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INFOS DES TAGES (SONNTAG, 15. JULI 2018)

15.07.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 15. JULI 2018)

Ein Festspielsommer in 65 Minuten. Eröffnungsfeier macht Appetit auf 73. Festivalsaison
Sujet Carmen 18, Inhalt

Bregenz, 13.7.18. Das Programm der Bregenzer Festspiele ist umfangreich und vielfältig. Nicht nur den rund 2.000 Gästen der Eröffnungsfeier soll ein betörender Vorgeschmack geboten werden, auch die Fernsehzuschauer zu Hause sollen Appetit auf die 73. Saison am Bodensee bekommen.

Nur: Was stellt man in dieses internationale Schau-Fenster, wenn die Live-Übertragung am kommenden Mittwoch unerbittlich auf 65 Minuten begrenzt ist? Als Eröffnungs-Projektleiterin bereitet Katja Nawka bereits seit Herbst den optimalen Ablauf vor…

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BESETZUNGSLISTE

Bregenzer Festspielchor wird 30
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BERLIN/ Waldbühne: KONZERT JONAS KAUFMANN – ein Tenor in Top-Form besingt das süße Leben!


Jonas Kaufmann, Copyright: Harald Hoffmann

Berlin/ Waldbühne: Jonas Kaufmann in Topform besingt mit „DOLCE VITA“ die Liebe und das süße Leben, 13.07.2018

Jonas Kaufmann liebt nach eigenen Worten Italien in allen seinen Facetten. Genau so singt er in der Waldbühne und macht den Abend zum Ereignis. Open Air stellt aus technischen Gründen die Ohren nicht immer zufrieden, doch diesmal ist alles ist gut ausgesteuert. So jedenfalls mein Eindruck in Block C.

Insgesamt wird dieser Freitag, der 13. (!), zu einem Glückstag. Der angekündigte Regen bleibt aus, und wir erleben eine Super-Performance mit einem topfitten Jonas Kaufmann, der mit demRundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) unter der Leitung von Jochen Rieder exzellente Musiker an seiner Seite weiß. Schon die Ouvertüre zu Verdis „I vespri siciliani“ zeigt deutlich, dass das RSB ebenfalls einen Nerv fürs Italienische hat.  


Jonas Kaufmann

ZUM BERICHT von Ursula Wiegand

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Mörbischer Seefestspiele 2018: Kultur & Kulinarium und eine Supergeige 


Die Supergeige. Copyright: Seefestspiele Mörbisch/Jerzy Bin

Eine echte Stradivardi? Nein. Eine edle Guarneri? Nein. Eine fesche Burgenländerin …. ? Ja, eine Mörbischer Erfindung! Riesig groß. Spektakuläre 45 x 11 Meter lang und hoch. Gibt aber keinen Ton von sich. Etwas Holz, viel Styropor, Polyester und, und …. ist schon klar: Diese Supergeige ist gewiss kein Naturprodukt. Aus einer Kunststoffgeige könnten sehr wohl auch Töne heraus purzeln. Dies wäre aber heute gängiger Computer-Sound. Technik braucht man hier zwar auch, um die Stimmen der Sänger in der weiten Arena hörbar zu machen. Doch die Seefestspiele unter der neuen Leitung von Peter Edelmann wollen anders gepolt sein: „Wir sind gerne Botschafter der Operette und werden diese urösterreichische Musikgattung auch in Zukunft im Sinne ihrer Komponisten pflegen.“

Also, alle Besucher, welche diese Operetten-Pilgerfahrt zum Ufer des Neusiedlersese antreten, dürfen aufatmen. Unsere Mörbischer Mariza 2018 ist weder ein Kreativ– noch ein Naturprodukt: Die Aufführung hält sich an das durch all die Jahrzehnte zuvor  gepflegte Mörbisch-Niveau, seriös passend in die Norm, eine ansprechende Schönproduktion, ohne durch eine Nerven erregende Hochspannung gefährdet zu sein. 

