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INFOS DES TAGES (SONNTAG, 12. AUGUST 2018)

12.08.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES: (SONNTAG, 12. AUGUST 2018)

SALZBURGER FESTSPIELE: HEUTE  PREMIERE „L’INCORONAZIONE DI POPPEA“


Jan Lauwers und Elke Jansons. Foto: Anne Zeuner/ Salzburger Festspiele


William Christie. Copyright: Oscar Ortega

Kurz vor seinem Tod komponierte Claudio Monteverdi (1567–1643) mit der sinnlichen Liebesgeschichte L’incoronazione di Poppea eine der bemerkenswertesten Opern aller Zeiten. Erstmals basierte die Handlung einer Oper nicht wie in der Renaissance üblich auf Mythen, Legenden oder erfundenen Begebenheiten, sondern auf historischen Ereignissen. Wie sein Zeitgenosse William Shakespeare brachte Monteverdi glaubwürdige Figuren auf die Bühne, mit menschlichen Schwächen und Leidenschaften. Zu diesem Zweck etablierte Monteverdi auch die sogenannte seconda pratica, in der die Musik zur Dienerin des Textes wurde und sich vom Libretto leiten ließ. Handlung und Gefühl traten auf diese Weise in den Vordergrund.

Opern erzählen vom Sinn der Liebe und des Lebens und von der Bedeutung des Todes. Mit L’incoronazione di Poppea präsentiert Monteverdi eine sehr eigenwillige Auslegung dieses Leitsatzes. Das Libretto knüpft zwar an historische Figuren und Ereignisse an, doch die grausame Realität tritt in der Oper in den Hintergrund, um wollüstige Leidenschaft vorzuführen und den Triumph einer Gesellschaft, die sich nicht um Moral schert, in der Tugend bestraft und Habsucht belohnt wird in einem scheinbaren Sieg der Liebe. Giovanni Francesco Busenello erzählt in seinem Libretto, wie Poppea mit allen Mitteln nach dem Thron strebt und danach, Nerones Frau zu werden. Kaiserin Ottavia wird betrogen und aus dem Weg geräumt; auf Poppeas Drängen zwingt Nerone Seneca zum Selbstmord; nach einem missglückten Mordanschlag auf Poppea wird Ottone ins Exil verbannt und Ottavia auf dem Meer ausgesetzt, nachdem ihre Mitwirkung an dem Mordplan aufgedeckt wurde. Die Oper endet mit Poppeas Krönung zur Kaiserin. Ihre Gier nach dem Thron hat alle Hindernisse überwunden.

In den Büchern kann man den entsetzlichen Fortgang der Geschichte nachlesen…. (Quelle: Salzburger Festspiele/ Elke Janssens, Übersetzung: Eva Reisinger)


Carlo Vistoli. Copyright: Philippe Delval


Kate Lindsey. Copyright: Rosetta Greek


Stephanie d’Oustrac. Copyright: Perla Maarek

Diese Oper wird vom ORF Hörfunk am 18. August um 19:30Uhr im Programm Ö1 gesendet.

L’incoronazione di Poppea wird von CLC und UNITEL in Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen aufgezeichnet und am 20. August 2018 um 18:30 Uhr auf www.medici.tv und www.myfidelio.at gestreamt.

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ORF 2 Opernrarität „Ermione“ von den Tiroler Festspielen Erl (Im Rahmen des Kulturmontags)

Als „kulturMontag Spezial“ am 13. August um 22.25 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) – Als nächstes Highlight des ORF-Kultursommers steht als „kulturMontag Spezial“ am 13. August 2018 um 22.25 Uhr in ORF 2 ein Opernwerk von Seltenheitswert auf dem Programm. Gioacchino Rossinis „Ermione“ – ohne Zweifel eines der verkanntesten und zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Meisterwerke des Komponisten, dessen Todestag sich heuer zum 150. Mal jährt. Der ORF präsentiert eine eigene TV-Adaption der diesjährigen Inszenierung der Tiroler Festspiele Erl. Bildregisseur Felix Breisach setzte Rossinis verkanntestes Werk, das beim Festival in voller Länge gespielt wurde, als intime Kammeroper filmisch um.

