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INFOS DES TAGES (SONNTAG, 19. APRIL 2020)

19.04.2020 | Aktuelles

INFOS DES TAGES – (SONNTAG, 19. APRIL 2020)

Trailer ORF für den heutigen Stream / TV-Mix ORF und Staatsoper

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https://tv.orf.at/orf3/stories/3001468/
 
„… Auf tvthek.orf.at steht Sendung nach der TV-Ausstrahlung 7 Tage weltweit zur Verfügung. “ W.B.
—–
Beczala-Aufbau im Wohnzimmer für das ORF III-Ding heute abend
 
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HEUTE AUF „ARTE“: OPERNDIVEN / OPERTUNTEN

Es ist ein Klischee: schwule Männer und ihre Liebe zur Oper. Doch hinter dem Stereotyp verbirgt sich eine lebendige Geschichte. Mit dem Journalisten Tilman Krause und dem Musikwissenschaftler Kevin Clarke zeigt Rosa von Praunheim großartige Protagonisten, die als schwule Männer über ihre Begeisterung für bestimmte Operndiven mit großer Leidenschaft berichten.

Nächste Ausstrahlung am Sonntag, 19. April um 23:05

https://www.arte.tv/de/videos/083951-000-A/operndiven-operntunten/

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Fidelio mit Anja Silja (1968) im Streaming-Angebot der Staatsoper Hamburg – ab 20.4.

Zum Beethoven-Jahr passend, stellt die Staatsoper Hamburg ab dem 20. April 2020 für zwei Wochen ihren Fidelio aus dem Jahr 1968 als Video-on-Demand bereit.

Ludwig van Beethoven : Fidelio - Oper DVD - Arthaus Musik

Foto: Arthaus

Es gibt ein Wiedersehen mit großen Namen und Sängerpersönlichkeiten des Hauses aus jenen legendären Jahren: Anja Silja als Leonore, die diese Partie dann 1969 in London am Royal Opera House sowie ein Jahr später in New York an der Metropolitan Opera verkörperte und 1974 Ensemblemitglied der Staatsoper Hamburg wurde. Richard Cassilly als Florestan war bereits ab 1966 Hamburger Ensemblemitglied, Ernst Wiemann als Rocco gehörte dem Ensemble in Hamburg seit 1957 bis zu seinem Tod 1980 an. Theo Adam als Don Pizarro war 1968 bereits ein gefeierter Gast an allen großen Opernbühnen. Lucia Popp war seit 1966 regelmäßiger Gast in London, debütierte 1967 an der Met in New York und war in jener Zeit eine der gefragtesten Konzert-, Opern- und Liedsängerinnen. Erwin Wohlfahrt als Jaquino kam 1961 an die Staatsoper Hamburg und gastierte mit dem Ensemble in Europa und Amerika – leider wurde er nur 36 Jahre alt. Hans Sotin als Don Ferrando sang ab 1964 in Hamburg und startete von hier seine Weltkarriere nach Bayreuth, Wien und New York. Als Gefangene sind Kurt Marschner und William Workman zu erleben.

Während der Intendanz von Rolf Liebermann wurden insgesamt dreizehn Opern für das Fernsehen unter der Fernsehregie von Joachim Hess produziert. Dieser Fidelio wurde am 2. Juni 1968 erstmals im NDR (ARD) ausgestrahlt. Die Musikalische Leitung dieser Studioproduktion hatte Leopold Ludwig, seit 1951 an der Staatsoper Hamburg.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Staatsoper Hamburg unter www.staatsoper-hamburg.de
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KULTURLOS.  Von Thomas Prochazka

Pieter Bruegel d. Ä. (um 1525/30 – 1569 Brüssel): »De parabel der blinden«, 1568 (Ausschnitt). Tempera auf Leinwand, 86 × 154 cm. Napoli, Museo Nazionale di Capodimonte Public Domain
Pieter Bruegel d. Ä. (um 1525/30 – 1569 Brüssel): »De parabel der blinden«, 1568 (Ausschnitt). Tempera auf Leinwand, 86 × 154 cm. Napoli, Museo Nazionale di Capodimonte. Public Domain

Eine Erregung (nach Thomas Bernhard).

Um halb zwölf Uhr mit Reger im Volksgarten verabredet, strebte ich, aus lauter Eile beim Aussteigen aus der Straßenbahn meine Atemschutzmaske verlierend, diese, solcherart für mich nutzlos geworden, auch nicht aufhebend, der vereinbarten Parkbank zu, sagte Atzbacher. Die jungen Polizeibeamten, angetan mit ebensolchen Atemschutzmasken, den Eingang zum verwaisten Volksgarten sichernd, ließen mich grüßend passieren. Mich der mir von Reger bezeichneten Bank von hinten nähernd, saß dieser bereits an deren einem Ende. Zu meiner Verwunderung war auch Irrsigler zugegen, den ich im Burgenland glaubte, nicht in Wien, waren doch die Bundesmuseen und mit ihnen auch das Kunsthistorische Museum geschlossen und das Personal auf fremde Rechnung in Kurzarbeit geschickt worden…

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=8CBAECD0-80E8-11EA-9223005056A64872

