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INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 6. OKTOBER 2018)

06.10.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 6. OKTOBER 2018)

VOR DER „LES TROYENS-PREMIERE: ZWEI WEITERE PRODUKTIONSFOTOS


Joyce DiDonato (Didon), Brandon Jovanovich (Enée). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn


Anna Caterina Antonacci (Cassandra). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

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BAYERISCHE STAATSOPER: Wagner-Wochenende mit Kirill Petrenko – STREAMPROGRAMM

Wir freuen uns, Ihnen für den 6. und 7. Oktober ein On-demand-Wochenende mit Kirill Petrenkos Interpretationen von Tannhäuser und Parsifal anbieten zu können! Romeo Castelluccis Inszenierung von Tannhäuser sorgte im Mai 2017 für Furore und begeistert mit einer Besetzung, die ihresgleichen sucht: Klaus Florian Vogt in der Titelpartie, Anja Harteros als Elisabeth und Christian Gerhaher in der Rolle des Wolfram von Eschenbach. Christian Gerhaher singt auch in Pierre Audis Inszenierung von Parsifal neben Jonas Kaufmann (Parsifal), Nina Stemme (Kundry) und René Pape (Gurnemanz).

6. Oktober: „Tannhäuser“

Tannhäuser
Musikalische Leitung: Kirill Petrenko
Inszenierung: Romeo Castellucci
Mit Klaus Florian Vogt, Anja Harteros, Christian Gerhaher, Elena Pankratova, Georg Zeppenfeld

24 Stunden Video-on-demand
Sa, 6. Oktober 2018, 0.00 Uhr bis 23.59 Uhr

Nach oben
7. Oktober: „Parsifal“

Parsifal
Musikalische Leitung: Kirill Petrenko
Inszenierung: Pierre Audi
Mit Jonas Kaufmann, René Pape, Nina Stemme, Christian Gerhaher, Wolfgang Koch

24 Stunden Video-on-demand
So, 7. Oktober 2018, 0.00 Uhr bis 23.59 Uhr
Stream ohne Untertitel oder Untertitel in englischer Sprache

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WIEN/Staatsoper: Gespräch mit dem jungen Bassisten Peter Kellner

Von Träumen, die dabei sind, wahr zu werden

Von Manfred A. Schmid


Peter Kellner. Copyright: Kellner

Der sympathische 27-jährige Bassist Peter Kellner, der mir im Besprechungszimmer in der Direktionsetage der Wiener Staatsoper sichtlich gut gelaunt gegenübersitzt, hat in kurzer Zeit schon eine beachtliche Karriere hingelegt. Nach einigen Jahren an der Oper Graz, wo er quer durch das Repertoire vor allem jede Menge Mozart- und Rossini-Rollen singen konnte, ist er nun im Ensemble der Wiener Staatsoper gelandet, wo er gleich in der ersten Saison in der Neuproduktion von Les Troyens von Hector Berlioz mitwirken darf. Eine große Auszeichnung, auch wenn er, wie er sofort erläutert, nur in einer sehr kleinen Rolle auftreten werde. Als Panthée – eine Art Militärpfarrer, der das trojanische Heer begleitet – stehe er allerdings in allen fünf Akten fast immer auf der Bühne und habe dabei jeweils ein paar Sätze zu beizusteuern: „Kurze und prägnante Meldungen – und sehr trocken, wie es eben beim Militär zugeht.“

Zum INTERVIEW Peter Kellner von Dr. Manfred A. Schmid

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DAS MERKER-HEFT OKTOBER 2018 GEHT IN DEN VERSAND (ab Mitte des Monats auch im Arcadia-Shop der Wiener Staatsoper erhältlich

ABO-AUSKÜNFTE/ BESTELLMÖGLICHKEIT

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RECIFE/Nordost-Brasilien – Teatro de Santa Isabel  im Oktober 2018


Recife / Innenstadt. Foto: Dr. Klaus Billand


Teatro de Santa Isabel. Außenfront. Copyright: Dr. Klaus Billand

Vor ein paar Tagen fand im ehrwürdigen Teatro de Santa Isabel in Recife, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Pernambuco, die Feier zum 75. Jubiläum der Katholischen Universität von Pernambuco statt. Dabei bot sich die Gelegenheit, dieses schöne Theater, das leider nur selten Opernaufführungen erlebt, etwas besser kennen zu lernen. Es wurde vom französischen Architekten Louis Léger Vauthier im neoklassischen Stil der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Brasiliens erbaut und 1850 eingeweiht. Wie beim Teatro Amazonas in Manaus (über das jährlich stattfindende Amazonas-Opernfestival wurde hier oft berichtet) wurden damals die Architekten und viele Fachkräfte für den Theaterbau aus Europa angeworben. Auch Baumaterialien wurden aus der „Alten Welt“ beschafft.


