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INFOS DES TAGES (SONNTAG, 22. JULI 2018)

22.07.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 22. JULI 2018)

Neu in unseren Kritiken:

FLORENZ/ Maggio musicale Fiorentina/ Grotta del Buontalenti : LA DAFNE von Marco da Gagliano:


Copyright: Maggio musicale Fiorentino

Zum Bericht von Robert Quitta

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München/ Gärtnerplatztheater: JESUS CHRIST SUPERSTAR – Musical 19.7.2018


Das Abendmahl nach Leonardo -gleich wird Petrus aufstehen und ein Handy-Foto machen                © Marie-Laure Briane

Zum Bericht von Susanne Kittel-May

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STAATZ/NÖ/ FELSENBÜHNE: LES MISERABLES am: Les Miserables von Claude Michel Schönberg und Alain Boubil am 20.7.)

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Zum Bericht von Peter Dusek

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STUTTGART/Ballett: „A REID ANDERSON CELEBRATION“ – Teil 2

Festwoche zum Abschied des langjährigen Intendanten (1996-2018) 13.-22.7.


Hochwillkommener Gast: Daniel Camargo in „Initialen R.B.M.E.“Copyright: Stuttgarter Ballett

Zum Bericht von Udo Klebes

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MUSIKFESTIVAL STEYR: MUSICAL „CHICAGO“ ab 28. JULI

Bildergebnis für musikfestival steyr chicago

Liebe Musikfreunde und Freunde des klassischen MUSICALS!
Wir sind heuer vom New York der West Side Story, dem Vorjahres – Renner des Musikfestivals Steyr nach CHICAGO übersiedelt. Mittlerweile sind alle Solisten, das gesamte Ensemble, das Ballett und das Orchester für CHICAGO, das unvergleichliche Kult- Musical bereits in STEYR eingetroffen! Die laufenden intensiven Proben versprechen, NEIN, garantieren Ihnen einen unauslöschlichen Eindruck voller Tempo, Emotion und Qualität. Nächste Woche am 28. Juli ist bereits Premiere, es gibt weitere 8 Vorstellungen!
Bitte informieren Sie sich unter:
www.musikfestivalsteyr.at
Übrigens: Haben Sie gewusst, daß der weltberühmte Frank Sinatra- Hit „New York, New York“ aus der Feder der CHICAGO- Autoren John Kandler und Fred Ebb stammt? Auch der Film- Hit mit Catherine Zeta Jones, Richard Gere und Renee Zellweger sei in Erinnerung gerufen!
Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen Ihnen gute Unterhaltung!

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SALZBURGER FESTSPIELE: TALK ZU „SALOME“


Romeo Castellucci. Copyright: Anne Zeuner/ Salzburger Festspiele

(SF, 20. Juli 2018) Das größte Verbrechen, das ein Regisseur einem Stück antun könne, sei ihm mit Naivität zu begegnen, sagt Romeo Castellucci, der für Regie, Bühne, Kostüme und Licht der Neuinszenierung von Richard Strauss‘ Salome verantwortlich zeichnet. Naivität sei illustrativ. Ihm sei es ein viel größeres Anliegen als Regisseur einen neuen Blickpunkt zu finden und dabei zum Ursprung zurückzukehren, zur dramatischen Ebene, sagt er beim TerrassenTalk. Mit Minimalismus und Reduktion begegne er diesem Stück.

Ob er dabei die in Mode gekommene Salome-Figur im Kopf habe, die gerade auch von der bildenden Kunst in einer eher schwülstigen Art und Weise dargestellt worden sei? „Das ist schwer zu sagen. Ich denke die Salome als Figur ist ein Teil von uns allen“, sagt Romeo Castellucci. Natürlich sei die biblische Figur anders als die bei Wilde, oder Strauss. „Ich denke sie ist eine Bedingung des Geistes und der Psyche. Jeder von uns kann in solch einen Abgrund des Begehrens stürzen“, sagt der Regisseur. Er beschäftige sich bei seiner Inszenierung vielmehr mit der Erkundung dessen, was man noch nicht kennt. Exotik und Erotik kenne man schon von dieser Oper, man müsse vorsichtig damit umgehen und aufpassen, dass man nicht in Klischees verfalle.

