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INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 7. AUGUST 2021)

07.08.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 7. AUGUST 2021)

FOYER: DIE GLORREICHEN DREI. Streaming Tipps für das Wochenende

Salzburger Festspiele 2021

DON GIOVANNI
Eroberungsrausch und Verdammnis: Mozarts legendäre Oper in der bildgewaltigen, heiß diskutierten Neu-Inszenierung von Romeo Castellucci

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Anna Lucia Richter, Davide Luciano. Foto: Salzburger Festspiele/Ruth Walz

Keine Moral, kein Gesetz – in Mozarts berühmter Oper „Don Giovanni“ stellt ein Mann sein Lustprinzip über alles. ARTE zeigt die Neuinszenierung von den Salzburger Festspielen – bildstark inszeniert vom italienischen Theatermacher Romeo Castellucci, musikalisch umgesetzt vom charismatischen Dirigenten Teodor Currentzis. „Don Giovanni“ gehört bis heute zu Mozarts erfolgreichsten Werken bis heute. 1787 in Prag…
Live-Stream am 7. August 2021, 22:04 Uhr

DON GIOVANNI wird zeitgleich auch vom ORF übertragen. Deshalb bietet sich für uns die Chance, der Moderatorin Annette Gerlach zu entgehen

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Abend

 

Anne-Sophie Mutter – Eine von hier

Film von Ulrike Gehring
Jahrhundertgeigerin, Weltbürgerin und Kämpferin für die Zukunft der klassischen Musik: Anne-Sophie Mutter im Portrait
Sie hat sich gut überlegt, was sie sagen wird: Drei Minuten hat Stargeigerin Anne-Sophie Mutter Zeit. Für eine Ansprache vor der Wirtschaftselite der Welt. Staatschefs und Konzernlenker werden nicht nur ihrer Geige lauschen, sondern ihren Worten. Und die werden alles andere als harmonisch sein. Denn das Wunderkind von einst ist längst ihrer angepassten Rolle entwachsen:…

Anschauen

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Anna Netrebko und Rolando Villazón über ihre legendäre gemeinsame „La Traviata“

Eine Doku über die Salzburger Festspiele 2005
Das Operntraumpaar par excellence – zum Anfassen nah!
Salzburg 2005: Verdis „La Traviata“ schlägt ein wie eine Bombe. Nie zuvor schienen Opernstars so zum Anfassen nah, nie zuvor waren sie so präsent in den Medien. Anna Netrebko und Rolando Villazón in den Hauptrollen standen zwar nicht zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne, doch in Salzburg wurden sie endgültig zu Superstars. Jeder für…
Live-Stream am 8. August 2021, 17:55 Uhr

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„100 Jahre Salzburger Festspiele“ im Kino: Am 21. und 22. August kommen bei Verdis „Aida“ mit Anna Netrebko in der Titelrolle und Riccardo Muti am Dirigentenpult große Gefühle auf die Leinwand bei „Salzburg im Kino“

Salzburg im Kino | 100 Jahre Salzburger Festspiele | erstmalig im Kino |  offizielle Film Website | www.salzburgimkino.de

