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MANNHEIM: DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN

26.06.2014 | KRITIKEN, Oper

Mannheim: DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN –  24.6.2014

 Cordelia Däuper hat sich für die 3-Orangen (Prokofieff)-Inszenierung am Nationaltheater eine Verbindung von Puppen- und Schauspielertheater erdacht. Der Puppenspieler Michael Pietsch hat dabei die Aufgabe, besonders den kranken Prinzen als Puppe und später seine Ninetta, die aus der letzten Orange emportauscht, auf offener Bühne an den Schnüren zu führen und zu begleiten, was ihm akkurat gelingt. Aber auch diese beiden treten  in z.T. bombastischen, an der Comedia dell’arte inspirierten Kostümen (Sophie du Vinage) auf. Der Chor ist laut Opernlibretto in viele Gruppen unterteilt (Komiker, Lyriker in der Rahmenhandlung, Kleine Teufel, Hofstaat , Ärzte etc.). Hier sind sie aber alle nur schwarz gewandetes Publikum, alle singen alles und sitzen meist auf einer Art ovalen Stufen-Arena (Bb.:Ralph Zeger) herum. Da auch die geniale Musik Prokofieffs über weite Strecken unter Christian Crans nicht  wirklich zündend gespielt wird, kommt letztlich keine große Freude auf. Beachtliches leisteten aber die Maskenhersteller  für das Riesen- Monsterdouble der Zauberin Fata Morgana.

 Anna-Theresa Möller ist Smeraldina, und mit kräftigem Mezzo aalt sich sich in der Rolle der Ersatz-Prinzessin. Bryan Boyce gibt die Kurzrolle des Farfarello mit eindrucksvollem Baßbariton. Sung Ha leiht seinen tiefen markanten Baß der Köchin und macht sich in der Transvestitenrolle ganz witzig. Die 3 Orangen sind mit Chorsopranen/Brigitte Rackowitz und Sibylle Vogel gut besetzt, und die 3.Orange/Ninetta  ist mit Euju Kwon ein ganz zauberhaftes Persönchen, das auch mit einem ganz feinen Sopran reussieren kann. Heike Wessel singt die Fata Morgana mit dem Applomb ihres geraden Mezzosoprans und verzaubert furchteinflößend im Gegensatz zum ‚Zauberer‘ Celio Bartosz Urbanowicz, der nur ‚heiße Luft‘ produziert. Den Pantalone gibt als braver Diener Nikola Diskic, den Tuffaldino wie ein etwas lustiger Tenorino Benedikt Nawrath. Karsten Mewes/Leander und Evelyn Krahe/Clarice sind das böse ’schräge“ Paar, dem am Ende mit Smeraldina die Flucht gelingt. Sebastian Pilgrim singt einen voluminös baritonalen Kreuz-König und Juhan Tralla den Prinzen, der wohl nicht zu seiner besten Nationaltheater-Rolle zählt, da er im Lyrischen und in der Höhe ein paar Schwachstellen aufweist.                                                                                                     

Friedeon Rosén 

 

 

 

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