Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

LINZ/ Musiktheater/ „Oper am Klavier“: „PFÄLZER MUSIKANTEN“ Hans Striehl

13.04.2019 | Operette/Musical


Dominik Nekel. Foto: Linzer Landestheater

Oper am Klavier am Musiktheater Linz:

„Pfälzer Musikanten“ von Hans Striehl (Vorstellung: 12. 4. 2019)

In der dritten Folge der diesjährigen Serie „Oper am Klavier“ am Musiktheater Linz (Black-Box-Lounge) stand eine Operette auf dem Programm: „Pfälzer Musikanten“ von Hans Striehl. In diesem Werk, das im Jahr 1956 am Linzer Landestheater uraufgeführt wurde, spielen eine Hochzeit und eine Ziege eine große Rolle.

Der Inhalt der Operette, deren Libretto von Kurt Neufert stammt, in Kurzfassung: In dem idyllischen Weindorf Deidesheim in der Pfalz wird aus alter Tradition alljährlich am Dienstag nach Pfingsten ein Geißbock aus der zwanzig Kilometer entfernten Ortschaft Lambrecht versteigert. Dabei führt das Brautpaar, das zuletzt in Lambrecht geheiratet hat, den Bock nach Deidesheim. Wie allerdings soll man einen Geißbock versteigern, wenn dieser plötzlich verschwunden ist? Nach vielen turbulenten Situationen um Bertel, den Sohn von Bürgermeister Petermann, und die Weingutsbesitzerin Tillmann, deren Tochter Else in Bertel verliebt ist, was ihr sehr missfällt, kommt es schließlich doch noch zu einem Happy-End.

Der Mannheimer Komponist Hans Striehl (1912 – 1994) studierte in Heidelberg und wandte sich zunächst der Kirchenmusik zu, ehe Paul Hindemith an der Berliner Hochschule für Musik sein Lehrmeister wurde. Zunächst schrieb Striehl zahlreiche Orchesterwerke und bearbeitete die Oper Orfeo von Monteverdi. Danach wurde er Kapellmeister in Berlin und Mannheim und schuf mit dem Textdichter Kurt Neufert die Operette Pfälzer Musikanten, die in Linz zur Uraufführung kam. Er bearbeitete zahlreiche Volkslieder und vertonte Gedichte von Wilhelm Busch und Christian Morgenstern.


Katharina Müllner. Foto: Linzer Landestheater

Die Moderation des Abends am 12. April im Foyer der Black-Box des Musiktheaters Linz nahm wieder auf humorvolle Weise der Dramaturg Christoph Blitt vor. Nach einigen Worten über den Komponisten erläuterte er auf witzige Art den Handlungsablauf der Operette, ehe die junge Pianistin Katharina Müllner, der man auch als Dirigentin eine große Zukunft voraussagt, die musikalische Leitung übernahm.  

Als „Star des Abends“ muss der Bass Dominik Nekel genannt werden, der seine Rolle als Bürgermeister Anton Petermann komödiantisch sang und spielte. Stimmlich überzeugte auch der Tenor Mathias Frey als sein Sohn Bertel. Die in ihn verliebte Else wurde von der ungarischen Sopranistin Etelka Sellei gesungen, die sogar ein Lied zu pfeifen hatte, was sie auf köstliche Art großartig bewältigte. Einer der Höhepunkte des Abends!

Das zweite Liebespaar in der Operette sangen der Tenor Matthäus Schmidlechner und die Sopranistin Gotho Griesmeier als seine Braut Libussa. In der Rolle der drei Spitzbuben agierten die beiden Tenöre Rafael Helbig-Kostka und Domen Fajfar sowie der österreichisch-slowenische Bassbariton Philipp Kranjc sehr humorvoll. Das begeisterte Publikum reagierte stets mit Szenenapplaus.

In der Vorstellung kamen auch zwei recht gut passende Einlagen zur Aufführung: Das von Jara Benes komponierte Marschlied In der Pfalz (Text von Fritz Löhner-Beda) und das Lied Ja, so en gude Palzwei (Musik und Text von Kurt Dehn).

Am Schluss lang anhaltender Beifall für alle Mitwirkenden.

Udo Pacolt

 

 

Diese Seite drucken