Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 17. APRIL 2021)

17.04.2021 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 17. APRIL)

METROPOLITAN OPERA STREAM AM 8. MAI 2021 (ausgestrahlt aus dem Staatstheater Wiesbaden)

wagn

May 8 AT 1 PM ET
Wagnerians Live in Concert
Buy Tickets

A quartet of opera’s most powerful and dramatic singers comes together for a program of soaring selections by Wagner and Strauss. Transmitted live from the grand Hessisches Staatstheater in Wiesbaden, Germany, this unbeatable summit of leading Wagnerian voices features sopranos Christine Goerke and Elza van den Heever, tenor Andreas Schager, and baritone Michael Volle, with pianist Craig Terry
________________________________________________________________________

WIENER STAATSOPER: Countdown zur Ausstrahlung des neuen Wiener „Parsifal“

Philippe Jordan: Wissend geschehen lassen


Philippe Jordan. Copyright: Peter Mayr

Betrachtet man Tristan und Isolde als Urknall, so stellt Parsifal eine Sublimation, eine Art Perfektion dieses revolutionär Neuen dar. Nicht zuletzt auch dadurch, dass Wagner mit seinem letzten Musiktheaterwerk die Essenz der Gesamtheit seiner Errungenschaften und Inspirationsquellen schuf…

https://www.wiener-staatsoper.at/die-staatsoper/medien/detail/news/wissend-geschehen-lassen/

parsifaljk

Zur Einführungsmatinee „Parsifal“
_______________________________________________________________________

Countdown zu „Parsifal“-Festspielen im ORF: „Der Fall Parsifal“, „matinee“-Porträts Kaufmann und Garanča, komplette Oper

Am Samstag und Sonntag in ORF 2, Ö1 und ORF.at =

Wien (OTS) – Am Wochenende steht der ORF kulturell im Zeichen von Richard Wagners Oper „Parsifal“: Ab morgen, Samstag, dem 17. April 2021, dreht sich alles um Kirill Serebrennikows mit Spannung erwartete Staatsopern-Neuinszenierung der mythischen Gralsgeschichte mit den Weltstars Jonas Kaufmann und Elīna Garanča. Zuerst sendet Ö1 am Samstag um 19.30 Uhr die am 11. April pandemiebedingt ohne Publikum aufgezeichnete, rund vierstündige Premiere unter der musikalischen Leitung von Musikdirektor Philippe Jordan. Um 22.00 Uhr bietet ORF 2 mit „Der Fall Parsifal“ eine 130-minütige werkbetrachtende Kompaktfassung mit den wichtigsten Szenen, Beiträgen und Interviews, die Einblick in das Monumentalwerk sowie in Richards Wagners Mythenkosmos geben. Die „matinee“ am Sonntag in ORF 2 porträtiert „Elīna Garanča – Die scheue Diva“ (9.05 Uhr), die ihr internationales Rollendebüt als Kundry gibt, und ihren „Parsifal“: „Jonas Kaufmann: Ein Jahrhundert-Tenor“ (9.55 Uhr). Ab 16.00 Uhr präsentiert ORF.at schließlich die Gesamtaufnahme der Neuinszenierung in Ton und Bild, die danach noch sieben Tage lang via TVthek.ORF.at online abrufbar sein wird.

