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INFOS DES TAGES (SONNTAG, 20. JUNI 2021)

20.06.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 20. JUNI 2021)

Berlin / vor dem Konzerthaus: der 200. Geburtstag des „FREISCHÜTZ“ von Carl Maria von Weber, 18.06.2021

konzerthaus, freischütz openair, foto markus werner
Vor dem Konzerthaus. Foto: Markus Werner

Datum und Ort stimmen perfekt. Genau vor 200 Jahren wurde der Freischütz im Konzerthaus Berlin – so der jetzige Name des nach dem 2. Weltkrieg wieder errichteten Schinkelbaus – uraufgeführt. Das Datum wurde damals mit Bedacht gewählt. Es war der Jahrestag der Schlacht von Waterloo 1815, also ein fast triumphales Gedenken an die Befreiung Europas von Napoleon und Frankreichs Vorherrschaft.  ..

konzerthaus, freischütz, jeanine de bique als agathe, anna prohaska als Ännchen, foto markus werner
Erfreulichste Erscheinung des Abends: Jeanine de Bique als Agathe (hier mit Anna Prohaska als Aennchen). Foto: Markus Werner

Zum Bericht von Ursula Wiegand)

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ÖSTERREICHISCHER MUSIKTHEATERPREIS 2021: Nominierungen 2021

Österreichischer Musiktheaterpreis wird zum fünften Mal verliehen – BILD |  leisure communications | Pressebereich
Copyright: Leisure

Beste weibliche Hauptrolle

Landestheater Linz: Katherine Lerner als „Azucena“ in II Trovatore
Bregenzer Festspiele: Zeynep Buyraç als „Dotcom“ in Impresario Dotcom
Salzburger Festspiele: Elsa Dreisig als „Fiordigli“ in Cosi
Volksoper Wien: Bettina Mönch als „Sally Bowles“ in Cabaret

Beste männliche Hauptrolle

Stadttheater Klagenfurt: Marco Jentzsch als „Tannhäuser“ in Tannhäuser
Oper Graz: Timo Riihonen als „Philipp II.“ in Don Carlo
Theater an der Wien: Piotr Beczała als „Jontek“ in Moniuszko: Halka
Volksoper Wien: Ben Connor als „Tommy Albright“ in Brigadoon

Beste weibliche Nebenrolle

Bühne Baden: Ann Mandrella als „Lady Thiang „in Der König und Ich
Tiroler Landestheater: Anna Maria Dur als „Fürstin“ in Suor Angelica (II Trittico)
Volksoper Wien: Ruth Brauer-Kvam als „Conférencier“ in Cabaret

Beste männliche Nebenrolle

Oper Graz: Markus Butter als „Der Spielmann“ in Königskinder        
Tiroler Landestheater: Johannes Maria Wimmer als „Sparafucile“ in Rigoletto
Volksoper Wien: Robert Meyer als „Herr Schultz“ in Cabaret

Gesamtproduktion Oper

Oper Graz: Königskinder
Theater an der Wien: Salome
Salzburger Festspiele: Cosi
Gesamtprodukton Operette
Bühne Baden: Die Rose von Stambul
Oper Graz: Die Fledermaus
Volksoper Wien: König Karotte

Gesamtproduktion Musical

Bühne Baden: Der König und Ich
Landestheater Linz – Black Box: Mary & Max
Volksoper Wien: Cabaret

Gesamtproduktion Ballett
Landestheater Linz: Mei Hong Lin: Cinderella
Staatsoper: George Balanchine Jewels
Tiroler Landestheater: Enrique Gasa ValgaThe Tempest

Beste Musikalische Leitung

Salzburger Festspiele: Franz Welser-Möst: Elektra
Salzburger Festspiele Joana Mallwitz: Cosi
Salzburger Landestheater: Leslie Suganandarajah Lohengrin

Beste Regie

Festwochen der Alten Musik IBK: Silvia Paoli/ L’Empio punito
Salzburger Festspiele: Christof Loy/ Cosi
Theater an der Wien: Nikolaus Habjan/ Salome
Volksoper Wien: Matthias Davids/ König Karotte

Beste Ausstattung

Bregenzer Festspiele: Nicole Pleuler/ Impresario Dotcom
Salzburger Landestheater: Piero Vinciguerra/ Lohengrin
Volksoper Wien: Matthias Fischer-Dieskau / Susanne Hubrich / König Karotte

