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INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 21. NOVEMBER 2020)

21.11.2020 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 21. NOVEMBER 2020)

WIENER STAATSOPER MIT PLAN B

Gedanken zu Plan B – NUADA

Für den Fall, dass der Spielbetrieb der Wiener Staatsoper am 7.12. nicht wieder aufgenommen werden kann, gibt es einen „Plan B“: Netrebko, Beczala & Co singen für die Kameras.

Die Wiener Staatsoper verfügt seit einigen Jahren über einen technisch gut funktionierenden Streaming-Dienst, der Oper in HD-Qualität ins Netz bringt. Die Neuproduktion von Hans Werner Henzes „Das verratene Meer“ wird vom Streaming profitieren und auf jeden Fall gespielt – im Ernstfall gibt es eine Premiere am 15. Dezember.

Bogdan Roscic ist im ORF bekanntlich bestens vernetzt und nützt dies auch. Bei eingängigeren Titeln ist, wie schon in der vergangenen Spielzeit, der ORF mit von der Partie: Am 10. würde man Massenets „Werther“ mit Piotr Beczala in der Titelpartie senden, am 13. „Tosca“ mit Anna Netrebko, das Wiener Rollendebüt der Künstlerin.

Auch für den geplanten „Rosenkavalier“, den der neuen Musikdirektor Philippe Jordan mit Krassimira Stoyanova und Günther Groissböck neu einstudieren soll, hat im ORF-Programm bereits einen Sendeplatz zwischen Weihnachten und Neujahr.

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DEUTSCHE OPER BERLIN: „SIEGFRIED“-PREMIERE RÜCKVERLEGT

Im Interesse einer größeren ‚Durchführungssicherheit‘ haben wir uns entschlossen, die Premiere von SIEGFRIED, die für den 24. Januar 2021 geplant war, auf den 18. April 2021 zu verschieben. Damit würde die mit der WALKÜRE im September 2020 gestartete Neuproduktion des RINGS unter musikalischer Leitung von Sir Donald Runnicles und in der Regie von Stefan Herheim mit SIEGFRIED fortgesetzt, bevor am 12. Juni 2021 DAS RHEINGOLD folgt. Den Abschluss des Zyklus bildet dann am 17. Oktober 2021 die Premiere von GÖTTERDÄMMERUNG.

Die ursprünglich für den 25. April vorgesehene Neuproduktion der MATTHÄUS-PASSION wird auf eine spätere Saison verschoben.

Die für den März geplanten Premieren: THE MAKING OF BLOND von Gesine Dankckwart am 5.3. in der Tischlerei und FRANCESCA DA RIMINI am 14.3. (Musikalische Leitung: Carlo Rizzi, Regie: Christof Loy) hoffen wir, realisieren zu können.

Die Koproduktion mit der Münchener Biennale ONCE TO BE REALISED, die im Juni 2020 hätte Premiere in der Tischlerei haben sollen, hat mittlerweile wichtige Probenphasen durchlaufen und wird am 3. April 2021 ihre Uraufführung in München erleben, bevor sie am 16. April in der Tischlerei Premiere feiern wird. Bei dem Projekt von Michael Marmarinos handelt es sich um ein Musiktheater in sechs Teilen nach Jani Christou von Beat Furrer, Barblina Meierhans, Olga Neuwirth, Samir Odeh-Tamimi, Younghi Pagh-Paan und Christian Wolff.

Den aktuellen Spielplan mit Repertoirevorstellungen und Konzerten werden wir nach Maßgabe der gegebenen politischen Bestimmungen kurzfristiger bekanntgeben.

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LA MONNAIE DE MUNT:  STREAM „DIE TOTE STADT“ ONLINE

For almost a month now, our Great Hall has been enveloped in a shroud of silence. No jubilant singing, no ‘bravos’ from the audience. The coronavirus pandemic forced us to halt our production of Die tote Stadt after only two of the intended eight performances. Behind the scenes, we are hard at work to present you with a reviewed second half of the season. But awaiting this updated programme, we’re very happy to announce that as of today the video recording of Die tote Stadt is available for viewing on our website, and this until December 31.


