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INFOS DES TAGES (SONNTAG, 14. JULI 2019)

14.07.2019 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 14. JULI 2019)

 

BAYREUTH: BESETZUNGSÄNDERUNG „VENUS“ IN DER FESTSPIELPREMIERE TANNHÄUSER (25. Juli)

Ekaterina Gubanova hat sich bei der Bühnenprobe zu „Tannhäuser“ verletzt und kann zumindest die Premiere nicht singen. Elena Zhidkova hat sich bereit erklärt, kurzfristig diese wichtige Rolle zu übernehmen. Das Bayreuth-Debüt von Elena Zhidkova erfolgte bereits im Jahr 2001.

Die Festspiele wünschen Frau Gubanova eine baldige Genesung und hoffen, dass sie in späteren Vorstellungen der Serie wieder dabeisein kann!

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BREGENZER FESTSPIELE: Feierliche Eröffnung am kommenden Mittwoch

Ein großes Fest als Zeichen der Verbundenheit mit dem Publikum

559 künstlerisch Mitwirkende sind am Programm der Bregenzer Festspiele 2019 beteiligt. Für 112 von ihnen, darunter die 71 Mitglieder der Wiener Symphoniker, beginnt die Spielzeit bereits am kommenden Mittwoch um 10.30 Uhr: Dann ist die feierliche Eröffnung der 74. Bregenzer Festspiele zugleich ein Schaufenster darauf, was die Besucher in den kommenden Wochen am Bodensee erwartet. Vorhang auf!

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Lenka Radecky. Foto: Dietmar Mathis

Verschwitzte Kostüme lieben Wodka

Sechs Fragen an … Lenka Radecky

Bregenz, 12.7.19. Seit September 2018 leitet Lenka Radecky die Kostümabteilung der Bregenzer Festspiele. Damit ist sie für viele einzelne Gruppen zuständig: Damen- und Herrenschneider, Hut- und Schuhmacher, Kunstgewerbe, Rüstmeister sowie den Künstler-Garderobendienst. Außerdem kümmert sie sich um die Buchhaltung und Verträge dieser „kleinen Firma in der Firma“, wie sie sagt.

Vor knapp einem Jahr traten Sie Ihre Stelle in Bregenz an. Wie kam es dazu?
Nach meinem Abschied von den Tiroler Festspielen Erl war ich fast drei Jahre lang freiberuflich tätig und lebte in Berlin. Eigentlich war ich fest entschlossen, nicht ans Theater zurückzukehren. Stattdessen hatte ich die Möbelbranche im Visier. Interior Design hat mich schon immer interessiert. Dann habe ich von Bregenz erfahren.

Welche Veränderungen haben Sie hier angestoßen?
Ich habe hier die Möglichkeit, die Kostümabteilung in ein neues Zeitalter führen zu dürfen. Von den 250 Kostümen, die wir in dieser Saison insgesamt brauchen, stellen wir heuer rund 100 selbst her. Früher haben wir die Produktion komplett an Fremdfirmen vergeben. Jetzt haben wir den Vorteil, Qualität und Ablauf selbst steuern zu können. Außerdem diskutieren wir momentan die Idee, die Kostümabteilung in einen ganzjährigen Betrieb umzuwandeln. Damit verbunden ist der Ansatz einer Ausbildungsstätte, womit wir in diesem Bereich in Vorarlberg die Ersten wären.

Wie viele Leute arbeiten in der Kostümabteilung?
Derzeit sind wir 25 Leute. Über den ganzen Sommer gesehen wird das Team inklusive Praktikanten auf 32 Kolleginnen und Kollegen anwachsen. Dazu zählen das Atelier, die Produktionsleitungen, Kostümassistenten und – ganz wichtig – der Garderobendienst. Das sind diejenigen, die am Abend die Vorstellungen fahren, also nicht zuletzt den Künstlern beim raschen Umziehen helfen. Da fallen die großen Entfernungen auf der Seebühne besonders ins Gewicht.

Worauf kommt es bei Kostümen für Produktionen auf der Seebühne an?
Die größte Herausforderung besteht darin, dass man dem Wetter ausgesetzt ist. Auf der Bühne mit ihrem Betonkern, der sich aufheizt, haben wir zudem fast die Situation wie in einer Großstadt. Durch die Feuchtigkeit kommen auch Spinnen, Mücken und Käfer ins Spiel, die alle sehr unangenehm für das Kostüm sind. So oder so müssen wir ein nasses Kostüm am Ende der Vorstellung bis zum nächsten Tag wieder trocken kriegen. Es in die Waschmaschine oder in den Trockner zu stecken, geht nicht. Also helfen wir uns mit alten Tricks.

