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INFOS DES TAGES (SONNTAG, 1. JULI 2018)

01.07.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 1. JULI 2018)

Bayreuther Lohengrin sagt ab: Überlastung

Bildergebnis für bayreuther festspiele

Bayreuth (dpa) – Rund dreieinhalb Wochen vor der Eröffnung stehen die Bayreuther Festspiele ohne Lohengrin da. Roberto Alagna (55), der die Titelpartie in der Richard-Wagner-Oper zum Auftakt des Festivals am 25. Juli singen sollte, habe abgesagt, teilte ein Festspielsprecher am Samstag mit: Alagnas Agentur begründete diesen Schritt damit, dass der Sänger überlastet sei. Er habe die Partie nicht hinreichend einstudieren können. Die Bayreuther Festspielverantwortlichen suchen nun intensiv nach einem neuen Sänger.

Rund dreieinhalb Wochen vor der Eröffnung stehen die Bayreuther Festspiele ohne Lohengrin da. Roberto Alagna (55), der die Titelpartie in der Richard-Wagner-Oper zum Auftakt des Festivals am 25. Juli singen sollte, habe abgesagt, teilte ein Festspielsprecher am Samstag mit: Alagnas Agentur begründete diesen Schritt damit, dass der Sänger überlastet sei. Er habe die Partie nicht hinreichend einstudieren können. Die Bayreuther Festspielverantwortlichen suchen nun intensiv nach einem neuen Sänger.


Wichtige Meldung: Der Bayreuther „Lohengrin“ sagt ab

Auszug aus „Festspiel-Blog“: Bei Alagna wies bis vor kurzem nichts darauf hin, dass er nicht bei den Bayreuther Festspielen antreten würde. Aufhorchen ließ er jedoch vor wenigen Wochen, als er dem Magazin „Oper!“ in einem Interview sagte, dass er eigentlich Probleme mit der deutschen Sprache habe, und er sich außerdem gefragt habe, warum die Bayreuther Festspiele ausgerechnet ihn engagieren wollten. Er sei kein Wagner-Tenor: „Ich glaube, dass sie wohl wirklich einen anderen Typ Lohengrin haben wollten“, fügte er hinzu, wie die dpa berichtete.

Die Frage ist, warum der Franzose bei so vielen Zweifeln dann bis zuletzt wartete, ehe er zurückzog. Ab kommender Woche sollte er mit den Proben in Bayreuth beginnen. Doch das durchaus interessante Experiment ist schief gegangen.

Klaus Florian Vogt ist für den Stolzing in Bayreuth. Ob Vogt, der den Lohengrin ja bereits landauf/landab gesungen hat, wirklich für die Festspielpremiere die geignete Besetzung ist, bleibt dahingestellt. Ursprünglich waren ja Anna Netrebko und Roberto Alagna vorgesehen. Anja Harteros und Klaus Florian Vogt wären sicher eine gute Besetzung, jedoch ncht unbedingt für eine weltweit als Sensation gehandelte Festspieleröffnung.

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Wiener Staatsballett: Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper für Manuel Legris, Avancements im Ensemble


Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper: Manuel Legris. Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor

Mit der umjubelten Nurejew Gala am Freitag, 29. Juni 2018 in der Wiener Staatsoper feierte das Wiener Staatsballett den traditionellen Abschluss der Spielzeit und verabschiedete sich in die Theaterferien. Im Anschluss an die rund vierstündige Gala, in denen Manuel Legris und das Wiener Staatsballett sowie internationale Gastsolistinnen und –solisten ein vom Publikum gefeiertes abwechslungsreiches und vielgestaltiges Programm aus der internationalen Welt des Tanzes präsentierten, wurde Ballettdirektor Manuel Legris auf offener Bühne zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt. Die Ehrung sowie die Überreichung des von Juwelier Wagner gesponserten Ehrenrings erfolgte durch Staatsoperndirektor Dominique Meyer und Jürgen Meindl, Leiter der Sektion Kunst und Kultur im Bundeskanzleramt.