Regisseur Karl Absenger klärt auf: „Die Geige ist Symbol der Liebe! Als Ausdruck von Sehnsucht, Hoffnung und Verlangen.“ Und ein Verlangen gibt es beim Publikum ganz sicher, nicht allzu sehr entstellte Operetteninszenierungen vorgesetzt zu bekommen. Klar auch, dieses von Bühnenbild-Zauberer Manfred Waba entworfene und für die Mörbisch-Werbung so ideale Monsterding muss sich, so wie das Trojanische Pferd, einmal auch öffnen. Stimmt! Keine Blumenwiese breitet sich für die so zündenden Melodien des Emmerich Kálmán auf diesem Riesenboden aus – auf dem ländlichen Schlossgut der steinreichen Mariza mit noblem Interieur und toller Bibliothek lässt sich in der schier endlosen Weite des Raumes so richtig echt charmanter Operettencharme nicht gerade leicht einfangen.

Sänger Peter Edelmann, als künstlerischer Direktor frisch bestellt, um nach einigen internen Turbulenzen zuletzt und nach dem Einbruch beim Kartenverkauf in einem neuen Versuch wieder mehr Besucher in die Riesenarena zu locken, präsentierte sich am Premierenabend sehr sympathisch und in keinster Weise überheblich. Er deklarierte klar, dass es, um ein breites Publikum anzusprechen, bei der geistigen Einstellung wie schon anno dazumal bleiben muss: Es gibt etwa neun, zehn klassische Operetten, mit denen man auf Nummer sicher bezüglich des Kartenverkaufs gehen kann. So ist es schon vor 30, 40 Jahren gewesen und so ist es geblieben. Ohne kreative Sternstunden in diesem Genre – nicht nur am Neusiedlersee, sondern in ganz Österreich.

Edelmann ließ dabei nicht unbetont, dass es bei solch einer aufwändigen Tourismus-Kultur sehr wohl um das gute Geld geht. Und um die zurecht gefragten Produkte der Weinbauern dieser Region – eh klar! Und somit werden die Besucher rundum umworben. Genussmeile heißt es hier am Weg zum Sitzplatz Schritt für Schritt: Kultur & Kulinarium, Wein & Operette, die Wunderbar ….. Nicht nur der verführerische Schmelz von Kálmáns „Grüß mir die reizenden Frauen im schönen Wien!“ oder das abschließende Feuerwerk, auch solch ein beseligendes Genießen sollte Herz und Erinnerungen der Besucher beglücken.


Vida Miknevicuite. Copyright: Jerzy Bin

Info: www.seefestspiele-moerbisch.at

www.wein-moerbisch.at

www.food-affairs.at

Meinhard Rüdenauer

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STUTTGART/ Kammertheater: LIEDERABEND: Herr Blumenkohl gibt sich die Ehre

Mitglieder des Solistenensembles der Oper Stuttgart singen Jacques Offenbachs Opernparodie am Donnerstag, 19. Juli 2018, im Kammertheater

Mitglieder des Solistenensembles der Oper Stuttgart singen und spielen im 6. Liedkonzert am Donnerstag, 19. Juli 2018, um 20 Uhr im Kammertheater Jacques Offenbachs heiteren Einakter Herr Blumenkohl gibt sich die Ehre. Die Operette mit gesprochenen Dialogen wird von Anika Rutkofsky in Szene gesetzt. Die Musikalische Leitung liegt bei Christopher Schmitz. Susanne Gschwender (Bühne) und Astrid Eisenberger (Kostüm) realisierten die Ausstattung.

Es wirken mit: Kammersänger Karl-Friedrich Dürr (Herr Blumenkohl), Aoife Gibney (Ernestine), Daniel Kluge (Casimir), Kammersänger Heinz Göhrig (Brösel), Michael Wilmering (Herr von Krauthofer) sowie Moritz Kallenberg (Frau von Krauthofer).
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Garmisch-Partenkirchen: Der Mond im Mittelpunkt eines kleinen Welttheaters

Carl Orffs „Der Mond“ als stimmungsvolles Open Air-Konzert in Garmisch-Partenkirchen am Abend der totalen Mondfinsternis


Garmisch-Partenkirchen/ Maximilianshöhe. Foto: Agentur

Ende Juli ereignet sich ein beeindruckendes Naturspektakel über Deutschland. Passend dazu findet am 27. Juli 2018 in Garmisch-Partenkirchen ein ganz besonderes Open Air-Ereignis statt. Am Tag der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts kommt Carls Orffs Oper „Der Mond“ zur Aufführung. Das einmalige Konzerterlebnis besticht durch ein atemberaubendes Ambiente. Schauplatz ist die idyllisch gelegene Maximilianshöhe. Dirigent und künstlerischer Leiter des Konzerts ist Christian von Gehren, der 2016 mit dem Carl Orff-Preis ausgezeichnet wurde. Das Konzert findet im Rahmen der Bayerischen Landesausstellung 2018 statt.