Welche Tricks sind das?
Wir sprühen die Kostüme mit Wodka ein, da er den Schweiß aus den Kleidern zieht. Wenn es sich ausgeht, stellen wir sie am nächsten Tag in die Sonne. Sie zieht ebenso Gerüche aus dem Stoff. In jedem Fall müssen 130 Kostüme bis zum nächsten Abend wieder trocken und einsatzfähig sein. Besonders wichtig ist das bei den Akrobaten, die bei jeder Vorstellung zwei bis drei verschiedene Kostüme benötigen.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit einer Kostümbildnerin wie zum Beispiel Kathi Maurer bei Rigoletto?
Wir sind dafür da, die Vorstellungen der Kostümbildner umzusetzen. Es soll im besten Fall in der Kostümabteilung nichts geben, was nicht hergestellt werden kann. Circa anderthalb Jahre vor der Premiere gibt ein Kostümbildner Zeichnungen für jede einzelne Rolle ab. Je genauer diese sind, desto einfacher ist unsere Arbeit.

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SOFIA:   Fotos AUS „TRISTAN UND ISOLDE“ bzw. „PARSIFAL“ (11./12. Juli 2019)


„Tristan und Isolde“. Foto: Svetoslav Nikolov


„Tristan und Isolde“. Foto: Svetoslav Nikolov


„Tristan und Isolde“. Foto: Svetoslav Nikolov


„Tristan und Isolde“. Foto: Svetoslav Nikolov


Schlussapplaus „Tristan und Isolde“. Foto: Svetoslav Nikolov

PARSIFAL:


„Parsifal“ – Finale.  Foto: Svetoslav Nikolov

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BÜHNE BADEN bei Wien: ZIGEUNERLIEBE (Sommerarena). Premiere war am 13.7.

© Lukas Beck | Vincent Schirrmacher, Cornelia Horak
Vincent Schirrmacher, Cornelia Horak. Foto: Lukas Beck

ZIGEUNERLIEBE

Operette von Franz Lehár

Romantische Operette in drei Akten von Robert Bodanzky und A. M. Willner
Musik von Franz Lehár

Handlung

Zorikas Verlobung mit dem charmanten, aber sehr seriösen Jonel steht unmittelbar bevor. Doch eigentlich hat es ihr der verführerische, temperamentvolle Zigeunergeiger Jószi viel eher angetan, mit dem sie sich am liebsten auf und davon machen würde. Ratlos, wie sie sich entscheiden soll, entsinnt sich Zorika des alten Volksglaubens, dass ein Mädchen, das in der Verlobungsnacht Wasser aus dem Fluss Czerna trinkt, die Zukunft voraussehen kann. Sie trinkt von dem Wasser und träumt das Leben, das sie erwartet, wenn  sie sich für Jószi entscheidet. Wieder aufgewacht, ist sie froh, nur geträumt zu haben. Sie erkennt ihre wahren Gefühle und weiß, wohin sie gehört: zu Jonel.

Kaum eine Partitur des Komponisten ist klanglich so farben-reich und rhythmisch so vielfältig wie die der ZIGEUNERLIEBE.

„Ich bin ein Zigeunerkind“, der Csárdás „Hör’ ich Cymbalklänge“ und „Zorika, Zorika, kehre zurück“ sind nur einige der zündenden Melodien dieser romantischen Operette.

  • Musikalische Leitung Michael Zehetner,
  • Inszenierung Isabella Fritdum,
  • Ausstattung Susanne Thomasberger,
  • Choreografie Guido Markowitz,
  • Jonel Bolescu Iurie Ciobanu,
  • Kajetán Dimetreanu Dominik Am Zehnhoff-Söns,
  • Jószi, der Spielmann, ein Zigeuner Vincent Schirrmacher,
  • Moschu, Kammerdiener Dragotins Niklas-Sven Kerck,
  • Zorika, Dragotins Tochter Cornelia Horak,
  • Jolán, Dragotins Nichte Elisabeth Schwarz,
  • Ilona von Köröshaza, Gutsbesitzerin Miriam Portmann,
  • Julcsa, Amme Zorikas Kerstin Grotrian,
    Dauer: 2 Stunden, 30 Minuten

