreichischen Kinos
MARVEL’S THE AVENGERS
Regie: Joss Whedon
Mit: Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Chris Hemsworth, Chris Evans, Tom Hiddleston, Gwyneth Paltrow, Mark Ruffalo, Jeremy Renner, Stellan Skarsgård, Samuel L. Jackson u.a.

Seid Ihr alle da? Jaaaaaa!!!! rufen sie im Chor. Und das sind teure Herrschaften, die alle schon in Millionen Heftchen (von manchen auch „Schundhefterl“ genannt) ihre Milliarden eingebracht haben, dann als Kinohelden jeder für sich allein – ja, und nun haben sich ein paar der berühmtesten Comic-Helden des Hauses Marvel zu den „Avengers“ zusammen gefunden und sorgen dafür, dass es auf der Leinwand so richtig kracht.

Dabei handelt es sich um „Pop-Kultur“, und man darf dergleichen nur mit Humor sehen: Regisseur Joss Whedon tat es weitgehend, und darum machen sich die Superhelden auch gewaltig über einander lustig. Was sollte man denn auch sonst tun? Vor allem der „Captain America“ muss sich viel Freches sagen lassen – er war zwar erst vor einem dreiviertel Jahr im Kino, aber dass er gewissermaßen ein Vorkriegsheld und eigentlich total altmodisch ist, das lässt man ihn schon wissen (und Chris Evans erträgt es mit törichter Miene).

Aber ein hammerschwingender Göttersohn Thor, der auch erst vor einem knappen Jahr im Kino war, ist nicht gescheiter (Chris Hemsworth ist blond und wirkt – na, um nicht „thöricht“ zu sagen, also: nicht sonderlich intellektuell), und was fällt einem zu einem grünen Monster à la Hulk schon ein? Da finden sich übrigens die letzten Kinointerpreten (Eric Bana, Eric Norton) nicht in der Besetzung, Mark Ruffalo hat die Doppelrolle des braven Doktors und Wissenschaftlers, der in Jekyll & Hyde-Manier zum Kingkong-artigen Ungeheuer wird, übernommen und lächelt sympathisch, solange er ein Mensch ist.

Und ohne den rotzfrechen „Iron Man“ Tony Stark geht es natürlich nicht, mit dem  Robert Downey Jr. seine zweite Karriere begann (die er dann  noch mit dem „Sherlock Holmes“ toppte). Nur von seinem schönen Love-Interest Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) sieht er (und der Kinobesucher) in diesem Film wenig…

Leider muss man sagen, dass die einzige Dame im Avenger-Team hier nicht als Idealbesetzung dazwischen steht: Hat man an Scarlett Johansson immer bewundert, wie sie in jeder Rolle aus ihrer pausbäckigen Blondheit Persönlichkeit noch und noch hervorholte, so wirkt sie als rothaarige Natasha Romanoff alias Black Widow nicht cool, nicht geschmeidig und leider auch nicht sexy genug…

An der Seite der Bösewichte steht zuerst der fabelhafte Bogenschütze „Hawkeye“ (Jeremy Renner, mit einem ganz besonders grimmigen Blick), bevor auch er für die Guten rekrutiert wird – und Professor Erik Selvig in Gestalt von Stellan Skarsgård überlegt es sich noch rechtzeitig: Statt die Welt zu vernichten, rettet er sie lieber.

Nur einer ist nicht zu bessern: Loki, Thor Ziehbruder, der in Gestalt von Tom Hiddleston schon das Vergnügen des „Thor“-Films war und nun wieder seine hinreißend ironische Bösewicht-Masche abzieht. Weil er eine Armee von fliegenden Eisengeschöpfen (die größten sehen wie die guten, alten Drachen aus) auf die Welt loslassen will, ruft Nick Fury, der alte Chef  der geheimnisvollen Agentur S.H.I.E.L.D. (Samuel L. Jackson) seine Helden zum Kampf gegen das Böse zusammen.

Und gekämpft wird, dass sich die Balken biegen, und wieder einmal ist das arme New York der Schauplatz, das doch wahrlich schon genug durchgemacht hat. Gnadenlos nimmt man es auf der Leinwand wieder ganz grauenvoll her, Kinokrieg als Materialschlacht, die keine Kosten scheut… Daraus besteht der Film, nachdem die Figuren eingeführt sind und gelegentlich ihren bissigen Schlagabtausch loslassen durfen. Alles Action, mit der üblichen Zerstörungswut.

Und am Ende die Versicherung, dass sie wiederkehren werden, um die Menschheit zu retten  – „Wir werden sie brauchen“. Disneys Verleih braucht sie gewiss, um die Kasseneinnahmen im Vergleich zu den Konkurrenten hoch zu halten…

Renate Wagner

 

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