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INFOS DES TAGES (SONNTAG. 7. OKTOBER 2018)

07.10.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 7. OKTOBER 2018)

Die Wiener Staatsoper zum Tod von KS Montserrat Caballé

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Caballes letzter Wien Auftritt in der „Regimentstochter“ Links Janina Baechle, recht Montserrat Caballé

Die Wiener Staatsoper trauert um die große katalanische Sopranistin und Österreichische Kammersängerin Montserrat Caballé, die heute im Alter von 85 Jahren in ihrer Heimatstadt Barcelona verstorben ist.

„Mit Montserrat Caballé ist eine der beeindruckendsten Sängerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts von uns gegangen. Ihre schöne Stimme, ihre perfekte Technik und ihr einnehmendes Charisma haben Generationen von Opernliebhabern berührt und begeistert. Darüber hinaus hat sie durch ihre Genre übergreifenden Aktivitäten Millionen von Menschen auf der ganzen Welt erreicht und ihnen den Zugang zur klassischen Musik erleichtert“, so Staatsoperndirektor Dominique Meyer.

Montserrat Caballé wurde am 12. April 1933 in Barcelona geboren. Ihre Karriere begann sie 1956 in Basel, es folgten Engagements an deutschen Theatern. 1965 gelang ihr als kurzfristige Einspringerin als Lucrezia Borgia an der New Yorker Carnegie Hall und mit ihrem Debüt als Marguerite in Gounods Faust an der New Yorker Met der internationale Durchbruch. Es folgten Auftritte an den wichtigsten Opernhäusern und Konzertsälen der Welt, darunter die Mailänder Scala, Wiener Staatsoper, Royal Opera House Covent Garden London, Opéra de Paris, Gran Teatro del Liceu Barcelona, Teatro Real Madrid, Bolshoi Moskau, Mariinski Sankt Petersburg, Teatro Colón de Buenos Aires, San Francisco Opera, Bayerische Staatsoper München und die Festspiele von Salzburg, Aix en Provence oder Glyndebourne. Bald avancierte sie – mit einem Repertoire von beinahe 90 Rollen – zu einer der größten Sängerinnen ihrer Zeit.

An der Wiener Staatsoper hatte Montserrat Caballé ihren ersten Auftritt vor knapp 60 Jahren am 28. Februar 1959 als Donna Elvira in Mozarts Don Giovanni. Es folgten die Partien der Salome, Elisabeth (Don Carlo), Leonora (Il trovatore), Tosca, Amelia (Un ballo in maschera), Norma (Neuproduktion), Leonora (La forza del destino), Maddalena (Andrea Chénier), Madama Cortese (Neuproduktion von Il viaggio a Reims 1988).

Im April 2007 kehrte sie nochmals an die Wiener Staatsoper zurück und verkörperte die Duchesse de Crakentorp in der Premierenserie von La Fille du régiment. Im Zuge dieser Auftritte wurde ihr am 26. April 2007 der Titel „Österreichische Kammersängerin“ verliehen.

Insgesamt sang Montserrat Caballé 11 verschiedene Partien in 44 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper, darunter 3 Premieren. Zum letzten Mal auf der Staatsopernbühne stand sie am 28. April 2007 als Duchesse de Crakentorp.

Neben ihren über 4.000 Auftritten auf den internationalen Opern- und Konzertbühnen und ihren unvergleichlich vielen Aufnahmen klassischer Musik (darunter zahlreiche durch sie wiederentdeckte Werke) hat sie auch mit Künstlern aus dem Bereich der Populärmusik zusammengearbeitet, so u.a. Freddie Mercury, und ist dadurch einem breiten Publikum bekannt geworden. Die Liste der hohen, internationalen Auszeichnungen, Ehrungen und Titel, die ihr im Laufe der Jahre verliehen wurden, ist lang und beeindruckend.

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Gedanken von Heinrich Schramm-Schiessl zum „Verhältnis Wien und Montserrat Caballe“

Gleich vorweg, ich war auch nie ein Fan von ihr, denn ihre Art des Gesanges hat mich nie wirklich angesprochen, aber dass ihr Verhältnis zu Wien nie wirklich herzlich wurde, war auch mit viel Pech verbunden. Nach ihrem Debut 1959 (Donna Elvira, Salome) dauerte es bis 1971 bis sie wieder an der Staatsoper auftrat. In den späten 60er-Jahren, als sie mit ihren Belcanto-Partien weltweit für Aufsehen sorgte, gab es in Wien kein Repertoire für sie. Das Comback in Wien mit der Leonora im Trovatore – 2 Vorstellungen waren geplant – begann mit einer krankheitsbedingten Absage. Die Ersatzsängerin – ich nenne absichtlich ihren Namen nicht – war – gelinde gesagt – nicht staatsopernwürdig. Nach der Arie im 2. Bild rief jemand von der Galerie „und dafür Preise V (die damals zweithöchste Kategorie)!“. Die zweite geplante Vorstellung sang sie dann, war aber sichtlich noch nicht gesund und blieb der große Erfolg aus. Auch eine Carlos-Elisabeth im Juni 1971 konnte nicht wirklich begeistern.