„Der Fall Parsifal“: Samstag, 17. April, 22.00 Uhr, ORF 2

Richard Wagners Bühnenweihfestspiel „Parsifal“ ist die zweite Eigenproduktion der neuen Staatsoperndirektion unter Bogdan Roščić und feierte – coronabedingt – erst nach Ostern ihre Premiere. Der ORF begleitet die aufwendige Neuproduktion in der Inszenierung des gefeierten russischen Opern- und Filmregisseurs Kirill Serebrennikow mit großer Ü-Wagen-Technik und zeigt Wagners letzte Oper zunächst in einer zweistündigen, werkbetrachtenden Kompaktversion. Ausgewählte Ausschnitte veranschaulichen die szenische und musikalische Umsetzung der Neuinszenierung. Gestaltete Beiträge zu den historischen Vorlagen, zu Entstehung und Wirkung von Wagners Werk, zur Interpretation durch Kirill Serebrennikow und vieles andere mehr erlauben einen umfassenden Einblick in die Welt von Parsifal und Co. Mit den Gesangsstars der neuen Produktion kommt ORF-Kulturjournalistin Teresa Vogl ins Gespräch: In den Ausschnitten der Gesamtaufzeichnung unter der Bildregie von Michael Beyer beeindrucken neben Jonas Kaufmann und Elīna Garanča Staatsopern-Liebling Ludovic Tézier, der als Amfortas ebenfalls sein internationales Debüt gibt, weiters Georg Zeppenfeld als Gurnemanz und Wolfgang Koch in der Partie des Klingsor. Eine stumme, aber wichtige und hier neu eingeführte Figur verkörpert Nikolay Sidorenko als – dem gereiften Parsifal gegenübergestelltes – jugendliches Alter Ego. Wie schon vorher mehrmals an anderen Häusern erprobt, erarbeitete der mit einem Ausreiseverbot belegte regimekritische Regisseur Kirill Serebrennikow seine Interpretation von Moskau aus und war online live mit dem Probengeschehen in Wien verbunden. Das Fernsehpublikum erwartet eine bildgewaltige, fesselnde Darstellung der Gralsgemeinschaft, die in einem französischen Gefängnis um ihre Erlösung ringt.

„matinee“: Sonntag, 18. April, ab 9.05 Uhr, ORF 2

Der von Clarissa Stadler präsentierte Kulturvormittag in ORF 2 widmet sich gänzlich den Stars den neuen „Parsifal“-Produktion.

„Elīna Garanča – Die scheue Diva“ (9.05 Uhr Sie ist seit Langem eine der führenden Mezzosopranistinnen der Welt, die für ausverkaufte Opernhäuser sorgt. Die vergangenen Jahre haben den in Lettland geborenen Opernstar allerdings auf eine neue Ebene gehoben. Mehr denn je genießt Elīna Garanča die Blüte ihrer wunderbaren Stimme und erobert kraft ihrer Persönlichkeit das internationale Publikum stets aufs Neue. Aktuell zieht sie, erstmals als „Kundry“, an der Wiener Staatsoper die Register ihres Könnens. Die 2018 entstandene Dokumentation von Agita Cāne-Ķīle begleitet die Sängerin nach New York, wo sie Abschied von der Rolle des Octavian im „Rosenkavalier“ nimmt. In München bereitet sie sich auf die Titelrolle in Donizettis „La favorite“ vor und in Göttweig genießt sie auch die Momente des Schweigens während eines Konzerts im Rahmen des Festivals „Garanča and Friends“. Einen ganz privaten Einblick bietet der Film, wenn die „scheue Diva“ über ihr Leben zwischen ihrer Heimat Riga und ihrem Domizil in Málaga reflektiert.

„Jonas Kaufmann: Ein Jahrhundert-Tenor“ (9.55 Uhr) Für das jüngste, 2017 entstandene Filmporträt des deutschen Startenors Jonas Kaufmann begleitete ihn der Filmemacher John Bridcut zwei Jahre lang zu Proben, Konzerten sowie Backstage, aber auch privat ins Kaffeehaus oder Fußballstadion. Kaufmann ist ein Star zum Angreifen: Seinen vielen Fans begegnet er so charmant wie seinen Bühnenpartnerinnen. Humorvoll geht er mit der Tatsache um, dass bei der „Last Night of the Proms“ auch das Werfen von Unterwäsche zu den mannigfaltigen Sympathiebekundungen zählt. Der Film bietet Einblick in das Leben eines reflektierten Künstlers von Weltrang – zwischen Gummibärchen in der Garderobe, Höchstleistungen im Opern- und Konzertbetrieb und Kaufmanns Begeisterung für seinen Lieblings-Fußballclub Bayern München.

