Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 27. MÄRZ 2022)

27.03.2022 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 27. MÄRZ 2022)

LEIPZIG: LOHENGRIN:  – Eindrücke von der Premiere am 26.3.

lei

lei2

lei3

Heute „Don Giovanni-Premiere in Mailand:

Groissböcks Höllenritt: Er war  gestern in exakt 7 Std. von der Piazza Meda (Parkgarage Scala) direkt am Leipziger Augustusplatz🤩ohne geblitzt zu werden👍👍👍
_______________________________________________________________________________________________

JUBILÄEN: DIE GEBURTSTAGE MÄRZ 2022 SIND ONLINE

24.3. Dolora ZAJICK wurder 70

dolora zajick

Sie studierte an der University of Nevada, wo sie Schülerin des Dirigenten Theodore Pufferand war, der sie in ihrer Karriere förderte. Später war sie an der Manhattan School of Music Schülerin von Helen Vanni und Lou Galtiero, dann auch von Donald Hall. Sie sang bereits im Chor der Nevada Opera und übernahm dort auch kleinere Partien wie die Kate Pinkerton in »Madame Butterfly« und die 2. Dame in der »Zauberflöte«. Auch in New York sang sie in einem Chor. 1982 war sie Preisträgerin beim internationalen Tschaikowsky-Concours in Moskau…
Weiterlesen in den Jubiläen

28.3. Samuel RAMEY wird 80

samuel ramey

 Er erhielt seine Ausbildung zuerst an der Kansas State University, dann an der Wichita State University (wo er 1968 den Grad eines Bachelor of Music erlangte) und durch den Pädagogen Arthur Newman in Wichita. Dann Schüler von Armen Boyajian in New York. Nachdem er 1972 beim Gesangwettbewerb der New Yorker Metropolitan Oper Aufsehen erregt hatte, debütierte er 1973 an der New York City Opera als Zuniga in »Carmen«…
Weiterlesen in den Jubiläen

Zu den JUBILÄEN MÄRZ 2022 – Geburtstage

In memorian Geburtstage im März 2022

_________________________________________________________________________________

Benefiz für die Ukraine – am 28.3. live am GLOBE WIEN Player streamen und unterstützen!

prt

Der Benefizabend mit zahlreichen Vertreter*innen der österreichischen Kabarettszene im GLOBE WIEN war innerhalb weniger Stunden ausverkauft – jetzt wollen die Künstlerinnen und Künstler möglichst vielen Menschen digitalen Zugang per Streamingangebot ermöglichen und damit auch weitere Spenden sammeln.

Hilfe für die Ukraine – NACHBAR IN NOT
am Montag 28. März, 19:30 Uhr live im GLOBE WIEN und zeitgleich im Streaming am GLOBE WIEN PLAYER – https://player.globe.wien

mit Gastgeber Michael Niavarani und Viktor Gernot, Alex Kristan, Gernot Kulis, Lydia Prenner-Kasper, Malarina, Omar Sarsam und dem Simpl Ensemble

Nach einem Monat Kriegsgeschehen ist humanitäre Hilfe für die ukrainische Bevölkerung wichtiger denn je. Dafür werden am 28. März neben Gastgeber Michael Niavarani auch Viktor Gernot, Alex Kristan, Gernot Kulis, Lydia Prenner-Kasper, Malarina, Omar Sarsam und das Simpl Ensemble mit Auszügen aus ihren Programmen auf der Bühne stehen und verzichten dabei – ebenso wie die Veranstalter und alle Beteiligten – selbstverständlich auf jegliches Honorar. 100% der Einnahmen dieses Abends gehen ohne Abzüge an das Hilfsnetzwerk NACHBAR IN NOT.

