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INFOS DES TAGES (MONTAG, 9. SEPTEMBER 2019)

09.09.2019 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 9. SEPTEMBER 2019)

BERLIN / Deutsche Oper: LA FORZA DEL DESTINO, Premiere, 8.9.2019

Tumultartige Szenen in der ersten Berliner Opernpremiere der Saison


Foto: Thomas Aurin

Kurzkritik

Regisseur Frank Castorf macht aus Verdis “La forza del destino” ein Drama um Krieg, Krieg und nochmals Krieg. Zusätzlich zum schon komplexen Handlungsablauf stülpt Castorf  noch einmal verschiedene Ebenen über die Oper. Da sind einmal die obligaten Filmszenen mit Handkamera oder eingeblendet, zudem hat er immer wieder wie bei einer Operette gesprochene Texte eingefügt. Der tote Marchese von Calatrava beginnt damit, gleich nachdem er erschossen ist. Ein Indio/brasilianischer Revuetänzer in Gitter und Flitter (Ronni Maciel mit einer tollen Schauspielleistung) geistert pantomimisch durch die ganze Oper, inspiriert von Carlos Saures Film  “Ein Mann namens Herbstblume”. Schließlich verlegt Castorf die ganze Handlung ins Neapel 1943, konkret in die Welt des Schriftstellers Curzi Malaparte. Castorf: “Solche Brutalität interessiert mich, deshalb suche ich diese Stoffe. Es wird heftig. Aber ich weiß, dass Verdi nicht das Organische wollte, sondern das Disparate. Die Musik ist so schön, aber Verdi wollte wachrütteln. Für mich gehören diese Kriege zusammen – literarisch, historisch, assoziativ. Wir spüren bis heute die Folgen des Ersten Weltkrieges, als danach Franzosen und Engländer mit einem Lineal Länder wie Syrien und Irak erschufen. Deswegen wird sich auch in diesem Verdi der Zweite Weltkrieg spiegeln.”

Das Ganze ergibt teils pralle Theaterbilder mit barocker Kirchenfassade, Armeelaster und einem Kriegslazarett, aber auch eine komplette politische Überfrachtung der Oper und eine ebenso aberwitzige Überlastung des Zusehers, der nicht weiß wohin er zuerst schauen soll, auf die Bühne, auf die Leinwand oder doch lieber die Konzentration der Musik schenken? Die permanente Aufmerksamkeitsdiffusion ist jedenfalls komplett irritierend. 

Im vierten Akt kommt es zwischen dem ersten und zweiten Bild sogar zu tumultartigen Szenen im Publikum, als zwei Schauspieler einen langen englischsprachigen Text zweimal rezitieren. Da hat sich das Publikum gegenseitig (“Provinzpublikum” etc), und die Schauspieler (“Lernt doch singen”) gewaltig und lauthals beschimpft, die Pros gegen die Kontras viele Minuten lang. Was aber schwerer wiegt: In dieser Blut und Schweiß Inszenierung bleibt die Musik Beiwerk. Dem Regisseur scheint sie schlichtweg egal zu sein. Komische Szenen gibts nicht. Die Szene des Brotverteilens von Fra Melitone artet in eine Schlacht mit blutigen Spagetti aus. Immer resorbiert das “spektakuläre Bild”, der spektakuläre Filmausschnitt das Geschehen. Für den Musikfreund heißt das. Schade um den Abend.

Dabei hat die Aufführung musikalisch durchaus ihre sehr schönen und guten Seiten. Dirigent Jordi Bernacér versucht, die Partitur differenziert und dynamisch abgestuft umzusetzen. Von der Sängerschar überzeugen vor allem der stimmgewaltige Tenor des Russell Thomas als Don Alvaro, Markus Brück als viriler Don Carlos di Vargas (einen Einsatz verhaut er allerdings ordentlich), Misha Kiril als liebenswerter Fra Melitone, Marko Mimica als wunderbar orgelnder Pater Guardian und Maria José Siri als Donna Leonora mit einer grandios gesungenen “Pace” Arie. Der Chor ist Top, das Orchester und die Bühne stehen manchmal rhythmisch auf Kriegsfuss miteinander. Am Schluss Jubel für die Sänger, ein Buhorkan für Castorf, aber auch lautstarke Zustimmung für das Produktionsteam.