Sie ist die Primadonna assoluta der Oper, er der gefeierte Verdi-Spezialist am Dirigentenpult: Star-Sopranistin Anna Netrebko und Dirigent Riccardo Muti, der gerade seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Seit vielen Jahren begeistern beide das Publikum der Salzburger Festspiele, im Jahr 2017 zusammen bei Anna Netrebkos Rollendebüt als Titelfigur in Verdis „Aida“. Am 21. und 22. August kommt diese Produktion, in eindrucksvollen Bildern inszeniert von Shirin Neshat, bei „Salzburg im Kino“ auf die Leinwände in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Viel Aufregung gab es im Vorfeld der Salzburger „Aida“ von 2017 um das gewagte Operndebüt der iranischen Fotografin, Video-Künstlerin und Filmregisseurin Shirin Neshat, die im New Yorker Exil lebt. Sie verweigerte dem Salzburger Publikum konsequent jeden Orientkitsch und spielte mit diversen Bezügen auf die aktuelle Flüchtlingskrise an. Damit machte sie aus „Aida“ mehr als ein simples Eifersuchtsdrama: Sie machte es zum Antikriegsstück und zu einer Mahnung zu Pazifismus und Humanismus. Dass sich diese „umjubelte Salzburger Aida musikalisch nicht überbieten lässt“ (Concerti), ist einerseits Starsopranistin Anna Netrebko zu verdanken, die mit der extrem anspruchsvollen Rolle der versklavten Königstochter ihr Rollendebüt gab; andererseits den farbenprächtig spielenden Wiener Philharmonikern unter dem Dirigat des Verdi- und Salzburg-Kenners Riccardo Muti.
„Aida“ ist Giuseppe Verdis drittletzte Oper und wurde 1871 am damals neuen Opernhaus in Kairo uraufgeführt. Während der Vorbereitung des Werks informierte sich Verdi über ägyptische Geografie, religiöse Traditionen und antike Musikinstrumente, was sich in den sogenannten „ägyptischen Trompeten“ niederschlug, die eigens für den berühmt-berüchtigten „Triumphmarsch“ entworfen wurden und vor allem optisch an altägyptische Instrumente erinnern. Wer Verdis Musik aufmerksam hört, weiß aber, dass es dem Komponisten nicht um musikalischen Exotismus ging, sondern – wie in vielen seiner Opern – um Kritik an einer menschenverachtenden Gesellschaft, diesmal eben im ägyptischen Gewande.
Die bildkräftige Produktion der Salzburger Festspiele aus dem Jahr 2017 mit der gefeierten Anna Netrebko in der Titelrolle wird für das Kinopublikum dank großartiger Filmregie aus nächster Nähe erlebbar. Das Rahmenprogramm zu „Aida“ präsentieren wie immer die Opernexpert*innen von BR-KLASSIK. Mehr Informationen zu Terminen und teilnehmenden Kinos unter www.salzburgimkino.de.

Giuseppe Verdi: Aida
Oper in vier Akten (1870/71)
Libretto von Antonio Ghislanzoni nach einem Szenarium von Auguste Mariette
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Riccardo Muti, Musikalische Leitung
Shirin Neshat, Regie
Christian Schmidt, Bühne
Tatyana van Walsum, Kostüme
Reinhard Traub, Licht
Martin Gschlacht, Kamera
Thomas Wilhelm, Choreografie
Bettina Auer, Dramaturgie

Roberto Tagliavini, Der König
Ekaterina Semenchuk, Amneris
Anna Netrebko, Aida
Francesco Meli, Radamès
Dmitry Belosselskiy, Ramfis
Luca Salsi, Amonasro
Bror Magnus Tødenes, Ein Bote
Benedetta Torre, Oberpriesterin
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung
Wiener Philharmoniker
Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker, Bühnenmusik

Dauer (inkl. Rahmenprogramm): ca. 3 Stunden

Salzburg im Kino bietet einem breiten Publikum die Möglichkeit, weltbekannte Opern-Inszenierungen aus faszinierender Nähe und in bestmöglicher Qualität zu erleben. Begleitet von einem unterhaltsamen Rahmenprogramm, das mit freundlicher Unterstützung von BR-Klassik jeweils exklusiv für die Kinovorführung produziert wird, bietet sich jedem die Gelegenheit an den weltberühmten Festspielen teilzuhaben oder in die Opernwelt einzutauchen. Nachdem bereits die Live-Übertragungen der Eröffnung von 2020 mit „Jedermann“ und „Elektra“ ein großer Erfolg im Kino waren, bietet die neue Kinoreihe in einmaliger Weise die Gelegenheit, das besondere Jubiläum im (auch offiziell) verlängerten Jubiläumsjahr 2021 mitzuerleben. Präsidentin Helga Rabl-Stadler dazu: „Salzburg ist und bleibt ganz nah – nur ein Kino weit entfernt!

100 Jahre Salzburger Festspiele – weitere Termine im Kino:

• 4./5. September Strauss: SALOME (2018)
• 18./19. September Mozart: LE NOZZE DI FIGARO (2006)
• 16./17. Oktober Verdi: DON CARLO (2013)
• 30./31. Oktober Puccini: LA BOHÈME (2012)
• 27./28. November Beethoven: FIDELIO (2015)
• 18./19. Dezember Mozart: ZAUBERFLÖTE (2018)

Die Produktion liegt bei UNITEL CINEMA, den Kinoverleih betreut NORDPOLARIS in Zusammenarbeit mit 24 Bilder. Die Kinotickets kosten zwischen 15 und 20€. Der VVK läuft online sowie vor Ort in den teilnehmenden Kinos.