Bitte untenstehenden Link anklicken

https://www.lamonnaie.be/en/streaming/1807-die-tote-stadt

ConductorLOTHAR KOENIGS
DirectorMARIUSZ TRELIŃSKI
Set designBORIS KUDLIČKA
 CostumesMAREK ADAMSKI
LightingMARC HEINZ
VideoBARTEK MACIAS
ChoreographyTOMASZ JAN WYGODA
DramaturgyMARCIN CECKO
Adaption of the partitionLEONARD ERÖD

PaulROBERTO SACCÀ
Marietta / Die Erscheinung MariensMARLIS PETERSEN
FrankDIETRICH HENSCHEL
BrigittaBERNADETTA GRABIAS
JulietteMARTINA RUSSOMANNO
LucienneLILLY JØRSTAD
Gaston / VictorinFLORIAN HOFFMANN
PierrotNIKOLAY BORCHEV
Graf AlbertMATEUSZ ZAJDEL
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Karina Sarkissova fällt nach positivem Corona-Test bei „Dancing Stars“ aus

32 Fouettés | Spielplan | Theater Akzent
Karina Sarkissova. Foto: Moritz Schnell/ Theater Akzent

Maria Santner komplettierte gestern die Fachjury in der Live-Show in ORF 1

Wien (OTS) – „Dancing Stars“-Jurorin Karina Sarkissova wurde in Budapest positiv auf eine COVID-19-Infektion getestet und wurde deshalb in der „Dancing Stars“-Live-Show am Freitag in ORF 1 und in weiterer Folge auch bei der Finalsendung am 27. November nicht als Jurorin zur Verfügung stehen.
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Online-Charity-Kunstauktion – KünstlerInnen für die notleidenden Kinder in Beirut ! ARTISTS FOR CHILDREN

Danke, dass Sie immer regelmäßig über die Projekte, die ich betreue berichten! Nun komme ich wieder auf Sie mit einem Projekt zu und freue mich, wenn Sie darüber berichten!

Um die über 100.000 notleidenden Kinder in Beirut zu unterstützen, die infolge der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut am 04. August 2020 obdachlos geworden sind, hat die Wiener Künstlerin Derya Allüşoğlu Öcal den Verein ARTISTS FOR CHILDREN ins Leben gerufen und eine Charity-Kunstauktion initiiert. Gemeinsam mit dem Dorotheum Wien werden Kunstwerke von 129 namhaften KünstlerInnen vom 12. November bis 11. Dezember 2020 online versteigert. Der Erlös kommt den Kindern von Beirut zugute, die mit Nahrungsmitteln und Wasser versorgt werden, um ihnen so in dieser schwierigen Lage das tägliche Leben zu erleichtern. Die Anschaffung und Verteilung der Nahrungsmittel erfolgt über den Partnerverein ARTISTS FOR CHILDREN Beirut, unter der Leitung des libanesischen Musikers Nader Mansour.

Die Online-Charity-Kunstauktion – KünstlerInnen für die notleidenden Kinder in Beirut läuft noch bis 11. Dezember 2020 um 20 Uhr. Bis dahin kann geboten werden unter https://www.dorotheum.com/de/oa/74170/

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie dieses Charity-Projekt unterstützen und Ihre LeserInnen darüber informieren. Weihnachten naht auch und vielleicht ist ja das eine oder andere Geschenk dabei.

Wer kein Kunstwerk erwerben möchte, kann das Projekt auch mit einem Geldbeitrag unterstützen.
Hier der Link zum Spendenkonto: https://artists-for-children.com/spenden/