Der Rezensent bleibt etwas ratlos zurück. Freude hat der Abend gewiss nicht bereitet. Meine weibliche Begleitung resümierte ihr Unbehagen an der Sache so: “Zum Glück stammt nicht die Musik auch noch von Castorf, sondern von Verdi.”

Dr. Ingobert Waltenberger
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Das Wiener Philharmoniker-Konzert beschloss Sonntag das diesjährige Grafenegg-Festival

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Foto: Grafenegg.com

mit Korngolds Violinkonzert, interpretiert von Leonidas Kavakos, beschlossen die Wiener Philharmoniker unter Andrés Orozco-Estrada Sonntag das 13. Grafenegg Festival und damit gleichzeitig die musikalische Sommersaison in Grafenegg. Unter der künstlerischen Leitung von Rudolf Buchbinder prägten Orchester wie das Königliche Concertgebouworchester Amsterdam, das Mariinsky Orchester oder das Rotterdam Philharmonic Orchestra das Programm. Composer in Residence Peter Ruzicka steuerte dem Programm drei Auftragskompositionen bei, die während des Festivals zur Uraufführung gebracht wurden.

Mit mehr als 50.000 Besucherinnen und Besuchern verzeichnet Grafenegg eine erfolgreiche Sommersaison. Von den insgesamt 25 Konzerten am Wolkenturm mussten sieben witterungsbedingt ins Auditorium verlegt werden.

Die Sommersaison in Grafenegg wurde von großem medialen Interesse begleitet. Das ORF-Fernsehen übertrug drei Konzerte. Bei ihrer Ausstrahlung in ORF 2 und ORF III erreichten diese einen weitesten Seherkreis von 850.000 Zuschauerinnen und Zuschauern, das entspricht 11 Prozent der heimischen TV-Bevölkerung ab 12 Jahren. Allein die Sommernachtsgala versammelte durchschnittlich 271.000 Österreicherinnen und Österreicher vor dem TV-Bildschirm. Neben den im TV gesendeten Konzerten übertrugen Radio Österreich 1 und Radio Niederösterreich weitere neun Konzerte in ihren Programmen. Das Klassik-Portal myfidelio.at streamte ebenfalls drei Mal live.

Die Grafenegg Sommersaison 2020, bestehend aus Sommernachtsgala, den Sommerkonzerten sowie dem Grafenegg Festival, findet von 18. Juni bis 6. September statt. Das Programm wird am 16. Oktober im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert. Unterm Jahr bietet Grafenegg ein vielfältiges Konzertprogramm mit den «Schlossklängen», einem Konzertzyklus des Tonkünstler-Orchesters und des European Union Youth Orchestra, sowie renommierten Solistinnen und Solisten, die am 21. September eröffnet werden. Weitere Höhepunkte für die ganze Familie sind Veranstaltungen wie der Grafenegger Advent, der von 5.-8. Dezember 2019 stattfindet, der Grafenegger Frühling von 11.-13. April 2020 und der Familientag am 14. Juni 2020.
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BERLIN/ Deutsche Oper: RIESEN-JUBEL NACH „ADRIANA LECOUVREUR (mit Video)


Foto: Instagram. Link untenstehend

ZU DEN FOTOS UND ZUM VIDEO

F.K.

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THIELEMANN-DÄMMERUNG IN SALZBURG?

Einige Gedanken(spiele) zu den Osterfestspielen Salzburg, wo ja am 17. September 2019  die nächste Aufsichtsratssitzung stattfinden wird.

Was steckt wirklich hinter dem Gezerre?

In Unkenntnis der Verträge der involvierten Personen kann eines nur spekulieren. Wohlan, denn: Spekulieren wir.