Santa Isabel, Statue. Copyright: Dr. Klaus Billand

1869 brannte das Theater fast völlig nieder, wurde aber im originalen Stil wieder aufgebaut. Es trägt den Namen der Tochter des beliebten brasilianischen Kaisers Dom Petro II, Prinzessin Isabel. Der Kaiser besuchte im Jahre 1859 bei einer Reise durch die Nordostprovinzen Brasiliens das Haus auch persönlich. Das Teatro de Santa Isabel war die Plattform für die Kampagne von Joaquim Nabuco zur Abschaffung der Sklaverei in Brasilien. Hier einige Bilder.


Santa Isabel – Saal. Copyright: Dr. Klaus Billand


Santa Isabel – Ränge. Copyright: Dr. Klaus Billand

Klaus Billand aus Recife

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NÄCHSTE VERANSTALTUNG IN DER GALERIE DES ONLINE-MERKER – 22. OKTOBER

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NÄCHSTES KONZERT IM MERKER-KUNSTSALON


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IN DEN KINOS: Aus dem historischen Rathaus von Sydney: André Rieus erstes Kino-Neujahrskonzert!

Nur ein Wochenende! Samstag, 5. und Sonntag, 6. Januar 2019
Tickets auf

Aus dem historischen Rathaus von Sydney:
André Rieus erstes Kino-Neujahrskonzert!

Nur ein Wochenende!
Samstag, 5. und Sonntag, 6. Januar 2019
Tickets auf www.andreincinemas.com

Bildergebnis für andre rieu kino

Nur im Kino: André Rieu – Neujahrskonzert 2019 © Piece of Magic

Das Neue Jahr beginnt: mit frischem Schwung, neuen Vorsätzen und einem ganz neuen André Rieu-Konzert!
Walzerkönig André Rieu kommt am Jahresanfang mit einem besonderen Konzertereignis ins Kino zurück – ERSTMALIG mit einem Neujahrskonzert für die große Leinwand!

Der weltberühmte Violinist präsentiert ein stimmungvolles Konzert, das im Rathaus von Sydney in Australien aufgezeichnet wird. Am ersten Wochenende des Jahres 2019, am 5. und 6. Januar, wird das Konzert überall in Deutschland in mehr als 200 Kinos zu sehen sein – perfekt, um das Neue Jahr einzuläuten.

Vor dem Konzert sagte André Rieu: “Ich freue mich sehr darauf, zum ersten Mal überhaupt ein Neujahrkonzert in die Kinos zu bringen. Im historischen Rathaus von Sydney aufzutreten, ist wirklich aufregend, und ich kann es kaum erwarten, dieses Erlebnis mit dem Publikum auf der ganzen Welt zu teilen. Wir haben viele Überraschungen geplant – freuen Sie sich auf diesen Abend!
Der Jahresbeginn ist immer eine besondere Zeit für meine Familie und mich. Ich hoffe, dass wir alle zusammen gemeinsam das Neue Jahr 2019 feiern können!”

Das majestätische Rathaus von Sydney wird einen wunderschönen intimen Rahmen für dieses einzigartige, erste Kino-Neujahrkonzert von André Rieu bilden, wenn er mit seinem berühmten Johann Strauss Orchester auftritt, mit dem er bereits seit über 30 Jahren auf der Bühne steht.

Zusätzlich wird der Maestro Weltklasse-Soprane, die Platin-Tenöre und viele Überraschungen präsentieren, in einem spektakulären festlichen Konzert voller Hoffnung und Hits, mit einem Repertoire aus Stücken der Klassik und der populären Musik.
Das Kinopublikum erlebt außerdem einen exklusiven Blick hinter die Kulissen – und begleitet André Rieu auf einer ganz besonderen Tour mit seinen Fans durch das schöne Sydney.

André Rieus Maastricht-Konzert 2018 war weltweit ein großer Kinoerfolg. Alleine in Großbritannien und Irland wurden Ende Juli an den Kinokassen mehr als 1.7 Millionen Pfund umgesetzt, damit ist es dort das erfolgreichste Event Cinema-Konzert aller Zeiten.

Tickets für das Neujahrskonzert 2019 sind ab sofort in allen teilnehmenden Kinos und auf www.andreincinemas.com erhältlich.

