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INFOS DES TAGES (SONNTAG: 25. OKTOBER 2020)

25.10.2020 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 25. OKTOBER 2020)

HEUTE ZEITUMSTELLUNG:ZUM LETZTEN MAL? 

Sommerzeit – Wikipedia

In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober bekommen wir wieder eine Stunde „geschenkt“: Die Uhren werden in Europa auf Winterzeit umgestellt – und das vielleicht zum letzten Mal: Die umstrittene Sommerzeit geht nämlich am Samstag um 3 Uhr zu Ende, die Zeiger werden dafür um eine Stunde zurückgedreht und wir alle dürfen eine Stunde länger schlafen.
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ERSTE FOTOS AUS DER GENERALPROBE ZUR HEUTIGEN PREMIERE „EUGEN ONEGIN“


Nicole Car (Tatjana). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Wesentlichste Besetzungen

Nicole Car (Tatjana)
Anna Goryachova (Olga)
Andrè Schuen (Onegin)
Bogdan Volkov (Lenski)
Dimitry Ivashchenko (Fürst Gremin)
Helene Schneiderman (Larina)
Larissa Diadkova (Filipjewna)


Andrè Schuen (Onegin). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn


Helene Schneiderman (Larina). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn


Bogdan Volkov (Lenski), Anna Goryachova (Olga). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

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INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

MAILAND: Kaufmann nach dem Quartettabend im Ristorante Galleria 


Jonas Kaufmann, Anita Hartwig, Dominique Meyer und Andre Comploi

ZU INSTAGRAM

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Der nächste Privatjet unterwegs nach Moskau (Beczala, Volle)

ZU FACEBOOK
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OPER FRANKFURT: Premiere / Frankfurter szenische Erstaufführung
LE VIN HERBÉ (DER ZAUBERTRANK)

Le vin herbé (Der Zaubertrank) Premiere / Frankfurter
Markus Poschner. Foto: Steffen Jänicke

Weltliches Oratorium (1938/1941) von Frank Martin nach drei Kapiteln des Romans Tristan et Iseut (1900) von Joseph Bédiers
In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Markus Poschner / Nikolai Petersen (Januar 2021)
Inszenierung: Tilmann Köhler
Bühnenbild: Karoly Risz
Kostüme: Susanne Uhl
Licht: Jan Hartmann
Chor: Tilman Michael
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Le vin herbé (Der Zaubertrank) Premiere / Frankfurter
Tilman Köhler. Foto: Matthias Horn

Iseut, die Blonde: Eleonore Marguerre
Iseut, die Weißhändige: Marvic Monreal
Tristan: Ian Koziara
Branghien: Bianca Tognocchi
König Marc: Kihwan Sim
Kaherdin: Theo Lebow
Die Mutter von Iseut der Blonden: Judita Nagyová
Herzog Hoël: Anthony Robin Schneider
Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Eigenwillig und durchaus mutig war das Vorhaben des Schweizer Komponisten Frank Martin (1890-1974), die Tristan-Sage sechzig Jahre nach Richard Wagner in einer grundlegend neuen Form zu vertonen. Ein anderer Tristan entstand, dessen Gattungsbezeichnung als weltliches Oratorium wie ein klar gesetztes kompositorisches „Gegenprogramm“ zu Wagners Musikdrama wirkt. Im Gegensatz zum übermächtigen, musikdramatischen Vorbild beschränkte sich Martin in seiner Partitur auf Solostimmen, ein Vokalensemble – dessen Part in dieser Produktion ausnahmsweise vom Chor der Oper Frankfurt übernommen wird –, sechs solistische Streicher und Klavier. Auch bei der Wahl der Vorlage unterscheidet er sich von Wagner, indem er sich nicht auf Gottfried von Straßburg, sondern auf Le Roman de Tristan et Iseut (1900) des Franzosen Joseph Bédier bezieht. Die epische Form des Textes erzwang eine epische Konzeption der Musik. Die Partitur pflegt archaisierende Momente á la Gesualdo, und die deklamierende Textaufbereitung schlägt den Bogen zum frühen attischen Theater. Martins Le vin herbé wurde am 26. März 1942 konzertant auf Französisch in der Tonhalle Zürich uraufgeführt, die erste szenische Präsentation erfolgte am 15. August 1948 in deutscher Sprache bei den Salzburger Festspielen. In Frankfurt ist das Werk erst jetzt in szenischer Erstaufführung zu erleben.