Weitere Informationen finden Sie unter https://artists-for-children.com

Hier die stattliche Liste der 129 Künstlerinnen und Künstlern, die mit 146 Werken im Wert von 280.000 Euro der Charity-Projekt unterstützen:
Derya Allüşoğlu Öcal, Beni Altmüller, Annemarie Ambrosoli, Peter Atanasov, Nicoleta Auersperg, Andrea Baczynski, Achmed Balic, Alfredo Barsuglia, Andrea Bischof, Erwin Bohatsch, Djawid C. Borower, Anna Breit, Kati Bruder, Maria Bussmann, Anna Ceeh, Theres Cassini, Waltraud Cooper, Claudia Christof, Mario Dalpra, Irene Dapunt, Leslie De Melo, Wolfgang Denk, Thomas Draschan, Rouven Dürr, Andreas Ehlers, Astrid Esslinger, Lorenz Estermann, Robert Fleischanderl, Gyula Ben Fodor, Heidulf Gerngross, Elisabeth von Geymüller, Bruno Gironcoli, Christine Gironcoli-Melichar, Joanna Gleich, Martin Grandits, Christina Gschwantner, Helmut Gsöllpointner, Begi Guggenheim, Susanne Guzei-Taschner, Robert F. Hammerstiel, Karin Hannak, Tatjana Hardikov, Cornelia Hefel, Kurt Hofstetter, Hubertus von Hohenlohe, Barbara Höller, Michael Horsky, Marcel Houf, Bernadette Huber, Luisa Hübner, Lukas M. Hüller, Barbara Anna Husar, Christian Jakubowski, Jerson Jiménez, Franco Kappl, Karl Karner, Luisa Kasalicky, Guido Katol, Anton Kehrer, Rudolf Klein, Roland Kodritsch, Lenny Kravitz, Suse Krawagna, Alina Kunitsyna, Hans Kupelwieser, Burkhard Legenstein, Larissa Leverenz, Sonja Lixl, Hubert Lobnig, Radan Lujic, Marianne Maderna, Franziska Maderthaner, Nana Mandl, Milan Mijalkovic, Hannes Mlenek, Bernadette Rosa Müller, Hermann Nitsch, Ingo Nussbaumer, Valentin Oman, Mari Otberg, Bettina Patermo, Alexander Peev, Roman Pfeffer, Renate Polzer, Hans Werner Poschauko, Katharina Prantl, Andreas Reiter Raabe, Thomas Redl, Ben Reyer, Klaus Rinke, Isa Rosenberger, Fiona Rukschcio, Corinne L. Rusch, Christian Ruschitza, Georg Salner, Elisabeth Samsonow, Peter Sandbichler, Robert Schaberl, Patrick Roman Scherer, Markus Schlee, Eva Schlegel, Walter Schmögner, Ramona Schnekenburger, Ruth Schnell, Martin Schnur, Herbert Schwei, Josef Schweikhardt, Fabian Seiz, Ellen Semen, Erika Seywald, STATION ROSE Elisa Rose & Gary Danner, Hans Staudacher, Hermann Staudinger, Esther Stocker, Barbara Sturm, Helmut Swoboda, Mathias Swoboda, Billi Thanner, Josef Trattner, Viktoria Tremmel, Walter Vopava, Linde Waber, Matta Wagnest, Robert Waldl, Kay Walkowiak, Val Wecerka, Michael Wegerer, Adam Wiener, Leo Zogmayer.

Ich bedanke mich jetzt schon für die Veröffentlichung der ARTISTS FOR CHILDREN Online-Charity-Kunstauktion – KünstlerInnen für die notleidenden Kinder in Beirut auf Ihrer Online-Plattform.

Beiliegend noch unser Leitsujet (siehe Attachment) und einen Link zu ausgewähltem Fotomaterial, Werkbeschreibungen und Rufpreisen https://we.tl/t-E9aeURf2IH Der Link ist bis 26. November aktiv. 
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Neues Werk von Belmont-Preisträger 2012 Alex Ross erschienen

Die Forberg-Schneider-Stiftung beglückwünscht Alex Ross, New Yorker Autor, Musikkritiker und Belmont-Preisträger für zeitgenössische Musik 2012, zum Erscheinen seines neuesten Werkes und opus magnum „Wagnerism“, das gerade in der deutschen Übersetzung „Die Welt nach Wagner“ im Rowohlt Verlag erschienen ist. Rowohlt legte zeitgleich auch die deutsche Übersetzung seines Essay-Bandes „Listen To This“ vor.


