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MANNHEIM/ Nationaltheater: LOHENGRIN als „Festliche Opernaufführung“ mit Dasch, Vinke und Koch

20.02.2017 | Oper

Mannheim: Lohengrin FOA (Festlicher Opernabend)  18.2.2017

Am Nationaltheater fand eine FOA-(Gala-)Aufführung von Wagners Lohengrin mit den Gästen Annette Dasch/Elsa, Wolfgang Koch /Telramund und Stefan Vinke/Lohengrin statt. Alle drei Sängerr sind weltweit im (Wagner) Einsatz, Wolfgang Koch hatte letztes Jahr den Wotan bei den Bayreuther Festspielen im Castorf-Petrenko-Ring abgegeben, Stefan Vinke hat  dort vor 2 Jahren beide Siegfriede übernommen, und Annette Dash war über Jahre d i e Elsa im im Lohengrin der umstrittenen Lohengrin- Inszenierung von Hans Neuenfels.

Stefan Vinke trat sozusagen als Überraschungsgast auf, da er im Vorfeld nicht angekündigt war. Er sang berührend zurückgenommenen fast duftige Schwanengesänge und gab dann  einen eher ‚trockenen‘ robusten Schwanenritter, dem man auch die Auswirkungen des hochdramatischen Faches, das er seit mehreren Jahren erfolgreich meistert, anmerkte. Er fand sich auch sehr flexibel  in die Tilman Knabe-Inszenierung ein (s. die Wiederaufnahme Rezension onlinemerker  28.01.2017). Sein manchmal guttural wirkendes Timbre verleiht seinem Tenor noch eine zusätzliche Farbe, die er gut einzusetzen weiß. Wolfgang Koch präsentierte sich hier erst als smarter Politiker, dem alle Stimmen zufliegen, er war von Beginn an in seinem baritonalen Element.  Im 2.Akt bei  der Auseinandersetzung mit Lohengrin drehte er dann mächtig auf und wurde im Verein mit Ortrud /Heike Wessels zum Widerpart der „Kriegsfraktion“, und der Schlagabtausch schien längere Zeit auf ein Patt hinauszulaufen. Sein extrem edles Timbre braucht man ihm nicht erst wieder zu attestieren. Auch Annette Dasch glockenrein üppig reiches und schillerndes Timbre hat sich in die Ohren eingeschmeichelt. Sie setzte es in die sehr dramatische Ausdeutung der Figur seitens T.Knabe berückend ein.  Zu Beginn hatte sie ihr „Einsam in trüben tagen“ quasi traumhaft erzählt.  Nur wenige sehr hohe Töne waren nicht so ganz in die Gesangslinie eingebunden, was aber kaum ins Gewicht fällt. Ihre besten auch spielerischen Elemente hatte  sie in der Brautbett-Szene, die sie äußerst selbstbewußt ausgestalten konnnte. Ein phantastischer Abend!                                                                           

Friedeon Rosén  

 

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