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MANNHEIM: KONZERT WIENER SYMPHONIKER

Mannheim: KONZERT „WIENER SYMPHONIKER“ 28.02.2013

 Derart analysiert, in grellen Kontrasten leise und laut, dazu noch bis zur Langeweile gedehnt.  hörte ich Ludwig van Beethovens „Schicksals-Symphonie“ noch nie! Lag es an meinem ungünstigen, seitlichen Platz unter den Violinen, oder am Dirigat von Dimitrij Kitajenko, dass die Klangdimensionen so verschwammen? Der Dirigat-Altmeister nahm der Fünften die Elementarkräfte, alles Explosive, das Drohende – es klang zu leicht, zu poetisch und somit ergab sich für mich ein völlig neues Hörspektrum, welchem ich mit gemischten Gefühlen gegenüber stand (saß). Zudem vermisste ich bei den Wiener Symphonikern jenen wundervollen, strömenden Schönklang, der mich während der letzten zwei Konzerte mit den Philharmonikern so auf Höchste begeisterte und faszinierte.

Versöhnlicher erklangen die folgenden Werke nach der Pause: die englische Trompeterin Alison Balsom bezauberte mit dem kurzen „Es-dur Konzert“ von Joseph Haydn. Die vorzügliche Solistin verblüffte mit herrlichen Tonkaskaden, entlockte ihrem Instrument wundervolle Triller, eine treffliche Eleganz sowie eine umwerfende „Gesangs“-Technik. Den freundlichen Beifall quittierten die Gäste mit der rasant-rhythmischen Rumba (Soler) für Trompete und Orchester.

Ganz andere instrumentale Klangfarben demonstrierten die Symphoniker zur „Rosenkavalier-Suite“ von Richard Strauss, Kitajenko ließ transparenter, feiner, flexibler, dimensionierter musizieren. Nun sprang auch der Funke zum Publikum über, welches begeistert reagierte und mit zwei Walzern von Johann Strauß auf den Heimweg geleitet wurde.

Gerhard Hoffmann

 

 

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