Alex Ross. Copyright: David Michalek

Weitere Informationen 

– zu den genannten Werken: https://www.rowohlt.de/autor/alex-ross-24632

– zu Alex Ross: http://www.therestisnoise.com

– zum Belmont-Preis unter: http://www.stiftung.forberg-schneider.de/index.php?id=40&L=1%20%22
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GRÜNDUNGSVERSAMMLUNG „AUSSERPARLAMENTARISCHER CORONA UNTERSUCHUNGSAUSSCHUSS ÖSTERREICH“

Dauer: 1 Stunde und 27 Minuten

Ganz tolle Runde. Einer besser und kompetenter als der andere. Solche Experten hört man in den durch Regierungsinserate gleichgeschalteten Medien leider nur kaum….

Ab 1std.15min. kommt aber dann z.B. der großartige Dr .Gerhard Pöttler zu Wort, der die exakte, aktuelle Situation des Gesundheitssystems darlegt.

Wirklich sehens-und hörenswert!

https://youtu.be/AoDoxTkPrnw
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JOGI LÖW AUF DONALD TRUMPS SPUREN

Warum Joachim Löw nun gehen sollte… (von Klaus Billand)

Das 0:6 in Sevilla gegen Spanien in der UEFA Nations League (ebenfalls mit vielen jungen Spielern) am 17.11., das auch leicht ein 1:8 hätte sein können, also mit einer Mannschaft, mit der die deutsche Fußballnationalmannschaft sich im Prinzip auf Augenhöhe wähnt(e), ist die m.E. finale Zäsur im Wirken Joachim Löws als Bundestrainer nach dem deutschen WM-Titel in Rio de Janeiro 2014. Nach einem solchen Titel tritt man normalerweise (auf der Höhe des Ruhmes) zurück, wie es Franz Beckenbauer 1990 nach dem WM-Titel in Rom umgehend tat. Oder man legt ein überzeugendes Konzept für einen Neustart im Hinblick auf die nächste EM und WM vor, dass dann aber ziehen sollte, eigentlich ziehen muss. Und dazu muss man nun etwas detailliert in die Geschichte zurückgehen.

Nach Rio wurde gesagt, dass Löw noch keine EM gewonnen hatte, und nach der WM sollte dieser Titel schließlich doch auch noch erreicht werden. Warum Löw noch keine EM gewonnen hatte, geriet dabei aber in völlige Vergessenheit. Denn bei der EM in Polen 2012 verspielte er durch eine nicht nachvollziehbare Umbesetzung der erfolgreichen Mannschaft des Viertelfinales (Herausnahme der gegen Griechenland ehr guten Klose, Reus und Schürrle) für das Halbfinale. Er verlor prompt 1:2 durch Tore des bis dahin nicht allzu bekannten Balotelli, sodass alle Beobachter konsterniert waren. Diese unerklärliche Umbesetzung – gegen den klassischen und und gerade im Fußball bewährten Spruch „Never change a winning team“ – war damals jedoch ein großes Thema in den Medien. Aber man vergisst ja schnell, und der WM-Titel machte alles wieder gut. Obwohl auch hier vergessen wird, dass auch in Brasilien erhebliches Glück im wahrsten Sinne des Wortes im Spiel war. Hätte Manuel Neuer dank seiner Mittelfeldausflüge beim grenzwertigen 2:2-Auftritt gegen Algerien nicht den Kasten sauber gehalten, und wäre der Argentinier Di María im Finale nicht verletzt gewesen, dann hätte Deutschland es erst gar nicht erreicht bzw. sondern – sich ohnehin gegen Argentinien schwertuend – verloren. Messi fehlte Di María hinten und vorne. Auch das 1:0 gegen Frankeich in Rio war schon glücklich.

Dennoch ließ sich mit dem Schwung der Weltmeister von 2014 im Jahre 2016 eine prinzipiell gute EM in Frankreich spielen, mit viel Glück allerdings beim 18. (!) Elfer im Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen „Angstgegner“ Italien. Gegen die Franzosen war im Halbfinale Schluss, immerhin beides Mannschaften, die man in den großen Zeiten der Nationalmannschaft auch schon überzeugender schlagen konnte. Das kommende Desaster der WM 2018 in Russland deutete sich da schon an, obwohl die Tatsache, dass man als einzige Mannschaft Europas die WM-Qualifikation mit zehn Siegen und einem Rekord-Torergebnis abgeschlossen hatte, die Sicht auf die Realitäten vernebelte. Denn von den titelverdächtigen Mannschaften hatte Deutschland bei der WM-Quali 2018 die leichteste Gruppe.