Thomas Prochazka www.dermerker.com
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VIDEO CLIP ZUR CORONA-ZEIT: Corina Koller und Stefan Tanzer mit „Figaro“

Corina Koller in Isolation – W. A. Mozart: „Cinque… dieci… venti“, Le nozze di Figaro

ZUM YOUTUBE-VIDEO

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CORONA-SPRÜCHE (gefunden von Ursula Wiegand)

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  ORF  HEUTE: „IM ZENTRUM“: Österreichs Corona-Kurs – Ausweg oder Irrweg?
Am 19. April um 22.10 Uhr in ORF 2 =

 Diese Woche erlebte Österreich erste Lockerungen der Anti-Coronavirus-Maßnahmen der Regierung. Kleinere Geschäfte und Baumärkte sperrten wieder auf, Sport ist bald wieder gestattet, aber Schulen und Kindergärten bleiben zu. Und das, obwohl die aktuellen Erkrankungszahlen sich sehr positiv entwickeln. Verfolgt die Bundesregierung hier eine nachvollziehbare Strategie? Quer durch Europa hat man sehr unterschiedliche Rezepte zur Eindämmung des Virus. In Dänemark haben Schulen und Kindergärten schon wieder offen, Norwegen sperrt nächste Woche wieder auf, und in Schweden baut man überhaupt nur auf Empfehlungen – es gibt keine Verbote, keine Strafen, keine Maskenpflicht. Könnte Österreich angesichts guter Zahlen schon jetzt mehr Lockerungen wagen und in die sogenannte neue Normalität eintreten? Oder ist das Risiko zu groß, dass dann die Covid-19-Kennzahlen wieder nach oben schnellen und die Notbremse gezogen werden muss? Für wie lange müssen wir uns auf das Leben mit deutlichen Einschränkungen in Wirtschaft, Schule und Alltag einstellen?

Darüber diskutieren am Sonntag, dem 19. April 2020, um 22.10 Uhr in ORF 2 bei Claudia Reiterer „IM ZENTRUM“:

August Wöginger (angefragt) Klubobmann ÖVP
Pamela Rendi-Wagner Bundesparteivorsitzende SPÖ
Andreas Sönnichsen Leiter Abteilung Allgemeinmedizin, MedUni Wien
Helmut Fickenscher Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten
Marita Haas Wirtschafts- und Sozialwissenschafterin
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KYPARISSI EIN KLEINER ORT 300 km SÜDWESTLICH VON ATHEN, BESITZT EINE SCHULE, DIE VON EINEM ASSISTENTEN VON THEOPHIL HANSEN GEBAUT WURDE
Recherchiert von Dimitra Helioti
Bearbeitet von Esther Hatzi

https://en.wikipedia.org/wiki/Kyparissi,_Laconia

Der Name des Architekten ist Ernst Ziller

https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Ziller

Auszug daraus: Auf Anraten Einsiedelns gingen sie jedoch 1858 in das „solidere“ Wien. Moritz fand schnell Arbeit als Zimmermann, Ernst dagegen arbeitete als Zeichner im Büro des klassischen dänischen Architekten Theophil von Hansen

Ziller lernte auf einer seiner Reisen nach Wien, im Frühjahr 1876, die aus einer makedonischen Familie stammende Klaviersolistin Sophia Doudou kennen. Ihr Vater Konstantinos Doudos war ein aus Kozani stammender und in Wien lebender Kaufmann. Die vielsprachige Sophia war als Pianistin am Konservatorium in Wien ausgebildet, wo sie eine Goldmedaille erhalten hatte.

Sophia Doudou-Ziller, Athens erste Klavierlehrerin, gab vielen Kindern bedeutender Athener Einwohner privaten Klavierunterricht, lehrte am Athener Konservatorium und komponierte ihre eigenen Stücke. Doudou-Ziller erhielt von Franz Liszt wie auch von Camille Saint-Saëns lobende Erwähnungen.

Zu Theophil Hansen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Theophil_von_Hansen

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Buchbesprechung:

Gregor Hauser: MAGISCHE TÖNE
Österreichische Tenöre der Nachkriegszeit
254 Seiten, Verlag Der Apfel, 2020

Man kennt Opernfreunde. Sie gehen nicht nur unermüdlich in Vorstellungen und wollen mit Gleichgesinnten stundenlang über das Gesehene reden, diskutieren und streiten, sie wollen auch alles wissen. Natürlich auch über die Sänger. Und obwohl von Callas bis Netrebko die Primadonnen ihren Rang einnehmen – Tenöre sind ja doch etwas Besonderes. Tenöre! Gregor Hauser, in Salzburg lebend, von Beruf Lehrer, ist offenbar ein solcher Aficionado. Was er unter dem Titel „Magische Töne“ zusammen getragen hat, sind „Österreichische Tenöre der Nachkriegszeit“. Und es gibt eine Menge (und um einige mehr, als er behandelt – aber dafür wurde schon eine zweiter Band angedeutet…)

Das Buch hat seine Qualitäten in den oft überaus ausführlichen Biographien der Künstler, wobei man schon merkt, wo der Autor von den Sängern selbst oder Überlebenden reiches Material zur Verfügung gestellt bekam. Er zeichnet Lebenswege so genau wie möglich nach, versucht in Anhängen unter dem Motto „Persönlichkeit und Anekdoten“ auch den Menschen auf die Spur zu kommen, zitiert signifikante Kritiken. Und es gibt sehr viel historisches Bildmaterial, sicher großteils aus dem Privatbesitz der Künstler. Kurz, da hat sich jemand unendlich viel Mühe gemacht und wo er konnte Material aus erster Hand in Gesprächen und Unterlagen zusammen getragen.