_____________________________________________________________________

 ORF / ORF III am Wochenende: „Wir spielen für Österreich“-Jubiläumsabend mit den schönsten Momenten aus der Staatsoper

Außerdem: „Thaïs aus dem Theater an der Wien“ und Schwerpunkt zum 95. Geburtstag von Queen Elizabeth II. mit Premiere „Die Royals in Österreich

 Zum einjährigen Jubiläum der Romy-nominierten ORF-III-Kulturinitiative „Wir spielen für Österreich“ präsentiert Barbara Rett am Sonntag, dem 18. April 2021, einen besonderen Opernabend: „Die schönsten Momente aus der Wiener Staatsoper“ – mit Stars wie Netrebko, Beczała, Nylund oder Flórez. Darauf folgt eine Neuinszenierung von Massenets „Thaïs“ aus dem Theater an der Wien. Am Samstag, dem 17. April, würdigt ORF III Queen Elizabeth II., die am 21. April ihren 95. Geburtstag feiert, sowie ihren kürzlich verstorbenen Gatten Prinz Philip und zeigt einen ganzen Programmtag im Zeichen der britischen Krone u. a. mit der ORF-III-Neuproduktion „Die Royals in Österreich“.

Samstag, 17. April

Zum Auftakt des Programmtages im Zeichen der Queen zeigt „ORF III Spezial“ um 9.00 Uhr „Elizabeth II. – Das Werden einer Königin“. Darauf folgt der Dokuvierteiler „Schloss Windsor – Tragödie und Triumph“ (ab 9.50 Uhr). Einen Ortwechsel gibt es um 12.55 Uhr mit „Der Buckingham-Palast – Geheimnisse und Tragödien im Königshaus“, bevor um 13.40 Uhr „Königliche Dynastien – Die Windsors“ und um 14.30 Uhr „Edward & George – Zwei Brüder, eine Krone“ auf dem Programm stehen. Ab 15.25 Uhr beleuchtet ein Zweiteiler die acht „Royalen Ehefrauen“, ehe sich ein Film mit dem kürzlich verstorbenen Duke of Edinburgh „Prinz Philip – Ein Leben für die Queen“ (16.55 Uhr) befasst. Um 17.45 Uhr dreht sich alles um die „Rivalinnen: Lady Diana und Elizabeth II.“. Im Vorabend erzählt „Die vielen Gesichter der Queen“ (18.30 Uhr) vom ständigen Wandel des Auftretens der britischen Monarchin. „Die Queen & Co“ um 19.25 Uhr begleitet „Die Windsors bei der Arbeit“.

Im Hauptabend präsentiert die „zeit.geschichte“ um 20.15 Uhr „Die Queen – Das Leben einer Königin“ – von ihren Tätigkeiten als „heiress presumptive“ während des Zweiten Weltkriegs bis hin zur Umwandlung des Britischen Empire zum Commonwealth of Nations. Anschließend erzählt die ORF-III-Neuproduktion „Die Royals in Österreich“ (21.10 Uhr) von Sabrina Peer die Geschichte und „Gschichtln“ hinter den royalen Besuchen der Windsors in Österreich. Ob Prinz Charles, Queen Elizabeth, Prinzessin Diana oder Edward VII. – sie alle waren schon einmal zu Gast im Land an der Donau. „Die Schwiegermutter der Queen“ ist um 22.00 Uhr zu sehen, ehe der Abend mit dem Dakapo „Edward & George – Zwei Brüder, eine Krone“ (22.45 Uhr) schließt.

Sonntag, 18. April

„ORF III Spezial“ zeigt am Sonntagmorgen „Wunderkammern – Die Schaffenswelten steirischer Künstler“ (9.15 Uhr). Darin wirft Gestalter Oliver Pink einen Blick in die privaten Ateliers steirischer Kunstschaffender. Anschließend überträgt „ORF III LIVE“ um 10.00 Uhr den „Katholischen Gottesdienst aus der Hofburgkapelle Wien“.