Dominique Meyer zeichnete in seiner Laudatio Manuel Legris’ Karriere nach, bedankte sich bei seinen enormen täglichen Einsatz und betonte zu dessen Ehrenmitgliedschaft: „Es kommt nicht jeden Tag vor, dass wir einen Tänzer auszeichnen dürfen. Und dank Manuel Legris gibt es keinen Zweifel mehr: Wien ist eine Ballettstadt!“

Manuel Legris in seinen Dankesworten über die Ehrung an das Publikum:

Ich kann mir dafür keinen schöneren Ort, keinen schöneren Moment vorstellen – ich möchte diese Auszeichnung mit Ihnen, mit meinen Tänzern und mit Rudolf Nurejew teilen!“

Bei der anschließenden Premierenfeier gab Ballettdirektor Manuel Legris sechs Avancements innerhalb der Compagnie bekannt:

Zu Solotänzern des Wiener Staatsballetts wurden Richard Szabó und Dumitru Taran ernannt. Der aus Ungarn stammende Richard Szabó ist seit 2008 Mitglied im Ensemble und tanzte bei der Nurejew Gala  in Concerto, Movements to Stavinsky, Raymonda und Schwanensee. Dumitru Taran wurde in Moldawien geboren und 2005 an das Ballett der Wiener Staatsoper und Volksoper engagiert. Bei der Nurejew Gala war er in Raymonda und Concerto zu erleben.

Drei Tänzerinnen sowie ein Tänzer aus dem Corps de ballet wurden zu Halbsolistinnen bzw. zum Halbsolisten ernannt: Die aus Großbritannien stammende Fiona McGee, seit 2017 in der Compagnie, die Japanerin Rikako Shibamoto, engagiert seit 2016, die US-Amerikanerin Madison Young, seit 2017 im Ensemble, sowie der Schotte Scott McKenzie, der seit 2016 beim Wiener Staatsballett tanzt.

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BAYREUTHS FESTSPIELERÖFFNUNG IN DEN KINOS

Bildergebnis für bayreuther festspiele

UCI EVENTS präsentiert mit Yuval Sharons Neuinszenierung von Wagners „Lohengrin“ auch in diesem Jahr die Eröffnungspremiere der berühmten Bayreuther Festspiele. Sharons mit Spannung erwartete Inszenierung wird am 25. Juli um 18 Uhr leicht zeitversetzt live in ausgewählte UCI Kinos übertragen, um mehr Wagnerbegeisterten die Möglichkeit zu geben, diesen Höhepunkt des Opernjahres in brillanten HD-Bildern und 5.1 Sound auf der großen Kinoleinwand zu erleben. Vor Beginn der Opernübertragung und zwischen den einzelnen Akten wird ein exklusives und moderiertes Pausenprogramm in jeden der einzelnen Akte einführen. Anhand von Interviews werden spannende und einzigartige Einblicke hinter die Kulissen der Bayreuther Festspiele gewährt.


MERKER-ONLINE-GALERIE: PRÄSENTATION MÖRBISCHER SEEFESTSPIELE MIT INTENDANT PETER EDELMANN UND MELANIE HOLLYDAY

Die ersten Fotos, der Bericht folgt demnächst


Melanie Hollyday, von Peter Edelmann für seine erste Mörbisch-Produktion eigens aus Texas wieder nach Österreich geholt und der Künstlerische Direktor (der nicht Intendant genannt werden will) Peter Edelmann. Foto: Herta Haider


Die Besucher der Präsentation. Foto: Herta Haider


Josef Hussek (Salzburg, derzeit Osterfestspiele, früher Besetzungschef der Salzburger Festspiele, Operndirektor Hamburg, Intendant Wr. Kammeroper u.s.w). Foto: Herta Haider

„backstage“: Peter Edelmann, seine Frau und A.C. in einem Maschinenraum der immer noch bestehenden, wenngleich nicht in Betrieb befindlichen Tischlerei Cupak. Foto: Herta Haider


Früh übt, wer ein Opernschläfer werden will: Raffael Cupak. Foto: Herta Haider

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WIEN-TIPP: FILM ÜBER HILDE ZADEK AM FREITAG, 6. JULI IM CAFE SCHOPENHAUER

Am Freitag, dem 6. Juli um 19.00 Uhr wird der Dokumentarfilm „Gesang als Weg“ (60min.) über die große Sopranistin, Kammersängerin Hilde Zadek im Wiener Café Schopenhauer gezeigt. Adresse: Staudgasse 1, 1180 Wien, Tischreservierung: 01-406 32 88