Aufgrund der großen Nachfrage seitens des Publikums wird der bereits ausverkaufte Abend am GLOBE WIEN PLAYER zusätzlich live gestreamt – gegen eine frei wählbare Spende! Alle Mitwirkenden hoffen, damit die Spendensumme dieses Abends nochmals zu erhöhen – denn im Moment zählt wirklich jeder Euro! Die Vorstellung wird danach sieben Tage online verfügbar sein.
https://player.globe.wien

NACHBAR IN NOT unterstützt bedarfsorientiert die Hilfsorganisationen Österreichisches Rotes Kreuz, Caritas Österreich, Arbeiter-Samariter-Bund, CARE Österreich, Diakonie Act Österreich, Hilfswerk International, Malteser Hospitaldienst und Volkshilfe Österreich.
https://nachbarinnot.orf.at

Wir freuen uns sehr, dass unsere Sponsoren Raiffeisen Wien – Meine Stadtbank und Magenta Telekom sowie auch die Bäckerei Ströck den Benefizabend ebenfalls unterstützen.

„Wir glauben an die Kraft des Miteinanders auf dem Weg in eine hoffentlich bald friedlichere Zukunft – für uns alle.“
(Michael Niavarani, Georg Hoanzl & das GLOBE WIEN Team)

_______________________________________________________________________

TTT Vinylschätze 17  Tempi passati: R. Strauss Wiener Philharmoniker Sir Georg Solti 1958 Arabella – Und du wirst mein Gebieter sein – Lisa della Casa – George London

ara

https://www.youtube.com/watch?v=HSzCOTQbw2s&list=RDHSzCOTQbw2s&start_radio=1   3.39 Min.

Auszug NMZ 2007: „Und du wirst mein Gebieter sein, und ich dir untertan. Dein Haus wird mein Haus sein, in deinem Grab will ich mit dir begraben sein – so gebe ich mich dir auf Zeit und Ewigkeit.“

Aber nun reicht’s! Hier wird doch hemmungslos reaktionäres Gedankengut gepredigt! Die Frau am Herd, und das im Zeitalter des Krippenausbaus! Noch nie was gehört von mehrfach codierten Beziehungen und Lebensabschnittspartnern? Frauengehorsam und Ewigkeit! Und dann die Uraufführung, Dresden 1933, schon nach der faschistischen Machtergreifung: typisch für diesen Opportunisten! Strauss, setzen, sechs! (Hofmannsthal muss nur zehn Kniebeugen machen, der ist schon 1929 gestorben.)

Aus der Sicht heutiger EU-Normen mag das zutreffen. Nur kümmert sich leider das Kunstwerk nicht darum. Die Musik hebt den psychologisch raffiniert gebauten Text in eine Kunsthöhe, wo solche gesellschaftsbezogenen Einwände nicht nur wirkungslos verpuffen, sondern wo auch das, wogegen sie sich richten, wieder völlig überzeugend daherkommt. Ein richtiger Akkord, eine melodische Wendung, und alle mühsam verdrängten Empfindungen werden im Nu wieder lebendig. Die Tabus schmelzen dahin, das Publikum erkennt in der Musik seine eigenen heimlichen Sehnsüchte, und die Suggestion der reinen Liebe, wie sie sich in der Figur der Arabella verkörpert, lässt alle kritischen Theorien alt aussehen. So einfach ist das manchmal.

Die Oper „Arabella“ (1933) von Richard Strauss

Selten wurde eine Oper so mit einer Sängerin identifiziert wie Richard Strauss‘ „Arabella“ mit Lisa della Casa. Was sagt ein Dirigent dazu, der sich besonders zu Strauss hingezogen fühlt? Christian Thielemann über ein unterschätztes Werk.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-oper-arabella-von-richard-strauss-ein-zweiter-100.html

———————————————————————————————————–

LUDWIGSBURG/Schloss Fest Spiele 2022 – Ein Fest der Künste, Demokratie und Nachhaltigkeit