Bester weibliche Nachwuchs

Oper Graz: Mareike Jankowski als „Tebaldo / Die Stallmagd“ in Don Carlo / Königskinder
Salzburger Landestheater Sophie Mefan als „Eliza Doolittle“ in My Fair Lady
Stadttheater Klagenfurt: Tamuna Gochashvili als „Tatjana“ in Eugen Onegin
Tiroler Landestheater: Laura Schneiderhan als „Lola Blau“in Heute Abend: Lola Blau

Bester männliche Nachwuchs

Bühne Baden: Jonas Zeiler als „Louis Leonowens“ in Der König und ich
Opernstudio LT Linz: Rafael Helbig-Kosta als „Erzähler“ in Britten: The Rape of Lucretia
Stadttheater Klagenfurt: Robert Watson als „Gabriele Adorno“ in Simon Boccanegra
Volksoper Wien: Jakob Semotan

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BAYREUTHER IMPRESSIONEN AUS DEM CHORSAAL

brug

So genau weiß ich nicht, was Manuel Brug mit seinem Instagram-Eintrag meint – aber was sich in Bayreuth derzeit abspielt, soll „auf keine Kuhhaut gehen“! Man kann die Vorgaben auch übertreiben.
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BÜHNE BADEN: EINE NACHT IN VENEDIG – Premiere am 8. Juli

EINE NACHT IN VENEDIG — Bühne Baden
Copyright: Lalo Jodlbauer

Wir freuen uns, mit EINE NACHT IN VENEDIG, Operette von Johann Strauss, unsere heurige Sommersaison in der Sommerarena eröffnen zu können.

Die Premiere findet am 8. Juli 2021, 19:00 Uhr in der Sommerarena statt.

Wir freuen uns über Ihr Interesse an diesem Evergreen der Operettenliteratur, den Regisseur Thomas Smolej in einer
gekürzten und gestrafften 90-Minuten-Fassung (ohne Pause) in Szene setzt.

Es singen und spielen:
Iurie Ciobanu, Ivana Zdravkova, Clemens Kerschbaumer, Ricardo Frenzel Baudisch, Verena Barth-Jurka, Roman Frankl, Susanne Hirschler, Thomas Malik, u.a.

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Vienna State Ballet: presenting the new Season 2021/22 (June 17th, 2021)

How does the old (and always captivating) song go? „Another Season, another reason for making Whoopee“. Yes, and here we go again…

Last June 17th, the Vienna State Ballet has presented the actual plans for the new Season. I must underline that I am still being quite careful while talking about a new Season and I just mention „plans“ – as we all know, nobody can be quite sure that there will be no other Lockdown after this Summer. It all depends on how careful and disciplined people are… But I don’t want to let my perhaps too careful, attitude bother you.

 

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https://www.attitude-devant.com/blog/2021/6/19/6i9pee5ydhzsif7z8qpql9v3so3xwu

Ricardo Leitner/ attitude
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Paris: „NAPOLEONS KRÖNUNGSMESSE“ (Giovanni Paisiello) Théâtre des Champs-Elysées – 18 VI 2021

Wiederentdeckung im „Napoleon-Jahr“ einer unerwartet wenig brillanten Messe für einen selbstgekrönten Kaiser, der viele Komponisten inspirierte

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Jacques-Louis David, die Kaiserkrönung Napoleons (auf dem Bild eigentlich Joséphines) in der Notre-Dame am 2. Dezember 1804. Wo man auf dem berühmten Gemälde die Tribünen sieht, befanden sich in Wirklichkeit 300 Musiker. Denn die Tribünen waren ein „Bildbefehl“ Napoleons: weil seine Mutter geweigert hatte an dieser „Farce“ teilzunehmen, ließ er sie als „Strafe“ überdeutlich in die Bildmitte setzen. © Musée du Louvre, Paris

