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INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 20. JULI 2019)

20.07.2019 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 20. JULI 2019)

SALZBURGER FESTSPIELE: HEUTE PREMIERE „JEDERMANN“

Sieben Fakten zum „Jedermann“ der Salzburger Festspiele
Seit 99 Jahren lebt und stirbt in Salzburg der reiche Mann theatralisch auf dem Domplatz. 696 Mal wurde das Stück bisher gespielt. Was es noch zu wissen gibt.
https://www.sn.at/salzburger-festspiele/sieben-fakten-zum-jedermann-der-salzburger-festspiele-73556578

Inszenierung: Michael Sturminger

 


Valery Tscheplanowa (Buhlschaft), Tobias Moretti (Jedermann). Foto: Matthias Horn/ Salzburger Festspiele


Björn Meyer (Dicker Vetter), Tobias Moretti (Jedermann), Tino Hillebrand (Dünner Vetter). Foto: Matthias Horn/ Salzburger Festspiele


Mavie Hörbiger (Werke), Tobias Moretti (Jedermann). Foto: Matthias Horn/ Salzburger Festspiele
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BAYERISCHE STAATSOPER: Umbesetzung des Dirigenten bei der gestrigen „Verkauften Braut“

Wolf Michael Storz ersetzte bravourös den erkrankten Tomas Hanus. Der Biografie ist zu entnehmen, dass Wolf Michael Storz eine „Hauslösung“ der Bayerischen Staatsoper ist: „Seit 2007 ist er stellvertretender Studienleiter an der Bayerischen Staatsoper. Als Dirigent stand er zahlreichen Orchestern vor, darunter das Philharmonische Staatsorchester Bremen, die Duisburger Philharmoniker, die Württembergische Philharmonie Reutlingen, die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz und die Philharmonie Nowosibirsk. Seit 2009 unterrichtet er zudem an der Musikhochschule München.“

https://www.staatsoper.de/biographien/detail-seite/storz-wolf-michael.html

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BAYERISCHE STAATSOPER: NOCH EINE URAUFFÜHRUNG UND EINE PREMIERE BEI DEN OPERNFESTSPIELEN

Uraufführung REQUIEM FÜR EINEN LEBENDEN und Premiere AGRIPPINA

Ensemble Interface
Foto: Bayerische Staatsoper

In den letzten zwei Wochen der Münchner Opernfestspiele kommen mit Requiem für einen Lebenden und Agrippina noch zwei Höhepunkte auf die Bühne. Am 21. Juli kommt das durch Manuel Schmitt inszenierte und von Felix Leuschner komponierte Stück rund um einen Gefangenen in der Todeszelle in der Reithalle zur Uraufführung.

Bei Agrippina führt Barrie Kosky Regie. Die Premiere findet am 23. Juli im Prinzregententheater statt. Ivor Bolton, ein Spezialist der Barockoper, steht am Pult des Bayerischen Staatsorchesters.
Die dritte Vorstellung von Agrippina am 28. Juli wird außerdem live auf STAATSOPER.TV übertragen.

21. Juli: Uraufführung –
REQUIEM FÜR EINEN LEBENDEN

Requiem für einen Lebenden ist ein Versuch, sich der Todesstrafe über einen sehr expliziten Blickwinkel zu nähern. Das Musiktheater für zwei Sängerinnen und einen Schauspieler beschreibt den täglichen Kampf eines zum Tode Verurteilten. Regisseur Manuel Schmitt, Komponist Felix Leuschner und Librettist Reto Finger haben ihre eigenen Erfahrungen während eines Besuchs in einem texanischen Gefängnis in diese Uraufführung einfließen lassen.

Für die Komposition sammelte Leuschner Geräusche und Klänge rund um das Gefängnis, um die „Noise Pollution“, das akustisch aggressive Umfeld in dem Verurteilte jahrelang leben, aufzugreifen. Die Sängerinnen Salome Kammer und Adriana Bastidas-Gamboa und der Schauspieler Ben Daniel Jöhnk werden vom Ensemble Interface, sowie von Felix Leuschner, der live-elektronisch auf den Klang des Ensembles Einfluss nimmt, begleitet.