Ähnlich ist auch das bis vor der Spanien-Pleite seltsamerweise wieder gestiegene Selbstwertgefühl durch weitgehend irrelevante – da zu leichte – Siege gegen die im 2. Spiel Corona-geschwächte Ukraine (beim 2:1 in der Ukraine servierte der ukrainische Torwart Goretzka den nicht festgehaltenen Ball praktisch auf den Kopf, von wo er zum Siegtor niederfiel), als Vernebelung der Realität zu sehen. Dazu ein mageres 1:0 – aber eben ein Sieg – im unnötigen Freundschaftsspiel gegen Tschechien und zwei Unentschieden, sodass schon von einem möglichen Gruppensieg in der Nations League gegen Spanien (die ja immerhin von der Ukraine geschlagen wurden) bei einem Unentschieden philosophiert wurde, dass das Fußballjahr 2020 trotz aller Widrigkeiten doch noch ganz gut gelaufen wäre…

Dann kam aber mit Spanien – Gott sei Dank! – die Realität knallhart zurück, die auch wundern ließ, dass man etwa sechs Spiele vor der EM noch mit einer B-Mannschaft gegen Tschechien antrat, um weiter „auszuprobieren“. Dabei hat Löw es Corona zu verdanken, dass er überhaupt noch probieren konnte.

Und er hat es auch der UEFA zu verdanken, dass sie die zweite Auflage der 2018/19 erstmalig ausgetragenen Nations League aufstockte. Denn Deutschland wäre nach der verpatzten Erstauflage abgestiegen. In ihrer Gruppe musste sich die Nationalmannschaft nämlich zum ersten Mal seit langem von September bis November 2018 mit wirklich starken Gegnern wie Frankreich und Nierlande messen und kam in vier Spielen nur auf zwei Punkte! Man sollte auch nicht vergessen, dass Löw das Ausnahmetalent Leroy Sané bei der EM 2016 im verlorengegangenen Halbfinale gegen Frankreich erst nach dem 0:2 einsetzte und ihn bei der WM 2018 gar nicht erst in den Kader berufen hat. Nicht nachvollziehbare Fehbesetzungen, und weitere dieser Art wären leicht aufzuführen, sind ein Kardinalfehler von Joachim Löw, auf deren Kritik er dann meist auch noch mit einer gewissen Beratungsresistenz, um nicht zu sagen Arroganz reagiert.

Nun sind wir aber wieder vor der EM am nicht zu weiten Horizont Juni 2021 und stellen fest, dass das Projekt einer neuen Mannschaft nach 2018 für die EM 21, so gut viele Namen auch klingen und fußballerisch auch sind, gescheitert ist. Nun sind Spieler mit Engagement, Feuer, Kampfes- und Siegeswille sowie einem mannschaftlichen Zusammenhalt, besser noch einer mannschaftlichen Geschlossenheit, gefragt – das alles war gegen Spanien nicht zu sehen. Und dafür ist allein der Bundestrainer schuld, der sich dieses Projekt mit den jungen Spielern auserbeten hat und dafür nach 2018 drei erfahrene Spieler aus der Mannschaft verbannt hat. Von diesen haben zwei noch in diesem Jahr 2020, als es mit der Nationalmannschaft hinten und vorne (vor allem hinten) nicht stimmte, das Triple mit Bayern München gewonnen. Sie gehören der momentan besten Mannschaft Europas an und werden dort auch laufend eingesetzt.

