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LÜBECK/ Musikhochschule: EIN SOMMERNACHTSTRAUM (Britten)

03.02.2012 | KRITIKEN, Oper

Musikhochschule Lübeck: Hoffnungsvolle junge Talente stellten sich vor: EIN SOMMERNACHTSTRAUM von Benjamin Britten am 2.2.2012

Von Horst Schinzel


Petersgrube

Einmal im Jahr – jeweils im Februar – wagt sich die Musikhochschule Lübeck an ein Opernprojekt. Die Aufführungen – fast alle Rollen sind alternierend besetzt – dienen auch der Abnahme von Prüfungen. In diesem Jahr wurde Benjamin Brittens 1960 beim Aldeburgh Festival in Essex uraufgeführte Oper „Ein Sommernachtstraum“ nach William Shakespeares Komödie ausgewählt.  Britten und sein Lebenspartner Peter Pears haben mit Kürzungen den reinen Text des Dichters veropert. Damit folgen sie der reichlich verworrenen Handlung des Märchenspiels. Die musikalische Gestalt der Komposition ist vielschichtig und schließt Zitate wie Zwölftonreihen ein An Orchester wie Sänger stellt sie beträchtliche Anforderungen. Auf den deutschen Bühnen wird sie kaum gespielt.

Es spricht für die hohe Qualität der Ausbildung an der Lübecker Obertrave, dass alle Mitwirkenden die Herausforderungen dieses Werkes scheinbar mühelos gemeistert haben. Regisseur Didier von Orlowsky – der nach sieben Jahren krankheits- und berufsbedingter Abwesenheit nach Lübeck zurückgekehrt ist – hat die Handlung aus einem Wald in einen Jugendclub verlegt und bietet somit gleich doppelt „Theater au dem Theater“. Ihm steht ein vielköpfiges Ensemble zur Verfügung, das unter der musikalischen Leitung  von Frank Hube– vor etlichen Jahren auch einmal Erster Kappellmeister am Lübecker Theater – Herausragendes bietet. Die jungen Sängerinnen und Sänger  – Namen zu nennen wäre verfehlt, denn es ist eine geschlossene harmonische Ensembleleistung – sind  musikalische glänzend aufgelegt und beeindrucken durch ihre komödiantische Leistungen.  Ein Name muss allerdings doch genannt werden: Valeska Rau als Puck. Wie die über die Bühne wuselt, ist schon wirklich professionell. Die acht Damen des Elfenchors sind attraktiv und betörend sexy.

Für das minimalistische Bühnenbild zeichnet Monika Diensthuber verantwortlich. Anja Wendler hat die Kostüme entworfen. während Martina Wüst die Choreografie  beigesteuert hat. Das Hochschulorchester ist in Spiellaune und meistert die Schwierigkeiten der Komposition glänzend. Einhundertneunzig vergnügliche Minuten, die vom Premierenpublikum begeistert gefeiert werden. Schade, dass Träume  nur selten  so leicht Realität werden wie in dieser Oper.

Weitere Aufführungen
3. und 4. Februar, 19.30 Uhr, 5. Februar, 17 Uhr

 

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