Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

LAST STAND

29.01.2013 | FILM/TV

Ab 31. Jänner 2013 in den österreichischen Kinos
LAST STAND
The Last Stand  /  USA  /  2013
Regie: Kim  Jee-woon
Mit: Arnold Schwarzenegger, Jaimie Alexander, Forest Whitaker, Luis Guzmán u.a.

Arnie ist wieder da – kaum ist die Polit-Karriere beendet, hat er sich schon wieder vor die Kamera geschwungen. Er kann’s nicht lassen, hat aber von Kollegen Stallone (und dessen „Expendables“, wo er auch mit dabei war) etwas ganz Wesentliches gelernt: Versuche nicht, jung zu erscheinen, sondern zeige, wozu die Alten noch imstande sind…

Also kommt uns Arnie als alt und knurrig des Wegs. Als Sheriff Ray Owens ist er in Sommerton Junction tätig (wer weiß, ob es das überhaupt gibt), einem Grenzstädtchen von Arizona zu Mexiko. Normalerweise herrscht da Ruhe, wenn nicht ein Besoffener im Kotter sitzt, und der einsilbige Sheriff tut nicht viel mehr, als seine jungen Mitarbeiter auf Trab zu halten.

Die Action findet vorerst anderswo statt: Da will das FBI einen berüchtigten Drogenlord (Eduardo Noriega hat einen südamerikanischen Namen, sieht so aus und wirkt als absolut deckende Besetzung) in ein Hochsicherheitsgefängnis überführen. Dass das keine einfache Sache ist, riecht der versierte Kinobesucher sofort, und die Befreiungsaktion, ihn aus dem Gefangenenwagen zu holen, ist zwar nicht gänzlich neu, aber glaubhaft wirkungsvoll. Forest Whitaker agiert als ebenso verärgerter wie nicht wirklich fähiger Chef der FBI-Agenten, die sich dem Flüchtigen (der eine Polizistin in Gewahrsam hat und einen Supersportwagen fährt) nun auf die Fersen heften müssen – und meinen, auf die Hilfe eines Provinzsheriffs hochmütig verzichten zu können.

Es kommt, wie es kommen muss – gerade hinter Arnies (pardon: Sheriff Ray Owens’) Gebiet fließt der große Grenzfluss, und wer Drogenmillionen hat, kann sich da auch eine Brücke als Übergang sicher. Die Kommunikation mit des Gangsters Mittelsmännern erfolgt in Hightech, aber Schwarzenegger genießt es dagegen, sich diesbezüglich ganz altmodisch zu geben – auch die Waffen, die er aus einem Museum holt (darunter etwas aus dem Zweiten Weltkrieg), machen lachen, aber wir können es uns schon vorstellen: Im Ernstfall ist Arnie für den Gangster da ein ganz schönes Hindernis… Nein, man dringt nicht ungestraft in sein Revier ein.

Filme, bei denen alles so kommt, wie man es sich ausrechnen kann, sind im Grunde nicht sehr spannend, aber man hat sich hier den Südkoreaner Kim Jee-woon als Regisseur gesichert, und bekanntlich verstehen die Asiaten das Filmhandwerk, vor allem, wenn es um Spannung und Geschmeidigkeit der Action geht (eine Autojagd in meterhohem Maisfeld – nicht schlecht!). Mit dieser seiner ersten Arbeit in den USA sichert Kim, dass dieses Schwarzenegger-Vehikel kein langweiliger „Sheriff gegen die Bösen“-Streifen, sondern eine bei aller Konventionalität durchaus kurzweilige, gut gemachte Sache ist.

Das ist also Arnies erster großer Film „danach“ (nach Gouverneur, Ehekrise und anderen Kleinigkeiten des Lebens…). Das ist also, wie die Werbung trommelt, das „lang erwartete Comeback“, und in alter Hollywood-Erfahrung hat Schwarzenegger schon dafür gesorgt, dass er im Zentrum steht. Sheriff Ray Owens ist eine typische Schwarzenegger-Rolle, das heißt, mit so wenig Text wie möglich, und in der Originalfassung ist es immer noch peinlich zu hören, wie dick („steirisch“?) sein Akzent im Englischen ist, wie er so gar nicht gelernt hat, einigermaßen souverän wie ein Schauspieler zu sprechen – und zu agieren. Aber was soll’s? In seiner Jugend war er als Klotz ein Erfolg, und wie es aussieht, schafft er es im Alter wieder…

Renate Wagner

 

 

Diese Seite drucken