Alle Infos zu den ausgewählten Produktionen sowie den teilnehmenden Kinos finden Sie laufend aktualisiert unter www.salzburgimkino.de, das Presskit ist unter diesem Link zu finden.

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KAMMEROPER SCHLOSS RHEINSBERG: Weitere „Fidelio“-Debüts auf der Bühne am Kavalierhaus – Maria Keller dirigiert zwei Vorstellungen

Nach der erfolgreichen Premiere von Beethovens Oper „Fidelio“ am 4.8.2021 stehen in den nächsten Aufführungen der Kammeroper Schloss Rheinsberg weitere Debüts bevor: Am Freitag, 6.8., ist auf der Bühne am Kavalierhaus eine fast komplett neue Cast zu erleben. Bei den Vorstellungen am 11. und 12. August übernimmt Maria Keller die musikalische Leitung der Produktion am Pult der Brandenburger Symphoniker.

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Maria Keller mit dem Konzertmeister der Brandenburger Symphoniker Andreas Preißer (Fotos: Uwe Hauth)

Auf die erfolgreiche Premiere von Beethovens „Fidelio oder Die eheliche Liebe“ am 4.8.2021, bei denen neben der Schweizer Sopranistin Larissa Angelini in der Titelpartie auch der australische Tenor Brad Cooper (Florestan), der polnische Bass Bartosz Szulc (Rocco) sowie Florian Zanger (Bariton, Don Pizarro), Daniela Ruth Stoll (Sopran, Marzelline),Wagner Moreira (Tenor, Jaquino) und Helgi Reynisson (Bariton, Don Fernando) ihre Rollendebüts gegeben haben, ist bei der zweiten Vorstellung eine neue Besetzung auf der Bühne des Kavalierhauses zu erleben:

An der Seite von Florestan Brad Cooper gibt Milena Knauß am Freitag, 6.8.2021, ihr Rollendebüt als Leonore/Fidelio, Yinghao Liu singt den Kerkermeister Rocco, Evgeniya Selina seine Tochter Marzelline und Francisco Huerta den Pförtner Jaquino. Der grausame Gefängnis-Gouverneur ist Kyung-Jae Moon und Andreas Künkel der rettende Minister Don Fernando; Axel Paridon und Fjodors Sidkakovs singen erstmals ihre Soloparts als Gefangene.

Am Samstag, 7.8.2021, gibt der russische Tenor Anton Baibakov sein Debüt als Florestan an der Seite der Premieren-Leonore Larissa Angelini.

Am 11. und 12.8.2021 leitet die junge Dirigentin Maria Keller die Aufführungen am Pult der Brandenburger Symphoniker. Die an den Hochschulen in Köln und Düsseldorf ausgebildete Musikerin (Jahrgang 1997) wirkte bereits 2019 in Rheinsberg als musikalische Assistentin und Dirigentin an der Produktion von Flotows „Martha“ mit und assistierte bei der Einstudierung von „Fidelio“ Peter Gülke.

Tickets
Musikkultur Rheinsberg (Mo-Fr 10-15 Uhr) Telefon: 033931 / 721 17
Mail: tickets@musikkultur-rheinsberg.de
Tourist-Information Rheinsberg Telefon: 033931 / 34940
Mail: info@tourist-information-rheinsberg.de

Preiskateorgie I 35 EUR / Preiskateorgie II 27 EUR
Bei Schlechtwetter haben Ticketinhaber*innen der Preiskategorie I einen Platz in der Ausweichspielstätte Schlosstheater. Ticketinhaber*innen der Preiskategorie II wird der Ticketpreis erstattet.
Wettertelefon ab 13 Uhr am Veranstaltungstag Telefon: 033931 / 721 14

Die Rückfahrt aus Rheinsberg direkt nach Berlin nach den Abendveranstaltungen ermöglichen Sonderzüge der NEB (Niederbarnimer Eisenbahn) bzw. Busshuttles der Reederei Halbeck (im Vorverkauf zu buchen; Übersicht dazu wie zum Hygienekonzept auf www.kammeroper-schloss-rheinsberg.de unter Besucherinfo/Tickets & Service).