 Napoleone Buonaparte, 1769 in Ajaccio auf Korsika geboren, kurz nachdem Genua die arme und rebellische Insel an König Ludwig den XVe verkauft hatte, scheint einige Widersacher im Himmel zu haben. Denn immer wenn Frankreich groß ansetzen will, um seinen Volksheld zu feiern, geht etwas schief. Die Feierlichkeiten zu seinem 200. Geburtstag wurden gestört durch die Nachwehen der Mai-1968-„Revolution“. 2004 annullierte Jacques Chirac die geplante Rekonstruktion von Napoleons Kaiserkrönung, womit die Feierlichkeiten zum Jubiläum der Schlacht von Austerlitz 2005 auch ins Wasser fielen. Für den 200. Todestag hatte Emmanuel Macron das Jahr 2021 im Vorfeld zur „Année Napoléon“ ausgerufen – dies auch in eigener Sache, da er sich selbst gerne mit Napoleon vergleichen lässt: „ein Arbeitstier, das nur 3 Stunden pro Nacht schläft, während seine ältere Gattin elegant über das Protokoll wacht“, so wie es seine Pressesprecher schreiben, die auffällig viele Fotos des Präsidenten mit einer Napoleon-Büste veröffentlicht haben. Doch der Vergleich ging nach hinten los, denn am 5. Mai 2021, dem 200. Todestag des „Helden der Nation“, als Macron eine große Napoleon-Rede im Fernsehen hielt, veröffentlichten mehrere französische Zeitungen genau diese Fotos auf ihrer Vorderseite mit darunter Hinweise auf die gleiche Körpergröße der beiden, ihren Hang zur Megalomanie und ihre Vorliebe für das Wort „Krieg“. Am gleichen Tag musste das einzige Jubiläumskonzert, in der Chapelle Impériale, der imposanten Grabkapelle der Bonapartes im Palais Fesch in Ajaccio, quasi abgesagt werden: wegen Corona konnte es nur als Stream ohne Publikum stattfinden mit nur noch 10 maskierten Musikern.

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Jacques-Louis David, Jacques-Louis David „Bonaparte, Premier consul, franchissant le Grand-Saint-Bernard le 20 mai 1800“. Dieses Bild hatten Beethoven, Heine und Schumann von ihm: heldenhafter als Hannibal und Karl der Große (deren Namen unter den Pferdehufen stehen). In Wirklichkeit ritt Napoleon auf einem Maultier über die Alpen, in viele Decken gehüllt, denn er war ein absoluter „Kältefritze“. © RMN-Grand Palais, Ausstellung „Napoléon“ in der Grande Halle de la Villette in Paris

Einfluss auf deutsche/österreichische Komponisten

Dies ist besonders schade, denn dieses Jubiläumsjahr wäre eine gute Gelegenheit gewesen, sich mehr in das hochinteressante Thema „Napoleon und die Musik“ zu vertiefen und in seinen Einfluss auf die Musik. Dazu scheint erstaunlich wenig geschrieben zu sein (auf Französisch nicht einmal 5 nennenswerte Bücher, Doktorarbeiten und Artikel). Dabei ist Napoleons Einfluss auf die Kunst und sein Nachleben in der Kunst unbestreitbar (diesen Sommer Thema einer Ausstellung im Palais Fesch in Ajaccio, in der Musik auch eine große Rolle spielt). Um nur einige deutsche/österreichische Vorbilder zu nennen: Beethoven war ein ausgesprochener Napoleon-Verehrer und widmete ihm seine dritte Sinfonie „Eroica“, die ursprünglich „Bonaparte“ heißen sollte – bis er angeblich bei der Nachricht von Napoleons Kaiserkrönung diese Widmung durchstrich. (Ein wichtigerer Grund könnte gewesen sein, dass Fürst Lobkowitz ihm zeitgleich den ansehnlichen Betrag von 400 Gulden bot für das alleinige Aufführungsrecht und so auch die Widmung bekam). Heinrich Heine war ein begeisterter Verehrer Napoleons – man lese nur in seinen „Reisebildern“ sein erstaunlich selten zitiertes „Ideen. Das Buch Le Grand“. Als Heine 1821 von Napoleons Tod auf St. Helena erfuhr, schrieb er „Die Grenadiere“, die Schumann 1840 vertonte als „Die beiden Grenadiere“ – genau an dem Tag als er in der Zeitung las, dass Napoleons Leichnam feierlich im Invalidendom in Paris beigesetzt werden sollte. Robert Schumann hatte seit Kindesalter eine wirkliche Napoleon-Verehrung und schrieb mit 15 an seine Mutter, dass über seinem Bett im Pensionat ein Bild des Vaters und von Napoleon hing. Lustigerweise hat Richard Wagner 1840 zeitgleich mit Schumann Heines Grenadiere vertont, aber auf Französisch als „Les deux grenadiers“. Das scheint weniger mit einer Napoleon Verehrung zu tun gehabt zu haben, als mit Wagners Opportunismus: Er befand sich zu dem Zeitpunkt in Paris und wollte Heines Beziehungen benutzen. So schrieb er amüsiert an Schumann: „Ich höre, daß Sie die Heineschen Grenadiere componiert haben, und daß zum Schluß die ‚Marseillaise‘ darin vorkommt. Vorigen Winter habe ich sie auch componiert, und zum Schluß auch die ‚Marseillaise‘ angebracht. Das hat etwas zu bedeuten! Meine Grenadiere habe ich sogleich auf eine französische Übersetzung componiert, die ich mir hier machen ließ und mit der Heine zufrieden war. Sie wurde hie und da gesungen, und haben mir den Orden der Ehrenlegion und 20 000 Francs jährliche Pension eingebracht, die ich direkt aus Louis Philippes Privatkasse beziehe.“ So bekam Richard Wagner, wie Goethe, als einer der wenigen Deutschen den von Napoleon gestifteten Orden der „Légion d’honneur“.

