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Inspired by MOZART: Werke für Cello und Klavier von Beethoven und Franz Xaver Mozart

29.11.2015 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

moz Inspired by MOZART: Werke für Cello und Klavier von Beethoven und Franz Xaver Mozart – Julius Berger, Vc und Margarita Höhenrieder, Kl. – Nimbus Alliance CD

Das neue exzellent aufgenommene und flüssig keck interpretierte Album geht vor allem dem Verhältnis von Beethoven zu Mozart nach. Beethoven ließ sich vom verehrten Mozart u.a. zu den Zwölf Variationen über das Thema „Ein Mädchen oder Weibchen“ (Zauberflöte)  und den Sieben Variationen über das Thema „Bei Männern welche Liebe fühlen (ebenso Zauberflöte) inspirieren. Julius Berger auf seinem herausragend warm voll klingenden Rogerius Violoncello und der formidablen Münchner Pianistin Margarite Höhenrieder gelingen organisch geatmete, herrlich lustvoll sich an der Variation delektierende Wiedergaben. 

Am meisten interessiert  Julius Berger, wenn man den Ausführungen in seinem Aufsatz folgt, aber die Frage, ob sich in der dem Freiherrn Ignaz von Gleichenstein gewidmeten Beethoven‘schen Sonate Op. 69 Spuren Mozartscher Inspiration finden. Und er wurde im „Ave Verum“ fündig (allerdings gibt es auch Bezüge zu Bachs Johannespassion). Der auf der CD ebenfalls eingespielte Anfang eines Adagios für Cello und Klavier nach dem Fragment KV 580a weist schon auf die bekannte Ave Verum Melodie hin. In der Konzeption folgt die Sonate Op. 69 ebenfalls im Geiste der Aufklärung dem Motto „Vom Dunkel zum Licht“ (Zauberflöte). Die 25 Minuten lange große Sonate bildet den Höhepunkt des neuen Albums. Die dem Motto „inter lacrimas et luctum“ folgende Musik kann im Lichte des schwierigen politischen und wirtschaftlichen Umfelds in der Zeit der Entstehung 1809 betrachtet werden. Berger und Höhenrieder sind hier ganz in ihrem Element. Zur hohen Musikalität gesellt sich die Dringlichkeit der humanen Botschaft.

Ein großer Teil der CD ist der Grande Sonate in E-Dur für Klavier und Cello (oder Violine) des im Todesjahr Mozarts geborenen Sohns Franz Xaver gewidmet. Ein wunderbares Stück Kammermusik, das auch Gidon Kremer gespielt hat. Es ist doch jetzt genug Abstand zum Vater da, um auch dem Sohn die Anerkennung zukommen zu lassen, die er verdient. Die vorliegende Aufnahme liefert sicherlich ein beachtenswerten Beitrag dazu.

Dr. Ingobert Waltenberger

 

 

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