Weitere Infos: www.kammeroper-schloss-rheinsberg.de
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ORF III am Wochenende: Premiere für „Nero“ von den Bregenzer Festspielen 2021 und „Eine musikalische Reise durch Österreich“

 Außerdem: „Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs“ im vierteiligen „zeit.geschichte“-Abend, Simonischek-Schwerpunkt und Live-Gottesdienst =

Wien (OTS) – ORF III Kultur und Information feiert am Sonntag, dem 8. August 2021, den ORF-Kultursommer mit der TV-Premiere von Arrigo Boitos „Nero“ von den Bregenzer Festspielen 2021. Davor lädt eine „Erlebnis Bühne“-Neubearbeitung zur „musikalischen Reise durch Österreich“ mit den schönsten Melodien der Strauss-Dynastie. Die Klassikplattform myfidelio präsentiert den Abend ebenfalls live um 20.15 Uhr sowie im Anschluss als Video-on-Demand zum Nachsehen auf www.myfidelio.at. Tagsüber beleuchtet ORF III die bildenden Künste in Salzburg, bevor ein katholischer Gottesdienst auf dem Programm steht. Bereits am Samstag, dem 7. August, lässt ORF III Peter Simonischek zum 75. Geburtstag mit einem siebenteiligen Schwerpunkt hochleben. Am Abend stehen vier Teile der zehnteiligen Dokureihe „Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs“ auf dem Programm.

Samstag, 7. August

Am Samstag startet ORF III den Simonischek-Geburtstagsreigen mit der Doku „Landsommer – Ein Sommer wie damals“ (9.20 Uhr) aus dem Jahr 2017: Persönlichkeiten wie Peter Simonischek, Friedrich von Thun, Willi Resetarits und Cornelius Obonya erzählen darin ihre Sommergeschichten von malerischen Orten Österreichs. Danach zeigt ORF III den Spielfilm „Der Kaktus“ (10.55 Uhr), gefolgt von der mit Senta Berger, Peter Simonischek und Götz George starbesetzten Romanze „Einmal so wie ich will“ (12.25 Uhr) von Vivian Naefe aus dem Jahr 2005. Auf „Alles Glück dieser Erde“ (13.55 Uhr) folgen die Dacapos der „Daniel Käfer“-Verfilmungen „Die Schattenuhr“ (15.25 Uhr) und „Die Villen der Frau Hürsch“ (17.00 Uhr). Der Schwerpunkt schließt mit dem von Julian Pölsler 2009 inszenierten Historiendrama „Geliebter Johann Geliebte Anna“ (18.35 Uhr). In der Liebesgeschichte zwischen dem Habsburger-Erzherzog Johann (Tobias Moretti) und der Postmeisterstochter Anna Plochl (Anna Maria Mühe) verkörpert der Jubilar Annas Vater.

Im Hauptabend kommt es zu „Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs“. Im ersten Teil der zehnteiligen „zeit.geschichte“-Dokureihe wird der „Blitzkrieg“ (20.15 Uhr) beleuchtet. Nach dem Einmarsch von Hitlers Truppen in Polen erklären Großbritannien und Frankreich Deutschland den Krieg. Als Ablenkungsmanöver beginnt die Wehrmacht den Westfeldzug und marschiert in die Niederlande, Belgien und Luxemburg ein. Es folgen „Die Luftschlacht um England“ (21.10 Uhr), „Schlacht um die Midway Inseln“ (22.05 Uhr) und „Hiroshima“ (23.00 Uhr).

Sonntag, 8. August

Auf dem Programm am Sonntag steht „Wa(h)re Kunst: Kunstplatz Salzburg – ein Streifzug durch die Galerieszene der Stadt“ (9.35 Uhr). Der Film beweist, dass sich die bildende Kunst im Schatten der Salzburger Festspiele ihren Platz erkämpft hat und begleitet dazu mehrere namhafte Künstlerinnen und Künstler sowie Galeristinnen und Galeristen. Anschließend um 10.00 Uhr überträgt „ORF III LIVE“ den katholischen Gottesdienst aus der Wallfahrtsbasilika Maria Dreieichen.