Dennoch gibt der Autor dem Leser manche Rätsel auf. Wer noch in der Nachkriegszeit tätig war, das ist ja zeitlich klar umrissen. Julius Patzak hier nicht aufzunehmen, weil seine große Zeit davor lag, und auf eine Persönlichkeit wie Anton Dermota zu verzichten, weil er sich selbst angeblich als „Slowene“ bezeichnet hat (!), ist jenseits jeglicher Einsichtigkeit. Heinz Zednik, einen unserer größten Tenöre, zwar um ein Vorwort zu bitten, das er mit sympathischen Erinnerungen an Kollegen bestückt, ihn dann aber selbst nicht als Porträt zu behandeln – wie findet man das? Er ist am Ende mit Persönlichkeiten wie Herwig Pecoraro, dem großen Fritz Uhl oder dem für die Geschichte der Volksoper unabdingbaren Peter Minich und zahlreichen anderen, auch nicht ganz Unbedeutenden „unter ferner liefen“ zu finden. Dafür gibt es keine einsichtige Begründung.

Man versteht, dass der Autor mit Andreas Schager beginnt, schließlich hat kaum jemand in den letzten paar Jahren eine dermaßen raktenhafte Weltkarriere im Heldentenorfach hingelegt wie dieser Niederösterreicher, der mit der Operette begann – und vielleicht heute noch dort wäre, hätte der mittlerweile so verachtete Gustav Kuhn nicht sein Wagner-Talent entdeckt. Schager hat auch sehr viele O-Töne zu seinem Artikel beigetragen, und man kann sich vorstellen, dass dies das meist gelesene Kapitel des Buches sein wird.

Auch anderes versteht man nicht in Auswahl und Zusammenstellung (abgesehen davon, dass man das Inhaltsverzeichnis hinten, aber nicht ganz hinten, sondern dort wiederum vor dem Register suchen muss – höchst unpraktisch). Eine Gliederung wie eine dreiaktige Oper, okey, der erste „Akt“ umfasst fünf, der zweite gleichfalls fünf, der dritte dann sechs Sänger… Der sechste ist jener Franz Supper, der als zweites „Pausen-Intermezzo“ ein ausführliches Interview gibt, obwohl er den meisten Lesern gänzlich unbekannt sein dürfte (man erfährt dann, dass er als Buffo des Salzburger Landestheaters ein Lokalmatador ist). Den ersten „Pausen“-Einschub widmet der Autor einem namenlos bleibenden Salzburger Freund, dessen Opernleidenschaft immerhin damit belohnt wurde, dass er einst als Kammerchor-Mitglied in Karajans Salzburger „Troubadour“ (Price / Corelli / Simionato / Bastianini – man lasse sich diese Besetzung auf der Zunge zergehen) auf der Bühne stehen durfte. Tragischer ist, dass er als Hobbysänger bei einer Vorstellung (er schmetterte „Troubadour“, die Schicksalsoper, die ihm zum Opernliebhaber gemacht hatte) einen Schlaganfall erlitt… Natürlich hat auch solches in einem Buch, das letztendlich von Opernwahn handelt, seine Berechtigung.

Die Tenöre, die nach Schager folgen, sind nach ihrem Geburtsdatum gereiht, was immerhin ein System ergibt. Manche hat man noch gut in Erinnerung, von Hans Beirer bis Karl Terkal, von Rudolf Christ bis Waldmar Kmentt, von Adolf Dallapozza bis Kurt Schreibmayer (wenn man sich nicht irrt, ist er der Einzige, der noch live auf der Bühne steht – und wo der interessanten Frage nachgegangen wird, warum er es doch nicht zum ersten Wagner-Tenor geschafft hat).

Von anderen hat man überhaupt nie auch nur die Namen gehört. Nun hatte jeder seine „Karriere“ und jedenfalls sein Schicksal, und es mag edel erscheinen, sie dem Vergessen zu entreißen. Allerdings wirkt es mehr wie ein Gnadenakt als wie Notwendigkeit.

Immerhin, wenn ein Autor so fleißig sammelt wie Gregor Hauser, so erfährt man doch eine Menge, was man nicht wusste – und auch ganz nützliches Wissen. So erklärte Placido Domingo 1981 hochmütig, er werde mit 50 als Sänger aufhören – schließlich habe er in Wien gerade eine „Fledermaus“ mit dem fast 70jährigen Hans Beirer dirigieren müssen. „Das finde ich furchtbar.“

Wir finden, das ist der klassische Fall von „Was gebe ich auf mein Geschwätz von gestern…“

Renate Wagner
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