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INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 9. APRIL 2022)

09.04.2022 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 9. APRIL 2022)

Erstes Probenfoto aus der Neuinszenierung „Tristan und Isolde“ online

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Andreas Schager, Martina Serafin. Probenfoto von Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper

Tristan und Isolde live in Radio Ö1 sowie im Livestream

Die Premiere wird von Radio Ö1 aufgezeichnet und am 16. April 2022 um 19.30 Uhr ausgestrahlt. Auf der staatsoperneigenen Streaming-Plattform play.wiener-staatsoper.at wird die Vorstellung am 27. April 2022 weltweit kostenlos live gestreamt (Registrierung erforderlich).

Weiterführende Informationen:
Besetzung und Handlung
Artikel »Liebestod im Vertrauen: Calixto Bieito inszeniert Wagner«
Interview mit Philippe Jordan: »Ausflug in die Seelenwelt«
Interview mit Calixto Bieito: »Ein Traumgedicht«
Interview mit Andreas Schager und Martina Serafin: »Die Wahrhaftigkeit des Moments«

Die Einführungsmatinee vom 3. April 2022 kann auf dem Youtube-Kanal der Wiener Staatsoper nachgesehen werden, eine musikalische (Video)-Partiturführung mit Philippe Jordan ist in Arbeit und wird ebenso vor der Premiere online veröffentlicht.
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JACQUELYN WAGNER: FÜNF FRAGEN ZU ELSA UND „LOHENGRIN“

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Jacquelyn Wagner, Eric Cutler. Foto: Ruth Walz

Die diesjährige große Opernproduktion der Salzburger Osterfestspiele ist am 9. und 18. April Wagners „Lohengrin“ unter der musikalischen Leitung Christian Thielemanns. Jossi Wieler und Sergio Morabito sind für die Inszenierung verantwortlich, die als Koproduktion in Zukunft auch an der Wiener Staatsoper gezeigt werden wird. Der Sängerin der Elsa Jacquelyn Wagner haben wir fünf Fragen zu ihrer Rolle und „Lohengrin“ gestellt. Die Amerikanerin, die seit 2006 in Berlin lebt, ist eine versierte Interpretin großer Partien des deutschen Fachs. Dem Wiener Publikum ist sie in wunderbarer Erinnerung unter anderem als Euryanthe und zuletzt als Marschallin im „Rosenkavalier“. In Innsbruck hat sie gerade ihr umjubeltes Rollendebüt als Salome gegeben. Neben der Elsa ist Eva in „Die Meistersinger von Nürnberg“, die sie unter Daniele Gatti an der Mailänder Scala und bei den Osterfestspielen vor drei Jahren mit Christian Thielemann in Salzburg gesungen hat ein wichtiger Pfeiler im Wagner-Repertoire der Sängerin.

1) Sie haben im Jahr 2019 Ihr Rollendebüt als Elsa in „Lohengrin“ gegeben, ebenfalls in Salzburg. Betrachten Sie die Partie heute durch die Arbeit mit Christian Thielemann und dem Regie-Team Wieler/Morabito bei den Osterfestspielen unter einem anderen Blickwinkel? Hat sich die Rolle in den letzten zweieinhalb Jahren weiterentwickelt?

Natürlich hat sich die Rolle für mich entwickelt und ist in den letzten zweieinhalb Jahren gereift, nicht nur stimmlich. Die Inszenierung von Jossi und Sergio hat mir dabei geholfen, Elsa aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen. Sie machen sie mehr zur Täterin und weniger zum Opfer, wie sie ja sonst meist dargestellt wird. Elsa ist hier weniger unschuldig und naiv als sonst. Die Arbeit an der Rolle hier in Salzburg und die Elsa einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten war spannend und hat sich für mich als Künstlerin sehr gelohnt. Mir gefällt es, dass die Rolle der Elsa in dieser Inszenierung anders, stärker und einfach interessanter als sonst auf die Bühne gebracht wird.

2) Wie würden Sie den Charakter der Elsa beschreiben?

Das ist etwas kompliziert. Es ist nämlich ziemlich leicht zu glauben, dass sie nur eine schuldlose Frau ist, die einfach an eine Vision geglaubt hat. An eine Vision von ihrem Retter. Und die dann alles wegwirft, nur um herauszufinden, wer er ist. Sie hat auf jeden Fall viel mehr Facetten. In dieser Inszenierung steht eine komplexere Elsa auf der Bühne als sonst. Aber letzten Endes ist das Stück ein Märchen. Und in vielen Märchen scheint es ein reines Mädchen zu geben, das Dinge tut, die die meisten Frauen normalerweise nicht tun oder glauben würden!

