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MANNHEIM/ Nationaltheater: DAS NTM FÜR DEN FRIEDEN. Konzert und Lesung mit Spendenaktion Stay with UKRAINE

08.03.2022 | Konzert/Liederabende

Mannheim / Nationaltheater: „DAS NTM FÜR DEN FRIEDEN“

Konzert und Lesung mit Spendenaktion
Stay with UKRAINE – 07. März 2022

irak
Irakli Kakhidze, Jänis Liepins, NTM-Orchester. Foto: Christian Kleiner

Weltweite Demonstrationen treiben Millionen von Menschen auf die Straßen um gegen Putins willkürliche Invasion in ein neutrales Land der Ukraine  zu demonstrieren so auch in Mannheim. Eine noch nie in dieser Formation gestartete Spendenaktion sammelte Güter und Geld so auch u.a. startete das Nationaltheater Mannheim eine lobenswerte großartige Sammelaktion auf dem Theatervorplatz mit Hilfsgütern, Medikamenten etc., ein Lastwagen fuhr bereits am Samstag in Richtung Rzeszow im südöstlichen Polen, der Heimatstadt des NTM-Ensemble-Mitglieds und Bassbaritons Bartosz Urbanowicz, welcher zuweilen noch mit den Musikzentren Krakau, Breslau und Posen zusammenarbeitet. Seine Heimatstadt liegt ca. 100 km von der ukrainischen Grenze entfernt, dort wurde ein Sammeldepot für Hilfsgüter eingerichtet und direkt per Transporter in die Ukraine befördert. Am Sonntag startete bereits der zweite 7,5-Tonner mit Fahrern und Helfern des Nationaltheaters in Richtung Polen.

Zu dieser bewundernswert-humanen Spendenaktion engagierte sich das NTM in sehr kurzer Zeit zu einem Benefizkonzert mit freiem Eintritt und der Bitte um Spenden. Ein sehr emotionaler Abend, alle Sparten des NTM übergreifend wurde mit der heroischen ukrainischen „National-Hymne“ vom Orchester des NTM unter der Leitung von Jänis Liepins musiziert, eröffnet.

Julia Faylenbogen, Serhii Moskalchuk sowie der Kinderchor des NTM (A. C. Kober) sangen a cappella jeweils ein „Ukrainisches Volkslied“.

Zur Begrüßung formierten sich alle Intendant*innen des Hauses, äußerten sich betroffen über die katastrophale Kriegs-Situation, brachten jedoch ebenso ihren Dank zum Ausdruck über die Hilfsbereitschaft der Mannheimer, dass die Spendenaktion inzwischen € 80.000 erbrachte und baten um weitere Unterstützung. Lesungen und Zitate des Literaten Serhij Zhadan wurden von Jessica Higgins, Patrick Schnicke, optische Beiträge von Katharina Breier, Uwe Topmann rezitiert und schließlich verschlug des dem Tanz-Intendanten Stephan Thoss plötzlich die Sprache und nach kurzer Stille meinte er Sie sehen – mir fehlen die Worte,  fanden beim Publikum berührt-betroffenen Widerhall.

Im „Konzert für den Frieden“ folgten nach  rezitierten Beiträgen weitere musikalische Glanzpunkte: Mitreißend voll intensiver Elastizität musizierte das NTM-Orchester unter der Stabführung von Jänis Liepins zu den Arien und Ensembles. Vortrefflich in detaillierter Intonation formierte sich der Chor des NTM zur Klage Patria opressa aus „Macbeth“ (Giuseppe Verdi), in tenoralem Höhenglanz ließ Irakli Kakhidze  die tröstliche Arie O figli, o figli miei des Macduff folgen. Mit wohlproportioniertem profundem Bass sang der junge Serhii Moskalchuk ebenso aus Macbeth die ahnungsvolle Arie des Banco. Auf breitem Atem ausschwingend sang Thomas Berau Die zwei blauen Augen von Gustav Mahler. Markant-baritonal bestach Bartosz Urbanowicz mit der tieftraurigen Ballade „Der Kosak“ von Stanislaw Moniuszko.

Großartig in der Höhe, fein im Piani, golden in der Mittellage stellte sich ein neues Ensemble-Mitglied die Sopranistin Viktorija Kaminskaite mit der bewegenden Arie der „Madama Butterfly“ (Puccini) vor. Von Rührung bereits zuvor übermannt sang Julia Faylenbogen das Agnus Die aus „Missa Luminosa“ der hochemotionalen Vertonung von Alexander Rodin aus dem Jahre 2009 und einstigen Studienkollegen der Sängerin aus Odessa, und brach im finalen Applaus in Tränen aus. Das waren Momente welche auch im Publikum nicht spurlos versiegten. Mit seinem Prachtbariton intonierte Evez Abdulla auf vorzügliche Weise die Arie des „Nabucco“ (Verdi) und in glanzvoll transparenter Klangschönheit setzte der Opernchor mit Va, pensiero der Hebräer-Klage den bewegenden Finalpunkt des Abends.

Das Publikum dankte stehend applaudierend allen Mitwirkenden.

Liebe Leser bitte spenden auch Sie: Mannheim hilft ohne Grenzen e.V.

IBAN: DE23 6709 0000 0095 9221 04  VR Bank Rhein Neckar eG

Verwendungszweck: UKRAINE

VIELEN DANK.

Gerhard Hoffmann

 

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