Erfahren Sie mehr zur Musik von Felix Leuschner in der aktuellen Ausgabe des Max Joseph.
VIDEO

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23. Juli: Premiere – AGRIPPINA von G.F.Händel

Bildergebnis für bayerische staatsoper agrippina

Es wäre Stoff für eine weitere Staffel der Politthriller-Serie House of Cards: Der römische Kaiser Claudius soll auf der Rückreise von seinem erfolgreichen Feldzug gegen Britannien ertrunken sein. Damit sieht seine Frau Agrippina den Moment für Nerone, ihren Sohn aus erster Ehe, gekommen, den Thron zu besteigen. Mit Intrigen, Lügen und Verführung setzt sie alles daran, die Macht für ihren Sohn zu sichern.

Regie und Besetzung

Georg Friedrich Händels „Dramma per musica“ Agrippina feiert als letzte Festspielneuproduktion am 23. Juli 2019 im Prinzregententheater Premiere. Der australische Regisseur Barrie Kosky inszeniert die Barockoper. Für die Bayerische Staatsoper erarbeitete er bereits Strauss‘ Die schweigsame Frau (2010) und Prokofjews Der feurige Engel (2016). Am Pult des Bayerischen Staatsorchesters steht mit Ivor Bolton ein Barockspezialist, der unter anderem die Premieren von Rameaus Les Indes galantes (2016) und Webers Oberon, König der Elfen (2017) leitete. Die Titelrolle singt die britische Mezzosopranistin Alice Coote. An ihrer Seite geben Gianluca Buratto (Claudio) und der Countertenor Franco Fagioli (Nerone) ihre Hausdebüts. Ensemble-Mitglied Elsa Benoit gibt die Poppea.

Werk und Inszenierung

Die Uraufführung von Agrippina 1709 in Venedig war ein großer Erfolg für den jungen Händel. Kardinal und Theaterbesitzer Vincenzo Grimani, der wahrscheinlich auch der Autor des Librettos ist, hatte Händel mit der Komposition der Oper beauftragt. Es wird vermutet, dass vieles der damals aktuellen Tagespolitik aus dem Vatikan und dem Stadtstaat Venedig in die Handlung mit einflossen, sodass die Zuschauer sich über die Anspielungen und Andeutungen amüsieren konnten. Für Regisseur Barrie Kosky war unter anderem die Rolle der Claire Underwood aus der Polit-Serie House of Cards eine Inspirationsquelle: „Ich mag diese Art von kalter, blonder Fassade in einem Kleid, das von exquisitem Geschmack zeugt. […] Kalt und auf zarte Weise schön – doch mit einem Innenleben, das das Fieber zahlloser unerfüllter Wünsche ausschwitzt.“ Agrippina sucht die Macht, jedoch nicht für sich, sondern für ihren Sohn, Nero. Es ist auch die Rolle, die Agrippina als Mutter einnimmt, die Barrie Kosky interessiert. Politik, Macht, Erotik, aber auch komplexe Charaktere und Seelenzustände stehen im Zentrum dieser Oper. „Die Gedankenwelt der Figuren ist sehr lebendig. Rezitative und Arien müssen sich ohne Pause aneinanderreihen. Wie eine Überdosis Koffein“, sagt Kosky im Interview mit Max Joseph.

Neuer Termin auf STAATSOPER.TV

Live-Stream Agrippina
So, 28. Juli 2019, 18.00 Uhr

Die dritte Vorstellung von Agrippina wird kostenlos als Live-Stream aus dem Prinzregententheater via STAATSOPER.TV übertragen.

STAATSOPER.TV

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Oper Burg Gars: FIDELIO – Premiere am 18. Juli Ludwig van Beethovens Befreiungsoper lockt bis 10. August in die Babenbergerburg Gars im Kamptal.


Magdalena Renwart. Foto: Claudia Prieler/ Oper Gars

Unter sternenklarem Himmel und bei herrlichem Sommerwetter fand am Donnerstag, 18. Juli, die Premiere von Ludwig van Beethovens Oper „Fidelio“ beim Opernfestival Oper Burg Gars statt. Inmitten der tausend Jahre alten Mauern durfte Intendant Dr. Johannes Wildner zahlreiche Ehrengäste zum Premierenabend begrüßen, darunter Landesrat DI Ludwig Schleritzko, Dr. Christa Kummer oder Vorstanddirektor Dr. Günther Ofner. Bereits beim Festakt vor der Premierenvorstellung gab Manfred Osten, Botschafter a.D., Generalsekretär a.D. der deutschen Humboldt-Gesellschaft, spannende Einblicke in die Ideale der Französischen Revolution und das zukunftsweisende Gedankengut, das Beethoven in „Fidelio“ verarbeitet hat.