Hilde Zadek, geb. 1917, sang auf nahezu allen bedeutenden Opernbühnen zwischen Moskau und New York. Was sie jedoch besonders prägte, war die Zeit, in der sie mit 16 Jahren ihre Heimatstadt Stettin verließ und vor den Nationalsozialisten nach Palästina flüchtete. 1947 begann sie als erste jüdische Sängerin nach dem Holocaust eine Weltkarriere an der Wiener Staatsoper. Bis heute begeistert die heute 100-jährige, in Wien lebende Hilde Zadek ihre Studentinnen und Studenten, zu denen so bekannte KünstlerInnen wie Adrianne Pieczonka, Maria Venuti oder Georg Nigl zählen. Der Film begleitet Hilde Zadek zu ihren Meisterklassen ins Tessin und nach Jerusalem, erzählt von dem Leben der Sopranistin und dem Werden des Künstlers an sich.

Die Vorstellung ist Auftakt einer Reihe von 5 Filmen des Regisseurs Walter Wehmeyer über Frauen und ihren außergewöhnlichen Lebensweg (siehe Ankündigung). Einen kurzen Ausschnitt aus „Gesang als Weg“ findet man hier: https://youtu.be/iop6LH6dpBA Veranstaltungsort ist das traditionsreiche Alt-Wiener Kaffeehaus Café Schopenhauer: http://www.cafeschopenhauer.at/cafe-schopenhauer/

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È IN VENDITA IL FESTIVAL VERDI JOURNAL

Das „Festival Verdi Journal“ 2018 kann online auf www.festivalverdi.it zum Preis von 15 Euro bestellt werden. Das Journal  ist zweisprachig, also italienisch und englisch.

Nel nuovo magazine annuale dedicato al Festival Verdi
immagini e illustrazioni originali, saggi e approfondimenti
di taglio scientifico e divulgativo, commissionati a studiosi verdiani di massimo rango.
Realizzato in due edizioni distinte in italiano e inglese
dal Teatro Regio di Parma con il Comitato scientifico per il Festival Verdi,
è disponibile al costo di €15,00 presso il Teatro Regio e online su festivalverdi.it


 
È in vendita il Festival Verdi Journal, il nuovo magazine dedicato ogni anno alla nuova edizione del Festival Verdi, a cura di Alessandro Roccatagliati, con le illustrazioni di Davide Forleo, realizzato in due distinte edizioni in italiano e inglese dal Teatro Regio di Parma con il Comitato scientifico per il Festival Verdi, diretto da Francesco Izzo.
 
“Abbiamo concepito una rivista annuale – spiegano Francesco Izzo e Alessandro Roccatagliati – che riunisce in un solo volume saggi introduttivi alle quattro opere in programma e li commissiona, ogni anno, a studiosi verdiani di massimo rango internazionale. Assicurati così spessore, rigore e aggiornamento sul piano della ricerca scientifica, si è però realizzata una pubblicazione che per taglio divulgativo, veste tipografica e impaginazione rifugge i modi compassati dei periodici accademici per proporsi a chi legge nel modo più amichevole e immediato”.
 
Questo il profilo del FVJournal, un magazine che offrirà ogni anno al pubblico l’occasione di una più ampia comprensione delle opere e del loro contesto per un ascolto e una visione più consapevoli e appaganti, con saggi di taglio scientifico e divulgativo, approfondimenti sui diversi temi delle opere raccontati per immagini e illustrazioni originali.
 
Macbeth, Un giorno di regno, Le Trouvère, Attila, le opere in programma al Festival Verdi 2018, sono al centro del primo numero del FVJournal nei contributi di Fabrizio Della Seta, Anselm Gerhard, Michele Girardi, Helen M. Greenwald, Francesco Izzo, David Lawton, Alessandro Roccatagliati, Antonio Rostagno, Claudio Toscani.
 
Stampato in anteprima lo scorso gennaio in occasione della presentazione del Festival Verdi 2018 e diffuso nelle varie sedi del road show di promozione internazionale, il FVJournal è uno strumento che consente al pubblico di prepararsi con largo anticipo alle settimane festivaliere d’autunno, offrendo elementi di conoscenza nuovi che affiancano e completano quelli contenuti nei programmi di sala e agli estimatori di Verdi di approfondire i diversi e numerosi aspetti legati alla sua opera. A ciascun titolo vengono dedicati due saggi arricchiti da un’ampia iconografia: il primo, più ampio e introduttivo, ricostruisce la genesi dell’opera soffermandosi su importanti aspetti drammaturgici e musicali; il secondo, dedicato ad argomenti specifici, approfondisce temi quali le fonti letterarie e il contesto culturale. Il magazine, impreziosito dalle tavole originali realizzate per ciascuna opera da un artista invitato, per il numero inaugurale Davide Forleo, che firma anche il layout grafico del magazine, conduce il lettore a riflettere su aspetti visivi e d’allestimento grazie a una ricca collezione di immagini commentate, tra riproduzioni d’epoca e recenti foto di scena.
 
