Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 16. MAI 2020)

16.05.2020 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 16. MAI 2020)

DIE ERSTE INDOOR-KULTUR-VERANSTALTUNG MIT PUBLIKUM  „NACH VORSCHRIFT“ AM FREITAG BEIM ONLINE-MERKER

Weltstar Günther Groissböck gab uns die Ehre und kämpfte dabei gleichzeitig für seine Berufskollegen!


Günther Groissböck, begleitet von Univ. Prof. Dr. Alexandra Goloubitskaia (auch mit Maske) gab einen eineinhalbstündigen Liederabend. Das Pubikum, zahlenmäßig exakt nach Vorschrift, trug brav während des Konzerts den Mundschutz. Foto: Dr. Markus Vasek


Foto: Anneliese Gottwald


„Wotans Abschied“ in der Merker-Galerie – eine Sensation. Foto: Hiltrud Zehrl

Montag ist Günther Groissböck „Bannbrecher“ im Staatstheater Wiesbaden – mit eben diesem Programm. Die „Szene“ ist ausgehungert, Medienprominenz hat sich angesagt!

ES TUT SICH WAS!

 Unsere Online-Galerie steht Künstlern für Veranstaltungen kostenlos zur Verfügung!

____________________________________________________________________

Dringend notwendige Aufwertung des Staatssekretariats zu einem überparteilich und unabhängig besetzten Experten-Ministerium für Kunst und Kultur.

Der Rücktritt von Staatssekretärin Ulrike Lunacek und die darauffolgende Pressekonferenz von Vizekanzler Kogler sowie Gesundheitsminister Anschober festigt das Bild eines voll besetzten Flugzeuges, das aufgrund von Turbulenzen nicht mehr mittels Autopiloten geflogen werden kann. Umso katastrophaler, wenn sich herausstellt, dass der handelnde Pilot gar keinen Flugschein besitzt.

„Wir sind nicht nur für das verantwortlich, was wir tun, sondern auch für das, was wir widerspruchslos hinnehmen.“ (A. Schopenhauer)

Nach immer lauterer Kritik und unter zunehmendem Druck hat nun Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek am Freitag (15.05.) ihren Rücktritt erklärt. Die mangelnde Fähigkeit einer einzelnen Person darf aber nicht über ein fehlendes Management eines gesamten Ressorts hinwegtäuschen.

Die vergangenen Wochen haben die immanente Wichtigkeit verdeutlicht, ExpertInnen aus möglichst allen kulturellen Bereichen in die Erarbeitung von Verordnungen mit einzubeziehen und diese zu interdisziplinären Dialogen mit dem Gesundheitsressort einzuladen. Von den angeblich so vielen ExpertInnen-Gesprächen, die Frau Lunacek geführt haben soll, ist bezüglich möglicher Inhalte oder gar Beteiligter weitestgehend nichts an die Öffentlichkeit gedrungen. Um die Überforderung nicht publik zu machen, wurde offenbar auf die angebotene Mitarbeit von zahlreichen tatsächlichen ExpertInnen wohlweislich verzichtet.

Die Regierung unter Brigitte Bierlein hatte bewiesen, dass parteiunabhängige ExpertInnen trotz oder vor allem wegen ihrer politischen Außenseiterfunktion in der Lage sind, Ressorts gemäß jeweiliger Kernkompetenzen zu verwalten.

Kunst und Kultur dürfen in Zeiten wie diesen kein politischer Spielball einer Partei sein, der es offenbar in diesem Bereich an Hintergrundwissen und Vernetzung fehlt. Zu einem Verantwortungsbewusstsein hätte eine rechtzeitige Zuziehung von zahlreichen und genre-relevanten Persönlichkeiten ebenso gezählt, wie das Verhindern eines weiteren Hinauszögerns dringend notwendiger, umsetzbarer Lösungen aufgrund eines späten Rücktritts verbunden mit der zumindest offiziell ungewissen Nachbesetzung.