Deutschland hat immer dann eine WM gewonnen, wenn auch geachtete Spielerpersönlichkeiten auf dem Platz standen, und damit meine ich, auf dem Platz und nicht im Tor! Man denke an die großen, erfahrenen Spieler 1954, 1974, 1990 und 2014 – es fällt nicht schwer, einige Namen zu nennen. Fritz Walter, Max Morlock, Horst Eckel, Helmut Rahn 1954; Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Günther Netzer, Wolfgang Overrath 1974; Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann, Rudi Völler 1990; und Philipp Lahm, Miroslav Klose, Bastian Schweinsteiger, Mats Hummels 2014. In der heutigen Nationalmannschaft gibt es nur eine solche Spielerpersönlichkeit, Manuel Neuer. Toni Kroos als zweiter Weltmeister im Team konnte bisher leider nicht diesem Anspruch gerecht werden. Nur Manuel Neuer steht als verdienter Kapitän im Tor. Wenn Not am Mann ist wie gegen Spanien, dann wäre es immer besser, den Kapitän im Feld zu haben, wo er direkt mit den – oft jüngeren – Spielern kommunizieren kann. Dass das gut funktioniert und der Trainer in solchen Situationen auch in der Coaching Zone kaum noch eine Rolle spielt, haben viele deutsche Feld-Kapitäne bei internationalen Tournieren seit den 1950er Jahren bewiesen. Und ein solcher Mann hatte gegen Spanien sehr gefehlt, zumal Löw versteinert auf seinem Sessel saß, während sein Kollege auch bei 4:0 noch lebhaft viele Anweisungen gab.

Da nur noch fünf Spiele bis zur WM bleiben, müssen solche Spielerpersönlichkeiten nun von außen her, denn aus dem Löw-Pool werden sie nicht mehr kommen können. Also spricht alles dafür, Thomas Müller und auch Mats Hummels sowie Jerome Boateng für die gerade so unerfahrenen und viel zu jungen Abwehrspieler in den Kader zurück zu holen, der in sechs Spielen 13 Gegentore zuließ.

Das wird aber mit Joachim Löw nicht zu machen sein, und deshalb muss diese Lösung, die vor allem auf einen Übergang bis zur EM abzielt und sich nicht mehr groß mit der Bildung einer neuen jungen Mannschaft befassen kann, ohne ihn stattfinden müssen, ob der konservative und auch nicht gerade durch gute Presse in den letzten Jahren aufgefallene DFB das so will oder nicht. Es gilt nun zu retten, was noch zu retten ist. Während man Jürgen Klopp für die Zeit nach der EM als Bundestrainer ins Auge fassen kann, falls er überhaupt Interesse hat, denn Hansi Flick wird Bayern München sicher nicht verlassen wollen, wäre Ralf Rganik für diese Übergangsperiode ein guter und offenbar auch interessierter Kandidat. Auch der Trainer der U-21 böte sich an. Sie könnten frisch und unbelastet von den Entscheidungen des Vorgängers an die Sache herangehen und bis Juni noch eine schlagkräftige Truppe mit den älteren erfahrenen Spielern und den jüngeren Hoffnungsträgern zusammenfügen, die mit einem neuen Motivationsschub eine gute Figur bei der EM macht. Nicht zuletzt sind Sané, Gnabry, Werner, Goretzka, Gündogan, ganz abgesehen von Neuer und Kroos, Spieler, die der Weltklasse angehören, aber dennoch nicht das Debakel verhindern konnten. Ein – guter – Torschuss im ganzen Spiel! Der große Sportsmann Manuel Neuer sollte dann großzügig auf die Kapitänsbinde verzichten und sie wohl dem charismatischen und von den jüngeren Spieler sicher anerkannten Thomas Müller überlassen, der dann im Feld besser führen kann, wie oben ausgeführt. Jetzt geht es nur noch darum, zu retten, was zu retten ist. Ein weiteres „Ausprobieren“ verbietet sich von selbst bei nur noch fünf Spielen bis zur EM! Das Spielermaterial dazu ist im Prinzip vorhanden.