“Questa è un’edizione speciale del Festival Verdi: la diciottesima – spiega Anna Maria Meo, Direttore generale del Teatro Regio di Parma – e per la maggiore età il Festival si fa un regalo, condiviso con tutti gli appassionati verdiani sparsi per il mondo, inaugurando una propria pubblicazione che avrà ampia diffusione internazionale e sarà un ulteriore strumento di conoscenza e di promozione della nostra attività. In tempi di social network e di comunicazione virtuale, mi piace pensare che la carta e l’inchiostro abbiano ancora un senso profondo e una funzione importante, quando si tratti di dare spazio alla riflessione e di lasciare testimonianza dell’esperienza di questi nostri anni”.
 
Il FVJournal può essere acquistato al costo di € 15,00 presso la biglietteria, il bookshop e lo sportello delle visite guidate del Teatro Regio di Parma e online, su festivalverdi.it, tramite bonifico bancario o in contrassegno, specificando nell’oggetto il numero di copie del Festival Verdi Journal desiderate e l’indirizzo di spedizione. Il Teatro Regio di Parma provvederà alla spedizione (le cui spese saranno a carico del destinatario). Prossimamente l’acquisto sarà possibile online anche con carta di credito. La clip promozionale della rivista è disponibile qui. Sfoglia l’anteprima dell’edizione italiana qui. Sfoglia l’anteprima dell’edizione inglese qui.
 
Il Festival Verdi è realizzato grazie al contributo di Comune di Parma, Ministero dei beni e delle attività culturali e del turismo, Reggio Parma Festival, Regione Emilia-Romagna, Parma2020 la cultura batte il tempo. Major partner Fondazione Cariparma. Main partner Chiesi, Crédit Agricole Cariparma. Media partner Mediaset. Main sponsor Iren, Barilla. Sponsor Opem, Dallara, Unione Parmense degli Industriali. Advisor AGFM.  Con il supporto di “Parma, io ci sto!”. Con il contributo di Complesso Monumentale della Pilotta, Comune di Busseto, Concorso Internazionale Voci Verdiane Città di Busseto, Opera Europa, Fondazione Monte Parma, Camera di Commercio di Parma, Ascom. Partner artistici Coro del Teatro Regio di Parma, Fondazione Arturo Toscanini, Fondazione Teatro Comunale di Bologna, Orchestra giovanile della Via Emilia, Società dei Concerti di Parma, Lenz Fondazione. Sostenitori Dulevo, Mutti, Sicim, Smeg, Poliambulatorio Dalla Rosa Prati, Cantine Ceci, Agugiaro & Figna, La Giovane. Sostenitori tecnici IgpDecaux, MacroCoop, Grafiche Step, Milosped, Andromeda’s, De Simoni. Tour operator partner Parma Incoming.
 
La promozione internazionale del Festival Verdi è realizzata dal Teatro Regio di Parma in collaborazione con Enit, Istituti italiani di cultura, Assessorato alla Cultura della Regione Emilia-Romagna, Emilia-Romagna APT Servizi, Assessorato al Turismo e Commercio del Comune di Parma, con il tour operator partner Parma Incoming e prevede un roadshow con tappe in 22 città di 3 continenti, nelle maggiori fiere turistiche e nelle capitali di Europa, USA, Cina, Giappone.
 
L’immagine esclusiva del Festival è il ritratto di Giuseppe Verdi realizzato a matita da Renato Guttuso negli anni ’60, donato al Teatro Regio di Parma dall’Archivio storico Bocchi e concesso da Fabio Carapezza Guttuso ©Renato Guttuso by SIAE 2018.
 