Die scheinbar praktikable „Öffnung“ der Veranstaltungen ab 29. Mai geht in Ermangelung der Beantwortung der „Gretchenfrage“ nach der Adaption der Abstandsregel komplett an der Realität vorbei. Eine Obergrenze von 100, 250, 500 oder gar 1000 Besuchern löst die Problematik der wirtschaftlich sinnvollen Bestuhlung nicht. Eine Übersetzung der geltenden Gastronomieverordnung, die es 4 Menschen aus nicht demselben Haushalt ermöglicht, ohne Mund-Nasen-Schutz und ohne Mindestabstand gemeinsam zu tafeln, hätte 2 Minuten dieser einstündigen Pressekonferenz beansprucht und wurde nicht einmal angesprochen.

Dringend umzusetzen wäre daher die Aufwertung des glücklosen Staatssekretariats unter einem völlig hilflosen Minister und Vizekanzler zu einem

ÜBERPARTEILICHEN UND UNABHÄHNGIGEN EXPERTEN-MINISTERIUM FÜR KUNST UND KULTUR

Florian Krumpöck, Pianist, Dirigent und Intendant des Kultur.Sommer.Semmering 

______________________________________________________________________________________

Bayerische Staatsoper: #BSOfürzuhause – 7. Montagskonzert mit einer Uraufführung

Bayerische Staatsoper: Okka von der Damerau im Montagskonzert ...
Copyright: Bayerische Staatsoper

Die Montagskonzerte der Bayerischen Staatsoper gehen in die 7. Runde und wurden bis dato fast 320.000 Mal angesehen, entweder live oder als Video-on-Demand. „Wir freuen uns, dass unsere Montagskonzerte so großen Anklang beim Publikum finden“, so Nikolaus Bachler. „Darüber hinaus sind wir schon mit anderen Formaten startklar, die es bald erlauben sollen, dass unser Publikum wieder ins Haus kommt – wenn auch anfangs in stark reduzierter Form.“

Das 7. Montagskonzert findet am 18. Mai 2020 im Live-Stream auf STAATSOPER.TV statt und präsentiert Werke von Clara und Robert Schumann und eine Uraufführung des Bayerischen Staatsballetts.

Erstmals gibt es auf STAATSOPER.TV ein Angebot für die ganz Kleinen: das Sitzkissenkonzert Momo, der kleine Zirkusjunge ist bis 8. August 2020 als Video-on-Demand erhältlich.

» 7. Montagskonzert

» Momo, der kleine Zirkusjunge als VoD

7. Montagskonzert auf STAATSOPER.TV

Mo, 18. Mai 2020, 20.15 Uhr
www.staatsoper.tv

Das ehemalige Opernstudio- und Ensemble-Mitglied Tareq Nazmi eröffnet den Abend mit Gerold Huber am Klavier und singt ausgewählte Balladen nach Heinrich Heine von Robert Schumann sowie vier seiner Lieder op. 40. Außerdem stehen Jaques Iberts Chansons de Don Quichotte auf dem Programm.

Der zweite Teil des Konzertes widmet sich unter dem Titel Eine romantische Liebe den beiden Komponisten Clara und Robert Schumann. Die Schauspieler Katalin Zsigmondy und August Zirner lesen ausgewählte Passagen aus dem Briefwechsel des Paares. Zwischen den Briefen interpretieren Verena-Maria Fitz an der Violine und Massimiliano Murrali am Klavier Robert Schumanns Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier a-Moll op. 105 und Clara Schumanns Drei Romanzen op. 22. Zu zwei ausgewählten Sätzen der Werke präsentiert das Bayerische Staatsballett außerdem eine Uraufführung: Henry Grey verkörpert auf den 1. Satz der Sonate Nr. 1 den jungen Robert Schumann, Kristina Lind auf die 2. Romanze Clara Wieck. Die Choreographien stammen von Dustin Klein.

Ab dem 20. Mai, 12.00 Uhr ist das Konzert für zwei Wochen als Video-on-Demand verfügbar. Das komplette Programm des 7. Montagskonzerts finden Sie hier.

