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INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 27. JULI 2019)

27.07.2019 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 27. JULI 2019)

SALZBURGER FESTSPIELE: HEUTE PREMIERE „IDOMENEO“


Paula Murrihy (Idamante), Russell Thomas (Idomeneo). Foto: Ruth Walz/ Salzburger Festspiele

Premiere: 27. Juli 2019 Weitere Vorstellungen: 2., 6., 9., 12., 15., 19. August 2019 Felsenreitschule

Teodor Currentzis Musikalische Leitung
Peter Sellars Regie
George Tsypin Bühne
Robby Duiveman Kostüme
James F. Ingalls Licht
Lemi Ponifasio Choreografie
Antonio Cuenca Ruiz Dramaturgie

Russell Thomas Idomeneo
Paula Murrihy Idamante
Ying Fang Ilia
Nicole Chevalier Elettra
Levy Sekgapane Arbace
Issachah Savage Gran Sacerdote
Jonathan Lemalu Nettuno / La voce
Brittne Mahealani Fuimaono, Arikitau Tentau Tänzer

musicAeterna Choir of Perm Opera Vitaly Polonsky Choreinstudierung
Freiburger Barockorchester


Nicole Chevalier (Elettra). Foto: Ruth Walz/ Salzburger Festspiele


Nicole Chevalier (Elettra), Ying Fang (Ilia), Paula Murrihy (Idamante). Ruth Walz/ Salzburger Festspiele

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Salzburger Festspiele – Opern-Neuinszenierungen

Bildergebnis für salzburger festspiele

Wolfgang Amadeus Mozart: „Idomeneo“
Premiere: 27. Juli 2019, 18.00 Uhr
BR-KLASSIK überträgt live.

Luigi Cherubini: „Médée“
Premiere: 30. Juli 2019, 18.00 Uhr
BR-KLASSIK überträgt am 15. August in der Festspielzeit.

George Enescu: „Œdipe“
Premiere: 11. August 2019, 19.30 Uhr

Jacques Offenbach: „Orphée aux enfers“
Premiere: 14. August 2019, 15.00 Uhr

Giuseppe Verdi: „Simon Boccanegra“
Premiere: 15. August 2019, 18.00 Uhr

Mehr Termine und Infos auf der Homepage der Salzburger Festspiele.

Die Salzburger Festspielpremieren in der Übersicht

https://www.br-klassik.de/themen/salzburger-festspiele/salzburger-festspiele-2019-premieren-uebersicht-100.html
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BAYREUTHER FESTSPIELE: FOTOS AUS DER NEUINSZENIERUNG „TANNHÄUSER“ (Tobias Kratzer) am 25.7. Festspieleröffnung


Foto: Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele

Bayreuther Festspiele 2019 - Tannhäuser
Stephen Gould, Elena Zhidkova. Foto: Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele


Stephen Gould, Elena Zhidkova, Manni Laudenbach. Foto: Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele


Manni Laudenbach, Lise Davidsen. Foto: Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele


Manni Laudenbach, Stephen Gould, Lise Davidsen. Foto: Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele

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BAYREUTH: STAATSEMPFANG NACH DER FESTSPIELPREMIERE (25.7.)

Eröffnung der Bayreuther Festspiele Wagner-Diversity bei 41 Grad
Die Bayreuther Festspielsaison auf dem Grünen Hügel ist mit einem neuen „Tannhäuser“ gestartet. Alles, was Sie zur Eröffnung wissen sollten.
https://www.tagesspiegel.de/kultur/eroeffnung-der-bayreuther-festspiele-wagner-diversity-bei-41-grad/24699348.html

Bayreuther Festspieleröffnung
Angela Merkel in knalligem Grün – ohne ihren Ehemann
https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_86155314/wagner-festspiele-in-bayreuth


Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder und Katharina Wagner beim Staatsempfang. Foto: Dr. Klaus Billand


Staatsempfang in Bayreuth: KS. Stephen Gould. Foto: Dr. Klaus Billand


Staatsempfang in Bayreuth: Camilla Nylund. Rechts ist Manni Laudenbach von Tannhäuser-Ensemble zu sehen. Foto: Dr. Klaus Billand


Staatsempfang in Bayreuth: Karl Russwurm (Präsident des Münchener Wagner-Verbandes, Sänger Egils Silins mit Frau, Klaus Billand. Foto:H. Billand

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ORF III am Wochenende: „Aus der Sommerarena Baden: Franz Lehárs Zigeunerliebe“, „Das Salzburger Festspielmagazin“

 Außerdem: Österreich-Premiere für „Hitlers Zirkel des Bösen“, „Kabarett im Turm“ mit „Peter & Tekal – Echt krank!“, „Berggespräche“ mit Anna Gasser

Wien (OTS) – ORF III Kultur und Information bietet am Sonntag, dem 28. Juli 2019, mit „Franz Lehárs Zigeunerliebe“ aus der Sommerarena Baden ein weiteres Highlight des Kultursommers. Christoph Wagner-Trenkwitz überrascht dabei in der Rolle des Bojaren Peter Dragotin. Bereits am Samstag, dem 27. Juli, stehen als Österreich-Premiere die ersten drei Folgen der Dokureihe „Hitlers Zirkel des Bösen“ auf dem Programm. Außerdem am Samstag: u. a. eine neue Ausgabe der „Berggespräche“ mit Snowboard-Olympiasiegerin Anna Gasser.