Magdalena Renwart, Herbert Lippert. Foto: Claudia Prieler/Oper Gars

Auf der Bühne begeisterte anschließend das Ensemble aus international höchst renommierten sowie aufstrebenden Solistinnen und Solisten rund um Magdalena Renwart als von übergroßem Mut und Liebe geleitete Leonore (alternierend: Bettina Jensen) und Herbert Lippert als für Freiheit und Gerechtigkeit kämpfender Florestan (alternierend: Algirdas Drevinskas). In den weiteren Rollen: Wilfried Zelinka als skrupelloser Gefängnisgouverneur Pizarro, Paul Gay als Gefängniswärter Rocco, Caroline Wenborne als Marzelline, Ian Spinetti als Jaquino, Yasushi Hirano als Minister, Duje Stanišić als Erster Gefangener und Igor Storozhenko als Zweiter Gefangener.
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BREGENZ IM FERNSEHEN – WAS FÜR EINE ENTTÄUSCHUNG!
Peter Bilsing saß Mittwochin der Premiere, gestern vor der Glotze


Foto: Peter Bilsing

Eben ging die Liveübertragung der 2. Aufführung von heute abend zuende.

Was für eine Enttäuschung!

Was für ein Ärgernis! 

Hatte Frau Rett ev. die Bildregie ? 

Pars pro toto: der grandiose, ja begnadete Schluss – unten stirbt Gilda in der linken riesigen Hand, während der Ballon (Symbol ihrer toten Seele) aus der rechten Hand langsam bis auf 50 Meter Höhe aufsteigt. Wobei ihr totes Alterego noch einen langen blauen Schleier herunterfallen lässt (man sieht den leuchtenden Ballon auf dem TV Bild fast  gar nicht! )

Und exakt mit dem Schlussakkord geht der illuminierte Ballon aus… 

Sagenhaft. 

Leider nicht im TV, weil die Gefühllosen  wohl aus dem Eishockey oder Fussball kommen – Kamera immer da wo der Puck bzw. der Ball ist.

Grand merde. 

Wer trägt für so einen Mist die Verantwortung? 

Und dieser sensationelle Riesenkopf, der gerade im ersten Akt so genial und ergreifend alle menschliche Mimik so erschütternd, wie genial begleitet und fast drohend über allem schwebt, wird meist nur von der Seite (einer fahrbaren Hängekamera, die wohl stolz das erste Mal bei einer Opernübertragung agiert) gefilmt – keinerlei zentrale Perspektive und die ist das wichtigste bei dieser fast cineastischen Produktion. 

Eine völlige Verzerrung des originalen Bühnenbildes. 

Ich bin stinkesauer… 

Auch sieht man kaum, dass sich wirklich Tonnen von Wasser aus den toten Augen ergiessen – ebenso vom total realistischen Gewitterdonner (die meisten Zuschauer guckten verblüfft nach oben) war fast nichts zu hören. 

Wo waren die riesigen Lichtbatterien, die toll koordiniert mit der Blitzmusik blendent ins Publikum strahlen? 

Wer live dabei war und dann diesen elenden Schmarrn sehen musste, sollte eigentlich bitterlich weinen.

Die tollste Inszenierung seit 20 Jahren wurde vom der ORF Bildregie vollkommen versaut.

Ein Trost: die tollen Sänger kamen erheblich besser zur Geltung – man sang freier und schöner noch als bei der Premiere.

Peter Bilsing/ www.deropernfreund.de

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Musikfestival Steyr: Bühne frei für das Jubiläumsjahr

Das Musikfestival Steyr feiert seinen 25. Geburtstag und entführt die Zuschauer in das Berlin der 30er Jahre.