Sitzkissenkonzert auf STAATSOPER.TV

MOMO, DER KLEINE ZIRKUSJUNGE
Pascal Dusapin
für Kinder von 4 bis 7 Jahren

90 Tage Video-on-Demand
Noch bis 8. August 2020, 11.59 Uhr kostenlos auf www.staatsoper.tv/momo verfügbar.

Momo liebt es über alles, zwischen den Zirkuswagen hin und her zu laufen und von einem auf den anderen zu springen. Am liebsten schaut er der Akrobatin Bettina zu, während sie übt …

Erstmals bietet die Bayerische Staatsoper ein Sitzkissenkonzert für Kinder von 4 bis 7 Jahren online auf STAATSOPER.TV an: Momo, der kleine Zirkusjunge von Pascal Dusapin mit dem Puppenspieler Lorenz Seib.

Das CAMPUS-Team hat dazu auch eine Malaktion ins Leben gerufen sowie ein Spielkonzept für ein eigenes Sitzkissenkonzert zu Hause: www.staatsoper.de/kinderangebot-fuer-zu-hause

Bayerische Staatsoper
Max-Joseph-Platz 2
D-80539 München
Tel: 0049 – (0)89 – 21 85 10 21

Web: www.staatsoper.de

______________________________________________________________

Keine artgerechte Haltung für Opernsänger


Copyright: KS. Benedikt Kobel

__________________________________________________________________________
KOMISCHE OPER BERLIN:  Der Mai ist gekommen …

Entdeckungstour Nummer 5 - Lieblingsort: Die Komische Oper Berlin ...
… und das Opernhaus schläft. Nicht wirklich, es arbeitet trotzdem für sein Publikum!

… aber die Situation für die Theater und Opernhäuser, liebe Kolleg*innen, ist wie gehabt. Für Berlin gilt weiterhin, dass dort keine Veranstaltungen stattfinden dürfen. Und so schläft auch die Komische Oper Berlin für ihr Publikum.

Hinter den Kulissen arbeiten aber viele Bereiche des Hauses weiter, von der Kommunikation über künstlerische Planung und Theaterpädagogik bis hin zur Kostümabteilung. Unser digitales Angebot erneuert sich regelmäßig und im Juni werden wir voraussichtlich auch »raus« in die Stadt gehen! Auch unsere Opernkasse Unter den Linden ist seit 4. Mai wieder geöffnet, wenn auch mit leicht eingeschränkten Öffnungszeiten. Der Vorverkauf für die kommende Saison läuft, wir arbeiten an unterschiedlichen Szenarien, über die wir Sie informieren, wenn weitere konkrete Schritte feststehen.

Mit den besten Grüßen aus dem Homeoffice – bleiben Sie gesund!
Ihre Andrea Röber

Online-Spielplan
Ab Sonntag: »Die Perlen der Cleopatra«

Nach den digitalen Wiederaufnahmen von La Bohème und Jewgeni Onegin kehrt ab Sonntag, 19 Uhr, die Operetten-Erfolgsproduktion Die Perlen der Cleopatra mit Dagmar Manzel als Stream on demand zurück. Startschuss ist um 19 Uhr, der Stream wird dann einen Monat lang abrufbar sein.

Zwei weitere Termine stehen fest: Als nächster Stream on demand erscheint am 31. Mai Der Jahrmarkt von Sorotschinzi. Am 12. Juni folgt dann als digitale Premiere der bisher noch nie gezeigte Mitschnitt von Arnold Schönbergs Moses und Aron aus dem Jahr 2015.

Zum vollständigen Online-Spielplan

______________________________________________________________________________

Persönliche Stellungnahme von Dieter Hallervorden:


Dieter Hallervorden. Copyright: Hannes Caspar

Die Berliner AfD-Fraktion hat im Abgeordnetenhaus einen Antrag auf Wiedereröffnung der Theater gestellt, in dem sich die AfD ausführlich auf meine Vorschläge bezieht, die ich dem Kultursenator unterbreitet habe.

Auch wenn der Herr Kultursenator mich keiner Antwort für würdig hielt, möchte ich eines ganz deutlich klarstellen: Ich lasse mich nicht vor den Karren einer Partei spannen, die von politischer Kultur so viel versteht wie ein Friseur von der Fußpflege.
Applaus aus der AfD-Ecke wäre für mich ein falsches Signal an die Öffentlichkeit.