Vom 5. Mai bis 16. Juli 2022

Vorverkaufsstart am Montag, 28. März

Die Saison 2022

Die Ludwigsburger Schlossfestspiele – Internationale Festspiele Baden-Württemberg umfassen 2022 den Zeitraum vom 5. Mai bis 16. Juli und gehen mit 80 Veranstaltungen und über 50 verschiedenen Produktionen in die dritte Spielzeit der Intendanz von Jochen Sandig – und damit in ihre voraussichtlich erste vollständige Saison seit der Corona-Pandemie. Seit 2020 befinden sie sich im Wandel zu einem »Fest der Künste, Demokratie und Nachhaltigkeit«, und so beginnt die Saison 2022 am 5. Mai auch mit einem politischen Appell: Die Ukrainerin Oksana Lyniv wird das Eröffnungskonzert mit dem Untertitel »No More War« mit dem Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele als explizites Konzert für den Frieden mit Werken von Mozart und Tschaikowsky dirigieren. Zur Uraufführung kommt außerdem ein neues Werk mit dem zukunftsweisenden Titel »Nova«, das die ukrainische Komponistin Victoria Poleva erst kürzlich in Kyiv vollendet hat. Programmatisch setzt sich der Themenschwerpunkt Demokratie und Frieden auch in einem weiteren Konzert mit dem Festspielorchester und dem belarussischen Dirigenten Vitali Alekseenok fort: Der Abend »Die Unvollendete Revolution« (11. Juni) vereint Schuberts 7. Sinfonie und Gedichtvertonungen belarussischer Komponist*innen. Mit dem Prozess der Heilung nach gewaltsamen Konflikten beschäftigt sich auch das multinationale, dokumentarische Musiktheater »The Common Stories« (28./29. Mai) über die ethnopolitischen Konflikte der 1990er-Jahre auf dem Balkan und in Ruanda.

Auch dem Themenkreis Nachhaltigkeit und Ökologie sind mehrere Abende gewidmet: unter anderem Patricia Kopatchinskajas szenisch-musikalische Wehklage auf die Artenvielfalt, »Les Adieux« (11. Mai), zusammen mit dem Mahler Chamber Orchestra, eine Koproduktion mit den Schlossfestspielen; außerdem die Aufführung des wiederentdeckten Barockwerks »Il diluvio universale« (26. Mai) über die biblische Sintflut und auch das Partizipationsprojekt der Gaechinger Cantorey »Erde an Zukunft«  (9. Mai) mit Schüler*innen der Region Stuttgart, basierend auf Haydns »Schöpfung«, oder das von jungen Musiker*innen selbst gestaltete Konzert »Generation Zukunft Musik« zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN.

 Tanz und Ritual bilden einen Schwerpunkt, der Purcells Oper »Dido and Aeneas« (20./21./22. Mai) in der genre-sprengenden Choreografie von Sasha Waltz ebenso umfasst wie Pina Bauschs legendäre Choreografie zu Strawinskys »Frühlingsopfer« (17./18./19. Juni), hier als deutsche Erstaufführung der Version der afrikanischen Kompanie École des Sables und kombiniert mit dem neuen Werk »common ground[s]« von Germaine Acogny und Malou Airaudo – koproduziert mit den Ludwigsburger Schlossfestspielen. Dem Ritual der Trauer und der Lebensfreude widmet sich Jochen Sandigs »Human Requiem« (9./10. Juni), eine szenisch-bewegte Inszenierung von Brahms‘ einzigartigem Werk der Menschlichkeit, das das Publikum als Gemeinschaft in der Liederhalle, umgeben von den Stimmen und Körpern des Chors, erleben wird. 

Mit Bachs »h-Moll-Messe« (15. Mai) und Beethovens »Missa Solemnis« (13. Juli), beide unter der musikalischen Leitung von René Jacobs, kommen große Werke der Trauer und des Trostes zur Aufführung.