Samstag, 27. Juli

In einer neuen Ausgabe der „Berggespräche“ (16.25 Uhr) ist ORF-III-Moderator Andreas Jäger mit „Anna Gasser am Katschberg“ unterwegs. Die Freestyle-Snowboarderin war ursprünglich Turnerin und hat erst mit 18 Jahren mit dem Boarden begonnen. Heute darf sie sich Olympiasiegerin, Weltmeisterin und zweifache X-Games-Gewinnerin nennen und springt Figuren, die noch vor ein paar Jahren als unmöglich gegolten haben. Genau an der Grenze zwischen Kärnten und dem Salzburgerland trifft Andreas Jäger die erfolgreiche Snowboarderin, die diesmal ihr Board mit dem Hubschrauber getauscht hat. Pilot ist niemand Geringerer als Thomas Morgenstern.

Im Hauptabend präsentiert die „zeit.geschichte“ die Österreich-Premiere von „Hitlers Zirkel des Bösen“ mit den ersten drei Folgen der Reihe. Nach dem Ersten Weltkrieg ist Deutschland am Ende. Das Land schreit regelrecht nach einem Retter und der wohlhabende Okkultist Dietrich Eckart glaubt, ihn im jungen Soldaten namens Adolf Hitler gefunden zu haben. Teil eins „Die alten Kämpfer (1918–1923)“ von Ashley Morris erzählt um 20.15 Uhr, wie sich Hitlers engster Kreis an Vertrauten in seinen Anfängen formierte und einen kühnen Staatsstreich wagte. Die zweite Folge „Der lange Weg zur Macht (1923–1928)“ von Matthew Hinchcliffe beschäftigt sich um 21.00 Uhr mit der Entstehung der nationalsozialistischen Ideologie und den Pläne zu ihrer Umsetzung. Das Scheitern des Hitler-Putsches versetzt die NSDAP in Aufruhr. Im Gefängnis schreibt Hitler „Mein Kampf“ und hat eine Offenbarung: Macht durch legitime Mittel. Er organisiert die Partei neu, rekrutiert Goebbels und Himmler und beginnt seinen ehrgeizigen Plan mit dem Angriff auf die Weimarer Regierung, jüdische Bankiers und amerikanische Kredite. Um 21.50 Uhr zeigt ORF III den ebenfalls von Matthew Hinchcliffe gestalteten dritten Teil „Nacht über Deutschland (1929–1934)“, der sich mit der Wirtschaftskrise des Deutschen Reichs befasst. Nach dem Börsencrash 1929 scheitert eine Regierungskoalition nach der anderen daran, die deutsche Wirtschaft zu stabilisieren. Inzwischen bauen die Nationalsozialisten ihre Macht stetig aus und erzielen Wahlerfolge mit Goebbels Propagandakampagnen.

Den ORF-III-Samstagabend beschließt „Kabarett im Turm: Peter & Tekal – Echt krank!“ (22.40 Uhr). Das Medizinkabarett zeigt, dass Lachen eindeutig die beste Medizin ist, Nebenwirkungen aber selbst da nicht ausgeschlossen sind.

Sonntag, 28. Juli

Bevor „Erlebnis Bühne“ im Hauptabend die aktuelle Operettenproduktion der Sommerarena Baden präsentiert, steht in „Operette sich wer kann“ die Verfilmung „Die Dollarprinzessin“ (18.15 Uhr) aus dem Jahr 1971 von Peter Scharff auf dem Spielplan.

Danach bringt ORF III um 19.45 Uhr ein Dakapo der ersten Ausgabe von „JedermannJedefrau – Das Salzburger Festspielmagazin“ (vorab immer freitags um 18.30 Uhr in ORF 2 zu sehen). Die Sendung berichtet über die wichtigsten Produktionen der Saison, blickt hinter die Kulissen sowie auf die Geschichte des Festivals, gibt Benimm-Tipps mit den wichtigsten „Dos“ and „Don´ts“ u. v. m. Präsentatoren sind Romy Seidl und Manuel Horeth. Die erste Sendung widmet sich der offiziellen Eröffnung und der Festrede von Regisseur Peter Sellars.