Viel erwartete man dann von ihr, als für März 1977 die vom Publikum schon lang gewünschte Norma Premiere hatte. Die Besetzung mit Caballé, Cossotto und Cossutta mit Muti als Dirigenten sollte eigentlich eine „Bank“ sein, aber an diesem Abend ging so ziemlich alles schief, was schief gehen konnte. Das begann mit einer inferioren Inszenierung und setzte sich gleich bei der Arie des Pollione fort. Carlo Cossutta, ein an sich in Wien beliebter Sänger, war offenbar indisponiert, ließ sich aber nicht ansagen und schmiss sowohl Arie als auch Cabaletta komplett, was zu einigen Buhrufen führte. Damit war, wie so oft, wenn am Anfang etwas schiefgeht, die für eine erfolgreiche Aufführung nötige Stimmung beim Teufel. Auch Caballé hatte nicht ihren besten Abend und auch Cosotto hatte man schion besser gehört. Dass Muti Bellini nicht so dirigierte, wie es sich viele vorgestellt haben, tat ein Übriges. Erst bei „Mira Norma“ stellte sich das Niveau ein, das man für den gesamten Abend erhofft hatte, aber da war es schon zu spät. Natürlich hatte Caballé eine gewisse Anhängerschaft in Wien, aber der große Publikumsliebling – wie man aus dem Auftrittsapplaus als Duchesse von Crakendorp in der Regimentstochter hätte schließen können – war sie in Wien nie.

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„Eiserner Vorhang“ 2018/2019 von Pierre Alechinsky, erweitert um 7 Lithographien

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Pierre Alechinsky

Für die 21. Ausgabe der von museum in progress (www.mip.at) konzipierten und seit 1998 in Kooperation mit der Wiener Staatsoper und der Bundestheater-Holding realisierten Ausstellungsreihe „Eiserner Vorhang“ wählte die Jury (Daniel Birnbaum, Hans-Ulrich Obrist) den international renommierten belgischen Künstler Pierre Alechinsky aus. Das Großbild (176 m2) wird im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag, 2. November 2018 in der Wiener Staatsoper präsentiert.

In diesem Rahmen werden auch sieben limitierte und signierte Lithographien aus verschiedenen Schaffensperioden des Künstlers (siehe: www.mip.at/shop/pierre-alechinsky-lithographien) vorgestellt: Durch den Erwerb dieser Drucke leisten Kunst- und Opernfreunde einen wichtigen Beitrag zur Fortsetzung der Ausstellungsreihe in der Wiener Staatsoper. Diese Werke, die vielschichtige Bezüge zum „Eisernen Vorhang“ aufweisen, sind vor Ort ausgestellt und können im Rahmen eines Vorstellungsbesuchs besichtigt werden.

Pierre Alechinsky wurde 1927 in Brüssel geboren. Der Künstler lebt und arbeitet seit 1951 in Frankreich. Sein Werk umfasst Aspekte von abstraktem Expressionismus, Tachismus und lyrischer Abstraktion. Alechinsky ist eine zentrale Persönlichkeit der legendären Künstlergruppe CoBrA, die 1948 in Paris gegründet wurde.

Große Einzelausstellungen fanden unter anderem im Stedelijk Museum in Amsterdam, an der Biennale in Venedig, an der Documenta in Kassel, im Museum of Modern Art und im Solomon R. Guggenheim Museum in New York, im Centre Georges Pompidou in Paris und im National Museum of Art in Osaka statt. 2018 wurde Pierre Alechinsky mit dem „Praemium Imperiale“ der Japan Art Association ausgezeichnet.

Der „Eiserne Vorhang“ 2018/2019 wird vom Königreich Belgien, der Wallonie-Bruxelles International (WBI) und von Belcolade (Puratos Austria GmbH) unterstützt.