Dieter Hallervorden

________________________________________________________________

 ORF „Wir spielen für Österreich“: Fortsetzung der ORF-Konzertreihe mit „Mozart@home“ aus der Stiftung Mozarteum am 24. Mai in ORF III

Mit Auftritten von u. a. Rolando Villazón, Rudolf Buchbinder, Marianne Crebassa, Emmanuel Tjeknavorian und Cornelius Obonya

Wien (OTS) – Nach drei erfolgreichen Live-Konzerten in Kooperation mit der Wiener Staatsoper, der Volksoper Wien und den Vereinigten Bühnen Wien aus dem ORF RadioKulturhaus wird die von ORF III initiierte Reihe „Wir spielen für Österreich“ nun mit einem weiteren musikalischen Event der Extraklasse fortgesetzt. Unter dem Titel „Mozart@home“ steht am Sonntag, dem 24. Mai 2020, um 20.15 Uhr im Rahmen von „Erlebnis Bühne LIVE“ in ORF III und auf der Klassikplattform fidelio, ein glanzvolles Konzertereignis in Zusammenarbeit mit der Stiftung Mozarteum Salzburg ganz im Zeichen des weltberühmten Komponisten und seiner Geburtsstadt Salzburg. Durch den Abend mit Auftritten hochkarätiger Künstlerinnen und Künstler, live-zeitversetzt aus dem prunkvollen Großen Saal des Mozarteums bzw. in Zuspielungen von bedeutenden Mozart-Schauplätzen, führen Startenor und Mozartwoche-Intendant Rolando Villazón (im Konzertsaal) und ORF-Kulturlady Barbara Rett.

Für gesangliche Darbietungen sorgen neben Rolando Villazón u. a. die mit der Mozartwoche und den Salzburger Festspielen eng verbundene französische Mezzosopranistin Marianne Crebassa, der gebürtige Salzburger Bariton Rafael Fingerlos und die US-amerikanische Sopranistin Andrea Carroll sowie der Bachchor Salzburg. Musikalischen Hochgenuss garantieren u. a. Starpianist Rudolf Buchbinder, Klarinettist Daniel Ottensamer, Hornist Radovan Vlatković, weiters Violinist Emmanuel Tjeknavorian und Pianist Julius Zeman, die gemeinsam auf Originalinstrumenten Mozarts spielen werden. Einen besonderen Auftritt hat der Schauspieler und langjährige Salzburger „Jedermann“ Cornelius Obonya, der in Mozarts Geburtshaus aus den berührenden Briefen Mozarts an Vater Leopold lesen wird.

Das Konzert wird als Live-Stream und nach der TV-Ausstrahlung für sieben Tage als Video-on-Demand weltweit via ORF-TVthek (https://TVthek.ORF.at) bereitgestellt. Die Klassikplattform fidelio (www.myfidelio.at) präsentiert den Abend ebenfalls live bzw. anschließend auf Abruf in der Klassithek. Zur Einstimmung auf das Konzert bietet fidelio allen Klassikfans einen umfangreichen Themenschwerpunkt zur Stiftung Mozarteum Salzburg u. a. mit Produktionen von der Salzburger Mozartwoche wie „T.H.A.M.O.S“ (2019) und „Pùnkitititi!“ (2020), aber auch Archivschätze wie etwa Händels Orgelkonzerte mit Karl Richter aus 1971. In 3sat ist das Konzert am Samstag, dem 8. August, (Uhrzeit wird noch bekanntgegeben) zu sehen.

ORF-III-Programmgeschäftsführer Peter Schöber: „Ganz bewusst haben wir uns zu Beginn der Corona-Krise entschieden, trotz schwierigster Bedingungen gemeinsam mit unseren Kulturpartnern (Live-)Konzerte für unser Publikum zu produzieren und so das Bedürfnis nach dem intellektuellen Grundnahrungsmittel Kultur zu stillen. Der enorme Publikumszuspruch der ersten Konzerte unserer Reihe ‚Wir spielen für Österreich‘ hat gezeigt, dass gerade in Zeiten der Krise ein besonders hoher Bedarf an Live-Ereignissen aus Kunst und Kultur besteht. Daher erfüllt es mich mit großer Freude, dass ‚Wir spielen für Österreich‘ in Kooperation mit unseren Kulturpartnern in den Bundesländern eine Weiterführung erlebt. Unser erster musikalischer Exkurs führt in die Mozartstadt Salzburg, in den Konzertsaal der Stiftung Mozarteum Salzburg. Ich danke allen Beteiligten, allen voran Präsident Johannes Honsig-Erlenburg und Mozartwoche-Intendant Rolando Villazón, deren Engagement ein solch qualitatives Programm unter Berücksichtigung aller Sicherheitsvorkehrungen ermöglicht hat.“

