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LEOS JANACEK: Kantate „AMARUS“, Instrumentales aus dem „SCHLAUEN FÜCHSLEIN“ und dem „TOTENHAUS“….

30.09.2015 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

3149028043426 LEOS JANACEK: Kantate „AMARUS“, Instrumentales aus dem „SCHLAUEN FÜCHSLEIN“ und dem „TOTENHAUS“, dirigiert von Vaclav Neumann und Frantisek Jilek  – PRAGA Digitals CD 

Das Herzstück der neuen CD bildet eine historische Live-Aufnahme aus der Smetana Halle des tschechischen Rundfunks Prag vom 28. März 1974: Die selten gespielte Kantate für Solisten, gemischten Chor und Orchester in fünf Episoden AMARUS von Leos Janacek. Vera Soukupova (Sopran) und Vilem Pribyl (Tenor) sorgen für vokalen Glanz und werden „mährisch“ idiomatisch von der Tschechischen Philharmonie und dem Prager Philharmonischen Chor begleitet. Die Geschichte dreht sich um einen jungen Mönch, der letztlich an seiner Sehnsucht nach Leben und Liebe zugrunde geht. Als uneheliches schüchternes Kind erhält er im Kloster die Aufgabe, sich um die Kerzen und das Nachfüllen des Lichts des Heiligen Sakraments mit Öl zu kümmern. Nach einer Weissagung eines Engels wird er in jener Nacht sterben, wo er auf das Licht spendende Öl vergisst. An einem Frühlingstag viele Jahre später sieht er ein Liebespaar vor der Heiligen Maria beten und folgt ihnen auf den Friedhof. In ihren Anblick versunken versäumt er seine Pflicht, die Prophezeiung erfüllt sich und er wird leblos aufgefunden. Die Situation von Amarus (=bitter) kann nach Meinung der Musikwissenschaft mit dem Leben des Komponisten verglichen werden, der als zehntes Kind einer armen Familie aufwuchs.

Die Natur spielt in Amarus ebenso eine Rolle, wie in der Oper „Das schlaue Füchslein“. Die von Vaclav Talich entworfene und von Vaclav Smetacek revidierte Orchestersuite aus der genannten Oper unter Vaclav Neumann, aufgenommen am 3. März 1988 ergänzt die Kantate programmatisch bestens. Umrahmt wird die Janacek CD von der Ouvertüre zu „Aus einem Totenhaus“, die mit der Kantate gemeinsam aufgenommen wurde und einer Orchestersuite zu eben dieser Oper, dirigiert von Franzisek Jilek.

Vaclav Neumanns Beziehungen zu Deutschland sind mannigfaltig und reichen vom Chefposten des Leipziger Gewandhausorchesters (1964-1968) bis zu seinem Engagements für Janaceks Opernschaffen an der Komischen Oper Berlin.

Die Klangqualität der dargebotenen Werke variiert je nach Aufnahmedatum, ist aber insgesamt zufriedenstellend. Zu empfehlen ist die CD wegen des Repertoirewerts der Kantate Amarus und der großartigen Interpretation durch Neumann und Jilek.

Dr. Ingobert Waltenberger

 

 

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