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LÜBECK: THE ROCKY HORROR SHOW – Premiere

15.09.2012 | Allgemein, KRITIKEN, Oper

LÜBECK: „Rocky Horror Show“: Ein großartiges Ensemble begeistert.  14.9.2012

 Von Horst Schinzel


Foto: Thorsten Wulff

 Schon seit Jahrenträgt das – leider der Sparzwänge halber arg ausgedünnte  – Schauspiel-Ensemble des Lübecker Theaters mit eindrucksvollen musikalischen Beiträgen auf seine Art zum Theaterleben der Region bei. Waren es bisher musikalische Abende über das Leben und Wirken von
Sängern wie den Beatles oder Johnny Cash wagen sich Regisseur Michael Wallner und der Chef der Bühnenmusik Willy Daum mit der „Rocky Horror Show“ an ein veritables Musical. Der Abend wird ein großartiger Erfolg.

Richard O’Brien’s Musikschöpfung aus dem Jahre 1973 stellt sicher keine literarischen Ansprüche. Die Geschichte von dem Hochzeitspaar, das zu nächtlicher Stunde an die Tore eine seltsamen Schlosses klopft, hat viele Vorläufer Nur, dass hier keine Untoten spuken, sondern Gestalten aus fernen Galaxien, mit denen der eigenem Bekunden nach aus Siebenbürgen stammende Schlossherr Frank’N’Furter seine pseudowissenschaftlichen Versuche ausleben will und dazu das Retortenbaby Rocky auf offener Bühne gebiert. In Lübeck ist dass Geschehen in eine fantastische Welt gestellt– durch geheimnisvolle Spinnennetze angedeutet – für die Heinz Hauser das eindrucksvolle Bühnenbild und Tanja Liebermann die fantasievollen Kostüme geschaffen haben.

Vor allem beeindruckt die Ensembleleistung von Mathias Hermann, Sara Wortmann, Andreas Hutzel, Patrick Heppt, Peter Grünig, Katrin Aebischer, Katja Grzam – die auch der Choreografie mitgewirkt hat – und Michaela Meyer. Sie alle spielen, singen tanzen atemberaubend. Vor allem der Gesang ist weit mehr, als man von Schauspielern erwartet. Dazu die Musik, mit der Willy Daum und seine Aliens zu Sechst aus dem Bühnenhintergrund begeistern. Rock und  Beat in Vollendung!

Das Publikum in den fast vollbesetzten Kammerspielen weiß, was der Kult von ihm erwartet: Da wird mit Reis und Toilettenpapier-Rollen geworfen, Feuerzeuge und Handy-Displays leuchten auf, und es wird  sogar etwas mitgetanzt. Und es ist beifallfreudig und feiert am Schluss alle Mitwirkenden
lang und anhaltend. Ein Abend, der weit über die Region hinaus beachtet werden sollte.

Weitere Aufführungen: 16. September, 16 Uhr, 23. September, 18.30 Uhr

 

 

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