Mehr zum Inhalt:

Gioacchino Rossini selbst soll über seine „Ermione“ gesagt haben „sie ist mein kleiner, italienischer Wilhelm Tell“ und sie werde „erst nach meinem Tod wieder das Tageslicht erblicken“. Die Oper seria mit dem für Rossinis Oeuvre untypischen Sujet verschwand nach ihrer Uraufführung 1819 mehr als 160 Jahre lang „in der Versenkung“, bis sie 1987 beim Rossini Opera Festival erstmals wieder szenisch aufgeführt wurde – damals schon unter der musikalischen Leitung von Gustav Kuhn, der auch die diesjährige Inszenierung in Erl dirigierte.

Die Tiroler Festspiele brachten den antiken Stoff diesen Sommer zweimal auf die Bühne des Festspielhauses – und der ORF war mit einer ganz speziellen Aufzeichnung mit dabei. TV-Regisseur Felix Breisach hat in Zusammenarbeit mit den Festspielen die Oper als gekürzte Fassung eigens für das Fernsehen adaptiert und aus der Bühneninszenierung eine Art Opernfilm kreiert. Mit seiner speziellen Ästhetik und der aufwendigen filmischen Umsetzung unterstreicht er die Dramatik und Dynamik des Stücks und der Musik und setzt Rossinis Oper als fulminantes und packendes Beziehungsdrama um. Er verdichtet die Handlung, bricht den Bühnen- und Theaterraum auf und bietet so den inneren Konflikten der Charaktere die notwenige Intimität – nah an den Sängern und mitten im Geschehen.

Maria Radoeva verkörpert ausdrucksstark die Titelpartie der vor Eifersucht rasenden Ermione. Svetlana Kotina, als trojanische Königswitwe Andromaca, ist ihre Gegenspielerin, die von König Pirro (Ferdinand von Bothmer) gefangen gehalten und – zum Missfallen Ermiones – begehrt wird. Als auch noch Ermiones Verehrer Oreste (Iuri Ciobanu) als Gesandter der griechischen Könige nach Epirus kommt, nimmt die Oper ihren unheilvollen Lauf. Die Sängerinnen und Sänger der Accademia di Montegral werden vom Chor und Orchester der Tiroler Festspiele Erl begleitet.

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BREGENZER FESTSPIELE: Michael Boder – „Jedes Jahr eine neue Oper“

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Michael Boder dirigiert das Ensemble Modern in „Das Jagdgewehr“

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Regisseur Karl Markovics. Foto: Anja Köhler/Bregenzer Festspiele

 Nicht nur für Thomas Larcher, der mit Das Jagdgewehr seine erste Oper geschrieben hat, und Karl Markovics, Debütant als Opernregisseur, ist diese Produktion eine Premiere: Auch der musikalische Leiter Michael Boder betritt Neuland. Er arbeitet zum ersten Mal bei den Bregenzer Festspielen. Uraufführungen hingegen gehören für den 59-Jährigen schon seit Langem dazu: „Ich dirigiere fast jedes Jahr eine neue Oper, das war immer mein Ziel. Das hält wach.“

Der Reiz des Unbekannten
Seit fünf Wochen laufen die Proben für Das Jagdgewehr, erst drei Tage zuvor hielt Michael Boder die Partitur für den dritten Akt in Händen. Knappe Zeitpläne ist er gewohnt, der kreative Prozess reizt ihn immer wieder. Umsetzen wird dieses Stück auch das Ensemble Modern – eine der führenden Formationen für Neue Musik, die der Dirigent seit 30 Jahren kennt. Die Musiker werden in dieser Inszenierung ungewöhnliche Instrumente wie Zymbal oder Akkordeon einsetzen: „Sie ticken genau wie ich: Je schwieriger die Aufgabe wird, desto reizvoller ist sie.“

Trotz seines breiten Repertoires, das auch beispielsweise Bruckner, Puccini und Wagner einschließt, gilt Michael Boder als Experte für Neue Musik. „Wo in den letzten Jahren eine neue Oper aus der Taufe gehoben worden ist, stand Michael Boder am Pult“, schrieb Peter Hagmann 2013 in der Neuen Zürcher Zeitung. „Naja, ganz so ist es ja auch nicht“, sagt Boder lächelnd zu diesem Zitat, „ich mache gar nicht so viel Neue Musik, im Schnitt sind es zwanzig bis vierzig Prozent meiner Arbeiten. Meine Kollegen machen nur so wenig. Man muss den Komponisten immer wieder Chancen geben. Die ersten drei Verdi-Opern waren nicht gerade seine besten. Hätte er dann aufgehört, hätten wir jetzt die danach entstandenen Werke nicht.“