3) Was sind für Sie die größten Herausforderungen der Rolle?

Es ist nunmal eine Wagner-Oper und somit ist das Orchester groß. Besonders im dritten Akt ist die Orchestrierung sehr dick und man muss aufpassen, nicht zu viel Stimme zu geben. Es ist für mich auch wichtig darauf zu achten, so textdeutlich wie nur möglich zu singen, sodass die Zuschauer die Geschichte auch verstehen.

4) Viele denken beim Stichwort „Wagner“ tatsächlich erstmal an ein großes, lautes Orchester, das es zu überwinden gibt. Wie verhält sich das bei der Elsa, abgesehen vom dritten Akt?

Wie ich gerade erwähnt habe, ist eben dieser dritte Akt definitiv eine Herausforderung. Einfach weil die Orchestrierung dichter ist, aber auch die Tessitura in diesem Akt etwas tiefer sitzt. Im ersten Akt hingegen hat Elsa die schöne Arie „Einsam in trüben Tagen“ zu singen, die Wagner gnädigerweise mit leichter Orchestrierung und vielen Piani geschrieben hat. Auch der zweite Akt hat viele schöne, friedliche Momente. Insgesamt kann ich also sagen, dass ein lautes Orchester und hochdramatischer Gesang nicht die Bezeichnungen wären, an die ich zuerst denke wenn es um „Lohengrin“ und die Elsa geht. Elsa ist definitiv nicht so dramatisch wie die meisten anderen Wagner-Heroinen. Aber es gibt durchaus ein paar Herausforderungen, die es während der Oper zu bewältigen gilt!

5) Die Elsa ist für Sie nach der Gutrune in „Götterdämmerung“ und Eva in „Die Meistersinger von Nürnberg“ die dritte größere Wagner-Partie, die Sie in Ihr Repertoire aufgenommen haben. Folgt nun bald die „Tannhäuser“-Elisabeth und gibt es weitere Wagner-Rollen, die Sie in Zukunft gerne singen würden?

Da ich keine sehr dramatische Stimme habe, werde ich sehr vorsichtig sein was weitere Wagner-Rollen angeht. Vielleicht kommt Elisabeth in der Zukunft, aber nicht sehr bald. Ich bin sehr froh, bei den Wagner-Rollen zu bleiben, die ich schon gesungen habe. Die schwereren Partien überlasse ich gerne anderen Wagner-Sängern, da gibt es so viele ausgezeichnete Sängerinnen! Außerdem habe ich gerade dieses Jahr bereits in einer riesigen Rolle des deutschen Fachs debütiert, nämlich als Salome. Das ist zwar kein Wagner, war aber ein großes Debüt und es ist völlig in Ordnung für mich, nun erstmal wieder Rollen zu singen, die ich bereits im Repertoire habe. Nach der Elsa in Salzburg kommt wieder „Fidelio“, und zwar in Hamburg. Und im Sommer kommt endlich einmal wieder eine Puccini-Partie: Magda in „La Rondine“ in Torre del Lago.
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WIENER STAATSOPER: DIE BEIDEN NÄCHSTEN STREAMS

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DER ROSENKAVALIER an der Wiener Staatsoper (7.4.2022)

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

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Günther Groissböck, Louise Alder. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

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Michèle Losier, Johanni van Oostrum. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

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Louise Alder, Michèle Losier. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn
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VIER NEUENGAGEMENTS BEIM STAATSBALLETT BERLIN. NEU: ERSTER SOLOTÄNZER DAVID MOTTA SOARES

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 David Motta Soares ist ab sofort Erster Solotänzer des Staatsballetts Berlin. Des Weiteren ergänzen Bruna Fernanda Cantanhede Gaglianone als Demi-Solotänzerin und Erick Swolkin als Gruppentänzer die Compagnie. Maria Valter aus der Ukraine wurde außerdem als Fellow im Mentorship Programme aufgenommen.