Der malerische Schlossgraben.  © Musikfestival Steyr/Peter Mayr

 Mit einem gewohnt abwechslungsreichen Programm für Groß und Klein präsentiert sich das Musikfestival Steyr unter der Intendanz von Karl-Michael Ebner, wenn sich auf einer der schönsten Freiluftbühnen des Landes von 20. Juli bis 10. August 2019 der Vorhang zum 25. Mal hebt. Im Zentrum des diesjährigen Festivalprogramms steht das Thema Tanz, das als verbindendes Element zwischen der großen Musicalproduktion und dem Kindertheater steht. Den Auftakt in das Jubiläumsjahr bildet die Premiere Musicals „Cabaret“, welche am 25. Juli 2019 aufgeführt wird.
Liebestaumel auf der großen Bühne

Zum 25. Jubiläum des Musikfestival Steyr entführt Intendant Karl-Michael Ebner die Besucher in das Berlin der 30er Jahre. Bei der Eigenproduktion des Musicals „Cabaret“ setzt Ebner erneut auf einen Broadway-Klassiker und schließt damit an die Musical-Erfolge der vergangenen Jahre an. Die Besucher des Musikfestival Steyr erwartet eine atemberaubende Kulisse. Sie werden sich im wahrsten Sinne des Wortes im verruchten Amüsement-Tempel dem ‚Kit Kat Club‘ wiederfinden. So wird der Schlossgraben von Schloss Lamberg mit einem neuen Raumkonzept die Festivalbesucher begeistern. Auf den Bühnen-Sitzplätzen können die Zuschauer direkt in das Geschehen des mitreißenden Musicals eintauchen. Das Musical entführt in eine Welt zwischen Glanz und Abgrund und könnte aktueller nicht sein. Der aufkommende Faschismus der 30er Jahre in Deutschland ist ebenso zentrales Element des Stückes wie die Liebe. In den Hauptrollen des Musicals „Cabaret“ brillieren die Volksoper Wien-Ensemblemitglieder Ben Connor („Clifford Bradshaw“), Oliver Liebl („Ernst Ludwig“) und Martina Dorak („Conférencier“). Rebecca Soumagné, die schon auf der Bühne des Raimund Theaters Wien stand, wird die Zuschauer als „Sally Bowles“ begeistern.

An insgesamt acht weiteren Aufführungsterminen haben Musical-Fans von 25. Juli bis 10. August 2019 die Chance, im Schlossgraben von Schloss Lamberg in die 30er Jahre einzutauchen und sich von den unzähligen Ohrwürmern mitreißen zu lassen.
Über das Musikfestival Steyr

Das Musikfestival Steyr geht von 20. Juli bis 10. August 2019 in die 25. Spielsaison und verwandelt den Schlossgraben von Schloss Lamberg im oberösterreichischen Steyr in rund zweimonatiger Aufbauarbeit zu einer der schönsten Open-Air Bühnen Österreichs.Neben erfolgreichen Opern- und Operettenproduktionen hat das Musikfestival Steyr in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen, dass es auch Musical „kann“ und sich mit Eigenproduktionen wie „Les Misérables“, „My Fair Lady“, „Evita“, „West Side Story“ oder „Chicago“ einen verdienten Spitzenplatz in der heimischen Musicalszene erspielt.Neben der jährlichen Eigenproduktion wartet das Musikfestival Steyr mit dem Kindertheater, dem Kinder-Workshop sowie mit dem Kino unter Sternenhimmel mit einem abwechslungsreichen Programm für Groß und Klein auf. Weitere Informationen auf

http://www.musikfestivalsteyr.at.
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Deutschlands erster ausschließlich der Oper gewidmeter, öffentlich verliehener Preis: OPER! AWARDS werden am 21. Septemer verliehen
 
Berlin – Am 21. September 2019 werden im Konzerthaus Berlin erstmals die OPER! AWARDS verliehen. Damit bekommt Deutschland seinen ersten ausschließlich der Oper gewidmeten und öffentlich verliehenen Branchenpreis überhaupt. Die OPER! AWARDS werden in insgesamt 20 Kategorien an die besten nationalen und internationalen Akteure auf und hinter der Opernbühne vergeben.
 