 Kammermusikkonzerte vom Klassischen Liederabend über Streich- und Bläserensembles bis hin zum gemeinsamen Abend der Publizistin Carolin Emcke, der Sopranistin Anna Prohaska und des Barockorchesters La Folia über Pandemie und Krieg füllen die Festspielwochen ebenso wie Partizipationsprojekte, Künstler*innenresidenzen und Experimentelles, darunter ein Virtual-Reality-Projekt des Mahler Chamber Orchestra oder das Projekt »Global Breath Composers« des Trompeters Marco Blaauw.

Den fulminanten Abschluss bildet nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause das lang erwartete »Monrepos Open Air« mit Feuerwerk und der Dirigentin Alondra de la Parra (16. Juli).

Weitere wichtige Künstler*innen der Saison 2022 sind unter anderen Isabelle Faust, Sol Gabetta, Kristian Bezuidenhout, Hille Perl, die Pianisten-Entdeckungen Alexandre Kantorow und Filippo Gorini, außerdem Iddo Bar-Shaï, Jan Lisiecki, Elina Albach, Georg Nigl, Olga Pashchenko, Dorothee Oberlinger, Julian Prégardien, Hans-Christoph Rademann und die Gaechinger Cantorey, das Kammerorchester Basel, der RIAS Kammerchor, die Akademie für Alte Musik Berlin, das Freiburger Barockorchester, das Kronos Quartet, das Mandelring Quartett, der Rundfunkchor Berlin, die Bands Einstürzende Neubauten und Die Nerven sowie die Ensembles The Wooster Group und das Junge Theater Freiburg.

Der Vorverkauf für das Gesamtprogramm der Saison 2022 beginnt am Montag, 28. März 2022.

 Abonnements

Für die folgenden drei neuen Abo-Pakete gilt ein Preisnachlass von 20 Prozent. Jedes Abo enthält drei Vorstellungen.

Abo Beethoven hoch drei:  »Kopatchinskaja Les Adieux« (11. Mai) / »Jan Lisiecki Beethoven« (24. Juni) / »Missa Solemnis Beethoven« (13. Juli)

Abo Tanz und Ritual: »Dido and Aeneas« (22. Mai) / »Human Requiem Brahms« (9. Juni) / »Pina Bausch Sacre« (19. Juni)

Abo Welt im Wandel: »Stegreif Orchester #Bechange« (14. Mai) / »Die unvollendete Revolution« (11. Juni) / »Purcell Mendelssohn Mayer« (1. Juli)

Auch das Wahl-Abo ist weiterhin erhältlich: Mit dem Kauf von Tickets für mindestens drei verschiedene Veranstaltungen ist ein Preisnachlass von 10 Prozent verbunden.

Begleitende Programmpunkte

 Frei Luft Musik

Vom 6. Mai bis 15. Juli wird immer freitags um 18 Uhr der Ludwigsburger Marktplatz an insgesamt elf Terminen zum Freiluft-Konzertsaal: Im barocken Wohnzimmer der Stadt spielen verschiedene Ensembles unterschiedlicher Stilrichtungen kostenlose halbstündige Freiluftkonzerte. Den Auftakt macht ein Kammerensemble des Youth Symphony Orchestra of Ukraine am 6. Mai.

 Fest Spiel Zentrum

Das Fest Spiel Zentrum im Ehrenhof des Residenzschlosses wird vom 5. Mai bis 5. Juni zum Begegnungsort und Herz der Festspiele: Hier werden die Konzerte im Ordenssaal kostenlos in den Klangkreis von d&b audiotechnik übertragen, finden beim Meet & Greet Begegnungen mit Künstler*innen statt und verkauft Wein-Moment Ludwigsburg auch Getränke.
__________________________________________________________________