Dr. Johannes Honsig-Erlenburg, Präsident der Stiftung Mozarteum Salzburg: „Wir freuen uns sehr, mit dem ORF ‚Wir spielen für Österreich: Mozart@home‘ bei uns in der Stiftung Mozarteum erstmals außerhalb von Wien umsetzen zu können. Das ist nicht nur ein besonderes musikalisches Lebenszeichen in unserer unsagbar konzertlosen Corona-Zeit. Das ist auch eine Botschaft an alle Menschen, mit der Musik Mozarts und den besonderen Eindrücken aus Salzburg den derzeit gar nicht erfreulichen Alltag ein wenig hinter sich zu lassen; zumindest auf die Dauer von Don Ottavios ‚Il mio tesoro‘ oder Mozarts verspielter Freude im 3. Satz seines Klavierkonzerts KV 595. Sie werden das Ihre finden!“

Mozartwoche-Intendant Rolando Villazón: „In dieser Zeit der großen Herausforderungen für uns alle ist es eine unbeschreibliche Freude für mich, die Musik Mozarts mit ihrer heilenden Kraft und Stärke zu den Menschen nach Hause zu bringen. Salzburg ist eine der wichtigsten Musikhauptstädte der Welt und in der Stiftung Mozarteum feiern wir den bedeutendsten Sohn der Stadt jeden Tag. Wir hoffen, dass wir den Menschen mit unserem Programm ‚Mozart@home‘ ein bisschen Licht schenken können. Wir können uns gerade nicht umarmen, aber in Mozarts Musik kommen wir dennoch alle zusammen. Und können gemeinsam lächeln.“

Pianist Rudolf Buchbinder: „Österreich ist nicht nur mein Heimatland, Österreich ist auch meine musikalische Heimat. Umso mehr ist es mir ein Anliegen, einen musikalischen Beitrag für unser Land in dieser besonderen Situation zu leisten. Mir selbst gibt Mozarts Klavierkonzert KV 595 stets Kraft und Trost. Mozarts Musik ist in Töne gegossener Humanismus, für mich das wichtigste Gut unserer Gesellschaft – nicht nur in Zeiten von Corona.“

Violinist Emmanuel Tjeknavorian: „Als der Komponist Hasse Mozart hörte, sagte er: ‚Dieser Knabe wird uns alle vergessen machen.‘ Das Wort ‚vergessen‘ möchte ich anders verwenden. Mit der Kraft von Mozarts Musik können wir gerade jetzt Leid und Not für wertvolle Augenblicke hinter uns lassen. Ich freue mich stets immens, auf Mozarts eigener und mir mittlerweile sehr vertrauter und geliebter Geige zu spielen. Mit diesem Instrument und der genialen Schöpfung habe ich die schöne Möglichkeit und Hoffnung, Menschen große Freude zu bereiten.“

Das Programm des Abends im Detail:

Den Abend im Großen Saal eröffnen Andrea Carroll, Marianne Crebassa und Rafael Fingerlos mit dem Terzett „Soave sia il vento“ aus dem Mozart-Da Ponte-Klassiker „Così fan tutte“. Bühnenauftritte folgen außerdem von Pianist Rudolf Buchbinder mit dem 3. Satz aus Mozarts letztem Klavierkonzert KV 595 und Marianne Crebassa mit Klarinettist Daniel Ottensamer und der Arie „Parto, parto“ aus der letzten Mozart-Oper „La clemenza di Tito“. Aus einem weiteren Meisterwerk der Mozart-Da Ponte-Trias, „Don Giovanni“, singen Rolando Villazón die Arie des Don Ottavio „Il mio tesoro intanto“ sowie Rafael Fingerlos und Andrea Carroll das Duett „La cì darem la mano“. Radovan Vlatković präsentiert einen Satz aus Mozarts Hornquintett KV 407, gefolgt vom 2. Satz aus dem berühmten Klarinettenquintett KV 581 mit Daniel Ottensamer.