„Erlebnis Bühne“ unternimmt im Hauptabend „Eine musikalische Reise durch Österreich“ (20.15 Uhr) – ausgehend vom weltberühmten Goldenen Saal des Musikvereins. Das 2016 aufgezeichnete Konzert des Wiener Johann Strauss Orchesters wurde 2020 um Aufnahmen beeindruckender österreichischer Landschaften und spektakulärer Schauplätze und Denkmäler ergänzt.

Anschließend um 21.50 Uhr präsentiert „Erlebnis Bühne: Von den Bregenzer Festspielen 2021: Nero“. Arrigo Boitos Opernrarität handelt von jenem römischen Kaiser, der seine Mutter ermordete und die Stadt Rom in Brand setzte. Mit Rafael Rojas in der Titelpartie tragen die Bregenzer Festspiele zur Wiederentdeckung eines großen, bildgewaltigen, spätromantischen Werks bei. Dirk Kaftan dirigiert die Wiener Symphoniker in einer Inszenierung von Olivier Tambosi.
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ImPulsTanz: Joseph Beuys kurz angetastet und ein Glaubensbekenntnis zum künstlerischen Tanz (4.,5.8.2021)

Plastic Party Vienna – Happy Birthday Mr. Beuys!
Copyright: ImPulsTanz

Herr Beuys, schon 100 Jahre alt? Ja, „Happy Birthday Mr. Beuys!“ hat so rund ein Dutzend aus der Gefolgschaft von ImPulsTanz ausgerufen. In der neuen Libelle, obenauf am Dach des Leopold Museums. Glückskinder sie alle, denn Joseph Beuys (1921 bis 1986) hatte den Kunstjüngern seiner Zeit eine Erweiterung des Kunstbegriffes in die Münder gelegt. Sehr positiv aus sozialer Sicht gedacht. Somit zählt all dies, das munter kreiert und von den Händlern oder Managern als Kunst ausgegeben wird, zählt dies ein halbes Jahrhundert später nun schon als handelbarer Artikel ‚Kunstwerk‘. Beuys‘ Parole hat bestens funktioniert, und einige Jahrzehnte später leben wir heute in solch einer materiellen wie artifiziellen Kulturwelt die ihre Schwierigkeiten hat, innerlich schöne wie in die Tiefe gehende Kunst zu entstehen zu lassen – tagtäglich in den Galerien oder vor den Graffiti-Wänden (auch den beschmierten?) zu erleben.

Die ‚Plastic PartyVienna‘ hat sich auf eine Spurensuche nach Beuys-Fundstücken in der Performance-Szene begeben. Für Tänzer ist in seinen Aktionsplastiken, Installationen, multimedialen Kreationen nichts wirklich direktes da um es aufzuklauben. Somit ist ein bisschen Spiel, sind Verkleidungen & Rap & Verqueres in den diversen Selbstdarstellungen erlaubt. Zum Drüberstreuen passt solches schon für geneigte Augen und Ohren in der Szene.

Und weiter im MuTh-Theater in der Einzelgänger-Serie von ImPulsTanz: „Ballad“ nennt die burschikose Griechin Lenio Kaklea ihre Mischung aus Demo und Performance. Als ein Glaubensbekenntnis zu künstlerischem Tanz. Sie führt in die Techniken der Ausdruckstänzer der 20er Jahre oder der amerikanischen Modern-Dance-Pionierin Martha Graham ein, weist auf deren ästhetische Gestaltungsprinzipien hin. Pendelt zwischen Expressionismus und der aktuellen Gestik und Gebärdensprache geistig weit simplerer heutiger Art. Ruhig sprechend, mit gewisser Distanziertheit tanzend. Und auch sie, einem Zug der Zeit entsprechend: Sich auch nackt auf der Bühne zu zeigen scheint den Darstellern ein Bedürfnis zu sein, um die eigene persönliche Freiheit zum Ausdruck zu bringen.

Meinhard Rüdenauer
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