Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

LUDWIGSBURG/ Schlosspark: DIE WEIHNACHTSGESCHICHTE nach Charles Dickens – sensibel und pantasiereich

30.11.2013 | Allgemein, KRITIKEN, Oper

„Die Weihnachtsgeschichte“ im Forum am Schlosspark Ludwigsburg- am 30.11.2013

SENSIBEL UND PHANTASIEREICH

Gelungene Aufführung mit Kindern und Jugendlichen der New York City Dance School im Forum am Schlosspark/LUDWIGSBURG 300 Kinder und Jugendliche aus dem Junior-Programm der New York City Dance School gestalteten dieses reizvolle Juniortanzprojekt des VAUN e.V. in Kooperation mit der New York City Dance School in Stuttgart unter der Gesamtleitung von Sabine Lynch. Die Kinder begleiteten den von Randy Diamond souverän dargestellten Ebenezer Scrooge durch seine Weihnachtsweihnacht. Es war eine spannende und wundervoll choreografierte Weihnachtsgeschichte über den Geizhals und Miesepeter Scrooge, der seinen Geistern plötzlich in der Weihnachtsnacht begegnete – frei nach dem literarischen Klassiker „A Christmas Carol“ von Charles Dickens. Die abwechslungsreiche Inszenierung besorgte die Regisseurin und Ballettdramaturgin Katajun Peer-Diamond. Dieses Juniortanzprojekt umfasste alle Stile von Ballett und Jazz über Stepptanz bis Hip Hop und auch Gesangseinlagen. Randy Diamond begeisterte als ehemaliger erster Solist am Stuttgarter Ballett sein Publikum. Nacheinander erschienen ihm der „Engel der Vergangenheit“ (facettenreich: Antonia Dix), der „Engel der Gegenwart“ (nuancenreich: David Lang) und der „Engel der Zukunft“ (zauberhaft: Yoshua Yates), die Ebenezer Scrooge bezirzten. Der „Engel der Gegenwart“ zeigte ihm, wie sein einziger Mitarbeiter und auch sein Neffe ohne ihn ein frohes Weihnachtsfest im Kreise der Familie feiern. Und der „Engel der Zukunft“ prophezeite ihm eine düstere Zukunft – ohne Freunde, ohne Familie, ganz allein. „We are not amused“ verkündete zudem die von Rozina Tzvetkova majestätisch gemimte Queen Mum, wobei die englische Hymne „God Save The Queen“ ohrenbetäubend durch den Saal dröhnte. „It’s Tea Time“ verkündete Queen Mum dann „very british“.

Da wurde wirklich etwas geboten! Und der Miesepeter Ebenezer Scrooge wachte schweißgebadet in seinem Bett auf. Und da war er auf einmal ein anderer Mensch. Erfüllt von neuem Lebensmut schwor er sich, von nun an ein besseres Leben zu führen. Auch die musikalischen Einlagen passten. Neben „Jingle Bells“ gefielen Weisen von Johann Strauß und Peter Tschaikowsky. Aber es erklangen auch die „Polowetzer Tänze“ von Alexander Borodin.

Mit „Holy Night“ wurde die Weihnachtszeit  verherrlicht. Passagen wie „Momo and the Grey Gentlemen“ oder „Who the Damn is Ali Baba?“ und „Let’s Meet in Old England“ gefielen ganz besonders: Da erschien plötzlich Big Ben mit seinem Glockenläuten – und zuletzt sorgten die „Ghostbusters“ für eine gespenstische Stimmung. Zwischendurch schneite es immer wieder – das konnte man richtig spüren. In weiteren Rollen überzeugten Olaf Pfitzenmaier als Schafn und Liron Widerker als Scrooge Junior. Es war eine bejubelte Premiere.   

 Alexander Walther

 

Diese Seite drucken