Die Kulturstadt Brünn 2022 – Action rund um Janácek und Mendel

Die Kulturstadt Brünn verehrt ihre zwei Heiligen. Zwei ohne Heiligenschein, doch Größen mit nachwirkender Relevanz in ihren unterschiedlichen Metiers. Geistesgröße Gregor Johann Mendel (1822 bis 1884) hat als Mönch und dann als Abt der Alt Brünner-Abtei St. Thomas seine Forschungen zur Vererbungslehre betrieben. Verbunden mit Mendel ist ein heute immer wieder zu hörendes Modewort: Hybrid. Und für die Musikergröße Leos Janácek (1854 bis 1928) aus dem Norden Mährens ist Brünn zur Heimatstadt geworden. In der Schule von St. Thomas erhielt er frühen musikalischen Unterricht, und in der Stadt wird sein Schaffen durch die Jahrzehnte mit besonderer Umsicht gepflegt. 

Vor der Corona-Epidemie ist es wohl einfacher gewesene, diese geschäftige Schul- und Messestadt mit ihrem gepflegten Stadtkern – bürgerliches früheres Österreich – in den Fokus von Kulturreisen zu rücken. Mit international ausgerichteten und aufwendigen Veranstaltungsreihen wirbt Brünn heuer nun wieder mit Mendel und Janácek für die Tradition der Stadt wie um Touristen. Das Brünner Nationaltheater – Národní divadlo Brno (www.ndbrno.cz) – ist mit seinen drei Häusern das Hauptquartier für Leos Janáceks Opernschaffen. In dieser Saison zuvor allerdings: Mit der neuen Einstudierung von Bohuslav Martinus „Griechische Passion“ (1961) wurde in der Planung ungewollt in die aktuelle Wunde politischer Verkommenheit gestochen. Vor Beginn der Vorstellungen wird in diesen Tagen die Hymne der Ukraine gespielt – und dieses Passionsspiel in Martinus vertonter Version des Romans „Der wiedergekreuzigte Christus“ von Nikos Kazantzakis über Völkermord und Vertreibungen vermag unter die Haut zu gehen. In Episoden verknüpft sind die Schicksale der von den Türken in Kleinasien vertriebenen Griechen und unerfülltes dörfliches Liebesbegehren, Hasspredigen, Leiderfahrungen und hymnische Chorgesänge. Inbrünstige Darstellung, griechische Folklore, tschechisches Musiziergut – nervig, nicht ganz so intensiv wie bei Janácek, wird musikalisch erzählt. Das eindringliche Spiel in der Inszenierung von Jiri Herman, Chef der Sparte Oper, bietet in Anbetracht des Ukraine-Krieges somit höchst aktuelles Musiktheater.

beert
Ensembleszene aus „Beethoven“ Credit: Narodni divadlo Brno

Ein inbrünstiges wie leidenschaftsvolles Künstlerschicksal möchte auch Brünns Ballettchef Mário Radacovsky mit seiner abendfüllenden Kreation „Beethoven“ beschreiben. Ein schon schwierigeres Unterfangen. Übergenie Ludwig van Beethoven wird hier vom Anfang bis zum Ende sehr belästigend von Tod und (schließlich auch von) Luzifer begleitet – und offensichtlich schwer genervt. Verkünden die ‚Neunte‘ oder die ‚Pastorale‘, solch kraftvoll überirdische Musik, auch Todesbotschaften? Das Orchester musiziert erhöht im Hintergrund der Bühne; große Würfel mit Notenskizzen werden aufgerichtet, immer wieder herum geschoben; ein bisschen Romantik wird dazu auch in den Tänzen vermittelt, und verzweifelt sucht Beethoven in mehreren Sequenzen nach erfüllter Liebe. Doch …. schon wieder ist er da, der schwarze Todesengel.

Zum Brünner Stolz zählt das „The Janácek Brno International Festival“, welches all zwei Jahre groß gefeiert wird. 2018 erhielt es den ‚Opera Award‘ als bestes Festival des Jahres. Heuer kann man sich unter dem Motto „Quo vadis“ von 2. bis 20. November in Kompositionen von Janácek oder auch Mussorgski, Rubinstein, Schostakowitsch, Schulhoff vertiefen (Info: www.janacek-brno.cz). Das Grand Théatre de Genéve sowie das Prager Nationaltheater präsentieren jeweils ihre Versionen von „Katia Kabanova“, die Welsh National Opera gastiert mit „Die Sache Makropulos„, das heimische Ensemble setzt „Aus einem Totenhaus“ an.