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François Gérard, „Napoléon 1er, Empereur des français“ (1808), das offizielle „Kaiserporträt“, das vielen seiner früheren Verehrer missfiel. Napoleon hat selbst wohl die römische Krone aber nie den Hermelinmantel getragen, weil der 2.5m lange Mantel dem 1.68m großen Mann „klein machte“. © RMN-Grand Palais, Ausstellung „Napoléon“ in der Grande Halle de la Villette in Paris

Auf der Homepage der Fondation Napoléon findet man beinahe 100 events und Ausstellungen für das „Napoleon-Jahr“. Die größte ist in Paris in der Grande Halle de la Villette (bis 19 September, www.expo-napoleon.fr). Musik spielt leider kaum eine Rolle – wenn man Militärmusik für Blaskapellen nicht mitzählt und die in Frankreich sehr bekannten Chansons von Pierre-Jean de Béranger (1780-1857). Die anscheinend einzige Ausnahme ist die oben erwähnte Ausstellung „Napoléon, légendes“ in Ajaccio (mit im Katalog mehrere Essais von Maria Teresa Caracciolo zum Thema Napoleon und Musik). So kann man dem Palazzetto Bru Zane nicht dankbar genug sein, dass es in der Coronapause weitergearbeitet hat und eine ansehnliche Anzahl neu gefundene Partituren und Dokumente auf seiner Homepage bruzanemediabase.com veröffentlicht hat. Dazu gehört die Spielversion der „Messe pour le sacre de Napoléon“ von Giovanni Paisiello für die Kaiserkrönung Napoleons (und Joséphines) in der Notre-Dame in Paris am 2. Dezember 1804. Sie weicht erheblich ab von der handgeschriebenen Partitur, die sich in den Archiven des Konservatoriums in Neapel befindet (wo Riccardo Muti in den letzten Jahren so viel Interessantes gefunden hat). Für den megalomanen Napoleon konnte es nie groß genug sein und auf seine persönliche Weisung – er griff gerne in Partituren ein, weswegen sein „Lieblingskomponist“ Giovanni Paisiello bald seinen hochbezahlten Posten in Paris wieder aufgab – wurde die Krönungsmesse mächtig aufgebauscht: Aus 3 Solisten wurden 10, aus einem Orchester zwei und auch die Chormassen wurden verdoppelt, bis sich schlussendlich 300 Musiker in den beiden Seitenschiffen befanden (unter der Leitung von Cherubini und Kreutzer) und auch noch eine militärische Blaskapelle für das Finale – mehr ging wirklich nicht rein. Ein Konzert mit 300 Musikern wäre zurzeit in Frankreich undenkbar, die Notre-Dame wird ab 2024 wieder zugänglich, so entschied man sich für eine weniger groß angelegte Aufführung mit 5 Solisten, einem Chor und einem Orchester im Théâtre des Champs-Elysées, das Dankensweise auch solche Raritäten ins Konzertprogramm nimmt.