FVJOURNAL 1/2018
 
A cura di Alessandro Roccatagliati
€ 15,00
Teatro Regio di Parma, 2018, Parma
128 pagine – formato 21 x 29.7
Rilegato in brossura, con illustrazioni
Stampato da Grafiche Step, Parma
Ed. italiana ISBN-978-88-942798-0-1
Ed. inglese ISBN-978-88-942798-2-5
   
Disponibile presso il Teatro Regio di Parma
e acquistabile tramite bonifico bancario
(indicare numero di copie e indirizzo di spedizione)
 
Crédit Agricole Cariparma
Via Università 1 – 43121 Parma – Italia
IBAN: IT24 J 06230 12700 000036129650
SWIFT CODE: CRPPIT2P452
 
Info: Edizioni Teatro Regio di Parma
Tel. 0521 203969 – stampa@teatroregioparma.it

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Wien/Staatsoper:KONTRAPUNKTE“ – „Wie begeistert man Jugend für Klassische Musik?“


Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor

Im Rahmen der Serie „Kontrapunkte“ fand im Gustav Mahler-Saal der Wiener Staatsoper eine Gesprächsmatinee von und mit Prof. Dr. Clemens Hellsberg zu diesem Thema statt. Gäste waren Martin Grubinger und Dr. Andreas Mailath-Pokorny. Hellsberg war zuletzt von 1997 bis 2014 Vorstand der Wiener Philharmoniker und ist Autor des Buches „Demokratie der Könige“ sowie weiterer Publikationen und auch Vortragender. Grubinger ist vielleicht einer der besten Multipercussionisten der Welt. Sein Repertoire reicht von solistischen Werken über kammermusikalische Programme mit seinem Percussive Planet Ensemble bis hin zu Solokonzerten. Er hat sich auch dafür eingesetzt, das Schlagwerk als Soloinstrument in den Mittelpunkt des klassischen Musikbetriebs zu stellen und auch eine Reihe internationaler Preise erworben. Mailath-Pokorny war 2001-2018 Stadtrat für Kultur, Wissenschaft & Sport der Stadt Wien. Nach einem Studium in Wien und Bologna arbeitete er im Diplomatischen Dienst und später im Völkerrechtssbüro und war Mitglied der KSZE-Delegation. Er arbeitete im Kabinett von Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky und war später Leiter der Sektion für Kunstangelegenheiten im Bundeskanzleramt.  


Dr. Clemens Hellsberg. Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor

Zu Beginn unterstrich Clemens Hellsberg (H), dass uns alle diese Frage beschäftigen sollte, und für ihn ist sie heute noch relevanter als früher. Denn in Wien erhält mehr als die Hälfte der Kinder keine deutschsprachige Erziehung. Was bedeutet musikalische Erziehung vor diesem Hintergrund? Mailath-Pokorny (MP) führte dazu aus, dass die musikalische Erziehung bei ihm schon mit Klavierspielen mit sieben Jahren begonnen habe, er sie aber zugunsten sportlicher Aktivitäten abgerochen habe, was er heute bereut. Er meinte, neben der musikalischen Erziehung – seine Frau spielt auch Klavier – sollte die soziale Komponente mit einbezogen werden. Das Angebot in Wien ist ja vorhanden. Die wesentliche Frage ist: wie kann man den Zugang zu diesem Angebot schaffen?


Martin Grubinger. Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor

Martin Grubinger (G) ist ein gutes Beispiel dafür. Er meinte, man muss etwas schaffen, dass sicher stellt, dass die Kinder und Jugendlichen dabei bleiben. Das hat mit Geerdetsein und Enthusiasmus zu tun. Ohne viel „Drumherum“ sollte man gleich einsteigen, sodass sie „hinein gezogen“ werden. Und dann kam G auf Österreich, speziell auf sein Bundesland Oberösterreich zu sprechen. Hier gibt es ein einzigartiges Musikschulsystem inkl. musikalischer Früherziehung bis hin zum Tanztheater. So kann man dort sehr früh mit klassischer Musik in Kontakt kommen. Es gibt auch deshalb in Oberösterreich eine große Tradition in der Blasmusik. Viele Familien haben dazu einen Bezugspunkt, ja, Blasmusik zu machen kommt fast einem Kult gleich. Die Musik ist „greifbar“. G meint, man sollte dieses Modell auf ganz Österreich übertragen. „Aber wir gehen mit der Thematik zu fahrlässig um, und wer keinen musikalischen familiären Hintergrund hat, hat keine Chance“. Deshalb fordert G eine „Musikrevolution in Österreich“. Es hängt auch sehr viel von den Kindergärten und dem dortigen Betreuungspersonal ab. Es sollte nicht nur technisch, sondern auch so vorbereitet wenden, dass es die mit der Musik verbundenen Emotionen vermitteln kann.