Über André Rieu
Bekannt für seine energiegeladenen und festlichen Liveauftritte und mehr als 40 Millionen verkaufte Alben und DVDs weltweit, ist André Rieu der weltweite führende Pop-Klassik-Künstler und erscheint regelmäßig auf den weltweiten Listen der umsatzstärksten Konzert-Tourneen. Sein Johann Strauss Orchester mit bis zu 60 Musikern wurde 1987 gegründet, und mit seinen spektakulären Livekonzerten begeistert er jedes Jahr Hunderttausende von Fans weltweit.

Über Piece of Magic Entertainment
Piece of Magic Entertainment ist eine weltweit tätige Produktions- und Vertriebsgesellschaft, die Künstlern, Organisationen und Lizenzgebern Lösungen aus einer Hand anbietet, und über ein eigenes Produktionsstudio, Post-Produktionsmöglichkeiten und Personal verfügt.
Weitere Informationen finden Sie hier: www.pieceofmagic.com.

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GRAZ: THEATERFLOHMARKT AM 13.10.

„Die ganze Welt ist Bühne“ wusste schon William Shakespeare. Demgemäß ist der große Theaterflohmarkt von art + event | Theaterservice Graz am 13. Oktober 2018 eine einzigartige Gelegenheit, um auch Ihre Welt zur Bühne umzugestalten.

Vintage- und Theaterfreunde aufgepasst: Bühnenbildelemente, Kleinmöbel, Dekorationsmaterialien, Kostüme, Stoffreste und mehr warten im Rahmen des großen Theaterflohmarkts auf ein Upcycling durch ihre neuen Besitzer.

Zahlreiche abgespielte Dekorationen und Kostüme aus den verschiedensten Inszenierungen der letzten Jahre stehen zum Abverkauf.

Registrieren Sie sich HIER für unseren Flohmarkt und erhalten Sie einen € 5,- Flohmarkt-Gutschein – wir freuen uns auf Sie!

Datum und Uhrzeit: 
Samstag, 13. Oktober 2018
7.30 Uhr bis 14.30 Uhr

Adresse und Anreise
Dekorationswerkstatt von art + event | Theaterservice Graz, Sternäckerweg 120, 8042 Graz
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ORF III am Wochenende: „ORF-Lange Nacht der Museen 2018“ mit Live-Einstiegen und Dokus

Außerdem: live-zeitversetzte Verleihung „Christine-Lavant-Preis 2018“, „Der Rosenkavalier“ in „Erlebnis Bühne mit Barbara Rett“ =

Am Samstag, dem 6. Oktober 2018, steht anlässlich der 19. „ORF-Lange Nacht der Museen“ in ORF III Kultur und Information alles im Zeichen der österreichischen Museenlandschaft. ORF III meldet sich ganztags aus dem Wiener MuseumsQuartier mit zahlreichen Live-Einstiegen und einer 45-minütigen Sondersendung im Hauptabend, bei der hochkarätige Gäste erwartet werden. Weiters stehen Dokumentationen mit Karl Hohenlohe über die spannendsten Ausstellungen und Museen quer durch Österreich auf dem Programm. Am Sonntag, dem 7. Oktober, präsentiert ORF III am Vormittag einen Schwerpunkt zum „Christine-Lavant-Preis 2018“ inklusive live-zeitversetzter Übertragung der Verleihung im ORF RadioKulturhaus sowie im Hauptabend den Strauss-Klassiker „Der Rosenkavalier“ in „Erlebnis Bühne mit Barbara Rett“.

Samstag, 6. Oktober 2018: 19. „ORF-Lange Nacht der Museen 2018“

Der ORF-III-Programmtag zur „Langen Nacht der Museen“ beginnt bereits um 8.55 Uhr mit der Doku „Das neue Dom Museum Wien“. Weitere Highlights sind „Die Friedensidee im Museum“ (9.40 Uhr) zum 200-Jahre-Jubiläum von „Stille Nacht, Heilige Nacht“, „Haus der Geschichte – ‚100 Jahre Republik Österreich 1918–2018‘“ (13.35 Uhr), neue Folgen von „Was schätzen Sie ..?“ (19.25 Uhr) und „Aus dem Rahmen: 1918 und des Kaisers Schätze – Geschichten um das Haus der Geschichte“ (21.05 Uhr). Um 16.45 Uhr melden sich die ORF-III-Moderatoren Ani Gülgün-Mayr, Peter Fässlacher und Karl Hohenlohe mit dem ersten Live-Einstieg aus dem Museumsquartier. Höhepunkt des Programmtages ist die 45-minütige „ORF III LIVE“-Sondersendung (20.15 Uhr) mit Gülgün-Mayr und Fässlacher, die live von der Hauptbühne des MuseumsQuartiers zugeschaltet sind. Unter den prominenten Gästen sind u. a.: Schauspieler und Synchronsprecher Peter Matić, Astrologin und Radiomoderatorin Gerda Rogers, Musicaldarstellerin Maya Hakvoort, Musiker Norbert Schneider sowie Thomas Schäfer-Elmayer und Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP).