Julien Chauvin, ein habitué des Palazzetto Bru Zane, dirigierte mit Verve und Feinheit sein Orchester auf historischen Instrumenten Le Concert de la Loge. Dem war auf der Vorderbühne eine historische Harfe von Joséphine beigefügt worden, da die Kaiserin eine Harfenistin war (mehr aus aristokratischer Manier, in Folge von Königin Marie-Antoinette, die die Harfe in die französischen Hofkreise eingeführt hat). Die Krönungsmesse entpuppte sich als erstaunlich wenig feierlich und legt die Vermutung nahe, dass Paisiello eine Messe, die er schon in einem Schublade liegen hatte, nach Paris geschickt hat. Und eine größere Besetzung ändert da dann auch nichts an dem Inhalt. Die Musik ist noch aus dem 18e Jahrhundert, im Stil von Haydn – da wäre Beethoven doch viel angebrachter gewesen! Und über den Text der Messe musste man lächeln: von Anfang bis Ende „Kyrie eleison“ (Herr erbarme Dich), „Miserere“ (Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen) und immer wieder „peccata mundi“ (die Sünden der Welt). – Für Kaiser Napoleon, der mit Religion nichts am Hut hatte (außer wenn es um Macht ging). Der Papst, den man gezwungen hatte nach Paris zu kommen um diese Krönung zu vollziehen, wird wahrscheinlich etwas gelächelt haben. Das taten wir nun auch. Da konnten sich die fünf Solisten, die auf einer Empore hinter dem Orchester standen, noch so ins Zeug legen: Florie Valiquette und Chantal Santon Jeffery (Soprane), Eléonore Pancrazi (Mezzo), Sahy Ratia (Tenor), Thomas Dolié (Bariton), verdoppelt durch fünf Sänger/innen des Choeur de chambre de Namur, der übrigens hervorragend nuanciert sang (ohne Gesichtsmaske, durch Plexiglaswände voneinander getrennt, denn für belgische Chöre gelten andere Regeln als für französische). Am meisten gefiel uns das Harfensolo im Credo – die alte Harfe klang erstaunlich „männlich“. Das war wahrscheinlich die einzige Musik, die Paisiello direkt für die Zeremonie komponiert hat, als hommage an Joséphine, die – im Gegensatz ihren Mann – bei den damaligen Musikern sehr beliebt war.

Mozarts „Requiem“ in der ersten Pariser Fassung

Als Zugabe gab es Mozarts „Requiem“, so wie es kurz nach der Kaiserkrönung am 21. Dezember 1804 zum ersten Mal in Paris gespielt wurde. Interessanterweise nicht in der ursprünglichen, heute überall gespielten Fassung aus 1793, sondern mit einigen „aménagements“ für Paris 1804. So wurde dem „Introït“ noch ein anderes vorangestellt aus dem Requiem von Niccolo Jommelli (1756), das die Pariser Musikliebhaber damals schon kannten & liebten. Schöne Musik (man würde dieses „Requiem“ gerne öfters hören!) und funktionierte erstaunlich gut. Bei den ersten Sätzen von Mozart „Requiem Aeternam“ war erst einmal Umhören angesagt. Das klang alles so viel weniger brillant als wir es heute im Ohr haben, beinahe als ob die Bläser zu tief spielen würden. Das lag aber nicht an ihrer Intonation, sondern ausschließlich an der Klangfarbe. Denn 1804 – Alexandre Dratwicki, der wissenschaftliche Direktor des Palazzetto, ist in solchen Sachen peinlich genau – war die Bläserbesetzung anders, weil man dann z.B. in Paris (noch) keine Bassethörner finden konnte. Doch das ist eine ganz eigene Geschichte, die mit Napoleon nichts zu tun hat. Oder nur entfernt, denn für die feierliche Beisetzung seines Leichnams im Invalidendom 1840, wurde genau dieses Requiem gespielt (inzwischen in der Wiener Fassung). Zur Verzweiflung von Hector Berlioz, der in Erwartung dies Anlasses eine große Kantate geschrieben hatte: „Le Cinq Mai, chant sur la mort de l’Empereur Napoléon“ [Der 5. Mai, Gesang zum Tode des Kaisers Napoleon]. Weil Berlioz sich mal wieder in Paris verkracht hatte, wurde seine Kantate hauptsächlich in Deutschland gespielt (Dresden, Hamburg, Darmstadt, Hannover etc) und auch dort verlegt, und assoziierte man in Paris Napoleon mit Mozart, obwohl „Wolferl“ den Namen Napoleon wahrscheinlich gar nicht gekannt hat. Ein interessantes Thema! Waldemar Kamer