    Termine: 14./20./21./25./26.Juli
    4./7./11./16./22./29./31. August

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    „CARMEN – DAS MUSICAL “ (von Frank Wildhorn) IN WINZENDORF/ südlich von Wien. Noch bis 21. Juli.
    Also auch heute  (16 h)
    Winzendorf ist glücklicherweise vom Wetter total unabhängig, da Bühne und Zuschauerraum überdacht sind. Damit gibt es keine Wetterlotterie, wie in all den anderen Sommerspielstätten.
     

    Ensembleszene mit Sarah Zippusch (Carmen). Copyright: DI. Dr. Andreas Haunold
    Am 27 Juni 2019 hatte „Carmen – Das Musical“ mit der Musik von Frank Wildhorn Premiere im Steinbruch Winzenzendorf, südlich von Wien. Dies ist bereits die dritte Saison des „Musicalsommer Winzendorf“ unter der Intendanz von Marika Lichter. Da Ana Milva Gomes leider am Tag vor der Premiere erkrankt war, übernahm die junge Kärntnerin Sarah Zippusch die Rolle der Carmen. Seit 04 Juli ist wieder Ana Milva Gomes in der Titelrolle der Carmen zu erleben.
     
    „Carmen – Das Musical“ mit der Musik von Frank Wildhorn, einem der erfolgreichsten Broadway Komponisten unserer Zeit, basiert auf der von Prosper Mérimeé erschaffenen Figur. Die Handlung spielt im Zirkusmilieu und damit ist ein fulminantes Spektakel mit Artisten, Pferden und Spezialeffekten garantiert. In Carmen wird eine nach Unabhängigkeit und Freiheit strebende Frau gezeigt, die mit ihren Reizen den angesehenen Polizisten José in ihren Bann zieht. Es entbrennt eine leidenschaftliche Geschichte, bei der die Protagonisten zwischen Loyalität und Verrat, Treue und Betrug, Liebe und Hass, Leben und Tod stehen und an deren Ende das Schicksal das Zünglein an der Waage sein wird.
     

    Sarah Zippusch beim Schlussapplaus. Foto: DI. Ing. Dr. Andreas Haunold
     
    „Carmen – Das Musical“ ist noch bis 21. Juli jeden Donnerstag um 18h, Freitag bis Samstag um 20h und Sonntag um 16h im Steinbruch Winzendorf, 2722 Winzendorf, zu sehen.

    MEHR FOTOS AUS DIESER PRODUKTION MORGEN!
     
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Verdis fünfte Oper „Ernani“ bei den Opernfestspielen Heidenheim

Mit ihrer Verdi-Reihe suchen und finden die Opernfestspiele Heidenheim den Erfolg im Besonderen. Die Reihe mit allen frühen Verdi-Opern, chronologisch, in der Black-Box-Ästhetik des Festspielhauses CCH, hat sich seit dem Start im Jahr 2016 ins Zentrum der Festspiele und in die Herzen der Festspielbesucher gespielt. Am 18. Juli (Premiere) steht mit „Ernani“ ein Werk des Operngenies auf dem Programm (zweite Aufführung am 20. Juli), das sowohl durch eine packende Geschichte als auch durch eine Vielzahl von Verdi-typischen Melodien besticht. Heute im Repertoire eher randständig, war sie im 19. Jahrhundert eine der beliebtesten Opern überhaupt und verhalf dem Komponisten endgültig zum Durchbruch.

1844 kam Verdis fünfte Oper am Teatro La Fenice in Venedig zur Uraufführung. Es war die erste Zusammenarbeit des noch jungen Komponisten mit dem Librettisten Francesco Maria Piave. Der Erfolg dieser ersten Kooperation bildete den Startschuss zu weiteren Meisterstücken des Duos wie „Macbeth“, „Rigoletto“, „La Traviata“ und „La forza del destino“ in den darauffolgenden Jahren. In „Ernani“ entwickeln Verdi und Piave bereits ihr Erfolgsrezept: die Konzentration auf extreme, durchaus auch überspitzt gezeichnete Charaktere, die bereit sind, über Leichen zu gehen, aber auch nicht davor zurückschrecken, ihr eigenes Leben in die Waagschale zu werfen.