Wenn man die Körpersprache Löws besonders in der zweiten Halbzeit gegen Spanien und in den Interviews danach gesehen hat, kann man nur zum Schluss kommen, auch ohne seine Resistenz gegenüber dem Thema „Müller, Boateng und Hummels“ ins Feld zu führen, dass er das nicht mehr kann und auch nicht mehr die nötige mentale Kraft für den Kraftakt EM 2021 mit Frankreich und Portugal hat, also Welt- und Europameister schon in der Vorrunde! Ebenso erschütternd waren die leblosen Abgänge der ausgewechselten Spieler auf die Sitzreihen. In der zweiten Halbzeit stellte sich bei mir sogar manchmal der fürchterliche Verdacht ein, dass sie mit ihrem Verhalten, auch dem auf dem Platz, eine Ablehnung des Trainers andeuten wollten. Dieses Phänomen ist im Fußball bisweilen schon beobachtet worden, wenn es zwischen Mannschaft und Trainer nicht mehr stimmt – eine Form von Zerrüttung.

Dass der DFB nahezu gebetsmühlenartig noch in der Nacht betonte, zu Löw zu stehen, kann nur damit begründet werden, dass man nun in Ruhe im Winter das Feld der Alternativen sondieren will und bei Verhandlungen mit einem Neuen in einer besseren Position ist. Die an Nibelungentreue erinnernde Haltung von Oliver Bierhoff legt allerdings Überlegungen nahe, auch ihn im Rahmen dieses Revirements auszutauschen. Muss der Manager der Nationalmannschaft, auch wenn er mittlerweile beim DFB die Funktion des Direktors Nationalmannschaften und Fußballentwicklung ausübt, unbedingt entscheiden, wer Bundestrainer ist?! Frischer Wind täte mittlerweile auch auf diesem Posten, bzw. von diesem Posten aus gut. Wenn der DFB nun mit Löw so weitermachen will wie bisher, ist ein neues Debakel in der Vorrunde der EM 21 mit Frankreich und Portugal programmiert. Dann werden wohl alle Herren den Hut nehmen müssen, und es wird eine dann in jedem Falle notwendige Palastrevolution stattfinden. Sie sollten im Namen des deutschen Fußballs alles dafür tun, dass es nicht so weit kommt.

Klaus Billand, 20. November 2020

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ORF III am Wochenende: Großer Merkatz-Schwerpunkt u. a. mit „Bockerer“-Filmen und Porträt „Vom Tischler zum echten Wiener“

Außerdem: Premiere von „André Hellers Hauskonzerte: Camilla Nylund“ und „Evangelischer Gottesdienst“ live

Wien (OTS) – ORF III Kultur und Information setzt auch am Wochenende seinen umfangreichen Schwerpunkt zum 90. Geburtstag von Karl Merkatz fort. Am Samstag, dem 21. November 2020, werden tagsüber u. a. sechs Spielfilme aus dem reichen filmischen Schatz des Volksschauspielers gezeigt, bevor am Abend Christian Kurt Weisz’ Porträt „Karl Merkatz – Vom Tischler zum echten Wiener“ im Mittelpunkt steht. Anschließend folgen die ersten zwei Teile der „Bockerer“-Filmreihe. Am Sonntag, dem 22. November, zeigt ORF III tagsüber u. a. alle vier „Bockerer“-Filme am Stück sowie im Spätabend „Aus dem Archiv: Mit Karl Merkatz“. Der Hauptabend ist Camilla Nylund gewidmet, wenn „Erlebnis Bühne mit Barbara Rett“ die zweite Ausgabe von „André Hellers Hauskonzerte“ mit der finnischen Opernsängerin präsentiert. Wie bereits im Frühjahr verstärkt der ORF auch während des aktuellen Lockdowns sein Religionsangebot und bietet dazu ein umfangreiches Programm. So zeigt ORF III u. a. diesen Sonntagmorgen den evangelischen Gottesdienst aus der Pfarrgemeinde Schwechat, ORF 2 am 29. November um 9.30 Uhr den katholischen Gottesdienst live aus der Klosterkirche der Elisabethinen in Graz und ORF III am 6. Dezember den katholische Adventgottesdienst aus der Pfarre Hartberg. Auch das Seelsorgeformat „Miteinander – Füreinander“ bietet an Wochentagen um 19.30 Uhr weiterhin die Möglichkeit, Kraft und Hoffnung zu schöpfen.