H fügte hinzu, dass man auch die Grundschulen mit einbeziehen muss. In diesen sollte auch gesungen werden. Das ist „wahnsinnig wichtig“. Er wies auf ein Gesetz in Oberösterreich hin, das erst die von G angesprochene Politik ermöglichte.

MP meinte, dass die Grundschulen in Wien in dieser Hinsicht besser sein könnten und erwähnte, dass mittlerweile sog. Campusschulen entstehen, wo die Kinder bis 15/16 Uhr bleiben. In diesen neuen Schulen sollte man ein entsprechendes Angebot zum Musiklernen machen. Aber: „Die Reduktion der musikalischen Fächer ist bemerkenswert. Musik wird eher so nebenbei gemacht.“ So müsste auch die eigene Kreativität gefördert werden. Man muss sich aber dazu bekennen, es zu tun. Da fehlt das Bekenntnis der Gesellschaft. Eltern sollten auf mehr musikalischen Unterricht pochen. Es müssen damit Freude vermittelt und Neugierde geweckt werden.

G unterstreicht die entscheidende Bedeutung der Kreativität. Wie kann man die Welt verändern? Dazu sind eben nicht nur die klassischen Unterrichtsfächer geeignet. Man muss dazu an die Pädagogen herangehen, am besten mit einem „Masterplan für Musik“, und den flächendeckend für ganz Österreich.

MP hebt die Bedeutung von mehr Proberäumen und -möglichkeiten hervor. Auch das kann bei der notwendigen Förderung der (musikalischen) Kreativität helfen. Stattdessen geht die Mathematik weit vor der Musik als Unterrichtsfach. Fällt man in Mathe durch, ist es ernst, fällt man in Musik durch, ist es egal… (Das war schon zu meiner Schulzeit so!).

MP: Das ist alles auch keine Frage des Geldes und der Aufmachung, sondern des Wissens. Zum Beispiel gab es einen großen musikalischen Event im Wiener Schöpfwerk, auch einen in Ottakring. Dort machten Kinder mit. So sollten auch die Wiener Musikschulen dorthin kommen. Es gibt ja in Wien ein großes Angebot, auch in vielfältiger Form. Aber die Leute müssen es wissen!

G: Man muss aber auch die Sensorik dafür haben. Um das zu bewerkstelligen, sollte der Musiklehrer die Musikmacher kontaktieren. Was aber ist mit den vielen tausend Schülerinnen und Schülern, die gar nicht erst zur klassischen Musik kommen?! Die keinen entsprechenden familiären Background haben. „Wir verlieren eine ganze Generation, die mit Kunst und Kultur nicht und Berührung kommt.“ warnt G. Früher gab es einmal die sog. Arbeiterkonzerte der öst. Sozialdemokratie.

H: Im Übrigen führt die digitale Revolution dazu, dass sich die Jugend immer weiter von der klassischen Musik entfernt. Hier müsste man sie heraus holen. Viele sind überhaupt nur noch über die sozialen Medien zu erreichen.


Dr. Andreas Mailath-Pokorny. Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor.

MP: Die große politische Debatte sollte ohnehin auf ein gut funktionierendes österreichisches Schulsystem zielen, und dazu ist je einiges im Gange. Die Konservatorien sollten im Angebot musischer Fächer verstärkt werden. Darüber hinaus sollten Wege gefunden werden, Interesse für die traditionellen Kulturformen zu wecken. „Wie kann man Neugierde in den Sozialen Medien wecken?! Ist Instagram dazu erforderlich? – Ich wage es zu bezweifeln.“ Und wie vermitteln wir künstlerische Qualität?

Man arbeitet derzeit an einer App, über die Musikunterricht laufen kann. Und ein bedeutender Instrumentenbauer ist nun dabei, eine App für jedes Instrument dazu zu liefern.

H findet, dass künstlerische Qualität etwas zutiefst Humanistisches ist, verbunden mit dem Streben nach Besserwerden. Das gibt es aber noch nicht im erwünschten Ausmaß.