Barbara Rett meldet sich u. a. vor dem Wohnhaus Mozarts, in dessen Tanzmeistersaal Emmanuel Tjeknavorian und Julius Zeman mit einer musikalischen Darbietung des Rondos aus der Haffner-Serenade KV 250 auf Mozarts Geige und Hammerklavier aufwarten. Weitere Schauplätze sind das Geburtshaus Mozarts, in dem Schauspieler Cornelius Obonya aus den berührenden Briefen Mozarts an Vater Leopold lesen wird, außerdem das Zauberflötenhäuschen im Bastionsgarten des „alten“ Mozarteums, das Mozart-Denkmal sowie der Mozartsteg.

_______________________________________________________________________

ONLINE-Merker INTERNATIONAL: MARYNA LOPEZ SINGT IM WIENERWALD DIE URAINISCHE HYMNE!

 ZUM VIDEO

_________________________________________________________________

Stimme heißt „Klang“ in China

Rezension zur CD „Pilgerreise“ der Mezzosopranistin Baoyi Bi und der Pianistin Kaori Kitamura

 

Pilgerreise Deutsche Lieder von Bi Baoyi & Kaori Kitamura bei ...

Das Kunstlied führt unter den Vokalgattungen der klassischen Musik ein Mauerblümchen-Dasein. Oper und Konzert bringen Ruhm und Ehre, aber ein Liederabend? Und doch sind es viele der ganz großen Sängerinnen und Sänger, die sich mit Leidenschaft dem Liedgesang widmen.

Im deutschen Sprachraum wurde und wird dem Kunstlied immer wieder das Ende vorausgesagt und dies schon seit 140 Jahren. Doch das Kunstlied findet immer wieder neue Freunde und so lebt es weiter. Besonders in China und Japan hat Liedgesang in den jeweils eigenen Sprachen eine lange Tradition und ist auch in den heutigen Kulturen nicht wegzudenken. Da erstaunt es kaum, dass auch das Kunstlied aus deutschen Landen längst viele Fans in China und Japan gefunden hat.

BI Baoyi - Faculty Profiles - SUSTech
Baoyi Bi. Foto: Ayumi Kishimoto

Baoyi Bi, Mezzosopranistin und Kaori Kitamura, Klavier sind zwei Künstlerinnen, die versiert zwischen diesen kulturell so verschiedenen Welten wandern. Baoyi Bis Weg als Mezzosopranistin begann auf einem Konservatorium in Moskau und führte sie an die Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar, wo sie irgendwann die Pianistin Kaori Kitamura kennenlernte. Daraus ist eine lebenslange Künstlerfreundschaft geworden, die jetzt eine exzellente Lieder-CD mit dem Titel „Pilgerreise“ hervorgebracht hat. Auf dieser CD finden sich Lieder von Wolfgang Amadeus Mozart, Johannes Brahms und Gustav Mahler. Beiden Künstlerinnen ist in jeder Hinsicht eine wunderbar lyrische Zusammenstellung und Präsentation gelungen.

Die dynamischen Mittel, die der Mezzosopranistin Baoyi Bi zur Verfügung stehen, scheinen nahezu unbegrenzt zu sein, und sie nutzt ihr Potential extrem aus. Es gibt wahrscheinlich wenig andere Sängerinnen, die so viel Freude daran haben, unendlich zart zu singen wie Baoyi Bi auf ihrer neuen CD. Doch auch an Volumen und schönem Timbre fehlt es ihr nicht. Volkstümlich und klassisch zugleich ist die Darbietung der Mozart-Lieder. Da ist auch viel von der Frische des alpenländischen Frühlings. Mit jedem Wort und Ton erschafft sie für den Hörer diese bunte Welt.