Zum einjährigen Jubiläum der „Wir spielen für Österreich“-Reihe blickt Barbara Rett um 20.15 Uhr gemeinsam mit Staatsoperndirektor Bogdan Roščić auf „Die schönsten Momente aus der Wiener Staatsoper“ zurück. Die Palette reicht von Juan Diego Flórez’ Interpretation Verdis „La mia letizia infondere“ bis hin zum finalen Akt von „La traviata“ mit Pretty Yende im März 2021. Dazwischen singt Anna Netrebko die „Tosca“, Piotr Beczała feiert sein Staatsopern-Rollendebüt als „Werther“ und Plácido Domingo gibt die Arie „Dio di Giuda“ aus dem 4. Akt von „Nabucco“ zum Besten. Duette liefern Anita Rachvelishvili und Erwin Schrott mit „Si tu m’aimes, Carmen …“ aus dem 4. Akt der „Carmen“ sowie Camilla Nylund und Georg Nigl mit „Dieser Anstand, so manierlich“ aus „Die Fledermaus“, die ORF III 2020 live in der Silvesternacht übertrug.

Thaïs - Theater an der Wien (2021) (Produktion - Wien, Österreich) | Opera  Online - Die Website für Opernliebhaber

Anschließend wird die „Wir spielen für Österreich“-Reihe mit Jules Massenets „Thaïs aus dem Theater an der Wien“ (21.30 Uhr) fortgesetzt. Mit der amerikanischen Sopranistin Nicole Chevalier steht in der Neuinszenierung von Peter Konwitschny eine der derzeit gefragtesten Sängerinnen in der Titelpartie auf der Bühne. An ihrer Seite feiert der junge niederösterreichische Bassbariton Josef Wagner sein Hausdebüt. Als Mönch Athanaël bekehrt er Thaïs, die bekannteste Kurtisane Ägyptens, zum Glauben und zu Gott. Dirigiert von Leo Hussain spielt das ORF Radio-Symphonieorchester Wien. Der Arnold Schoenberg Chor singt unter der Leitung von Erwin Ortner.

___________________________________________________________________________

SONOSTREAM TV: Film of the Week

Sonostream.tv (@Sonostreamtv) | Twitter

Gaetano Donizetti (1797-1848)
Lucia di Lammermoor
2013 Philharmonie am Gasteig, Munich
Diana Damrau, Joseph Calleja, Ludovic Tézier

Three of opera’s greatest stars came together to sing a concert version of Donizetti’s bel canto masterpiece on several evenings in July of 2013. The result was one of the greatest recordings of Lucia di Lammermoor of the last decade. Featuring Diana Damrau as Lucia, Joseph Calleja as Edgardo, and Ludovic Tézier as Enrico under the baton of the late Jesus López Cobos leading the Munich Opera Orchestra. The famous Mad Scene is also with the rare glass harmonica.

A purchase of the film for €5.99 provides access for 30 days

▶︎ WATCH NOW for €5.99!

▶︎ DISCOVER more programs on sonostream.tv

____________________________________________________________________

NEU AUF CD – DVD – BLU-RAY VON ACCENTUS MUSIC

ACCENTUS MUSIC präsentiert Beethovens letzte drei Klaviersonaten, einmalig interpretiert von Sunwook Kim

Beethovens letzte drei Klaviersonaten nehmen im Oeuvredes Komponisten einen ganz besonderen Platz ein. Zum Zeitpunkt ihrer Kompositionbereits vollständig ertaubt, bringt Beethoven drei seiner intimsten und persönlichsten musikalischen auf Papier, die gleichzeitig Optimismus ausstrahlen und wie kaum ein anderes Werkmusikalisch in die zukunft weisen.

Diese Produktion wird gleichzeitig auf Cd, DVD und Blu-ray veröffentlicht.