Totale Mondfinsternis
Wenn am 27. Juli der Mond am Horizont erscheint, dürfen sich die Menschen auf ein außergewöhnliches Spektakel freuen. Die Mondfinsternis ist die längste des 21. Jahrhunderts. Ab 21.30 Uhr ist der sogenannte Blutmond für rund 103 Minuten zu sehen. Genau an diesem Abend findet in Garmisch-Partenkirchen die konzertante Aufführung von Carl Orffs Oper „Der Mond“ statt. Harmonisch in die Umgebung integriert, bildet die Open Air-Bühne auf der Maximilianshöhe – idyllisch gelegen auf der Wiese gegenüber der Windbeutelalm – eine Einheit mit dem sie umgebenden Himmel. Von dort bietet sich ein einmaliger Blick über das Wettersteinmassiv mit der Zugspitze auf die Jahrhundert-Mondfinsternis. Aus der Dunkelheit der tatsächlich stattfindenden Mondfinsternis heraus erscheint der Mond zunächst als leuchtende Kugel und später am Himmel. Das magische Ambiente wird durch die Musik von Carl Orff nochmals verstärkt.

Carl Orffs „Der Mond“

Der Opern-Einakter, den Carl Orff selbst als „ein kleines Welttheater“ bezeichnete, basiert auf dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm. Hier verwendet Carl Orff zum letzten Mal das romantische Orchester, das er in seiner Anfangszeit durch so unterschiedliche Vorbilder wie Wagner, Strauss und Schönberg kennengelernt hatte. Ein überaus vielschichtig besetztes Orchester vermittelt die zahlreichen Farbtöne. Die verschiedenen Instrumentengruppen prägen die einzelnen Szenen und verleihen ihnen einen besonderen Charakter.

Auf der Bühne stehen das Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf sowie der Schwäbische Oratorienchor aus Augsburg und der Carl Orff-Chor aus Marktoberdorf. Zu den Solisten zählen unter anderem Franz Hawlata als Petrus und Manuel König als Erzähler. Dirigiert wird das Konzert von Christian von Gehren, der auch als künstlerischer Leiter der Veranstaltung agiert. Von Gehren arbeitete neben Auftritten als Liedbegleiter mit zahlreichen internationalen Orchestern zusammen und gastierte an mehreren renommierten Opernhäusern. Von 2009 bis 2015 wirkte er als musikalischer Leiter der Andechser Orff-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters sowie des neu gegründeten Festspielorchesters und war Dirigent der Carl Orff-Festspiele in Andechs. Für diese langjährige Tätigkeit wurde er 2016 mit dem Carl Orff-Preis ausgezeichnet. Aktuell ist er in Smaland in Schweden Chefdirigent der Jönköping Sinfonietta.

Fakten zur Veranstaltung

Einlass ist um 18.30 Uhr. Um 19.30 Uhr beginnt das Vorprogramm mit der Musikkapelle Garmisch. Mit Einbruch der Dämmerung startet um 20.30 Uhr die konzertante Aufführung von „Der Mond“. Für das leibliche Wohl vor Ort ist gesorgt. Alternativ ist das Mitbringen eines eigenen Picknicks möglich. Karten gibt es für 29 Euro (Sitzplatz) bzw. 25 Euro (Picknickplatz) über GAP-Ticket oder am Veranstaltungstag ab 18.00 Uhr an der Abendkasse vor Ort. Erreichbar ist der Veranstaltungsort zu Fuß oder mit dem eigens eingerichteten Gäste-Shuttle. Bei Regen bzw. Gewitter wird die Veranstaltung in das Kongresshaus in Garmisch-Partenkirchen verlegt.

Veranstalter des kulturellen Ereignisses ist der Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Die Aufführung ist Teil des Rahmenprogramms zur Bayerischen Landesausstellung „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“, die noch bis zum 4. November 2018 im Kloster Ettal zu sehen ist.
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