Weitere Infos: www.bruzanemediabase.com

Waldemar Kamer

 

SCHLOSSFESTSPIELE LUDWIGSBURG: Alle Vorstellungen ab 21. Juni im Vorverkauf 

Konzerte mit Anna Prohaska, Barbara Hannigan, Tabea Zimmermann und vielen anderen sowie »Dialoge« mit Sasha Waltz & Guests

Am Montag, 21. Juni startet die letzte Stufe des Vorverkaufs: Ab dann sind Karten für »Hannigan’s Moveable Feast« der Sopranistin Barbara Hannigan mit jungen Profisänger*innen sowie die musikalische Wanderung  »Hohen Karpfen XXI«, das Konzert »Zimmermann Perianes Cantilena« mit Tabea Zimmermann, aktuelle Trägerin des Ernst-von-Siemens-Musikpreises, das dritte Konzert von »Kaan Trans Temporal« sowie für das feierliche »Fest Spiel Finale« erhältlich.

Aktuell können alle Konzerte mit Präsenzpublikum stattfinden. Das Oberon Trio ist gleich mit zwei Programmen zu erleben: Am Samstag, 19. Juni um 18 und 21 Uhr findet »Oberon Trio Duality« statt, am Sonntag um 11 Uhr »Oberon Trio Einsamkeit« mit einer Uraufführung der Komponistin Julia Purgina. Für »Isabelle Faust Quintett« am Sonntagabend sind die Karten leider schon ausverkauft, jedoch werden die Konzerte kostenlos per Audioübertragung in den Klangkreis des Fest Spiel Zentrums übertragen sowie um 21 Uhr auf der Digitalen Bühne im Livestream zu erleben sein.

Im Blühenden Barock probt bereits die Tanzcompagnie Sasha Waltz & Guests seit einigen Tagen – Tickets für »Sasha Waltz Dialoge« am 25., 26. und 27. Juni sind ebenfalls schon im Vorverkauf. Der Einlass für die getanzten »Dialoge« ist am Eingang an der Schorndorfer Straße.

Auch für »Anna Prohaska Klaviertrio« am 23. Juni und für »Pálfalvi Ruhland Schmitt« in der Evangelischen Stadtkirche am 27. Juni sind noch Karten erhältlich; für  »Barbara Hannigan Chiaroscuro« am 4. Juli um 19 beziehungsweise 22 Uhr gibt es noch Restkarten.

Brad Hwang, Residenzkünstler der Schlossfestspiele, wird ab Samstag, 19.  Juni, 11 Uhr mit seinem mobilen Webstuhl vom Kunstzentrum Karlskaserne zur Bärenwiese ziehen, um mit Menschen gemeinsam zu weben und durch die Umarmungsmaschine in einen Dialog zu kommen.

Der Vorverkauf für »Dying Swans Experience« von Gauthier Dance//Dance Company Theaterhaus Stuttgart findet über das Theaterhaus Stuttgart statt und beginnt dort am 28. Juni.

Kartenbüro
Palais Grävenitz, Marstallstraße 5, 71634 Ludwigsburg
Kartentelefon: (07141) 939 636
karten@schlossfestspiele.de

Mo bis Fr 10:00 bis 15:00 Uhr
Kartenkiosk im Festivalzentrum: Do bis So 16:00 bis 21:00 Uhr

Informationen über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten, über Ihre Rechte nach der Datenschutz-Grundverordnung sowie Ansprechpartner in Datenschutzfragen finden Sie hier auf unserer Website. Wenn Sie künftig keine weiteren Informationen von uns erhalten wollen, können Sie der Verarbeitung widersprechen. Bitte senden Sie hierzu eine E-Mail an presse@schlossfestspiele.de.

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WIEN/ KABINETTHEATER: HEUTE UND MORGEN VORSTELLUNGEN

Sehr geehrtes Publikum, liebe Freundinnen und Freude des Kabinetttheaters!