BEETHOVEN, L. van: Piano Sonatas Nos. 30-32 (The Last Three Sonatas) (Sunwook  Kim) (Blu-ray, Full-HD) - ACC-10527

Filmed at the KunstKraftwerk Leipzig, Sunwook Kim’s masterful interpretation of Ludwig van Beethoven’s Last Three Piano Sonatas op. 109-111 is set in an exceptional cultural-industrial landmark. The exceptional Korean pianist’s playing is framed by light projections that fill the brick hall. Ludwig van Beethoven’s Last Three Piano Sonatas occupy a very special place within his oeuvre. Completely deaf by then, the composer put three of his most intimate and personal works on paper, which at the same time radiate optimism and point musically into the future like hardly any other works.

Recorded at Kunstkraftwerk Leipzig
July 2020

Works: Ludwig van Beethoven
Piano Sonata No. 30 in E major, op. 109
Piano Sonata No. 31 in A-flat major, op. 110
Piano Sonata No. 32 in C minor, op. 111
Soloists: Sunwook Kim
Directed by: Ute Feudel
A production of: Accentus Music
Duration: 74:07
Format: 4K HDR
Sound: Stereo
Year: 2020
Picture credit: © Patrick Wack

__________________________________________________________________________________

FORUM MUSIK FESTIVALS –

Ein Jahr Forum Musik Festivals – Wo stehen wir? Wohin gehen wir?

#verspieltnichtdieMusik

Ein Jahr Forum Musik Festivals – Wo stehen wir? Wohin gehen wir?

Am 17. April 2020 haben sich über vierzig namhafte Musikfestivals aus ganz Deutschland im Forum Musik Festivals zusammengeschlossen, um gemeinsam den Herausforderungen der Corona-Pandemie zu begegnen. Mittlerweile ist das Forum auf über 100 Mitglieder angewachsen.

Das Fazit der Festival-Macher:innen hinsichtlich der Behandlung von Kultur nach einem Jahr Umgang und Erfahrung mit der Pandemie sieht allerdings durchwachsen aus: Seit 13 Monaten haben sie voller Kreativität, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein alles in ihrer Macht Stehende zur Bewältigung der Krise im Kulturbetrieb beigetragen. Nach wie vor gibt es aber mehr Fragen als Antworten und inmitten der „Dritten Welle“ und dem längsten Kultur-Lockdown seit dem Zweiten Weltkrieg wachsen die Schäden im Kulturbetrieb ins Unermessliche. Eine lähmende Ernüchterung und Perspektivlosigkeit machen sich breit. Zahlreiche Festivals müssen bereits zum zweiten Mal abgesagt werden. Zwar bieten diverse Programme – z.B. „Neustart Kultur“ – vielen Festivals echte Hilfen. So lange keine Veranstaltungen stattfinden, können diese allerdings nicht ihre volle Wirkung entfalten.

Die Forderungen, die das Forum in seinem ersten Positionspapier aufgestellt hat, haben nichts von ihrer Aktualität verloren:
• Gleichbehandlung von Kultur mit Sport, Religionsgemeinschaften und Wirtschaft!
Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantiert die Freiheit der Kunst. Die Kunstfreiheit als Grundrecht ist wesentlich für die demokratische Grundordnung. Die aktuellen Maßnahmen beschneiden das Grundrecht in nie da gewesenem Umfang.
Hochkarätige Studien haben inzwischen gezeigt, dass Klassik-Konzerte unter verantwortungsvollen und professionellen Bedingungen ein weitgehend sicheres Umfeld bieten. Diese Erkenntnisse müssen endlich zur Kenntnis genommen und in umsetzbare Bestimmungen für einen Corona-konformen Kulturbetrieb übertragen werden.
Pilotprojekte wie die Testprojekte in Berlin, Sachsen-Anhalt oder Nordrhein-Westfalen müssen als bundesweite Vorbildprojekte zur Kenntnis genommen und ihre Ergebnisse in weitere Planungen einbezogen werden. Auch wenn das Berliner Projekt gestoppt wurde, dürfen die Erkenntnisse aus den stattgefundenen Veranstaltungen nicht ignoriert werden!