„Farbenreiche Partitur“
Yasushi Inoues Novelle Das Jagdgewehr hat Friederike Gösweiner für die Oper bearbeitet. „Sie hat ein sehr kluges Libretto geschaffen, das nach Musik geradezu ruft. Gösweiner lässt gewissermaßen Platz zwischen den Sätzen, die die Musik dann füllen kann“, lobt Boder. Thomas Larchers Partitur sei ebenso sehr gelungen: farbenreich, spannend und mit einer eigenen Art, Dramatik zu entwickeln: „Die Musik verwandelt diese Novelle in Theater.“ Die Zusammenarbeit mit ihm funktioniere hervorragend.

Das gelte auch für Tenor Robin Tritschler in der Rolle des Dichters und Giulia Peri (Midori), die beide kurzfristig engagiert wurden. Sie stehen für eine „neue Generation leistungsfähiger Sängerinnen und Sänger in der Umsetzung Neuer Musik. Die Ausbildung ist viel besser, die Künstler sind offener geworden. Wir haben keine Angst mehr vor dieser Musik – im Gegenteil, sie macht unheimlich Spaß. Jetzt müssen wir nur noch das Publikum mitnehmen.“

Das Jagdgewehr von Thomas Larcher (Libretto: Friederike Gösweiner, Inszenierung: Karl Markovics) feiert seine Uraufführung am 15. August, weitere Vorstellungen folgen am 17. und 18. August auf der Werkstattbühne. (Quelle: Bregenzer Festspiele)

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HOLZBAUM-VERLAG: Vor kurzem ist das Buch CARTOONS FÜR GOLFER erschienen: http://www.holzbaumverlag.at/cartoons-fuer-Golfer

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Alles über Golf und die Welt: Wie sieht Extrem-Minigolf aus? In welches Loch zielt Gott? Und warum ist ausgerechnet diese Sportart die häufigste Todesursache bei Wühlmäusen?

Mit Cartoons von Michael Dufek, Rudi Hurzlmeier, Dorthe Landschulz, Schilling & Blum, Elisabeth Semrad, Martin Zak und vielen mehr.

CARTOONS FÜR GOLFER
52 Seiten, Softcover, EUR 7,50
ISBN 978-3-902980-75-5
Überall wo es Bücher gibt und auf holzbaumverlag.at!

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ORF protestiert wegen Vorfalls im Rumänien: Polizeigewalt gegen ORF-Journalisten ist inakzeptabel

Wegen Vorgehens der rumänischen Polizei gegenüber ORF-Korrespondent Gelegs bei Demonstrationen in Bukarest =

Wien (OTS) – Der ORF protestiert auf das Schärfste gegen das gewaltsame Vorgehen der rumänischen Sicherheitskräfte gegen ein Team des ORF, das gestern, am Freitag, dem 10.8.2018, in Bukarest über Demonstrationen berichten wollte. Im Zuge einer Konfrontation von Sondereinheiten der Polizei und gewalttätigen Demonstranten wurde ein Kameramann des ORF-Teams regelrecht verprügelt, ORF-Korrespondent Ernst Gelegs entkam nur knapp dem Hieb eines Polizisten mit dessen Schild und wurde in Folge von einem anderen Polizisten mit dem Schild gegen eine Hauswand gepresst und festgehalten.

Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz wendet sich entschieden gegen eine solche Vorgangsweise, „die auch in einer Ausnahmesituation wie dieser keinesfalls zu akzeptieren ist. Das ORF-Team war unschwer von den gewalttätigen Demonstranten zu unterscheiden. Daher ist es insbesondere von einer eigens geschulten Spezialeinheit in einem EU-Land zu erwarten, dass nicht mit brutaler Gewalt gegen Medienvertreter vorgegangen wird. Vielmehr ist es auch Aufgabe der Sicherheitskräfte, die freie Ausübung der journalistischen Tätigkeit zu gewährleisten“. Dies, so der Generaldirektor, zähle „wohl zu den Mindeststandards in der EU“ und es sei „besorgniserregend, dass es in kürzester Zeit nicht der erste Anlass für Proteste im Zusammenhang mit Repressalien gegenüber ORF-Journalisten im Ausland ist“.

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