Deutschland verfügt über die mit Abstand höchste Dichte an Opernhäusern weltweit, bislang aber über keinen Preis, der die Besten der nationalen und internationalen Opernbranche öffentlich und im Rahmen einer Preisverleihung auszeichnet. Um dies zu ändern, wurden die OPER! AWARDS ins Leben gerufen. Beginnend mit der Preisgala am 21. September 2019 sollen sie fortan jährlich verliehen werden. Die OPER! AWARDS werden von einer prominent besetzten, achtköpfigen Journalisten-Jury vergeben. Die Gewinner werden auf der Preisverleihungsgala am 21. September 2019 in Berlin bekanntgegeben. Nähere Informationen unter www.oper-awards.com.
 
„Es ist eine absurde Situation, dass Deutschland über die meisten Opernhäuser weltweit verfügt, bislang aber über keinen Preis, der die Besten der nationalen und internationalen Opernbranche im Rahmen einer Preisverleihung würdigt. Es gibt so etwas in prominenter Form für den Film und das Schauspiel, aber nicht für die Oper. Es wurde Zeit, dass diese komplexeste und herausforderndste aller Kunstgattungen in Deutschland eine angemessene öffentliche Würdigung erfährt“, sagt Ulrich Ruhnke, Gründer und Initiator der OPER! AWARDS.
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NOCH EINE „ZAUBERFLÖTE NEU“ – diesmal in München


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Wien/ ImPulsTanz/ Burgtheater: „Masurca Fogo“ von Pina Bausch


Pina Bausch (DE) – © Pina Bausch Foundation

Das Tanztheater Wuppertal, dessen Gründerin und langjährige Choreografin Pina Bausch vor zehn Jahren starb, gastiert mit vier Vorstellungen ihres 1998 uraufgeführten und in Lissabon entstandenen Stückes „Masurca Fogo“ im Wiener Burgtheater. Auf karger Bühne, wie ein erkalteter Lavastrom ragt ein Berg in eine weiße Box, reihen sich vornehmlich in Lissabon und auf den Kapverden beobachtete Begebnisse des so alltäglichen Lebens zu sinnlichen, absurden und humorvollen Episoden.

Mit einem feurigen Solo zu einem auf die ganze, von Peter Papst gestaltete Bühne projizierten Video Akkordeon spielender Dunkelkhäutiger beginnt die atemlose Reise durch die Emotionen. Selten benutzen Bausch und ihre TänzerInnen Sprache, hier wird viel erzählt. Eine in Luftballons gekleidete Frau berichtet aus ihrer Kindheit, wie eine eitle und selbstzentrierte Lehrerin die Schüler verbal und physisch zwang, ihre Schönheit zu preisen. Und die Ballons platzen.

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Tanztheater Wuppertal Pina Bausch (DE) – Masurca Fogo (Julie Shanahan + Rainer Behr) © Oliver Look

Ein Mann berichtet von den drei Arten des Orgasmus: Positiv („Oh yeah!“), negativ („Oh no!“) und metaphysisch („Oh my god!“). Ein Brüller! Eine Frau kippt sich nach vergeblichem Rufen des Kellners ein ganzes Kilo mitgebrachten Zuckers über ihre Espresso-Tasse. Und eine freundliche Frau fragt vorn Sitzende: „Good by! Where are you from?“ Sie planschen im Plastikplanen-Schwimmbecken wie Kinder, während ein Walross grunzend über die Bühne kriecht. Eine Frau windet sich mit ihren Einkäufen auf dem Boden und wird angehupt.


Tanztheater Wuppertal Pina Bausch (DE) – Masurca Fogo (Ophelia Young + Michael Strecker) © Klaus Dilger

Liebe, Lust und Leidenschaft, Hoffnung und Verlangen, Einsamkeit und Sehnsucht, Macht und Ohnmacht zeigt „Masurca Fogo“. Höchst sensibel und doch distanziert beobachtet, entstehen expressive Soli und dynamische Gruppenszenen, von gefühlvoller, auch swingender Musik, Tango und vielen portugiesischsprachigen Liedern begleitet.

Zum Ende hin tanzt eine Frau ein sehnsuchtsvolles Solo in der auf die Bühne projizierten Brandung, deren Rauschen lauter und lauter wird, mit überwältigender Emotionalität. Das Abschlussbild, viele auf dem Boden liegende Paare und ein Video mit im Zeitraffer aufblühenden Blumen, dazu der Hollies-Song „Sometimes all I need is the air that I breathe and to love you“, ist eine vieldeutige Liebeserklärung.