In 18 Bildern mit einem Prolog und einem Epilog gestaltete Martin in seinem außergewöhnlichen, eigensinnigen Meisterwerk der Moderne die Geschichte von Tristan und Isolde (Iseut) von der Überfahrt nach Cornwall, wo sie gegen ihren Willen König Marke (Marc) heiraten soll, bis zu beider Tod.
Die ursprünglich geplante Neuproduktion von Zemlinskys Der Traumgörge wird wegen der Corona-Krise durch Martins weltliches Oratorium ersetzt; das Team bleibt dasselbe. Die musikalische Leitung hat somit der Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz, Markus Poschner. 2015/16 debütierte er in Frankfurt mit einer szenischen Aufführung von Händels Messias. Der ursprünglich vom Schauspiel kommende Regisseur Tilmann Köhler ist ein gern gesehener Gast in Frankfurt, wo er bisher mit verschiedenen Barockopern auch Arbeiten für das Musiktheater vorlegte. Die in Heidelberg geborene Sopranistin Eleonore Marguerre (Iseut, die Blonde) kehrt nach langer Zeit zurück nach Frankfurt. Puccinis Manon Lescaut und Verdis Traviata führten sie inzwischen an das Staatstheater Nürnberg und die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Der aus Chicago stammende Tenor Ian Koziara (Tristan) war von 2016 bis 2019 Mitglied des Lindemann Young Artist
Development Program an der Metropolitan Opera. 2018/19 gab er als Fritz in Schrekers Der ferne Klang sein Debüt im Haus am Willy Brandt-Platz. Die Mezzosopranistin Marvic Monreal (Iseut, die Weißhändige) wurde auf Malta geboren und verstärkt seit 2020/21 das Frankfurter Opernstudio.

Alle übrigen Partien sind mit Frankfurter Ensemblemitgliedern besetzt: Bianca Tognocchi (Branghien), Kihwan Sim (König Marc), Theo Lebow
(Kaherdin), Judita Nagyová (Die Mutter von Iseut der Blonden) und Anthony Robin Schneider (Herzog Hoël).
Premiere / Frankfurter szenische Erstaufführung: Sonntag, 22. November 2020, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 27. November, 3., 5. (18.00 Uhr), 11. Dezember 2020 sowie im Januar 2021
Falls nicht anders angegeben, beginnen die Vorstellungen im November und Dezember 2020 um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 182 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Ab dem 7. eines Monats sind Karten für den Folgemonat bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.
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Remigius Klacansky gewinnt Wiener Filmmusik Preis 2020

 Der 26-jährige Komponist überzeugte die Jury mit einer neu vertonten Sequenz des Films „KAVIAR“ – weitere Preisträger sind Florian Emanuel Tiefenbacher (2. Preis) sowie Levente Kovács und Hans Georg Krones (3. Preis)

(Wien, am 24. Oktober 2020) Der Österreichische Komponistenbund (ÖKB) verlieh im Rahmen des Austrian Composers‘ Day 2020 am 24. Oktober in der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien – den Wiener Filmmusik Preis 2020 an Remigius Klacansky (26). Der Nachwuchspreis ist mit € 7.000,- dotiert und wird vom Filmfonds Wien/Stadt Wien gestiftet. Der zweite Preis ging an Florian Emanuel Tiefenbacher (29) den dritten Platz belegten Levente Kovács (26) und Hans Georg Krones (31). Die Preisverleihung moderierte der Komponist und Vorsitzende der ÖKB-Fachgruppe Film- & Medienmusik Prof. Peter Janda.

Nachwuchs-Filmmusik auf künstlerisch hohem Niveau

Der Wiener Filmmusik Preis 2020 suchte die beste Neuvertonung einer Sequenz des Films „Kaviar“ (Regie: Elena Tikhonova, Produktion: Witcraft, Film AG, MR-Film, 2019). Einreichen konnten junge Filmkomponistinnen und Filmkomponisten unter 40 Jahren aus ganz Österreich. Eine Fachjury des Österreichischen Komponistenbundes wählte zunächst sechs Finalbeiträge aus, aus denen eine internationale Fachjury anschließend die Gewinner kürte. 

„Allen Preisträgern ist es gelungen auf einem künstlerisch hohen Niveau, spannend gestaltete, eigene kompositorische Wege zu gehen“ sagte die Juryvorsitzende und Filmkomponistin Jessica de Rooij über die Nachwuchskünstler.