Die Oper basiert auf dem Theaterstück „Hernani“ des französischen Autors Victor Hugo, das schon bei seiner Uraufführung für Tumulte und heftige Diskussionen gesorgt hatte. Wie bei Hugo so steht auch bei Verdi und Piave die nicht standesgemäße Liebe zwischen Ernani – dem Anführer eine Räuberbande – und Donna Elvira im Zentrum der Handlung. Donna Elvira soll eigentlich ihren Onkel Don Carlo heiraten, doch die „jungen Wilden“ trotzen den gesellschaftlichen Regeln bis in den Tod.

Bei den Opernfestspielen Heidenheim 2019 ist dieses Frühwerk Verdis in der Inszenierung der jungen Regisseurin Jasmina Hadžiahmetović zu sehen, dem Tschechischen Philharmonischen Chor Brünn und der Cappella Aquileia – Orchester der OH! unter der Leitung von Festspieldirektor Marcus Bosch.

Das Sängerensemble ist mit Stimmvirtuosen der Spitzenklasse besetzt: Donna Elvira wird von der Kanadierin Leah Gordon verkörpert, die kürzlich einen Sonderpreis von der New York City Opera erhielt. Marian Pop, der bereits Festengagements an der Wiener Staatsoper und Volksoper vorzuweisen hat, singt die Rolle des Don Carlos. Und mit Sung Kyu Park (als Bandit Ernani), der sein Gesangsdiplom am Mailänder Konservatorium »Giuseppe Verdi« erwarb, sowie Woong-Jo Choi (Don Ruy Gômez de Silva) sind zwei der gefragtesten Operndarsteller Koreas beteiligt.

Die Produktion wird wie ihre Vorgänger „Oberto“, „Un giorno di regno“ (nominiert für den ICMA) und „I Lombardi“ (Longlist PdSK) bei Coviello Classics veröffentlicht und der Mitschnitt durch Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlt.
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VIENNA INTERNATIONAL ARTS FESTIVAL  15.- 21. Juli 2019


Stargast Prisca Zeisel in „Jewels“. Choreographie: Georg Balanchine. Die gebürtige Wienerin Prisca Zeisel wurde im Juni zur Ersten Solotänzerin des Bayerischen Staatsballetts ernannt.   Foto: Wilfried Hösl

Der NCCEA – Verein für internationalen Kunst- und Kulturaustausch – hat sich verpflichtet, mit dem VIAF (Vienna International Arts Festival) die Weiterführung des von Prof. Karl Musil und Prof. Evelyn Téri  gegründeten und erfolgreich geführten ÖTR-Contests zu veranstalten und den Wettbewerb  mit all seinen Intensionen zu übernehmen.

Im Rahmen des Festivals bietet diese Veranstaltung eine Reihe an Fort- und Weiterbildungs-möglichkeiten. Meister-Kurse, Seminare, Trainingseinheiten  und Proben werden von namhaften, hoch qualifizierten Fachleuten geleitet, sie bilden eine ideale Plattform für interkulturelle Kommunikation und Erfahrungsaustausch. Hervorzuheben sind vor allem die Meister-Kurse für Ballett und Volkstanz. Mitglieder der Jury, die sich aus internationalen hochrangigen  Fachleuten der Ballett- und Tanzwelt wie Renato Zanella, einem der bedeutendsten Choreographen der Jetztzeit und dem ehemaligen Ballettdirektor des Wiener Staatsballetts sowie Susanne Kirnbauer, der ehemaligen Ersten Solistin und Präsidentin der Jury,  zusammensetzt, sowie europaweit geschätzte TänzerInnen,/Choreographen (aus der Tanzabteilung der Staatsoper Wien, der Ballettakademie und der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, dem Konservatorium) werden diese Kurse leiten.

Die Krönung des Wettbewerbs und des Festivals sind die Gala Abende mit einer Preisverleihung, diversen Tanzdarbietungen und einem Konzert der PresiträgerInnen gemeinsam mit internationalen Weltstars im Wiener MuTh Theater am 20. und 21. Juli 2019. Stargäste sind  die Ersten Solistinnen und Ersten Solisten Nina Poláková  und Davide Dato vom Wiener Staatsballett sowie Prisca Zeisel und Matthew Golding vom Bayerischen Staatsballett.