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Tanztheater Wuppertal Pina Bausch (DE) – Masurca Fogo © Milan Nowoitnick Kampfer

Mit „Masurca Fogo“ als einem von mehreren Werken mit regionalen Wurzeln und Bezügen, auch dieses Stück entstand in enger Zusammenarbeit mit ihren TänzerInnen, erweist sich Pina Bausch einmal mehr als eine Ausnahme-Künstlerin von herausragender internationaler Bedeutung. Die scheinbare Leichtigkeit, mit der das Stück daherkommt, ist niemals flach. Mit tiefer Menschlichkeit, Empathie, Respekt und Vertrauen in ihre TänzerInnen als Leitlinien ihrer Arbeit formuliert sie den Ausdruck von Gefühlen als wichtigstes Ziel. „Mich interessiert nicht so sehr, wie sich Menschen bewegen, als was sie bewegt.“ Mit sicherer Intuition entwickelt sie eine formenreiche Körpersprache, die auf einer tiefen, jenseits der sprachlichen Möglichkeiten liegenden Ebene anspricht. Ihr Ringen um größtmögliche Wahrhaftigkeit und Authentizität bleibt auch durch viele ironische Überzeichnungen hindurch immer spürbar.

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Tanztheater Wuppertal Pina Bausch (DE) – Masurca Fogo (Ruth Amarante) © Laszlo Szito

Das tänzerische Niveau und die schauspielerischen Leistungen beeindrucken. Bemerkenswert ist das Alters- und und das physische Spektrum der 21 TänzerInnen des Tanztheaters Wuppertal. Urgesteine der Kompanie und erst in den letzten zehn Jahren Hinzugekommene agieren wie aus einem Guss. Beredtes Zeichen für die aktive Pflege des Erbes der Pina Bausch und den unverzichtbaren Wert der älteren Generation für ihre Arbeiten und den Tanz im Allgemeinen.

Die ungeheure Zärtlichkeit und Liebe, die Sinnlichkeit und Poesie, die auch vorhandene Brutalität und die implizite Erotik in „Masurca Fogo“ machen dieses Werk, auch wenn ImPulsTanz erst an seinem Beginn steht, sicher zu einem der Highlights des Festivals.

Vorstellungen am 16., 17., 18. und 19. Juli im Burgtheater Wien.

Rando Hannemann

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GRAZ/Steiermark STYRIARTE 2019

Eigenes und Importiertes auf hohem Niveau

  1. Juli: Schloss Eggenberg, 12. Juli: Listhalle, 13. Juli: Stift Rein

Die einen Monat lang dauernde Styriarte mit weit über 40 Einzelveranstaltungen bietet natürlich nicht nur Eigenproduktionen, sondern lädt immer auch Bewährtes und Beliebtes ein. Dieser Bericht lässt sehr schön einen Vergleich zwischen Eigenem und Importiertem zu – da gab es zunächst das alljährliche Fest im Schloss Eggenberg als Eigenproduktion unter dem Titel Schule der Liebe, dann gab es in der Listhalle mit Seaven Teares ein Jazz-Gastspiel von Christian Muthspiel und tags darauf im nördlich von Graz gelegenen Welt-ältesten Zisterzienserkloster Stift Rein Jordi Savall mit seinem Biblischen Tiergarten.

Vorweg mein Gesamteindruck: alle drei Aufführungen waren von hohem Niveau – in einem Fall bringe ich persönlich gefärbte Einschränkungen an…

https://www.deropernfreund.de/graz-styriarte-6.html

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ORF III am Wochenende: 13. ORF Steiermark-Klangwolke mit Bachs „Brandenburgischen Konzerten“ von der styriarte 2019

Außerdem: „50 Jahre Mondlandung“ mit Portisch & Nidetzky in „So erlebte ich die Mondlandung“, Weltraumpioniere Viehböck & Reiter in „Quantensprung“ =