Erster Preis an Komponist und Pianist Remigius Klacansky

Remigius Klacansky betont die Komik des Films mit subtilen Harmonien sowie sehr interessanten Sounds und Instrumenten sehr treffend“, so die Juryvorsitzende und Komponistin Jessica de Rooij. „Seine Musik passt immer zum Bild und fügt diesem darüber hinaus zusätzliche Stimmungs- und Inhaltsebenen hinzu. Zudem wurden zu den einzelnen Szenen sehr stimmig russische Stilelemente eingesetzt und die Umsetzung des Wiener Walzers „auf russisch“ ist eine tolle Idee. Es macht Spaß zuzuhören!“

Der im norwegischen Drammen geborene Klacansky begann seine Ausbildung im Alter von 4 Jahren mit Klavierunterricht in Bratislava. Dort studierte er zunächst am Konservatorium Komposition, bevor er nach dem Abschluss seine Studien an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Bratislava weiterführte. Ein Erasmus-Semester an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst brachte ihn schließlich nach Österreich. Klacansky erhielt bereits als Student erste Kompositionsaufträge für das slowakische Fernsehen und arbeitete dort mit etablierten slowakischen Film- und Medienkomponisten wie Lukas Koba sowie Michal Novinski. Daneben ist er als Keyboarder und Pianist in verschieden Bands tätig und spielte am Piano selber Filmmusiken ein.

Den zweiten Platz belegte in diesem Jahr der Kärntner Florian Emanuel Tiefenbacher. Nachdem er sich sehr früh das Klavierspielen autodidaktisch beigebracht hatte, erhielt er ab seinem 8. Lebensjahr zunächst (Jazz)Klavier- und später zusätzlich Schlagzeugunterricht. Nach der Matura begann er ein Studium für Jazz-Schlagzeug am Konservatorium der Stadt Klagenfurt. 2017 erhielt er in Wien den IGP Abschluss im Fach Pop Schlagzeug mit Schwerpunkt Jazz. Parallel zu seinem Studium begann er für TV- und Rundfunk Werbungen zu komponieren. Seit 2017 arbeitet er als freischaffender Komponist sowie als Schlagzeuger u. a. für den englischen Produzenten und Songwriter Christopher Taylor aka SOHN mit dem er weltweit Tourneen und Konzerte spielt.

In diesem Jahr gab es mit Hans Georg Krones und Levente Kovács gleich zwei Drittplatzierte.

Der gebürtige Grazer Hans Georg Krones erlernte Schlagzeug, Gitarre und Klavier, bevor er an der Fachhochschule Salzburg sein Studium begann, dass er mit einem Bachelor im Fachbereich Audio-Design abschloss. Während seines Studiums absolvierte er diverse Praktika und Seminare u. a. bei Marcel Barsotti. Neben seiner Leidenschaft für Film- und Medienmusik schreibt er vermehrt Stücke für Blasmusik.

Der junge Komponist Levente Kovács studierte zunächst an der Franz Liszt

Universität, bevor er 2019 sein Studium der Medienkomposition an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien abschloss. Er ist vielfacher Preisträger von Kompositionswettbewerben. So wurde er u. a. 2017 für den vier wöchigen ASCAP Filmscoring Workshop mit Richard Bellis ausgewählt und konnte seine Musik für eine Filmszene in den 20th Century Fox Studio in Los Angeles aufnehmen. Zweimal (2018/2019) belegte er beim Wiener Filmmusik Preis bereits den zweiten Platz. 2019 wurde er beim Pannonia Film Music Competition ebenfalls Zweitplatzierter. Zuletzt gewann er im Juni 2020 den German Game Musik Award. Daneben kann er bereits auf einige vielbeachtete realisierte Filmmusikkompositionen verweisen.

Der „Wiener Filmmusik Preis“ ist eines der wichtigsten Förderinstrument für junge österreichische Filmmusik-Talente!

 „Immer wieder gelingt es, mit dem Wiener Filmmusikpreis junge Talente zu entdecken und zu fördern“, sagt ÖKB-Präsident Prof. Harald Hanisch. „Neben der Attraktion des Preises und des Preisgeldes sind es auch die weiteren Angebote des Österreichischen Komponistenbundes im Bereich Filmmusik – wie vertiefende Workshops und Fachtage wie z. B. der Austrian Film Music Day – die unsere Branche erlebbar machen, zusammenhalten und ständig weiter professionalisieren“.