David Motta Soares wurde in Cabo Frio in Brasilien geboren und begann dort 2007 seine Ausbildung an der Ballettschule Regina und Ofelia Corvello. Im Jahr 2010 führte er sie an der Bolschoi Ballettschule weiter und wurde nach seinem Abschluss 2015 in die Compagnie des Bolschoi Theaters aufgenommen. Als Leading Soloist tanzte er Hauptpartien in einem breiten Spektrum von Tanzstilen, sein Repertoire erstreckt sich von Albert in GISELLE von Juri Grigorowitsch, Thaor in PHARAO`S DAUGHTER von Pierre Lacotte über Solopartien in JEWELS von George Balanchine, Romeo in ROMEO UND JULIA von Alexei Ratmansky, Gaston Rieux in DIE KAMELIENDAME von John Neumeier bis hin zu James in LA SYLPHIDE von Johan Kobborg, Prinz Florizel in WINTER’S TALE von Christopher Wheeldon und Shelmardin in ORLANDO von Christian Spuck.

Neue Ensemble-Mitglieder sind außerdem Bruna Fernanda Cantanhede Gaglianone und Erick Swolkin, die das Staatsballett als Demi-Solotänzerin und Gruppentänzer bereichern. Beide waren in den letzten elf Jahren ebenfalls in der Ballett-Compagnie des Bolschoi Theaters als Koryphäen tätig.

Als Fellow wurde Maria Valter in das Enhance Mentorship Programme aufgenommen. Die Ukrainerin beendete ihre Ausbildung an der Ballettakademie der Hochschule für Musik und Theater München und nimmt nun an dem neuen Weiterbildungsprogramm des Staatsballetts Berlin teil, das sich als Brücke zwischen Schule und Berufsleben versteht.


STAATSTHEATER KASSEL: PREMIERENVERSCHIEBUNG „La muette de Portici“

 Aufgrund einer Kombination verschiedener krankheitsbedingter Ausfälle, die bei einer so selten gespielten Oper nicht kurzfristig ersetzt werden können, muss das Staatstheater Kassel zu seinem großen Bedauern die für Samstag, den 9. April 2022, geplante Premiere der Oper „La muette de Portici“ kurzfristig verschieben. Ein neuer Premierentermin wird aktuell gesucht und schnellstmöglich bekannt gegeben.

Daniel Aubers heute nur noch höchst selten gespielte Grand opéra „La muette de portici begründete 1828 die für atemberaubenden Gesang, überwältigende Massenchöre, aufwändige Bühnentechnik und Opulenz stehende Monumentalgattung der Grand opéra mit. Vor diesem Hintergrund führen bereits einzelne Erkrankungen im Ensemble dieser aufwändigen Oper dazu, dass diese in einer angemessenen künstlerischen Qualität nicht zur Premiere gebracht werden kann.

Im Sinne der musikalischen Qualität erfolgt daher, erstmals seit Beginn der Intendanz von Florian Lutz im Herbst 2021, eine Premierenverschiebung.
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Wiener Kammerorchester: SONNTAG IN KITTSEE

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Dirigent: Christoph Koncz

Pause

https://kammerorchester.com/konzert/pannonisches-forum-kittsee_1762.html?date=10252

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  • Der österreichische Schriftsteller Franzobel empfiehlt der Ukraine die rasche Kapitulation. Er hielte besser den Mund
    In einem Zeitungsartikel verbreitet der Autor Anschauungen, die vor allem seine vollkommene Ignoranz verraten. Jetzt lesen
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WIESBADEN: Verdis »Aida« und »Requiem« bei den Internationalen Maifestspielen 2022

Das Teatro Petruzzelli in Bari zählt zu 13 großen Staatsopern Italiens. Bei den diesjährigen Maifestspielen wird an die lange Tradition italienischer Gesamtgastspiele in Wiesbaden wieder angeknüpft. Mit gleich zwei absoluten »Dauerbrennern« des italienischen Repertoires ist das Teatro Petruzzelli zu Gast, nämlich der mitreißenden Oper »Aida« sowie der monumentalen »Messa da Requiem« von Giuseppe Verdi.

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Copyright: Clarissa Lapolla

»Aida«

Am Donnerstag, 5. Mai 2022 um 19.30 Uhr im Großen Haus.

Weitere Vorstellungen am 7. & 8. Mai um 19.30 Uhr und um 18.00 Uhr.