Wien (OTS) – Am Samstag, dem 20. Juli 2019, steht um 21.00 Uhr ein weiterer Höhepunkt des ORF-III-Kultursommers auf dem Programm: Zum 13. Mal erhebt sich die ORF Steiermark-Klangwolke und trägt heuer Johann Sebastian Bachs „Brandenburgische Konzerte“ von der styriarte ins ganze Land. Das musikalische Highlight des steirischen Kulturfestivals wird zeitgleich in ORF III und via Radio Steiermark bei mehr als 25 öffentlichen Veranstaltungen in der ganzen Steiermark erklingen (Dakapo am 10. August um 23.15 Uhr in 3sat). Weiters steht das Wochenende in ORF III Kultur und Information im Zeichen von 50 Jahre Mondlandung. Höhepunkte des zweitägigen Schwerpunkts, den ORF-III-Moderator und -Wissenschaftsexperte Andreas Jäger präsentiert, sind am Sonntag, dem 21. Juli, die ORF-III-Neuproduktionen „So erlebte ich die Mondlandung“ mit Hugo Portisch und Peter Nidetzky sowie das „Quantensprung Spezial: 50 Jahre Mondlandung“ mit den Weltraumpionieren Franz Viehböck und Thomas Reiter.

Samstag, 20. Juli:

Ehe ORF-III-Moderator Andreas Jäger am Abend zur Monderkundung lädt, trifft er in „Unser Österreich“ Birgit Denk zum „Berggespräch“ (16.05 Uhr) in Hainburg an der Donau. Denk ist eine der wichtigsten weiblichen Vertreterinnen der aktuellen Austropop-Szene, außerdem Moderatorin der ORF-III-Sendung „DENK mit KULTUR“, und hat mit ihrer Formation „Denk“ bis dato acht Alben veröffentlicht. Sie setzt dabei auf deutschsprachige Mundart-Texte und Rock ’n‘ Roll mit Lokalkolorit.

Im ORF-III-Hauptabend steht klassische Musik und kulinarische Vielfalt aus der Steiermark auf dem Programm. Ein „ORF III Spezial“ präsentiert zunächst „Das Schilcherland – Blaue Reben, grünes Gold“ (20.15 Uhr). Die Doku von Alfred Ninaus zeigt weitläufige Almen, unberührte Flusslandschaften, liebliche Weinhänge und goldene Kürbisfelder. Nicht zuletzt das weltberühmte Kürbiskernöl und der Schilcherwein sind Markenzeichen für steirische Kulinarik in ihrer reinsten Form.

Für „ORF-III-Kultursommer“-Feeling pur sorgen um 21.00 Uhr „Von der styriarte 2019: Die Brandenburgischen Konzerte“ Bachs aus der Helmut-List-Halle in Graz – interpretiert vom Concentus Musicus unter der Leitung von Stefan Gottfried. Die Sammlung der ursprünglich unabhängig voneinander komponierten Konzerte widmete Bach dem Musikfreund und namhaften Prinzen von Preußen ­– Christian Ludwig zu Brandenburg-Schwedt.

Danach startet ORF III seinen Schwerpunkt zu „50 Jahre Mondlandung“: Zum Auftakt steht das Dakapo der ORF-2-Neuproduktion „Das Weltevent – 50 Jahre Mondlandung“ (23.10 Uhr) von Günther Mayr und Kurt Schmutzer auf dem Spielplan. Anschließend folgt der Dokuvierteiler „Aufbruch zum Mond“ (ab 23.55 Uhr; Dakapo am Sonntag ab 13.55 Uhr) von Mark Everest und Christopher Spencer über den Wettlauf zum Mond zwischen Amerika und der Sowjetunion. Unterteilt ist der Vierteiler in die Kapitel „Das Rennen geht los“, „Der Sputnik-Schock“ (0.40 Uhr), „Der erste Mensch im All“ (1.25 Uhr) und „Die Apollo-Mission“ (2.10 Uhr).