Weitere Informationen unter: www.komponistenbund.at

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Die Gewinner*innen von „Julius Deutschbauer: Suche die unpolitischste Theaterproduktion Wiens 2019/20″

WERK X - Home | Facebook

And the winner is….Obwohl die Preisverleihung und Gala bedingt durch die COVID-19-Infektion von Künstler Julius Deutschbauer abgesagt werden musste, wurden heute Abend dennoch per Video-Postings auf Twitter, Youtube und der WERK X-Website „die unpolitischsten Theaterproduktionen 2019/20“ zum zehnten Mal ausgezeichnet.

Wien, 23. Oktober 2020.– 2020 ist und bleibt ein Ausnahmejahr: Plakatkünstler und Theatergeheimrat Julius Deutschbauer infizierte sich einige Tage vor der Gala mit dem COVID-19-Virus, weswegen die Preisverleihung für „die unpolitischsten Theaterproduktionen 2019/20“ abgesagt werden musste. Die Jury bedauerte die Absage, aber wies darauf hin, dass es aufgrund des guten Schutzkonzepts aller Beteiligter noch in keiner Phase zur räumlichen oder personellen Berührung der Produktion mit den Häusern der Jurymitglieder gekommen ist und somit die Spielbetriebe unbeeinträchtigt geblieben sind. Die Preise wurden dennoch heute Abend per Videopostings der Jury-Laudationes verliehen. Heuer wurden fast ausschließlich die Performances und Darbietungen der Bundesregierung während des Corona-Lockdowns nominiert und ausgezeichnet.

Die Preise wurden in insgesamt 7 Kategorien vergeben: Zu den gewohnten Kategorien wie „Die größte Scheinheiligkeit“ und „Der längste Zeigefinger“, kam dieses Jahr eine neue Kategorie „Die/Der aufgeblühteste Ausnahmezustandsgewinnler*in“ hinzu. Der Spezialpreis stand bereits fest: Werner Kogler und Ulrike Lunacek bekamen ihn für ihre Pressekonferenz über „Aktuelles im Bereich Kunst und Kultur sowie Veranstaltungen im Allgemeinen“ vom 17.April 2020.

Unter den Nominierungen „zum Preis, den niemand haben will“, fanden sich heuer politisch schwergewichtige Namen wie Sebastian Kurz, Karl Nehammer, Rudi Anschober und Werner Kogler

Spitzenreiter mit 4 Nominierungen waren ex aequo Bundeskanzler Sebastian Kurz und Innenminister Karl Nehammer. Sebastian Kurz ging trotz rekordverdächtiger vier Nominierungen leer aus.

Als Laudator*innen fungierten neben Julius Deutschbauer die diesjährigen Jurymitglieder Kira Kirsch (brut), Bettina Kogler (Tanzquartier), Ali M. Abdullah (WERK X) und Harald Posch (WERK X).

Laudatio Julius Deutschbauer „Die/Der aufgeblühteste  Ausnahmezustandsgewinnler*in" - YouTube
Foto: © privat

 

Die Jury 2019/20

  • Julius Deutschbauer, Künstler
  • Kira Kirsch, Künstlerische Leitung/Geschäftsführung brut
  • Bettina Kogler, Künstlerische Leitung Tanzquartier
  • Ali M. Abdullah, Künstlerische Leitung / Geschäftsführung WERK X
  • Harald Posch, Künstlerische Leitung / Geschäftsführung WERK X

Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern sowie alle Videos und Texte der Laudationes finden Sie hier: https://werk-x.at/premieren/julius-deutschbauer-suche-die-unpolitischste-theaterproduktion-wiens-2019-2020/

Zusätzlich finden Sie die Videos der Laudationes und die Einspielvideos der Kategorien auf dem YouTube-Kanal von WERK X: https://www.youtube.com/user/GarageXKlubX/videos?view_as=subscriber

DIE PREISTRÄGER / DIE PREISTRÄGERINNEN 

KATEGORIE I: DER GROSSE GÖNNER / DIE GROSSE GÖNNERIN

PK mit Elisabeth Köstinger: Ausrufung des „außerordentlichen Zivildienstes in Österreich“

 Auszug Laudatio von Julius Deutschbauer (Die gesamte Video-Laudatio finden Sie hier):

„Nicht nur, dass Elisabeth Köstinger sich des Versuchs schuldig machte, aus der Not eine Tugend zu machen und Corona für die Tourismuswerbung zu nutzten: zum Beispiel mit dem urlaubsprotektionistischen Satz: „Inländer und Deutsche willkommen“, sondern zugleich forderte sie, den außerordentlichen Zivildienst in Österreich.