Nicht heilig, nicht selig gesprochen, kein leidender Märtyrer, doch der schöpferische Weg von Abt Gregor Johann Mendel hat schon etwas faszinierendes an sich. In seiner Abtei und im Klostergarten forschend, nicht immer anerkannt, doch heute als bedeutenster Wissenschaftler Tschechiens angesehen, wird es rund um seinen 200. Geburtstag eine kaum übersehbare Fülle an Veranstaltungen geben. Um über Mendels Vermächtnis, über das kulturelle Erbe des Landes, über das ‚Kreuzen‘ der Kulturen nachzudenken. So heißt es etwa: DNA-Tag, Internationale Genetikkonferenz, Mendeltage oder Das Festival Mendel als fachübergreifendes Fest zur Poplarisierung vonG.J.Mendel und von Wissenschaften (www.mendel22.cz / www.mendelianum.cz / www.mendelje.cz ). Und bei der EXPO in Dubai ist mit ‘Czech Primacy‘ eine multimediale Präsentation von Mendels Forschungen zu erleben. Aber auch die Abtei Alt Brünn putzt sich heraus. Auf deren Stiftsmuseum, auf die sehenswerte Augustiner-Barockbibliothek, die Ausstellung Klosterschätze sei hingewiesen. Somit: Solch eine mährische Stadt- und Landpartie sollte sich durchaus als Bereicherung erweisen.

Meinhard Rüdenauer
_______________________________________________________________________

Die Esterhazy Privatstiftung obsiegt ein zweites Mal in der Sache der Esterhazy Schätze vor der Kurie, dem obersten Gerichtshof Ungarns


Figurenuhr Bacchus. Foto: Esterhazy Privatstiftung

In der Sache der Restitution von Kunstobjekten der Esterhazy-Schatzkammer von Burg Forchtenstein entschied der Oberste Gerichtshof am 23. März in einem zweiten, wegweisenden Urteil innerhalb von nur zwei Monaten erneut zugunsten der Esterhazy Privatstiftung. Bereits im Jänner hob der Oberste Gerichtshof das Urteil zum Eigentumsrecht im Zivilprozess vollständig auf. Beide Verfahren müssen nun neu geführt werden und gravierende Verfahrensmängel beseitigt werden. Die Esterhazy Privatstiftung begrüßt diese Entscheidung und ist weiterhin bereit, mit dem Staat Ungarn zu verhandeln und sich außergerichtlich zu einigen.

Dieser neuerliche positive Entscheid wird von der Esterhazy Privatstiftung als weiterer, wichtiger Erfolg gesehen, da in dem parallel zu dem nun abgeschlossenen Verwaltungsverfahren auch der Zivilprozess bezüglich des Eigentums an den Kunstobjekten aus der Esterhazy-Schatzkammer von Burg Forchtenstein zugunsten der Privatstiftung entschieden wurde. Auch damals wurde das Urteil an das Gericht zweiter Instanz zurückverwiesen, wo der Zivilprozess voraussichtlich im Mai neu verhandelt wird.

Beide Entscheide des Obersten Gerichtshofes bedeuten für die Privatstiftung zwar eine positive Wende, dennoch steht die Privatstiftung einer Einigung mit dem ungarischen Staat auch weiterhin offen gegenüber, zumal die wirklichen Hauptdarsteller in dieser Angelegenheit nicht die Prozessparteien sind, sondern die Kunstschätze, die gegenwärtig weder der Öffentlichkeit noch den Forschern zugänglich sind, die somit die größten Verlierer dieses Rechtsstreits sind.