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WIENER STAATSOPER: FOTOS VON DER ERSTEN VORSTELLUNG „EUGEN ONEGIN“

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

 

Debütant Alexey Markov (Onegin). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Olga Bezsmertna (Tatjana) und Bongiwe Nakani (Filipjewna). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn


Alexey Markov (Onegin) und Olga Bezsmertna (Tatjana). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Ferruccio Furlanetto (Gremin). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

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WIENER VOLKSOPERNFREUNDE IM OKTOBER

Freitag, 12. Oktober: Soirée – diesmal mit Buch-Präsentation „Die Staatsoper 1938 – 1945“ von Prof.Manfred Stoy, Café Schopenhauer, Staudgasse 1, 1180 Wien, Beginn: 16:30 Uhr

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Der Autor dieses ersten Bandes eines auf drei Bände geplanten Werkes zur Geschichte der Wiener Staatsoper von 1938-1945, Manfred Stoy, war Mitglied der Wiener Sängerknaben, hat an der Universiät Wien Geschichte studiert, ist Absolvent des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung und war von 1968-1979 sowie von 1979-2003 Leiter der Fachbibliothek für osteuropäische Geschichte an der Universität Wien und Leiter der Bibliothek und Sammlungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung der Universität Wien. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Publikationen in Österreich und Deutschland zur osteuropäischen Geschichte sowie Wissenschaftsgeschichte und war Universitätslektor und Musikkritiker.

Montag, 29. Oktober: – Künstlergespräch und CD-Präsentation „Franz Schubert: Der Einsame“ mit Tenor Ilker Arcayürek, Beginn: 18:30 Uhr
DaCapo Klassik, Seilerstätte 30 / Ecke Krugerstraße, 1010 Wien
info@dacapo-klassik.at; Tel.: +43 1 513 18 88 – Eintritt frei.

Der charmante Tenor feiert im Oktober in „Zar und Zimmermann“ sein Debüt an der Volksoper. Er wurde Der Tenor wurde in Istanbul geboren und wuchs in Wien auf. Erste Bühnenerfahrungen sammelte er bereits als Kind als Solist beim Mozart Knabenchor Wien, an der Staatsoper sowie an der Volksoper. Er studierte bei dem Gesangspädagogen Sead Buljubasic in Wien und nahm an Meisterklassen von Sir Thomas Allen, Alfred Brendel, Ileana Cotrubas und Thomas Quasthoff teil.
2010 wurde er Mitglied des Opernstudios an der Oper Zürich, wo er unter anderem den Ferrando in Mozarts „Così fan tutte“ sang.
In der Saison 2013/14 war Ilker Arcayürek Ensemblemitglied des Stadttheaters Klagenfurt und trat dort als Sänger in „Der Rosenkavalier“, Alfred in „Die Fledermaus“ und Tamino in „Die Zauberflöte“ auf.
2015 bis 2018 war Ilker Arcayürek Ensemblemitglied am Staatstheater Nürnberg. Sein Repertoire dort umfasste u. a. Rodolfo in „La Bohème“, Don Ottavio in „Don Giovanni“ und Andres in „Wozzeck“.
Sein Hausdebüt an der Volksoper Wien gibt er als Marquis von Chateauneuf in der Neuproduktion von „Zar und Zimmermann“. Ilker Arcayürek ist erster Preisträger des Internationalen Wettbewerbs für Liedkunst der Hungo Wolf Akademie Stuttgart 2016.
Im Vorjahr war er Fialist beim BBC Cardiff Singer of World Wettbewerb und wurde von BBC Radio 3 zu New Generation Artist gewählt und gilt als einer der größten Nachwuchstalente auf internationaler Ebene.
Mit uns plaudert er über seinen Werdegang und sein wunderbares Debüt-Album.

Mit musikalischen Grüßen

Der Vorstand der
„Wiener Volksopernfreunde“
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WIEN: KAMMERMUSIKPROJEKTE TRANSDABUBE 18

Sa 20.Okt. 2018, 19:30 Uhr
Kammermusikprojekt Transdanube 2018
4. Konzert: „Recitlal“

Wolfgang Klinser (Klarinette)
Gregor Urban (Klavier)


mit R. Schumanns 3 Romanzen op. 94, den beiden Klarinettensonaten op. 120 von
J. Brahms, sowie einem neuen Klavierzyklus von G. Urban

Eintritt Euro 15.- Studenten Euro 10.-
Infos unter www.transdanube.org

Sa 24 Nov. 2018, 19:30 Uhr 

Kammermusikprojekt Transdanube 2018
5. Konzert: „ Actual presence II“

Das Antarja Quartett und
Gregor Urban (Klavier)

 interpretieren  Musik von Akos Banlaky, Stefan Höll (2. Streichquartett) und Gregor Urban
(Uraufführung des Streichquartetts 2018)

Eintritt Euro 15.- Studenten Euro 10.-
Infos unter www.transdanube.org

 

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