Was kann man dazu sagen als, außerordentliche Erscheinungen müssen erscheinen, sie können nicht anders.

Ja, diese Ministerin gönnt Österreichs Zivildienern mal was Außerordentliches; etwas außerordentlich Außerordentliches, während sich auf der PK nach dem Ministerrat nur eine Woche davor ihr Kollege Innenminister Karl Nehammer sich als Flex, die Trennscheibe für die Gesundheitsbehörden“ bezeichnete. Allein deshalb bedauere ich es, dass dieses Jahr keine Live-Gala zum Unpolitischsten stattfindet. Der Ankündigungstschingel für die einzelnen Gewinner*innen in den sieben Kategorien wäre eine funkenspritzende Flex gewesen.

Ja, was eine Ausnahmesituation so alles hervorbringen kann! Fabulierte nicht schon Carl Schmitt, bedeutender und ebenso umstrittener Staatsrechtler der 20iger- und 30iger-Jahre, in seiner Poltischen Theologie: „Souverän ist, wer den Ausnahmezustand erklären kann.“

 

Weitere Nominierungen in der Kategorie „Der große Gönner / Die große Gönnerin“:

  • Die Presse, 24.04.: Sebastian Kurz: „Wer allein lebt, darf immer nur allein spazieren gehen.“ (Rilke: „Wer jetzt alleine ist, / wird es lange bleiben.“)
  • Susanne Raab, Bundesministerin für Frauen und Integration im Bundeskanzleramt (ÖVP), glänzt mehr durch harte Aussagen gegen Migranten als durch wahrnehmbare Frauenpolitik. (Der Standard, 25.07.)

KATEGORIE II: DIE GRÖSSTE SCHEINHEILIGKEIT
17.03.: PK – Rudolf Anschober erlebt privat die Einfühlsamkeit der Exekutive: „Das ist genau das, was eine hochqualitative, an Bürgerrechten, an Einfühlsamkeit orientierte Arbeit der Exekutive ist, und das wird wertgeschätzt.“ 

Auszug aus der Laudatio von Harald Posch (Die gesamte Video-Laudatio finden Sie hier):„Die Spannung war mit Händen zu greifen, denn TV- wie Live-Publikum mussten bereits 15 Minuten vor dem mit zeitgenössischem Videoeinsatz erzeugten, schlichten Insert „Republik Österreich“, auf die Protatgonisten warten. Dann war es endlich soweit. Der Darsteller des Gesundheitsministers, Rudolf Anschober in schlicht marthalerischem Kostüm – mausgrauer Einreiher samt Krankenkassenbrille – und der dem 90er-Jahre-Klassiker „Top Dogs“ entsprungene Heldendarsteller Nehammer, in neoliberal sattem dunkelblau, betraten die Bühne.
Da die gesamte Bevölkerung auf ihre Eigenheim-Balkone gesperrt war, wurde salopp auf Mund-Nasenschutz verzichtet und die grimmig entschlossenen Minen der Akteure vermittelten bei Nehammer die geschmeidige Allmacht eines Shakespearschen König Claudius und bei Anschober die traurige Weltenlast des aufrichtig um Rettung bemühten, schwer am Schicksal leidenden „Timon von Athen“.
Moderner Postdramatik gemäß fanden sich beide aber rasch hinter den, in heutigen Inszenierungen unvermeidlichen, Mikrophonen ein, und durchbrachen sofort die 4. Wand.“

Weitere Nominierungen in der Kategorie „Die größte Scheinheiligkeit“:

  • „Bundespräsident: grüner Soldatenstolz, scheinheiliger grüner Pazifismus –Bundespräsident van der Bellen zitierte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner zu einem Gespräch zu sich, nachdem sie ihre Pläne, die militärische Landesverteidigung auf ein Minimum zu reduzieren, der Öffentlichkeit präsentierte. (Die Presse, 25.6., Heute, 25.6.)
  • „Zur Parksperre: 06.04.: PK mit Sebastian Kurz, Werner Kogler, Rudolf Anschober, Karl Nehammer: „Sie wissen, die Bundesgärten haben alle sehr schmale Eingänge.“ (Sonntagsfrage, Krone, 29.3.: Wann waren Sie zuletzt laufen in Schönbrunn oder dem Auer-Welsbach-Park? Kurz: „Schönbrunn hat eh zu.“ (Krone 29.3.)“

KATEGORIE III: DER LÄNGSTE ZEIGEFINGER

27.04.: PK mit Karl Nehammer „Aktuelles zum Coronavirus“: „Es gibt über 46 verletzte Beamtinnen und Beamten, die im Einsatz verletzt worden sind, wenn Menschen sich nicht an die Maßnahmen gehalten haben.