In der nackten Kraft der Felsen – Castellucci schließt für seine Inszenierung die Arkaden der Felsenreitschule – spiegelt sich die Figur der Salome mit ihren unzähligen Facetten wider. Man könne diese junge Frau, die am Anfang fast noch kindlich dargestellt werde, kaum in ihrem extremen Wunsch, in ihrem Begehren bremsen. Er gehe mit seiner Inszenierung hinaus über das Lustprinzip. „Ich möchte nicht immer offenbaren, was die Salome als Frau ausmacht“, sagt Romeo Castellucci. „Ich möchte ihre schattenhafte Seite im Verborgenen halten und eben gerade durch dieses Verborgene etwas Neues zeigen.“ Das Verbergen könne als Schlüsselelement der Inszenierung gesehen werden.

Wie er mit den klassischen Schockmomenten der Oper, dem abgetrennten Kopf des Jochanaan und dem sexuell aufgeladenen Tanz der sieben Schleier umgehe? – „Für mich sind das Momente biblischer Gewalt“, sagt der Regisseur. Gerade der Tanz sei ein grundlegender Moment, da sich währenddessen die Verpflichtung des Herodes in eine Gelegenheit für Salome verwandelt, um mehr Macht zu bekommen als er. „Ich sehe den Tanz als einen inneren Prozess, einen inneren Sturm in Salomes Körper“, sagt Castellucci. Salome erstarre zu Stein, genauer gesagt zu einem Edelstein, der undurchdringlich wird. In Salzburg habe Castellucci das Motto dafür über dem Neutor gefunden: „Te saxa loquuntur“ – „Von dir sprechen die Steine“. Über die Szene, den Dialog mit dem abgetrennten Kopf möchte Castellucci noch nicht so viel verraten. „Der Kopf wird abgeschlagen“, den Rest werde man als Zuseher erfahren.

Eine Salome ohne Blut wolle er machen, wobei das Blut aber dennoch eine gewisse Präsenz bekomme. Gleich am Anfang der Inszenierung werde das Blut weggeputzt vom Messingboden in der Felsenreitschule. Damit drehe er Ursache und Wirkung um.


Asmik Grigorian. Copyright: Rytis Seskaitis

Die Rolle der Salome zu verkörpern, verlange einer Sängerin enorme psychische Kraft ab, sagt der Regisseur. Er lobt die Zusammenarbeit mit Asmik Grigorian, die auch private Elemente in die Rolle hineinbringe. „Es braucht eine solche Interpretin wie Asmik Grigorian für diese Rolle“, sagt Castellucci.

Alle Figuren seien pervers, aber Jochanaan sei perverser, hat Richard Strauss einmal über seine Oper gesagt. Romeo Castellucci sieht das nicht ganz so. Sein Jochanaan sei eine obskure dunkle Macht aus einer anderen Welt. Das, was ihn vor allem unterscheidet von den anderen Figuren sei die Sprache, die Sprache eines Fremden. Für Salome erschließe sich durch diese Sprache eine neue Welt. Auch das spiegelt sich in den verschlossenen Arkaden der Felsenreitschule wider – sie erzeugen eine Atmosphäre des Erstickens und des Erdrückens. „Man könnte die Arkaden auch als Münder betrachten, die geschlossen wurden und denen der Sauerstoff wegbleibt“, sagt der Regisseur. Die Felsenreitschule in ihrer Ursprünglichkeit und Brutalität sei für ihn nicht nur ein Bühnenbild, sondern eine Figur im Drama.

Als „Magier der Bilder“ wird Romeo Castellucci gerne von den Kritikern betitelt. Ihm selbst gefalle dieser Ausdruck nicht besonders, denn er sehe die Bilder nur als ein Mittel, um seine Ideen umzusetzen. Das Bild sei eine Ausrede, durch die man auf die Idee komme, sagt er. Vorbereitend habe er mit seinem Team immer und immer wieder die Musik gehört, fast schon obsessiv, damit sie ganz tief unter die Haut gehe, sagt er. Die Zusammenarbeit mit Dirigent Franz Welser-Möst  beschreibt er als ideal, sie seien sich von Anfang an sehr einig gewesen mit ihrem Konzept. Und es sei auch mit den Sängern bisher eine sehr tiefgründige, fast schon forschende Arbeit. Auch die Zusammenarbeit mit Intendant Markus Hinterhäuser lobt der italienische Regisseur: „Er kennt die Produktionen, die hier entstehen von innen, denn er ist von Anfang an und immer präsent, das gibt mir eine unglaubliche Kraft“, sagt Romeo Castellucci.