Seit ihrer Uraufführung im Jahr 1871 ist Verdis »Aida« ein absoluter Welterfolg auf allen Opernbühnen. Seine anhaltende Beliebtheit verdankt das Werk nicht zuletzt dem legendären Triumphmarsch mit den sogenannten, eigens dafür entwickelten »Aida-Trompeten«. Doch auch die Handlung, von Textdichter Antonio Ghislanzoni in einem fiktiven, alten Ägypten verortet, ist voll von Tragik und herzzerreißenden Emotionen: Radamès, der frisch ernannte ägyptische Feldherr, und die äthiopische Königstochter Aida, die in Ägypten als Sklavin gefangen gehalten wird, sind unsterblich ineinander verliebt. Da sich ihre beiden Heimatländer im Krieg befinden, müssen sie ihre Liebe jedoch geheim halten. Durch eine Verkettung unglückseliger Umstände nimmt die Geschichte schon bald einen dramatischen Verlauf und sorgt dafür, dass am Ende beim Publikum kein Auge trocken bleiben dürfte.

Musikalische Leitung Giampaolo Bisanti Inszenierung Mariano Bauduin Bühne Pier Paolo Bisleri Kostüm Marianna Carbone Chor Fabrizio Cassi

Mit Saioa Hernández, Maria Teresa Leva, Roberto Aronica, Dario Di Vietri, Carmen Topciu, Rossana Rinaldi, Vladimir Stoyanov, Elia Fabbian, Alessandro Spina, Ramaz Chikviladze, Romano Dal Zovo, Nikolina Janevska, Saverio Fiore, Chor & Orchester des Teatro Petruzzelli di Bari

»Messa da Requiem«

Am Freitag, 6. Mai 2022 um 19.30 Uhr im Großen Haus.

Verdis »Messa da Requiem« ist ein gewaltiges Werk, dessen machtvolle Wirkung diese kirchenmusikalische Schöpfung zu einem der beliebtesten Konzertstücke des Komponisten avancieren ließ. Aufgrund seines ebenso einfühlsamen wie persönlichen Charakters wurde das Stück allerdings zuweilen auch als »Verdis schönste Oper« betitelt. Eine Messvertonung voller Dramatik, musikalischer Schönheit und packender Gänsehautgarantie.

Musikalische Leitung Giampaolo Bisanti, Chor Fabrizio Cassi
Mit Maria Teresa Leva, Veronica Simeoni, Azer Zada, Riccardo Fassi, Chor & Orchester des Teatro Petruzzelli di Bari

Weitere Informationen unter www.staatstheater-wiesbaden.de

Theaterkasse: Telefon 0611.132 325 | E-Mail: vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de | www.staatstheater-wiesbaden.de

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ORF III am Wochenende: Neue Folgen der „zeit.geschichte“-Reihe „Wuchteln, Schmäh, Politsatire – Die Geschichte des Kabaretts“

Außerdem: „Erlebnis Bühne“ im Zeichen von Beethovens Klavierkonzerten =

Wien (OTS) – ORF III Kultur und Information zeigt am Samstag, dem 9. April 2022, ab 20.15 Uhr zwei neue Produktionen der „zeit.geschichte“-Reihe „Wuchteln, Schmäh, Politsatire – Die Geschichte des Kabaretts“. Am Sonntag, dem 10. April, steht der Hauptabend im Zeichen von Beethoven: Präsentiert wird ein Konzert der Musikuniversitäten MUK und mdw aus dem ORF RadioKulturhaus.

Samstag, 9. April

Im Hauptabend setzt ORF III die zeit.geschichte-Reihe „Wuchteln, Schmäh, Politsatire – Die Geschichte des Kabaretts“ mit zwei neuen Ausgaben fort. Das österreichische Kabarett ist eng verwoben mit der Historie der rot-weiß-roten Republik und Gesellschaft. In zwei Folgen kommentieren aktuelle Kabarettgrößen Pointen und Ereignisse von den späten 1970ern bis zum Ende der 1990er.