Auszug aus der Laudatio von Bettina Kogler (Die gesamte Video-Laudatio finden Sie hier):

Der Innenminister wendet sich in dieser Phase der Rückkehr zum normalen Leben an die Eigenverantwortung der Österreicher*innen. Diese sei nun entscheidend. „Nicht alles was nicht verboten ist, ist vernünftig. Nicht alles was nicht klug ist, kann auch kontrolliert werden,“ so Nehammer. Eigenverantwortung und Kooperation, das ist es, was wir jetzt brauchen. Er lobt den Einsatz der österreichischen Polizisten und Polizistinnen. In einer so großen Krise haben die Polizistinnen und Polizisten die Aufgabe für Sicherheit zu sorgen – sie tun das unter großen Entbehrungen. Um das zu unterstreichen, erzählt Nehammer, dass es den Sicherheitskräften trotz der vielen Corona-Arbeit vor Kurzem gelungen ist, vier Staatsfeinde, die die Sicherheit der Republik und die Sicherheit der Menschen gefährden, zu verhaften. Er ist stolz darauf Innenminister zu sein!

(…)
Der ÖVP-Politiker Karl Nehammer, der wohl eher am rechten Rand dieser türkisen Mitte-rechts Partei angesiedelt ist, absolvierte von 2012 bis 2014 einen Lehrgang in politischer Kommunikation an der Donauuniversität Krems beim Politologen Peter Filzmeier und schloss diese Ausbildung auch ab. Was Peter Filzmeier über seinen ehemaligen Studenten heute wohl persönlich denkt, wie er seine Kommunikation und Performance heute beurteilt, würde mich sehr interessieren.“

Weitere Nominierungen in der Kategorie „Der längste Zeigefinger“:

  • Österreich will abgelehnte Asylwerber nach Serbien abschieben. Dazu werden eigene Unterkünfte im Balkan-Land finanziert. – Dazu das Innenministerium: „Durch die Flucht über die Westbalkanroute [bauten] viele Fremde einen ausreichenden Bezug zu Serbien auf“. (OÖ, 16.04.)
  • 30.03., ZIB Spezial mit Sebastian Kurz: „Wir werden auch in Österreich bald die Situation haben, dass jeder irgendjemanden kennt, der an Corona verstorben ist.“

KATEGORIE IV: DIE GRÖßTE WEINERLICHKEIT

„Verteidigungsministerin Klaudia Tanner dafür, dass sie sich von Bundespräsident Alexander van der Bellen für ihre Pläne, die militärische Landesverteidigung auf ein Minimum zu reduzieren, zurechtstutzen ließ. (Krone, 25.06., Die Presse 25.06., Heute 25.06.)

Auszug Laudatio von Julius Deutschbauer (Die gesamte Video-Laudatio finden Sie hier):

„Der Bundespräsident und Oberbefehlshaber des Österreichischen Bundesheeres Alexander van der Bellen zitierte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) zu einem Gespräch zu sich in die Hofburg, nachdem sie ihre Pläne, die militärische Landesverteidigung auf ein Minimum zu reduzieren, der Öffentlichkeit präsentierte. Die Presse berichtete ausführlich darüber.

Wie gern wäre ich dabei gewesen, als der Bundespräsident zum Rapport blies. Dies stellte gewiss so manche Pressekonferenz nach dem Ministerrat was Dramatik und darstellerisches Geschick anbelangt, in den Schatten.

Man konnte sich nur wundern über des grünen Bundespräsidenten neu erwachten grünen Soldatenstolz; den Hut ziehen vor den Abrüstungsplänen der türkisen Verteidigungsministerin.