Nähere Details zum gesamten Programmtag in ORF III zur „ORF-Langen Nacht der Museen“ sind unter http://presse.ORF.at/ abrufbar.

Sonntag, 7. Oktober 2018: „Pixel, Bytes & Film – Artist in Residence: Wilma Calisir: (in)visible audience“ (9.40 Uhr), vierteiliger Christine-Lavant-Schwerpunkt inklusive Preisverleihung (ab 9.55 Uhr), „,Der Rosenkavalier‘ mit Elīna Garanča & Renée Fleming“ (20.15 Uhr)

Die Medienkunstreihe „Pixel, Bytes & Film – Artist in Residence“ (9.40 Uhr) stellt das Crossmedia-Kulturprojekt „(in)visible audience“ von Wilma Calisir vor – der Versuch, das digitale Porträt eines (un)sichtbaren Publikums zu erstellen.

Anlässlich des „Christine-Lavant-Preis 2018“ zeigt ORF III ein dreiteiliges „ORF III Spezial“ über die österreichische Schriftstellerin Christine Lavant – mit der Dokumentation „Du hast meine einfachen Wege durchkreuzt – Erinnerungen an Christine Lavant“ (9.55 Uhr), der szenischen Lesung „Vergiss dein Pfuschwerk, Schöpfer“ (10.30 Uhr) und dem neuen Porträt „Christine Lavant“ (11.15 Uhr) – und direkt danach die live-zeitversetzte Übertragung der Verleihung „Christine-Lavant-Preis 2018“ (11.30 Uhr) aus dem Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses. Ausgezeichnet wird der Schweizer Schriftsteller Klaus Merz, dessen Texte von der Schauspielerin Sophie Rois gelesen werden. Die feierliche Matinee moderiert ORF-Literaturexpertin Katja Gasser.

Im Hauptabend zeigt ORF III Richard Strauss‘ Oper „Der Rosenkavalier“ (20.15 Uhr) mit Elīna Garanča und Renée Fleming in der Inszenierung der Metropolitan Opera 2017 von Robert Carsen, dirigiert von Sebastian Weigle. Weiters singen Erin Morley und Günther Groissböck.
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ORF in memoriam Charles Aznavour: Porträt im „dokFilm“ am 7. Oktober, letztes Ö1-Interview in „Diagonal“ am 6. Oktober

 Außerdem im dokFilm: „Wie die anderen“ – Doku von Constantin Wulff über Kinder- und Jugendpsychiatrie =

Der ORF würdigt am Wochenende den am 1. Oktober 2018 im 95. Lebensjahr verstorbenen Chansonnier Charles Aznavour und zeigt am Sonntag, dem 7. Oktober, im „dokFilm“ um 23.05 Uhr in ORF 2 die zu seinem 90. Geburtstag entstandene filmische Hommage „Aznavour“ von Marie Drucker und Damien Vercaemer. Bereits am Samstag, dem 6. Oktober, sendet Ö1 um 17.05 Uhr in „Diagonal“ Ausschnitte des letzten Interviews des Senders mit dem oft als „französischer Frank Sinatra“ bezeichneten Sänger und Entertainer aus dem Jahr 2017. Außerdem im „dokFilm“ am Sonntag (anlässlich des „World Mental Health Day 2018“): Constantin Wulffs Dokumentarfilm „Wie die anderen“ (0.05 Uhr) über den routinierten, jedoch von sozialer Wärme und Empathie geprägten Alltag in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie.

