Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 29. AUGUST 2021)

28.08.2021 | Aktuelles

INFOS DES  TAGES (SONNTAG, 29. AUGUST 2021)

HEUTE bei den Salzburger Festspielen: Liederabend Juan Diego Florez, Vincenzo Scalera (15 h , Großes Festspielhaus)

flo

PROGRAMM
FRANZ SCHUBERT
Gesang (An Sylvia) D 891
An die Musik D 547
Ständchen aus Schwanengesang D 957 Nr. 4
VINCENZO BELLINI
„Malinconia, Ninfa gentile“ aus Sei ariette da camera
„Per pietà, bell’idol mio“ aus Sei ariette da camera
La ricordanza
GIOACHINO ROSSINI
Danse sibérienne – Un rien Nr.12 aus Péchés de vieillesse
Arie des Florville „Deh! tu m’assisti, amore“ aus der Oper Il signor Bruschino ossia Il figlio per azzardo
Arie des Idreno „La speranza più soave” aus der Oper Semiramide
FRANCESCO PAOLO TOSTI
Sogno
Seconda mattinata
Aprile
GAETANO DONIZETTI/MATTEO SALVI
Szene und Romanze des Marcello „Inosservato penetrava“ – „Angelo casto e bel“ aus der Oper Il duca d’Alba
VINCENZO BELLINI
Largo e tema f-Moll für Klavier
GIUSEPPE VERDI
Arie des Gaston „Je veux encore entendre ta voix“ aus der Oper Jérusalem
GIACOMO PUCCINI
Romanze des Roberto „Torna ai felici dì“ aus der Oper Le Villi

Termine & Karten

_____________

Konzert -Matinee: Wiener Philharmoniker/ Herbert Blomstedt um 11 h (bis 12,45 h) im Großen Festspielhaus

blom

Arthur Honegger: Symphonie Nr. 3 — „Liturgique“
Johannes Brahms: Symphonie Nr. 4 e­-Moll op. 98

————————

KONZERT  Berliner Philharmoniker / Kirill Petrenko  (21 h -22,55 h Großes Festspielhaus (1. Konzert, Montag steht das zweite auf dem Programm

perz

Carl Maria von Weber: Ouvertüre zur Oper Oberon
Paul Hindemith: Symphonic Metamorphosis of Themes by Carl Maria von Weber
Franz Schubert: Symphonie Nr. 8 C-Dur D 944 — „Große C-Dur-Symphonie“
____________________________________________________________________
 
Teresa Zylis-Gara ist 91jährig gestorben. Sie war 15 Jahre lang MET-Star
 
Teresa Żylis-Gara : Teatr Wielki Opera Narodowa
Sie trat bei den Festspielen in Glyndebourne, Orange und Salzburg auf, sowie an der Grand Opéra Paris, der Covent Garden Opera in London, am Teatro Colón in Buenos Aires, an den Opernhäusern in Mexico und San Francisco, der Wiener Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin und an der Staatsoper Hamburg. Von 1969 bis 1984 war sie Ensemblemitglied der Metropolitan Opera in New York.
 
Polnische Opernsängerin Teresa Zylis-Gara ist verstorben
„Eine Künstlerin mit außergewöhnlichem Talent, mit Charisma und Energie ist von uns gegangen“, teilte die Nationaloper in Warschau am Samstag mit. Mit ihrer unvergleichlichen Stimme und ihrem bezaubernden Timbre habe die Sopranistin Opernhäuser von New York über München bis Mailand erobert.
http://www.diepresse.com/6026623/polnische-opernsangerin-teresa-zylis-gara-ist-verstorben
 
cort
 
ZUM VIDEO ZYLIS-GARA UND FRANCO CORELLI (Liebes-Duett aus Otello)
___________________________________________________________

Salzburg/Festspiele: Abschlusskonzert Young Singers Project (YSP) am 28. August 2021

Unglaubliche jugendliche Qualität!