• Einheitliche Regeln schaffen!
Festival-Macher:innen stehen zurzeit vor einem Wirrwarr an Stufen-, Hygiene- und sonstigen Konzepten auf Bundes-, Landes- oder Kreisebene, von denen manche in Kraft sind, andere nur zur Debatte stehen. Unerlässlich sind jedoch klare und einheitliche Verordnungen, die nach regionaler Infektionslage angepasst werden können und auf die notwendigen Vorlaufzeiten im Veranstaltungsbetrieb abgestimmt sind.
Möglichkeiten zur Sicherung des Konzertbetriebes wie vorgeschaltete Testungen unter Künstler:innen und Publikum müssen im Detail geregelt und ihre Durchführung muss abgesichert werden. Dafür braucht es sofort einen strategischen Ausbau und eine ausreichende Finanzierung der Infrastruktur, die nicht zu Lasten der Kulturveranstalter:innen gehen kann.
In Bezug auf Impfungen, Teststrategien und digitale Instrumente zur Kontaktnachverfolgung müssen auch international gültige Standards geschaffen werden, um Übersichtlichkeit in der Arbeit der Kulturinstitutionen zu schaffen

• Klare Sprache in den Verfügungen!
Nach einem Jahr sind die zahlreichen Vorgaben aus Politik und Verwaltung an Umfang immens gewachsen und schaffen trotzdem keine Klarheit für die Kulturschaffenden. Inhalt und Sprache der Verfügungen müssen an die Erfordernisse und Bedingungen des Kulturbetriebs angepasst werden.

• Planungssicherheit für die nahe Zukunft!
Viele aktuelle Hilfsprogramme sind darauf ausgerichtet, mit kreativen Lösungen Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen möglich zu machen. Nach einem Jahr in der Pandemie zeigt aber die Praxis, dass viele dieser Lösungen nicht oder nur ansatzweise umsetzbar sind. Entstandene und entstehende Verluste müssen aufgefangen und ausgeglichen werden.

Aus dem Bundesfinanzministerium kam unlängst der Vorschlag eines Rettungsfonds für die Veranstaltungsbranche, mit dem Verluste durch die Corona-Pandemie aufgefangen werden sollen. Dieser Ansatz ist sehr zu begrüßen, und es wäre zu wünschen, die Kulturschaffenden in die Detail-Ausarbeitung einzubeziehen, um realistische, der Dynamik und den Besonderheiten der Branche Rechnung tragende Modelle zu entwickeln!

Das Programm NEUSTART KULTUR ist eine Hilfe für zahlreiche Kulturschaffende – zu viele fallen allerdings durch das Raster der Förderbedingungen. Zudem setzen nicht alle Länder und Kommunen die Maßnahmen auf ihren Ebenen fort oder reagieren mit zu großer Verzögerung.
Bestehende Hilfsprogramme müssen verlängert, fortlaufend ausgewertet und die Erkenntnisse aus ihrer Durchführung müssen in weitere Aktualisierungen einbezogen werden. Die Defizite der Programme müssen dringend nachgebessert und wirksam an die strukturelle Vielfalt der Kulturbranche angepasst werden. Stellungnahmen der Kulturschaffenden müssen wesentlich mehr und insbesondere auf Landesebene und in den Landkreisen und Kommunen mehr Gehör finden.

Im vergangenen Jahr sind vielversprechende Gesprächsprozesse zwischen Kulturschaffenden, Wissenschaftler:innen, Politiker:innen und Verwaltung in Gang gekommen. Die „Dritte Welle“ hat nun erneut Gesellschaft und Kultur zum Erliegen gebracht.
Es ist höchste Zeit, die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Corona-Pandemie in Bezug auf die Kulturbranche in pragmatische Lösungen umzusetzen, um einem weiteren Zerfall der Festivallandschaft entgegenzuwirken. Künstler:innen, große und kleine Ensembles bilden Nährboden und Reichtum unserer Festivalarbeit. Auch sie fallen weiterhin durch das Netz vieler Hilfsmaßnahmen.