Auch wenn sie nach dem Rapport beim Bundespräsidenten einen Rückzieher machte: Der gute Wille zählt.“

 

Weitere Nominierungen in der Kategorie „Die größte Weinerlichkeit“:

  • Rudolfs Anschobers Hund Agur: Intoleranz gegenüber seinem Herrn unter Maske bzw. Maulkorb (Krone, So 14.6.) und Weigerung, als Abstandhalter zu arbeiten (Kurier, 18.8.)
  • „Tirols Landeshauptmann Günther Platter: „Das haben wir Tiroler und Ischgler nicht verdient.“ (Die Presse, 20.5.) – und sieht die Berichterstattung über Tirol als Rufmordkampagne. (Profil 25, 14.06.); in dieser überreizten Lage kann einem Landesrat und Landeshauptmann-Stellvertreter wie Josef Geisler ein Sager wie „Widerwärtiges Luder“ gegen WWF-Aktivistin Marianne Götsch wohl auskommen. (Kurier, 6.6.) und 15.03.: Erklärung an die Tiroler*innen von LH Platter: „Tirol befindet sich aktuell in der schwierigsten Situation die wir in der Nachkriegszeit je hatten.“

 

KATEGORIE V: DIE/DER AUFGEBLÜHTESTE AUSNAHMEZUSTANDSGEWINNLER*IN

02.06., Der Standard: Gerry Foitik: „Samariterbund hat außer ‚Grüß Gott‘ nie etwas gesagt“. Gerry Foitik macht sich durch die alleinige Handhabe der „Stopp Corona“-App zum Schatteninnenminister, tritt auch gerne mit Ministern und Kurz und Babyelefant vor’s Mikro. (Kurier, 03.06.)

Auszug Laudatio von Julius Deutschbauer (Die gesamte Video-Laudatio finden Sie hier):

„Ich ließ mich vorgestern noch schnell auf Covid-19 testen, bevor der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes Gerry Foitik diese in Österreich beschränken lässt, um den österreichischen Tourismus zu retten. Auch er ein wahrer Kämpfer für den österreichischen Tourismus!

Und was ist Theater daran? Selbst vielleicht nicht, jedoch das Theater, das um ihn gemacht wird, ist großes Theater.

Aber das eigentliche Theater kommt jetzt, einschließlich Rachenabstrich. Den ließ ich mir ohne direkten Anlass, ohne etwaige Symptome an mir bemerkt zu haben, machen, um den Befundbericht in meine Moderation der heutigen Gala einzubauen.

Nun halte ich den Befundbericht zu SARS-CoV-2 vom 22.10.2020 in Händen, mir vor Augen und erkläre die heutige Gala zur Verleihung der Preise für die unpolitischsten Theaterproduktionen Wiens 2019/20 für abgesagt und Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, zum Gewinner in der Kategorie Die/der aufgeblühteste Ausnahmezustandsgewinnler*in.“

 

Weitere Nominierungen in der Kategorie „Die/Der aufgeblühteste Ausnahmezustandsgewinnler*in“:

  • 04.05., Financial Times: Antonella Mei-Pochtler: Die europäischen Länder müssten sich an Tools gewöhnen, die „am Rand des demokratischen Modells“ seien.
  • 16.04.: PK mit Karl Nehammer: „Wir sind sozusagen die Flex, die Trennscheibe für die Gesundheitsbehörden, um die Infektionskette rasch zu durchbrechen.“ Und 20.05.: ZIB mit Karl Nehammer, interviewt von Armin Wolf: „… und deshalb mein Hilfsangebot, als Innenminister, dass die Polizei da die Gesundheitsbehörden in Wien intensiv unterstützen kann.“

 

KATEGORIE VI: HELDEN UND HELDINNEN DER PROVINZ

17.03. ZIB II: Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg im Interview mit Armin Wolf über Ischgl: „Ich glaube, dass die Behörden in Tirol sehr richtig agiert haben.“

 Auszug aus der Laudatio von Ali M. Abdullah (Die gesamte Video-Laudatio finden Sie hier):

 „Was ist passiert, Herr Landesgesundheitsrat Dipl. Ing. Dr Bernhard Tilg, Herr Landessanitätsdirektor Dr. Katzgraber, Herr Landeshauptmann Dr Gerhard Platter, Herr Gesundheitsminister Rudolf Anschober, Herr Bundeskanzler Sebastian Kurz?

War da irgendwas Ende Februar bis zur endgültigen Quarantäne Mitte März in Ischgl? Wie viele Warnungen aus dem In- und Ausland gab es? Wie falsch wurde die Situation eingeschätzt, wie unwahr wurde die Bevölkerung informiert und wie chaotisch und stümperhaft wurde dann die Reißleine gezogen und die Quarantäne ohne Vorabinfo an die örtlichen Behörden über Ischl verhängt? Ging und geht es da wirklich immer nur um die Tourismusgelder? Seilbahnen, Hotels, Bars, Restaurants? Wo jeder einzelne Tiroler mitnascht und mitmachen muss….?