Die erste Episode „Wuchteln, Schmäh, Politsatire – Geschichte des österreichischen Kabaretts 1978–1989“ (20.15 Uhr) beschäftigt sich mit dem Boom des Kabaretts nach der Arena-Besetzung und den neuen Aussichten der jungen Kabarett-Künstler/innen dieser Zeit. Neben den etablierten Theaterbühnen als Schauplätze entwickelte sich zur damaligen Zeit eine kabarettistische Szene in Gasthäusern, die den Künstlern Räume für ihre Auftritte zur Verfügung stellten. Kabarettisten und Kabarettistinnen begannen auf Tournee zu gehen, und statt typischem Nummernprogramm war das Soloprogramm angesagt. Darin wurde der Mensch anstelle politischer Themen zum Mittelpunkt der kabarettistischen Betrachtung. Josef Hader, Lukas Resetarits, Andreas Vitásek und viele andere etablierten sich zu echten Kabarettgrößen. Legendäre Gruppen wie die Hektiker oder Schlabarett entstanden. Immer begleitet von gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen sowie zahlreichen Skandalen.

Anschließend geht es in einer weiteren Folge „Wuchteln, Schmäh, Politsatire“ um die „Geschichte des österreichischen Kabaretts 1989–2000“ (21.05 Uhr). In der zweiten Premiere des Tages dreht sich alles um den Fall des Eisernen Vorhangs. Ein neues Zeitalter brach an, auch im österreichischen Kabarett. Mit den weitläufigen Auswirkungen der Wende, dem Jugoslawien-Krieg, dem österreichischen EU-Beitritt und dem Aufstieg Jörg Haiders war nichts mehr so, wie es einmal war. Um als guter Kabarettist bzw. gute Kabarettistin zu gelten, musste man aber nicht mehr politisch und tagesaktuell sein. Alfred Dorfer, Reinhard Nowak, Andrea Händler und andere begaben sich neben ihren Ensemble-Formationen nun auch auf Solopfade. Fast alle Größen der Szene spielten Theater-ähnliche Monodramen. Josef Hader baute seine Erfolge aus. Sein Programm „Privat“ hielt sich über zehn Jahre lang. 1993 galt als ein „Epocheneinschnitt“ in der Geschichte des Kabaretts in Österreich: Der Film „Indien“ kam in die Kinos. Ein österreichisches Unikum war geboren: der „Kabarettfilm“. Der große Erfolg wurde erst durch „Hinterholz 8“ in den späteren 1990er Jahren übertroffen.

Sonntag, 10. April

Der Meister der Wiener Klassik, herausragende Talente der österreichischen Musikszene und viel Spielfreude: Das sind die Zutaten für ein Konzert der Extraklasse, zu dem die zwei größten Musikuniversitäten des Landes in Zusammenarbeit mit ORF III einladen. Die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) und die Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) präsentieren mit „Erlebnis Bühne – Ein Fest für Beethoven! Die fünf Klavierkonzerte gespielt von jungen Interpret:innen“ (20.15 Uhr) erstmals gemeinsam alle fünf Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven. Dargeboten werden die Konzerte für Klavier und Orchester in der Reihenfolge, in der sie der Komponist tatsächlich geschrieben hat: Somit beginnt das rund dreieinhalbstündige Kulturereignis im ORF RadioKulturhaus mit dem zweiten Konzert in B-Dur op. 19, gefolgt vom später entstandenen ersten Klavierkonzert in C-Dur op. 15. Das anschließende Werk Nr. 3 c-Moll op. 37 gilt als Beethovens erstes Klavierkonzert mit sinfonischen Merkmalen. Nach dem vierten Konzert in G-Dur op. 58 beschließt Beethovens letztes vollendetes Klavierkonzert, Nr. 5 Es-Dur op. 73, das auch unter dem Titel „Emperor Concerto“ bekannt ist, den musikalischen Abend aus dem ORF RadioKulturhaus, begleitet von der Webern Kammerphilharmonie. Es spielen die jungen Pianistinnen und Pianisten Seika Ishida (24) aus Japan, Amina Mamedova (20) aus Russland mit aserbaidschanischen Wurzeln, Maximilian Kromer (26) aus Wien, Hugo Llanos Campos (27) aus Chile und Jingfang Tan (23) aus China. Die musikalische Leitung übernehmen internationale Studierende der drei Dirigierklassen der mdw: Am Pult der Webern Kammerphilharmonie stehen Gaetano Lo Coco (25) aus Italien, Sangyoung Han (34) aus Südkorea, Paul-Boris Kertsman (23) aus den USA, Rodrigo Sámano Albarrán (27) aus Mexiko und Ángela Valera Casanova (30) aus Spanien. Barbara Rett moderiert den Konzertabend.
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