dokFilm“ am 7. Oktober:
Aznavour“ (23.05 Uhr, ORF 2)
1924 als Sohn armenischer Flüchtlinge in Paris geboren, avancierte Charles Aznavour zum Weltstar: Er schrieb mehr als tausend Chansons, verkaufte weltweit mehr als hundert Millionen Alben und spielte in rund 70 Filmen. Sein Leben lang litt er jedoch darunter, dass er in seinem Heimatland Frankreich erst späte Anerkennung erfuhr. Bereits als Kind sang Aznavour im elterlichen Restaurant im Pariser Quartier Latin, nach seinem 14. Lebensjahr widmete er sich ganz der Musik und tourte ab 1944 mit dem Pianisten und Komponisten Pierre Roche durch Frankreich. Entdeckt wurde er schließlich von Édith Piaf, die ihn 1946 in einem Vorstadtcafé hörte – sie wurde zu seiner Mentorin, nahm ihn mit auf Tourneen durch Frankreich und die USA und half ihm, sich als Sänger zu etablieren. Anfang der 1960er Jahre gelang Charles Aznavour schließlich der internationale Durchbruch und seine Chansons wurden auch von Stars wie Liza Minnelli, Elton John, Johnny Hallyday und Ray Charles gecovert. Zu seinem 90. Geburtstag stimmte er erstmals einem umfassenden filmischen Porträt zu und erzählte vor der Kamera aus seinem bemerkenswerten Leben. Die Dokumentation von Marie Drucker und Damien Vercaemer zeigt öffentliche und private Filmaufnahmen, Interviews mit dem Sänger, sowie Berichte von Freunden und Bekannten und konzentriert sich dabei auf die Schlüsselmomente in Aznavours Karriere.

„Wie die anderen“ (0.05 Uhr)

Für seinen Dokumentarfilm „Wie die anderen“ hat Regisseur Constantin Wulff mehr als eineinhalb Jahre den oft schwierigen Arbeitsalltag in der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Landesklinikum Tulln verfolgt und sich einfühlsam an das Thema psychischer Erkrankungen angenähert. Im Mittelpunkt stehen die Schicksale von Kindern und Jugendlichen, die wegen unterschiedlichster psychischer Probleme in der Klinik in Behandlung sind. Die Dokumentation verzichtet völlig auf Interviews und Off-Kommentare, konzentriert sich stattdessen ganz auf die prägnante Beobachtung der sozialen Situationen, die sich bei Behandlungsgesprächen mit den Patientinnen und Patienten, bei therapeutischen Interventionen und bei Teambesprechungen ergeben.

„Alle fragen sich, warum ich so seltsam bin. Keiner weiß eine vernünftige Erklärung“ sagt Leonie überlegt und ruhig. Und: „Ich hoffe, ich werde mich bald ändern, sodass ich wie die anderen sein kann“. Diese Szene bringt die seelische Belastung zum Ausdruck, unter der das junge Mädchen wegen seiner Krankheit leidet, aber auch den hohen Anpassungsdruck, „normal“ zu werden. Kameramann Johannes Hammels hält mit seiner mobilen Kamera zahlreiche Interaktionen fest, wie die eines Buben, der von einer Lehrerin der Abteilungsschule trotz großem Widerstand geduldig zum Lernen bewegt wird. Oder die Diskussion eines Oberarztes mit einer jungen Patientin, deren Arme voller Ritznarben sind, über den Verlauf ihrer Behandlung, die Medikation und die Zuverlässigkeit ihrer Selbstkontrolle.

Im Fokus des Films steht ebenso das unermüdliche Engagement des Teams rund um Klinikleiter und Autor Paulus Hochgatterer, das seine Schützlinge hochprofessionell betreut. In Abteilungsbesprechungen diskutieren das ärztliche und pflegerische Betreuungsteam nicht nur Diagnosen und Behandlungen, sondern wiederholt auch Strategien, wie Kinder bei Verdacht auf Misshandlung und Missbrauch möglichst langfristig und schonend geschützt werden können. Eine große Herausforderung, denn sie begleiten ihre Schutzbefohlenen nur eine kurze Zeit, bevor diese wieder in ihren Alltag zurückkehren. Eine weitere Herausforderung ist der akute Personalmangel, der ebenfalls thematisiert wird.

Wulffs Dokumentation ist auch eine Untersuchung einer Institution und ihrer gesellschaftlichen Funktion: Wie viel Hilfe kann eine Klinik leisten und wie viel Druck, wie die anderen zu werden, entsteht im Rahmen dieser Unterstützung? Wie sehr ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie fähig, Leben positiv zu beeinflussen? Psychische Beeinträchtigungen rufen in der Öffentlichkeit immer noch Verunsicherung und diffuse Ängste hervor. Der Filmemacher thematisiert mit „Wie die anderen“ diese sensible Problematik und setzt ein beeindruckendes Zeichen für die Enttabuisierung und gegen Stigmatisierung.
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