Ist das österreichische Politik im Jahre 2020, für eine mündige Bevölkerung? Oder lebt da in Tirol noch irgendwo ein Kaiser der befiehlt und wir alle folgen? Frau Felipe, ihre Stimme als

Frau Landeshauptfrau Stellvertreterin ist in diesem Zusammenhang auch sehr, sehr leise gewesen.“

Weitere Nominierungen in der Kategorie „Helden und Heldinnen der Provinz“:

  • Pressestatement am 19.07.: Sebastian Kurz‘ Statement zum dritten Verhandlungstag beim EU-Gipfel „… ich bin ja hier einerseits um ein gutes Ergebnis für die Europäische Union auszuverhandeln, aber natürlich auch auf die Interessen Österreichs und die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu achten.“
  • Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, wegen genereller Nutzung von Corona für Tourismuswerbung
    (Nebennominiert: Landeshauptmann von Tirol Platter und Ischgler Bürgermeister + Tourismusverband) – wegen Urlaubsprotektion: im Sinne von „Inländer und Deutsche willkommen“. (Standard, 20.04.)
  • Wurst aus Tirol: Wurst aus der „Alpenmetzgerei“ von MPreis* ist aus Tönnies-Fleisch. (Heute, 22.6.; Kurier, 23.6.) * „Biofleisch von besonderer Qualität. Frisch, regional und ganz bestimmt köstlich“, sowie mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnet.

 

KATEGORIE VII: SPEZIALPREIS

PK vom 17.04.: Werner Kogler und Ulrike Lunacek über Aktuelles im Bereich Kunst und Kultur sowie Veranstaltungen im Allgemeinen: „Bei Theater geht’s dann auch oft heftig zu, vielleicht auch mal eine Schlägerei oder vielleicht auch eine Liebesszene – das wird nicht gehen, ja?“

 Auszug aus der Laudatio von Kira Kirsch (Die gesamte Video-Laudatio finden Sie hier):

 „ Wenn wir uns eine Pressekonferenz als Song und eine Politikerin als Popkünstlerin vorstellen, kann man Ulrike Lunacek wie folgt beschreiben: Sie kommt aus dem grünen Underground und macht sich durch beharrliches Touren einen Namen in der Szene – bis zum 17. April ist sie vor allem Insi-dern bekannt, als sie sich dann plötzlich über Nacht an die Spitze der Charts katapultiert.

Bald nach der Pressekonferenz gibt Lunacek bekannt, dass sie von der politischen Showbühne abtritt – sie wird Österreich aber als One-Hit-Wonder in Erinnerung bleiben.

Dabei befindet sie sich in bester Gesellschaft – man denke an die steirische Band Opus und „Live is Life“.

Einen Hit zu landen, jeder weiß das, ist keine einfache Sache und kann nicht generalstabsmäßig geplant werden.

Kompositionsgeschick alleine ist zu wenig, man muss auch den Nerv der Zeit treffen und viel Glück haben – eben so wie Opus im Jahr 1984. „Live is Life“ konnte die Massen emotionalisieren, selbiges ist Lunacek gelungen.“

JULIUS DEUTSCHBAUER

1961 in Klagenfurt geboren, lebt als Künstler in Wien, 2000 bis 2007 Zusammenarbeit mit Gerhard Spring als Duo „Deutschbauer/Spring“. Ausstellungen (u.a. Kunsthalle Wien, Shedhalle Zürich, Galeria Zacheta Warschau, Fotomuseum Winthertur, Belvedere Wien), Performances und Theateraufführungen (u. a. Garage X, Tanzquartier Wien, Thalia Theater Hamburg, Politik im Freien Theater Berlin, Volksbühne Berlin, brut Wien). Das Zentrum seiner Arbeit bilden die inzwischen über hundert Plakate. Die Suche nach dem unpolitischsten Theaterprojekt findet dieses Jahr bereits zum zehnten Mal statt.

http://julius-deutschbauer.com/

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WERK X Presse und Kommunikation

Mag. Bernhard Bilek

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WERK X
WERK X vereint zwei künstlerisch unabhängige und für die Wiener Theaterszene wichtige Spielstätten unter einer Dachmarke: Zum einen WERK X im ehemaligen Kabelwerk in Meidling, das sich als Produktionshaus für zeitgenössisches Sprechtheater einen Namen gemacht hat. Zum anderen WERK X-Petersplatz, eine kuratierte Bühne für die freie Szene im ersten Wiener Gemeindebezirk, das sich als überregionales Kooperationshaus etabliert hat. www.werk-x.at

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