Der epochale Einschnitt dieser Pandemie muss zum Anlass genommen werden, nachhaltige und verlässliche Förder- und Rahmenbedingungen für das kulturelle Leben nach dieser Pandemie zu schaffen und so auch in Zukunft eine reichhaltige und lebendige Kulturlandschaft zu sichern!
Es gilt weiterhin der Hashtag des Forum Musik Festivals: #verspieltnichtdiemusik
________________________________________________________________________

THEATER ST. GALLEN/ Schweiz spielt wieder: König Lear , Schauspiel nach William Shakespeare in einer Fassung von Thomas Melle  

Premiere: Dienstag, 20. April, 19.30 Uhr, UM!BAU 

Als erste Produktion nach dem Lockdown hat am Theater St.Gallen am Dienstag, 20. April, 19.30 Uhr das Shakespeare-Drama König Lear Premiere. Die düstere Tragödie um Macht und Wandel, Herrschaft und Intrige kommt in der Fassung von Thomas Melle und in der Inszenierung von Christina Rast auf die Bühne.

  Der deutsche Autor Thomas Melle, dessen Drama Versetzung 2018 in St.Gallen seine vielbeachtete Schweizer Erstaufführung erlebte, hat Shakespeares Königsdrama für die Münchner Kammerspiele neu übersetzt und bearbeitet. Sein Lear ist nicht der greise Herrscher, den Shakespeare einer Sage aus dem 12. Jahrhundert entlehnt hatte, sein Lear ist ganz heutig dann verwundbar, wenn man ihm die Bestätigung verweigert und die Follower nimmt. Er lebt in seiner eigenen Realität, die vor allem von der virtuellen Welt geprägt ist und ihn den Kontakt zur Wirklichkeit zunehmend verlieren lässt.

Die Inszenierung liegt in den Händen von Christina Rast, die am Theater St.Gallen in der Spielzeit 2017/2018 Friedrich Glausers Roman Matto regiert bildgewaltig und atmosphärisch dicht auf die Bühne des Grossen Hauses gebracht hat und in dieser Spielzeit die Uraufführung von Ivna Žics Die Gastfremden in der Lokremise inszenierte. Gemeinsam mit ihrer Schwester Franziska Rast als Ausstatterin zeichnet sie eine groteske Welt, in der Shakespeares Figuren auf absurde Art um die richtigen Mittel des Machtwechsels miteinander ringen. Für die Musik ist Gina Été verantwortlich. Die Zürcherin bezeichnet ihre Musik als Hybrid-Pop; sie hat sich mit zugleich politischen wie persönlichen Pop- und Jazzprojekten einen Namen gemacht und bringt im Mai ihr Debutalbum Erased by Thought heraus. Am Theater St.Gallen war sie im vergangenen Herbst bereits an der Produktion The Black Rider beteiligt.

Premiere                                            Dienstag, 20. April 2021 
Zeit                                                     19.30 Uhr 
Ort                                                      UM!BAU 

Inszenierung                                      Christina Rast 
Ausstattung                                       Franziska Rast
Licht                                                   Andreas Enzler 
Musik                                                 Gina Été
Video                                                 Julia Laggner 
Dramaturgie                                       Armin Breidenbach 

Lear                                                    Christian Hettkamp
Gloucester                                         Birgit Bücker
Cordelia                                             Gina Été
Regan                                                 Pascale Pfeuti
Goneril                                               Tabea Buser
Edmund                                             Tobias Graupner
Edgar                                                  Frederik Rauscher
Kent/Narr                                          Martina Momo Kunz
Oswald                                               Anja Tobler

Vorstellungen 

Dienstag, 20. April 2021, 19.30 (Premiere)
Sonntag, 2. Mai 2021, 17 Uhr
Sonntag, 9. Mai 2021, 19 Uhr
Montag, 17. Mai 2021, 19.30 Uhr
Dienstag, 18. Mai 2021, 19.30 Uhr
Mittwoch, 19. Mai 2021, 19.30 Uhr
Donnerstag, 20. Mai 2021, 19.30 Uhr

_________________________________________________________

 

Diese Seite drucken