Termine:

  1. Juli 2019, 17.00: Eröffnung in der Wiener Universität, Großer Festsaal
  2. Juli 2019, 19:30: Festival Concert and Dance im MuTh Theater
  3. Juli 2019, 15.00: Music Gala Award Concert im MuTh Theater
  4. Juli 2019, 15.00: Dance Gala Award Performance im MuTh Theater

Patronanz:

Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien Dr. Michael Ludwig

Veranstalter: New Century Culture Exchange Association und European Dance Association (Mitglied der Internationalen CID UNESCO – International Dance Council)    www.viaf.at

Präsidentin: Sophia Li

Vizepräsidentin und Künstlerische Gesamtleitung: Prof. Evelyn Téri

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Ein Jubiläumsjahr für das Györi Balett  – mit aller Hingabe an den Tanz


Foto: Györi Ballet/Tamavölgyi Zoltán

Györ, die alte Festungsstadt der Habsburger am halben Weg zwischen Wien und Budapest, ist eine Schulstadt mit regem kulturellen Leben. Und hat sich als ein Zentrum in Ungarn für klassischen, modernen wie folkloristischen Tanz etabliert. Mehrer Jubiläen werden in diesem Kontext heuer gefeiert. Mit einem noch nicht ganz bewältigtem Problem: Im 1976 als Mehrspartentheater erbautem stattlich aufragenden wie geräumigen Nationaltheater Györ – teils von Victor Vasarely modern gestylt – muss im Frühjahr des nächsten Jahres der Spielbetrieb komplett umstellt werden, da das Gebäude entweder renoviert werden soll oder gar einem Neubau weichen muss. So oder so, offensichtlich scheint vorläufig noch beides offen zu sein.

Das kulturelle Aushängeschild der Stadt ist das renommierte Györi Balett (oder auf Tournee: Ballet Company of Györ). Gegründet wurde es 1979 vom charismatischen, auf Stil und Perfektion achtenden Ivan Marko, zuvor ein Solotänzer in Maurice Béjarts Ballet du XXe siècle, der sich auch als Choreograph international zu profilieren vermochte. Die Kompanie feiert nun in der kommenden Saison ihr vierzigjähriges Bestehen. Ein Wegbegleiter als Tänzer im Ensemble von der ersten Stunde an war Janos Kiss , der nun als verantwortlicher Direktor mit viel Energie und psychologischem  Geschick das Györi Balett zu einer international gastierenden und auch mit internationalen Tänzern besetzten Kompanie geformt hat. Janos Kiss: „Wir sind in vier Jahrzehnten gewachsen, wachsen mehr und mehr, haben in unserer Stadt den richtigen Weg zu einem eigenständigen Kulturleben gefunden. Aufschwung ist gegeben, das Renomee ist gestiegen.“ Auch Sponsoren helfen mit. Wie etwa die Automarke Audi Hungaria, welche in Györ eine große Fabrikationstätte betreibt.  

Die stilistische Ausrichtung der Kompanie ist in erster Linie auf eine Balance zwischen Klassik und Moderne ausgerichtet. Basierend auf klassischer Ausbildung wird auf ein zeitgenössisches Tanztheater hingearbeitet, welches nicht nach Extremen sucht, sonder in einer moderat modernen Tanzsprache psychologisch sublime Erzählungen zu vermitteln vermag. Der künstlerische Leiter László Velekei ist ein Meister in solch einer Feinarbeit. Und mit einer von ihm choreographierten neuen Version von „Anna Karenina“ wird im November die Jubiläumsgala zelebriert. Dazu feiert Janos Kiss seine nun schon ganze drei Jahrzehnte andauernde Verantwortlichkeit als Direktor, unermüdlicher Motor, Ideenbringer für die Kompanie (und feiert noch einen runden Geburtstag dazu).  

Das heuer im Juni zum 15. Mal durchgeführte, auch international ausgerichtete Magyar Tánczfesztivál, das große Ungarische Tanzfestival, hat sich vor einem dankbaren Publikum erneut als großer Erfolg erwiesen. Und eine Kostprobe aus Györ wird am 21. Juli bei der Ballettgala des „8. Vienna International Arts Festival“ im Wiener MuTh-Theater neben anderen arrivierten Solisten serviert: Luigi Jannone und Eszter Adria Herkovics tanzen den modernen Pas de deux „Piano Plays“ von László Felekei auf Klaviermusik von Franz Liszt.   

Meinhard Rüdenauer

 

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