Pressebüro der Salzburger Festspiele/Anne Zeuner

 

Richard Strauss Salome

Musikdrama in einem Aufzug (1905)
Libretto vom Komponisten nach dem Schauspiel Salomé (1893) von Oscar Wilde
in der deutschen Übersetzung von Hedwig Lachmann 


Gábor Bretz (Jochanaan)

Neuinszenierung

In deutscher Sprache mit Übertiteln

Franz Welser-Möst, Musikalische Leitung
Romeo Castellucci, Regie, Bühne, Kostüme und Licht
Cindy Van Acker, Choreografie
Silvia Costa, Künstlerische Mitarbeit
Piersandra Di Matteo, Dramaturgie
Alessio Valmori, Mitarbeit Bühne
Marco Giusti, Mitarbeit Licht

John Daszak, Herodes
Anna Maria Chiuri, Herodias
Asmik Grigorian, Salome
Gábor Bretz, Jochanaan
Julian Prégardien, Narraboth
Avery Amereau, Ein Page der Herodias
Matthäus Schmidlechner, Erster Jude
Mathias Frey, Zweiter Jude
Patrick Vogel, Dritter Jude
Jörg Schneider, Vierter Jude / Sklave
David Steffens, Fünfter Jude
Tilmann Rönnebeck, Erster Nazarener
Paweł Trojak*, Zweiter Nazarener
Neven Crnić*, Kappadozier
Henning von Schulman, Erster Soldat
Dashon Burton, Zweiter Soldat

Wiener Philharmoniker

*Teilnehmer des Young Singers Project – unterstützt von der KÜHNE-STIFTUNG

Premiere: 28. Juli 2018

Weitere Vorstellungen: 1., 9., 12., 17., 21., 27. August

Felsenreitschule

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HEUTE „JEDERMANN“-PREMIERE IN SALZBURG


Mavie Hörbiger (Werke), Johannes Silberschneider (Glaube), Tobas Moretti (Jedermann). Copyright: Matthias Horn/ Salzburger Festspiele


Stefanie Reinsperger (Buhlschaft) und Ensemble). Copyright: Matthias Horn/ Salzburger Festspiele


Tobias Moretti (Jedermann), Martina Stilp (Des Schuldknechts Weib), Fritz Egger (Schuldknecht), Hanno Koffler (Jedermanns guter Gesell), Sigrid Maria Schnückel (Der Koch), Stephan Kreiss (Dünner Vetter), Ensemble. Copyright: Matthias Horn/ Salzburger Festspiele


Tobias Moretti (Jedermann), Edith Clever (Jedermanns Mutter). Copyright: Matthias Horn/ Salzburger Festspiele


Peter Lohmeyer (Tod), Tobias Moretti (Jedermann). Copyright: Matthias Horn/ Salzburger Festspiele
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FOTOS VOM KONZERT BEIM ONLINE-MERKER: WAGNERS „WESENDONCK-LIEDER“ GESUNGEN VON MARYNA LOPEZ. Am Klavier: ADOLFO LOPEZ (19. 7. 2018)


Wohltuend junges Publikum. Foto: Herta Haider


Nach dem Konzert geht es bei uns immer lustig zu. Daheimgebliebene versäumen etwas. Foto: Herta Haider


Lian Fang Wen (aus China angereist, organisiert dort Konzerte mit österreichischen Künstlern. Auch Maryna Lopez war bereits auf Konzertreise in China), Adolfo Lopez, eine Freundin von Maryna und Maryna Lopez. Foto: Herta Haider


Ein Merker-Freund, Maryna und Adolfo Lopez. Foto: Herta Haider


Foto: Herta Haider

Weitere Fotos vom Konzert

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