Wir möchten Sie auf die beiden Vorstellungen kommenden Sonntag und Montag hinweisen:

CHANSONS
Ein Abend für Konrad Bayer

Sonntag, 20.6. um 18:00 und Montag, 21.6. um 20:00

Wenn Johanna Orsini-Rosenberg und Paul Skrepek sich mit Konrad Bayer beschäftigen, ergibt das ein außergewöhnliches und höchst vergnügliches Resultat.
Nach der erfolgreichen Theaterproduktion „Auf der Suche nach dem sechsten Sinn“ (Regie Elisabeth Gabriel), die im Herbst 2018 im TAG Premiere hatte, ist jetzt ein weiterer, diesmal musikalischer Abend entstanden, In dem Werk Bayers finden sich Texte, die als „ Chansons“ bezeichnet sind, sie wurden von Paul Skrepek vertont und durch seine und Orsini-Rosenbergs Interpretation wird die einmalige Sprachkunst von Bayer eingefangen und auch der eine oder andere Prosatext mit Sound und Sprache zum Vibrieren gebracht.
Begleitet von den beiden Streicherinnen Emily Stewart und Marie Orsini-Rosenberg wird die Melancholie, das Fantastische, aber auch das Humorvolle und Rauschhafte von Konrad Bayers Texten zelebriert – möge sich die Schwerkraft aufheben!
Mit: Johanna Orsini-Rosenberg STIMME
Paul Skrepek KONTRAGITARRE, STIMME, KOMPOSITION
Emily Stewart VIOLINE
Marie Orsini-Rosenberg CELLO

Liebes Publikum!
Wenn Sie zu mehreren kommen, muss sich jeder Zuschauer selbst anmelden, denn wir brauchen wegen der behördl. Vorschriften die Email-Adresse von allen, auch z.B. von zweien, die „normalerweise“ unter einem Namen reservieren.
Und ich bitte auch, uns mitzuteilen, wer nebeneinandersitzen kann.
Danke im Vorraus!

Karten: 27.-
Ermäßigt: 17.- / Heranwachsende ab 7 bis 14 Jahre: 14.-

Liebes Publikum, wir bitten Sie neben der FFP2-Maske einen dieser Nachweise mitzubringen:

>Nachweis
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Julia Reichert und das Team des Kabinetttheaters

Mehr zur Geschichte und den Aktivitäten des Kabinetttheaters erfahren Sie unter
>>DAS WIENER KABINETTTHEATER
Kabinetttheater, Wien IX, Porzellangasse 49 im Hof,
+43 1 585 74 05
www.kabinetttheater.at

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„IM ZENTRUM“: Einbürgerung erleichtern? Der Streit um die Staatsbürgerschaft

Am 20. Juni um 22.10 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) – Die SPÖ fordert einen erleichterten Zugang zur österreichischen Staatsbürgerschaft. Es geht laut SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner um eine „Anpassung an westeuropäische Standards“. Ein heftiger Schlagabtausch um Folgen und Zahlen zwischen den Sozialdemokraten und der ÖVP war die Folge. Die Kanzlerpartei spricht von einer „Entwertung“ des Dokuments. Die SPÖ spricht wiederum von „Hysterie“ und „Lügen“. Grünen-Chef Werner Kogler kann dem Vorschlag der Sozialdemokraten hingegen einiges abgewinnen. Die FPÖ lehnt jedwede Änderung kategorisch ab und die NEOS fordern eine differenzierte Debatte. Braucht es eine Änderung oder soll alles so bleiben wie es ist? Werden zu viele Menschen von elementaren Rechten wie Wahlen ausgegrenzt? Sind sechs Jahre ein ausreichend langer Zeitraum, um einen Rechtsanspruch auf die Staatsbürgerschaft zu erwerben? Wie geht man mit Kindern um, die hier geboren wurden oder die als Kleinkinder nach Österreich gekommen sind? Darüber diskutieren am Sonntag, dem 20. Juni 2021, um 22.10 Uhr in ORF 2 bei Claudia Reiterer „IM ZENTRUM“:

Karoline Edtstadler Bundesministerin für EU und Verfassung, ÖVP
Jörg Leichtfried stv. Klubobmann, Verfassungssprecher, SPÖ
Herbert Kickl Bundesparteiobmann, FPÖ
Olga Voglauer stv. Klubobfrau, Die Grünen
Christoph Wiederkehr Vizebürgermeister Wien, NEOS

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