Die Esterhazy Privatstiftung ist unverändert an einer außergerichtlichen Einigung interessiert und hält auch weiterhin an ihrem Standpunkt fest, auch nach der Anerkennung ihres Eigentums an den Kunstschätzen, diese nicht von Ungarn nach Österreich zu verbringen. Vielmehr ist die Esterhazy Privatstiftung bemüht, eine grenzüberschreitende Vereinbarung mit Ungarn zu treffen. Ein auf Basis dieser Vereinbarung gemeinschaftlich geschaffenes Esterhazy Kunstzentrum in Budapest könnte das historische und kulturelle Erbe Esterházy erforschen und für Ausstellungen vorbereiten. Damit wäre die Frage der Präsentation, der Erforschung und Verleihung der Kunstgegenstände für die kommenden Generationen geregelt.

Anmerkungen zu den Bildern:
Die internationale Bedeutung der Sammlungen Esterhazy unterstreicht die Teilnahme als Leihgeber bei Ausstellungen wie zuletzt 2020 „Making Marvels. Art, Technology and Entertainment at the Courts of Europe.” im New Yorker Metropolitan Museum of Art (MET).

___________________________________________________________________

„Sport am Sonntag“ über eine WM ohne Österreich  Am 27. März um 18.00 Uhr in ORF 1 =

Wien (OTS) – Oliver Polzer präsentiert „Sport am Sonntag“ am 27. März 2022 um 18.00 Uhr in ORF mit folgenden Themen:

WM ohne Österreich – Franco Foda im Gespräch Nach dem Scheitern in der WM-Quali spricht der Teamchef über Fehlentscheidungen, Enttäuschungen und Kritik.

Stefan Kraft und Manuel Fettner im großen Interview Die beiden Team-Olympiasieger beim Weltcup-Finale in Planica über eine Saison mit Höhen und Tiefen.

Carina Edlinger – Der Paralympics-Star live zu Gast Die Goldmedaillengewinnerin von Peking über Erfolg, Leistungsdruck und die schwierige Suche nach dem passenden Guide.

Sanktionen gegen Putins Krieg Der Sport reagiert auf den Angriff Russlands – wie wirken die Maßnahmen?

___________________________________________________________________

ORF – „IM ZENTRUM“: Ein Land im Krankenstand – Politik vor dem Corona-Kollaps?

 Am 27. März um 22.10 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) – Die jüngste Corona-Infektionswelle bringt Österreich an die Grenzen der Belastbarkeit. Ob in Familien, Schulen oder in Betrieben – überall gibt es Erkrankungen, Infektionen oder Menschen in Quarantäne. Die Regierung muss sich den Vorwurf gefallen lassen, zu früh die Corona-Maßnahmen gelockert zu haben. Diese Woche hat der Gesundheitsminister neue Masken- und Quarantäneregeln festgelegt. Diese stellen einen Kompromiss dar, dennoch gibt es daran ebenso Kritik wie an der neuen Teststrategie des Bundes. Ist die Corona-Strategie mittlerweile Ausdruck eines politischen Minimal-Kompromisses? Welche Interessen vertreten Bund, Länder und die Wirtschaft? Welche Lehren hat die Politik aus zwei Jahren Pandemie-Bekämpfung gezogen? Und welche Rolle spielt die Wissenschaft noch bei der Entscheidungsfindung?

Darüber diskutieren am Sonntag, dem 27. März 2022, um 22.10 Uhr in ORF 2 bei Claudia Reiterer „IM ZENTRUM“:

Stefan Kaineder (stv. Bundessprecher und Landesrat Oberösterreich, Die Grünen)
Marlene Svazek (Bundesparteiobmann-Stellvertreterin, FPÖ)
Christoph Wiederkehr (stv. Bundesparteiobmann NEOS und Vizebürgermeister Wien)
Ulrich Elling (Molekularbiologe)
Peter Filzmaier (Politologe)
_______________________________________________________________

 

 

Diese Seite drucken