img 0831
Foto: Klaus Billand

Die Salzburger Festspiele neigen sich unter Dauerregen ihrem Ende zu – das ist der Moment des Abschlusskonzerts des Young Singers Project, welches die Festspiele mit Jürgen Flimm und Michael Schade 2008 ins Leben gerufen haben. Diesmal waren es 12 Teilnehmer aus neun Nationen, und zum ersten Mal war ein Sänger aus Mexiko und eine Sängerin aus Japan dabei. Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler betonte mit dieser Internationalät des Projekts die Grenzenlosigkeit der Kunst und hier besonders der Musik, wo es eben nur auf Qualität ankommt und nicht auf Nationalität. Sie hob auch wieder die große Förderrolle des Ehepaars Kühne hervor, das anwesend war und „nun auch zum Hauptsponsor der Festspiele geworden ist.“ Sie erwähnte schließlich die bedeutende Rolle von Evamaria Wieser, der Leiterin des YSP. Und, ganz wichtig, die diesjährige Ausgabe stand im Namen von KS Christa Ludwig (1928-2021), die selbst viele Jahre Meisterklassen im Rahmen des YSP gegeben hat und bei den Festspielen 169 Mal aufgetreten ist, in 126 Opernaufführungen, 21 Liederabenden, 21 Orchesterkonzerten und einer Matinee!

img 0833
Foto: Klaus Billand

Im wieder ausverkauften Großen Saal der Stiftung Mozarteum spielte das Mozarteum Orchester Salzburg unter der Leitung von Adrian Kelly wie jedes Jahr bei diesem Konzert. Das ist wohl schon eine Institution. Man begann mit der Ouvertüre zum „Schauspieldirektor“ KV 486 von W. A. Mozart. Und dann gab es wie schon im letzten Jahr ein Feuerwerk an jugendlicher Gesangskunst, die das Publikum aus dem Häuschen brachte. Freya Apffelstaedt aus Südafrika, Evgenia Asanova aus Russland (heuer Vertraute in „Elektra“), Tobias Hechler aus Deutschland, Alexander Köpeczi aus Rumänien (heuer Schließer in „Tosca“), Miriam Kutrowatz aus Österreich, Sebastian Mach aus Polen, Ángel Macías aus Mexiko, Liubov Medvedeva aus Russland, Ikumi Nakagawa aus Japan, Gabriel Rollinson, Deutsch-Amerikaner, Verity Wingate aus Großbritannien (heuer Schleppträgerin in „Elektra“) und Nikolai Zemlyanskikh aus Russland sangen in allen Stimmlagen inkl. Countertenor (Hechler). Die meisten von ihnen sind derzeit in Opernstudios engagiert, einige haben schon ihre Operndebuts hinter sich und beginnen in festen Opernensembles. Der jüngste war gerade einmal 24 Jahre!

Auf dem Programm standen zunächst Arien und Duette von Händel, Haydn, Vivaldi, Mozart und nach der Pause Opernarien und -duette von Rossini, Donizetti, Verdi, Bizet, Puccini, Gounod und Korngold mit einer wirklich beeindruckenden sängerischen Qualität, hoher Musikalität und auch einnehmendem szenischem Ausdruck der jungen Talente. Alles ging ganz gelöst und souverän über die Bühne mit einem unübersehbaren Maß an Freude an der eigenen Leistung. Zum Schluss gab es ein formidables Tutti mit „Bevo a tuo fresco sorriso“ aus der Oper „La rondine“ von G. Puccini. Das Publikum wollte Sänger und Orchester kaum ziehen lassen…

Klaus Billand aus Salzburg


WIEN / Theater an der Wien:  MEINE SEELE IST ERSCHÜTTERT / BEETHOVEN-PROJEKT II
Ballett von John Neumeier
Uraufgeführt am 29, Mai 2021, Hamburgische Staatsoper
Österreichische Erstaufführung, Premiere in Wien: 28. August 2021 

Mit dieser „Intrada“, wie das Theater an der Wien selbst das Ereignis – noch vor dem regulären Saisonstart im September – nannte, beginnt die letzte Spielzeit von Roland Geyer als Direktor des Theaters an der Wien. Er wird immer als der Mann in der Geschichte des Hauses stehen, der es der Oper zurück gegeben und mit „Wiens drittem Operhaus“ die Spielpläne der Stadt unendlich bereichert hat.