Die Titel lauten: Das Veilchen, Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte, An Chloe, Abendempfindung an Laura, Sehnsucht nach dem Frühling, Die Zufriedenheit und Der Zauberer. Über diesen ersten CD-Abschnitt lässt sich mit den Worten der Anfangsstrophe des Liedes „Die Zufriedenheit“ KV 473 (Wien, 7.Mai 1785) mit dem Text von Christian Felix Weiße sagen:

 

„Wie sanft, wie ruhig fühl‘ ich hier

Des Lebens Freuden ohne Sorgen,

Und sonder Ahnung leuchtet mir

Willkommen jeder Morgen.“


Kaori Kitamura. Foto: Ayumi Kishimoto

Für die Klavierbegleiterin Kaori Kitamura ist die menschliche Stimme neben ihrem Klavier das schönste Instrument und das Lied die feinste und intimste Form der Musik. Das bildet einen Mikrokosmos, den es im Zusammenwirken von Sängerin und Pianistin auszuloten gilt. Und Kaori Kitamura erfühlt und lotet zugleich alle Nuancen aus. Das hat sie vor allem bei Walter Olbertz gelernt.

Als Begleiter von Peter Schreier, mit dem er bei vielen Aufnahmen zusammengearbeitet hat, kennen ihn Insider. Walter Olbertz hat nicht nur Peter Schreier begleitet. Er war auch als Professor an der Berliner Hochschule für Musik Hanns Eisler ein gefragter Begleiter für viele Sängerinnen wie Arleen Augér, Annelies Burmeister, Gisela May oder Anneliese Rothenberger. Kaori Kitamura hat von Olbertz diese präzise und einfühlsame Liedbegleitung gelernt. Durch ihre Fähigkeiten werden Gesang und Instrument eine vollkommene Symbiose.

Das zeigt sich auch im zweiten Teil der CD „Pilgerreise“ bei den Liedern von Johannes Brahms. Die Liedkompositionen von Johannes Brahms sind umfangreich und weitgefächert. Mit über 200 Liedern für Solostimme und Klavierbegleitung gehörte Brahms im Umfeld der Komponisten seiner Generation wohl zu dem am stärksten zur Lyrik tendierenden Meister. Meisterhaft sind auch die Interpretationen der Mezzosopranistin Baoyi Bi mit den Liedern: Zigeunerlieder Op.103, He, Zigeuner,Hochgetürmte Rimaflut, Wisst ihr, Lieber Gott, du weißt, wie oft bereut ich hab uva.

 Baoyi Bi versteht es gesanglich alle Nuancen zwischen Melancholie und Humor auszuloten und die Widersprüchlichkeiten unseres Lebens hörbar zu machen. Genuss und Wehmut schwingen bei ihr vernehmbar mit. Die Widersprüche zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit sowie Vergänglichkeit und Ewigkeit werden in ihrem stimmlichen Mikrokosmos vereint. Die luzide Klavierbegleitung von Kaori Kitamura formt dieses Klangerlebnis zur Perfektion.

Der dritte Teil der CD „Pilgerreise“ widmet sich den Liedern von Gustav Mahler. Zu hören sind die Lieder: Des Knaben Wunderhorn, Verlorne Müh’, Ablösung im Sommer, Lob des hohen Verstandes, Das irdische Leben, Scheiden und Meiden, Urlicht.

 Hier beweist die Mezzosopranistin Baoyi Bi, dass sie sich auch auf „Herzschmerz“ versteht. In schönen Bögen sinniert Baoyi Bi musikalisch über Hoffen und Bangen und die Gründe für ein seelisches Wechselbad bittersüßer Gefühle. Damit trifft sie ganz die weltschmerzliche Intention Mahlers. Sie wird unterstützt vom Talent Kaori Kitamuras, deren Klavierpart sich ebenfalls zu einer sprechenden Erzählung gestaltet und die dabei feinfühlig die Sängerpersönlichkeit Baoyi Bis verstärkt.

Damit rundet sich ein wohldurchdachtes Programm ab. Der Hörer spürt, dass in beiden Künstlerpersönlichkeiten ein Feuer brennt, das neben handwerklichem Können auch eine unglaubliche Interpretationsfreude hören lässt, bei der ein magischer Funke überspringt.

Die CD „Pilgerreise“ der Mezzosopranistin Baoyi Bi und der Pianistin Kaori Kitamura wurde vom japanischen Label EXTON veröffentlicht. Einzelne Lieder gibt es auch bei Amazon.

Larissa Gawritschenko und Thomas Janda

.

 

 

Diese Seite drucken