Samstag, 21. November

Am Samstag zeigt ORF III um 8.30 Uhr eine 1994 aufgezeichnete Ausgabe von Hermi Löbls Gesprächsreihe „Väter“ mit Karl Merkatz und seinen Töchtern Brigitta und Josefine. Nach „Ein Hund kam in die Küche“ (9.00 Uhr) und dem Dacapo von „Ene mene muh … und tot bist Du!“ (10.30 Uhr) steht das romantische Drama „Anfang Achtzig“ (12.00 Uhr) über eine Amour fou mit Merkatz und Christine Ostermayer auf dem Programm. Auf die Wiederholung von „Drei Herren“ (13.35 Uhr) folgt der ab 1979 gedrehte TV-Zweiteiler „Easy Radler – Abenteuer in Australien“ (ab 15.05 Uhr) mit dem Down-Under-Fan Merkatz. Der Hauptabend startet mit dem Porträt „Karl Merkatz – Vom Tischler zum echten Wiener“ um 20.15 Uhr, in dem Regisseur Christian Kurt Weisz mit dem Kultschauspieler dessen Geburtsort Wiener Neustadt genauer unter die Lupe nahm. Zusätzliche Archivmaterialien aus dem Familienfundus sowie Filmausschnitte und Anekdoten von Wegbegleitern geben lebendige Einblicke in Merkatz’ Leben und Schaffen. Anschließend sind die ersten beiden Teile der „Bockerer“-Filmreihe (ab 21.10 Uhr) von Franz Antel zu sehen. Zum Abschluss des Abends zeigt ORF III wieder zwei Folgen von „Aufg’spielt wird … in Joschis Beisl“ (ab 0.35 Uhr).

Sonntag, 22. November

Am Sonntag startet ORF III mit „Cultus – Der Feiertag im Kirchenjahr“ zum „Christkönig“-Tag (9.45 Uhr), gefolgt von „ORF III LIVE“ mit dem „Evangelischen Gottesdienst aus der Pfarrgemeinde Schwechat“ (10.00 Uhr). Anschließend setzt ORF III den Merkatz-Schwerpunkt mit Dakapos von „Anfang Achtzig“ (11.05 Uhr) sowie „Der Bockerer“ (12.40 Uhr) und „Der Bockerer II – Österreich ist frei“ (14.30 Uhr) fort. Ab 16.15 Uhr folgen schließlich Teil drei und vier der „Bockerer“-Reihe. Im Vorabend zeigt ORF III noch einmal das Porträt „Karl Merkatz – Vom Tischler zum echten Wiener“ (19.20 Uhr).

Der Hauptabend widmet sich zwei weiteren Stars, wenn „Erlebnis Bühne mit Barbara Rett“ um 20.15 Uhr eine neue Ausgabe von „André Hellers Hauskonzerte“ mit Camilla Nylund präsentiert. Die finnische Sopranistin stimmt u. a. Chansons wie Jacques Brels „Ne me quitte pas“ und André Hellers „Zum Weinen schön, zum Lachen bitter“ sowie „Du, Du, Du“ an. Begleitet wird sie dabei von Florian Sitzmann (Klavier), Michael Koschorreck (Gitarre), Peter Rosmanith (Perkussion) und Helmut Thomas Stippich (Schrammelharmonika). Weiters stehen deutsche Lieder von Franz Lehár und Richard Strauss, aber auch englische Titel wie „Send in the clowns“ von Stephen Sondheim auf dem Programm.

Danach kehrt ORF III noch einmal zum Jubilar zurück und zeigt eine Ausgabe von „Aus dem Archiv: Mit Karl Merkatz“ (21.20 Uhr), gefolgt von einem Dacapo von „Der Bockerer III“ (22.35 Uhr) und der letzten Folge von „Aufg’spielt wird … in Joschis Beisl“ (0.05 Uhr).
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Päpstliches „Popo-Gate“: Bei dieser Frau wird offenbar sogar der Papst schwach

Der offizielle Instagram-Account von Papst Franziskus vergab ein „Like“ an das nackte Hinterteil eines Bikini-Models – Der Vatikan ermittelt.

 

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