Wenn sich jetzt schon Nostalgie einschleicht, dann auch in Dankbarkeit dafür, dass man in seiner Ära immer wieder das Hamburg Ballett John Neumeier (der Choreograph ist Teil des Namens!) zu Gast hatte. Und nun mit dessen „BEETHOVEN-PROJEKT II“ einen so faszinierenden wie fulminanten Abend erlebte.

john neumeier portrait ┬® kiran west kleiner

2018 hatte John Neumeier sein erstes Beethoven-Projekt herausgebracht, das zweite sollte zum Beethoven-Jahr 2020 herauskommen, Corona hat nur für Verspätung gesorgt, das Werk ist dennoch zustande gekommen. Und man fand sich in einem möglicherweise ausverkauften, jedenfalls dicht gefüllten Theater an der Wien ein, keine freien Plätze als Zwischenräume mehr, man sitzt eng gedrängt wie eh und je (Abstand sieht anders aus, aber wer wird sich beschweren, wenn er wieder ins Theater gehen darf?). Und in einem vollen Haus fließen fast spürbar die emotionalen Ströme zwischen der Aktion auf der Bühne und dem Zuschauerraum… wie in den besten Zeiten.

Für knapp zwei Stunden pausenloser Spieldauer hat Neumeier vier Beethoven-Werke gewählt, die auf den ersten Blick eine seltsame Zusammenstellung zu ergeben scheinen – zu Beginn die Violinsonate Nr. 7 c-moll, zu der die Tänzer eine komische Einleitungspantomime liefern, bevor Hanni Lang ans Klavier darf und Anton Barakhovsky seine Violine ans Kinn hebt. Seltsam scheint der Einschub der Christus-Arie aus „Christus am Ölberge“, weil damit die Stimmung radikal wechselt, aber immerhin singt kein Geringerer als Klaus Florian Vogt, und es ist wunderbar, dieser schönen, starken, hellen, klaren Tenorstimme zu lauschen, die mittlerweile auch einen Metallkern hat (wie man ihn für Tannhäuser und Sigmund schließlich braucht). Dann darf Hanni Lang für die Klaviersonate Nr. 21 C-Dur ihr ganzes technisches Können entfalten – und am Ende steht die Siebente Sinfonie.

Man versteht ja eigentlich nicht, dass durch die Dominanz der Eroica, der Fünften, der Pastorale und der Neunten diese „Siebente“ in den Konzertsälen so vernachlässigt wird, ist es doch ein Werk von so viel Kraft, Schönheit und Temperament, dass es einen geradezu vom Sessel reißt. Hier zeigten Dirigent Constantin Trinks und das Wiener KammerOrchester, die schon Vogt begleitet hatten, was sie können – da stürmte die Musik nur so los, da vollendete sich auch die Choreographie von John Neumeier, der hier tatsächlich die „kongeniale Tanzmusik“ fand.

An diesem Abend brillierte das Ensemble nicht nur tänzerisch, sondern leistete auch allerhand im Kostümwechsel (in den vier Sätzen der Siebenten trugen die Damen nacheinander Weiß, Blau, Rot und Gelb, mit diesen Kostümen von Albert Kriemler / Akris gab es auch ein rauschendes Fest er Augen). Die Bühne von Heinrich Tröger verwandelte sich vor allem durch Hintergrund-Effekte, allerdings gab es wenig „Handfestes“ (Plastikstühle, immerhin auf einem Podest hinten einen zweiten Konzertflügel, der aber nur scheinbar bespielt wurde) – ganz im Sinne von John Neumeier, der versichert, dass für diesen Abend „alle Gedanken an eine narrative Handlung abwegig“ seien. Tatsächlich geht es um Tanz pur, gar nicht in klassischer Tradition, sondern in voller Bewegungs- und Körpervreschlingungsfülle, die nur erzählt, dass der Choreograph genau auf die Musik gehört hat, sie „fühlt“ und sie in Tanz umsetzt. Wie Neumeier selbst sagt: „Meine Choreografie ist eine Hommage an den Ursprung des Tanzes.“

 

Es gibt viel Humor, es gibt Abstraktes und Absurdes, es entstehen unglaubliche Bilder, etwa eine Pyramide aus Männerkörpern oder der hinreißende Effekt, dass die Damen des Ensembles, auf den Schultern ihrer Partner sitzend und sie mit ihren langen roten Kleidern fast verdeckend, quasi in der Luft zu schreiten scheinen…

Und schließlich setzt der Choreograph auf Virtuosität und jenes Tempo, das Beethoven in der rasanten Siebenten vorgibt und das den Abend zunehmend zu einem Furioso ohnegleichen werden lässt.

Nach dem letzten Ton brach das Publikum in einen geradezu frenetischen Jubelsturm aus, der sämtliche Interpreten umfasste und sich zu Standing Ovations mit rhythmischem Klatschen steigerte, als John Neumeier selbst sich verbeugte. Die Saison hätte nicht glücklicher beginnen können.