„Erlebnis Bühne mit Barbara Rett“ präsentiert um 20.15 Uhr „Aus der Sommerarena Baden: Franz Lehárs Zigeunerliebe“. Zündende Melodien, klanglicher Reichtum und abwechslungsreiche Rhythmen begleiten die Handlung: Die Bojaren-Tochter Zorika ist mit dem charmanten, aber ernsten Bojar Jonel verlobt. Der feurige Zigeunergeiger Jószi hat es ihr jedoch auch angetan. Den richtigen Weg weist ihr – nach altem Volksglauben – ein Traum am Fluss. Die musikalische Leitung hat Michael Zehetner übernommen. Neben Christoph Wagner-Trenkwitz sind u. a. Iurie Ciobanu, Cornelia Horak und Vincent Schirrmacher zu erleben.

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ERL/ Tiroler Festspiele „ALMTRIEB“ – eine Trilogie nach dem Konzept von Valentin Lewisch. Dritter und letzter Abschnitt am 22.7.2019

Ein wenig verstörend wirkte der dritte Abend der Trilogie „Almtrieb“ des jungen Regisseurs Valentin Lewisch. Aber das mochte durchaus gewollt sein, wenngleich es Teile des Publikums dann doch kopfschüttlend den Saal verlassen ließ. Mit der „Nacht“ schloss Lewisch sein Triptychon über das Leben, das mit Endzeit-Symbolen nicht geizte.

 Aber zunächst zur musikalischen Seite, denn hier war nicht Ratlosigkeit, sondern höchste Anerkennung im Publikum zu spüren. Sinnhaft und gescheit hatte Lewisch durch seine Stückauswahl einen Bogen über die drei Abende gespannt, drei Stücke von Werner Pirchner erklangen an den drei Abenden, am letzten Abend war es dann „Anstatt eines Denkmals für den Bruder meines Lehrers, der im Krieg, weil er sich weigerte, Geiseln zu erschießen, ermordet wurde“ ausgezeichnet dargeboten von Donat Albrecht. Auch Viktor Ullmanns „Die Weisen von Liebe und Tod des Cornet Christopher Rilke“ kehrte nun zum dritten Mal auf den Programmzettel zurück und bildete einen beeindruckenden Rahmen, bei dem man noch dankbar anerkennen möchte, dass für das durchaus schwierige Zusammenspiel des hervorragenden Pianisten Christopher Devine mit der Schauspielerin Alina Hagenschulte durch vorsichtige Mikrophonierung eine überzeugende Balance hergestellt wurde.

Ein weiterer Höhepunkt war die bemerkenswerte Uraufführung von „Über die Vergänglichkeit“ des Komponisten Carl Tertio Druml, mit Tiefgang gesungen und wundervoll gestaltet von James Roser. Erich Polz führte gelassen und souverän das klein besetzte Ensemble aus ausgezeichneten Musikern durch die Partitur, ganz Diener der Musik und ruhender Pol des Abends. Dabei gelang ihm Schedls „Totentanz von anno neun“ ebenso eindrucksvoll wie der bewegende Bach Choral „Es ist genug“ ganz am Ende des Abends, als finales Statement.

Die Anlage als szenisches Konzert geriet Valentin Lewisch am dritten Abend besonders glücklich, die Überblendungen zwischen den Textblöcken (Thomas Bernhard, der Prophet Amos, Pascal, Kierkegaard, ua.) und den musikalischen Momenten war weitgehend souverän umgesetzt.

 Gegen Ende wurde man dann auch noch Zeuge eines beeindruckenden Theaterbildes. Nachdem Christopher Devine und Irene Kok berührend den wunderschönen 5. Satz des „Quatuor pour la fin du temps“ von Olivier Messiaen spielten, während die Schauspieler (mit großer Hingabe: Matti Melchinger, Gregor Kronthaler, Max Wenning und Alina Hagenschulte) „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus darboten, öffnete sich der Vorhang zu einem wahren Endzeit-Szenario, das die großen Theater-Vorbilder nicht scheuen muss.


Foto: Stephan Kitzbichler

Das brutale Zerstören eines Flügels als Menetekel des sich abzeichnenden Kulturverlustes bleibt als Bild sicherlich unvergesslich, ehe konsequent Bach den Schlusspunkt bildete.

Dieser Abend schloss also auf stringente Weise das von Lewisch ersonnene Triptychon und löste die Erwartungen ein, die dieses ambitionierte Projekt sich selbst gesetzt hatte. Hier waren mit Lewisch und Polz zwei Könner am Werk, denen man den Applaus eines weitaus größeren Publikums gönnen würde.

Isolde Cupak

 

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