G: Wenn man über das normale Musikinteresse hinaus auch musikalisch tätig werden will, muss die entsprechende Entscheidung zur Ausbildung schon mit 10/11 Jahren fallen. Mit 18/19 muss man schon auf dem musikalischen Zenit sein – da kommen die Fußballer gerade mal erst in Schwung! Bis dahin muss man aber schon zehntausende Stunden geübt haben.

H erinnert noch daran, das Staatsoperndirektor Dominique Meyer, der auch bei der Matinee zugegen war, nachmittags Vorstellungen für Kinder aus den Bundesländern spielt. Die Produktionen hatten immer hier im Hause Premiere. Man kann aber nicht die Atmosphäre des Hauses transferieren.

PS

Mir lag der Fokus dieser Gesprächsmatinee zu sehr auf Österreich, mit besonderem Bezug auf Oberösterreich. Das Thema ist aber ebenso wie die weltweite digitale Revolution ein globales! So wundert mich ein wenig, warum auch andere wichtige Aspekte der musischen Bildung nicht angesprochen wurden. Wissenschaftliche Studien haben klar gezeigt, dass Kinder mit musikalischer Ausbildung besser lernen, eben auch die Pflichtfächer. Damit hat man besonders in Südkorea gute Erfahrungen gemacht, wo die musische Ausbildung in den Schulen eine ganz wichtige Rolle spielt. Nicht umsonst gewinnen koreanische Sängerinnen und Sänger immer wieder in signifikanter Zahl auf europäischen Gesangswettbewerben. Man denke nur an den ARD-Gesangswettbewerb, der im September wieder stattfinden wird.

Auch wurden bedeutende Modelle in diesem Kontext nicht angesprochen, wie das mittlerweile weltberühmte „El Sistema“ aus Venezuela, gegründet bereits 1975 vom venezolanischen Erzieher, Musiker und Aktivisten José Antonio Abreu. Aus dem „Sistema“ ging unter anderen kein geringerer als Gustavo Dudamel hervor… 2015 hatte „El Sistema“ bereits 400 Musikzentren mit 700.000 jungen Musikerinnen und Musikern. Weiterhin gibt „Sistema“ eine signifikante Zahl von Musikstunden nach der Schule und an Wochenenden. „El Sistema“ wird sogar in den USA als Vorbild genommen.

Dann gibt es das ungarische „Virtuosus“, ein Fernsehprogramm für Kindertalente, welches äußerst erfolgreich ist und an drei Monaten im Freitags-Hauptprogramm ausgestrahlt wird. Es wurde ein Zuwachs von 40 Prozent an Inskriptionen in Musikschulen verzeichnet.

Schließlich gibt es noch das österreichische „Superar“ mit dem Mission Statement: “Superar provides training in music and dance and offers access to the positive effects of the performing arts to all children free of charge.“ Dabei sollen auch soziale und kulturelle Schranken überwunden, mehr Optionen zum Musikmachen geboten und ein länderübergreifender Dialog gefördert werden. Schließlich steht auch bei Superar die Kreativität mit „ansteckender Freude“ im Vordergrund der Bemühungen.

Und dann wurde die Kinderoper überhaupt nicht erwähnt, die Dominique Meyer im Théatre des Champs Élysées sogar auf der Hauptbühne brachte und die nun in Wien auf der Agrana Studienbühne stattfindet. Es gibt sie auch in Bayreuth. Sie scheint aber keine allzu große Wirkung im Hinblick auf eine signifikante Zunahme ganz junger Opernbesucher zu zeitigen. Da spielen doch noch andere Faktoren eine Rolle.

Es sollte auch das immer mehr im Mode kommenden Life-Streaming nicht unerwähnt bleiben, das mit der intensiven Kinopolitik der Metropolitan Opera New York seinen Anfang nahm. Wie kann man nun die auf der ganzen Welt über Internet zugängliche Oper und Konzerten von ersten Häusern für die Erweckung des Interesses junger Menschen an klassischer Musik nutzen? Da gäbe es viele Möglichkeiten…

Von den o.g. drei Modellen könnte man sicher auch in Österreich an Erfahrung mit dem Thema dieser „Kontrapunkte“ gewinnen und in die nationale Politik einbringen. Insofern waren diese „Kontrapunkte“ nicht ganz so kontrapunktisch.…                         

Klaus Billand

 

 

 

 

 

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