Renate Wagner

Mehr Plätze für BAYREUTH BAROQUE dank Ausnahmegenehmigung

– Tickets für viele Veranstaltungen wieder verfügbar

Bayreuth Baroque Opera Festival

Es gibt wieder Karten für fast alle Veranstaltungen des Festivals der Opera seria BAYREUTH BAROQUE. Durch eine Ausnahmegenehmigung, die eine neue Sitzplatzverteilung im Schachbrettmuster erlaubt, sind wieder für die zuvor ausverkaufte Inszenierung von Porporas „Carlo il Calvo“ und für die konzertanten Aufführungen von Porporas „Polifemo“ Plätze verfügbar. Auch für die weiteren Barockhighlights zwischen dem 01. und 12. September mit Franco Fagioli, Jakub Józef Orliński, Dorothee Oberlinger, Simone Kermes, Martyna Pastuszka und Händels Oratorium „Judas Maccabäus“ stehen mehr Tickets zur Verfügung: https://barock-festspiele-bayreuth-webshop.tkt-datacenter.net/

Durch die leistungsstarke, ganz neue Klimaanlage des Markgräflichen Opernhauses ergibt sich zusammen mit der obligatorischen 3G-Regel eine hohe Sicherheit für alle Besucher. Die aktuellen Hygienebestimmungen und alle Informationen zur Registrierung vor Ihrem Besuch von Bayreuth Baroque finden Sie unter www.bayreuthbaroque.de/

Bayreuth Baroque fand im Corona-Jahr 2020 erstmals statt. Jeweils 200 Zuschauer durften die Aufführungen live und vor Ort erleben. Darüber hinaus wurden durch die Online-Edition des Festivals, den Bayerischen Rundfunk und Mezzo TV weltweit unzählige Zuschauer erreicht.

Der Künstlerische Leiter des Festivals Max Emanuel Cencic wurde im März mit dem Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik für sein künstlerisches Schaffen ausgezeichnet. Die Überreichung dieser Auszeichnung und die Laudatio wird im Rahmen des Festivals 2021 erfolgen.

___________________________________________________________________________________
Die Jury des Opus Klassik hat die Preisträger bekanntgegeben, darunter Namen wie Starpianist Lang Lang oder Opernsängerin Sonya Yoncheva.

OPUS KLASSIK Nominierungen 2019

Die Preisträger und Preisträgerinnen des Opus Klassik 2021 sind bekannt gegeben worden. Unter den 48 Gewinnern befinden sich etwa Starpianist Lang Lang (39), der für sein Album „Bach: Goldberg Variations“ zum „Bestseller des Jahres“ geworden ist.

Marc Albrecht (57) ist der „Dirigent des Jahres“ geworden, Fatma Said (30) ist die „Nachwuchskünstlerin des Jahres“, Daniil Trifonov (30) der „Instrumentalist des Jahres“ und Sonya Yoncheva (39) darf sich über die Auszeichnung „Sängerin des Jahres“ freuen. Stargeiger Daniel Hope (48) wird mit einem Sonderpreis für seine Online-Aktivitäten während der Pandemiezeit geehrt. Wer den Preis für sein Lebenswerk erhält, wird erst am Abend der Verleihung bekanntgegeben.

Preisverleihung im ZDF zu sehen

Die Preise werden am 9. und 10. Oktober in Berlin vergeben, die Gala am 10. Oktober kann im ZDF ab 22:15 Uhr verfolgt werden. Auftritte werden erwartet von Sonya Yoncheva, Piotr Beczala (54), Daniel Hope, Daniil Trifonov, Fatma Said, Martin Fröst (50), Lucienne Renaudin Vary (22), Pablo Ferrández (30) und Ragnhild Hemsing (33). Durch den Abend führt Moderatorin Désirée Nosbusch (56).

Ein Teil der  opus-Klassik Preise wird bereits früher während des Reeperbahn-Festivals in Hamburg verliehen „auf der Reeperbahn nachts um halb zwei“ wie es im Lied heißt. Wenn man allerdings die auch (zu Recht) ausgezeichnete Yuya Wang auf dem Cover Ihrer CD betrachtet, ist das der passende Ort. 

____________________________________________________________________________

 

Diese Seite drucken