Sonntag, 21. Juli:

Am Sonntag, dem 21. Juli, zeigt ORF III zunächst die dreiteilige Reihe „Mensch und Mond“. Der erste Teil „Ein Kind der Erde“ (9.00 Uhr) begleitet den Materialwissenschafter und Astronauten Matthias Maurer nach Lanzarote und Florida, wo er für die nächste Mondmission ausgebildet wird. Die zweite Dokumentation „Göttin der Nacht“ (9.55 Uhr) widmet sich den Mythen und Legenden, die sich um den Himmelskörper ranken. Der finale Teil beschäftigt sich mit dem Mond als sogenanntem „8. Kontinent“ (10.55 Uhr). Es folgt die „zeit.geschichte“-Doku „Rivalen – Koroljow vs. von Braun“ (11.50 Uhr; Dakapo um 22.55 Uhr), die erneut den Wettkampf zwischen den beiden Konstrukteuren thematisiert. Danach geht es um „Hitlers Angriff aus dem All – Das Geheimnis der V2“ (12.35 Uhr), die schon den Nazis während des Zweiten Weltkriegs zum „Endsieg“ verhelfen sollte. Die nachfolgende Dokumentation „Weltraumspione – Kalter Krieg im All“ (13.25 Uhr) setzt zur Zeit des Kalten Krieges beim sogenannten „Sputnik-Schock“ an, der einen spektakulären Wettlauf zwischen der Sowjetunion und den USA um die Eroberung des Weltalls auslöste.

Im Vorabend erzählt der Film „Ariane 5: Europa im All“ (18.15 Uhr) eine europäische Erfolgsgeschichte der Gegenwart. Unter der Regie der ESA (European Space Agency) sind derzeit 22 Nationen am Bau und an der Weiterentwicklung des Aushängeschilds der europäischen Raumfahrt beteiligt. Seit dem Start der ersten Ariane-Rakete im Jahr 1979 hat sich das Programm zu einem der erfolgreichsten und sichersten Raumfahrtprogrammen der Welt entwickelt. „Quantensprung – Die Doku“ zeigt exklusives Material von den State-of-the-Art-Werkstätten in ganz Europa, bis hin zum spektakulären europäischen Weltraumhafen in Französisch-Guayana, von wo aus Ariane ihre Missionen startet. Um 19.55 Uhr erinnern sich Hugo Portisch und Peter Nidetzky in „So erlebte ich die Mondlandung“ an ihre legendäre Live-Berichterstattung im ORF und an den Moment, als Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat.

Im Hauptabend präsentiert ORF III eine Spezialausgabe des ORF-III-Wissenschaftsmagazins „Quantensprung“ (20.15 Uhr). 50 Jahre nach den berühmten Worten Neil Armstrongs fragt Andreas Jäger darin nach dem Status quo der bemannten Raumfahrt. Nach Jahrzehnten des Stillstands zieht es die Menschheit zu Beginn des 21. Jahrhunderts offenbar wieder vermehrt ins All. Die USA wollen in den nächsten fünf Jahren wieder Menschen auf den Mond schicken und private Firmen – allen voran Elon Musks „SpaceX“ – träumen mittlerweile davon, zahlungskräftige Touristinnen und Touristen zum Mond zu fliegen. Aber wie geht das eigentlich? Welche physikalischen und technischen Hindernisse sind für den Flug zum Mond zu überwinden und wie konnte das vor 50 Jahren gelingen? Darüber spricht Andreas Jäger u. a. mit dem österreichischen Astronauten Franz Viehböck und seinem deutschen Kollegen Thomas Reiter.

Anschließend zeigt die „zeit.geschichte“ ab 21.10 Uhr die deutschsprachige Erstausstrahlung des Dokuzweiteilers „Wettrennen auf den Mond“ von Patrick Jeudy. Teil eins erzählt vom „Vorsprung der Sowjets“ (21.10 Uhr). Als Juri Gagarin seine Wostok-Kapsel für den ersten bemannten Flug bestieg, hatte er nur eine 50-prozentige Überlebenschance. Doch der Abschuss der Rakete am 12. April 1961 verlief erfolgreich. Die Sowjets hatten den ersten Mann im Weltall. In „Die USA holt auf“ (22.05 Uhr) schaffen es die Amerikaner, den sowjetischen Vorsprung nicht nur zu verringern, sondern diesen zu überholen. Doch kostete die Mission unter anderem das Leben dreier Astronauten: Virgil Grissom, Edward White und Roger Chaffee. Anschließend stehen weitere Dakapos der Dokustrecke auf dem Programm sowie abschließend um 0.45 Uhr die bereits im Rahmen des „dokFilm“ in ORF 2 gezeigte Mockumentary „Kubrick, Nixon und der Mann im Mond“ von William Karel.
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