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=B2CBAB30-D1A2-11E9-841F005056A64872

Thomas Prochazka/ www.dermerker.com

Anregungen, Fragen, Kommentare? Schreiben Sie uns eine E-mail.http://www.dermerker.com

Laut dem Beteiligungsbericht 2018 des Landes Salzburg, S. 71f, ergeben sich für die Osterfestspiele Salzburg GmbH folgende Beteiligungsschlüssel: 20 % Land Salzburg (Landtagspräsidentin Dr. Brigitta Pallauf), 20 % Stadtgemeinde Salzburg (Bürgermeister-Stellvertreter Bernhard Auinger), 20 % Salzburger Tourismus GmbH (Sarah Wedl-Wilson MA, Vorsitzende des Aufsichtsrates), 25 % Stiftung Herbert von Karajan Osterfestspiele Salzburg (Dr. Karl Ludwig Vavrovsky) und 15 % Verein der Förderer der Osterfestspiele in Salzburg (Dr. Stefan Vargha). Jeder der Anteilseigner hat Anspruch auf einen Sitz im Aufsichtsrat. Für das Jahr 2016/17 wurde ein Ergebnis vor Steuern von 276.000 EUR bei einem Umsatz von 4,38 Mio. EUR ausgewiesen.
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LINZER LANDESTHEATER: SISTER ACT – Musical von Alan Menken


„Sister Act“. Foto: Barbara Palffy/Landestheater Linz


„Sister Act“. Daniela Dett und Ensemble. Foto: Barbara Palffy/Landestheater Linz
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SALZBURGER LANDESTHEATER: PREMIERE „OBERON“ AM 21. SEPTEMBER

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Study for The Quarrel of Oberon and Titania.jpg/ Wikipedia

In Carl Maria von Webers Feenoper „Oberon“ werden die drei Sparten des Salzburger Landestheaters – Musiktheater, Schauspiel und Ballett – intensiv miteinander verwoben und entführen in das Wunderreich der Elfen und Geister, den schillernden Orient und die Welt des mittelalterlichen Rittertums.

Es herrscht Krach im Haus des Elfenkönigs: Oberon und Titania streiten, wer treuer ist – Mann oder Frau. Oberon lässt sich unvorsichtig zum Schwur hinreißen, enthaltsam zu sein, bis ein wahrhaft treues Paar gefunden ist. Puck, der Elf, wird fündig und der tapfere Ritter Hüon von Bordeaux und die persische Prinzessin Rezia erleben eine abenteuerliche Reise samt Schiffbruch, Entführung durch Piraten und den Verkauf in die Sklaverei …

Neben Operngesang und Schauspielelementen schafft der Tanz in diesem Märchenspiel, das in der Tradition der englischen Semi- und Ballad Opera steht, eine eigene Ebene und bildet eine choreographische Ergänzung zur Arbeit des Regisseurs Volkmar Kamm. In den Hauptrollen sind Publikumslieblinge wie Franz Supper als Oberon oder Gregor Schulz als Puck zu erleben.

Der amerikanisch-israelische Dirigent Ido Arad sammelte umfangreiche Erfahrung als Kapellmeister und Assistent des Generalmusikdirektors an der Deutschen Oper in Berlin und debütierte 2017/2018 an der Semperoper Dresden. Volkmar Kamm hat am Salzburger Landestheater in jüngster Zeit „Die Weiße Rose“ und die Uraufführung „Der Trafikant“ inszeniert. Mit Konrad Kulke, seinem kongenialen Partner, realisierte er hier unter anderem „Homo Faber“. Ihnen zur Seite steht der junge preisgekrönte Choreograph Kristian Lever, der erstmals mit dem Ballett des Salzburger Landestheaters arbeitet.

Musikalische Leitung Ido Arad Inszenierung Volkmar Kamm Szenische Mitarbeit Verena Rendtorff Choreographie Kristian Lever Bühne Konrad Kulke Kostüme Katja Schindowski

Mit Tamara Gura, Tamara Ivaniš, Shahar Lavi, Hazel McBain, Verena Rendtorff, Anne-Fleur Werner; George Humphreys, Roman Payer, Gregor Schulz, Franz Supper, Sascha Oskar Weis

Mozarteumorchester Salzburg
Ballett, Chor, Extrachor und Statisterie des Salzburger Landestheaters

Premiere: Sa, 21.09.2019, 19.00 Uhr

Termine: 28.09. / 01.10. / 12.10. / 17.10. / 20.10. / 23.10. / 15.11. / 17.11. / 19.11. / 18.12. / 20.12.2019

Tickets: +43 (0)662 / 87 15 12-222; service@salzburger-landestheater.at, www.salzburger-landestheater.at 
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THEATER NORDHAUSEN: VOR PREMIERE „MADAMA BUTTERFLY“ AM 27.9.

Musikalische Leitung: Michael Helmrath
Inszenierung: Anette Leistenschneider
Bühne: Wolfgang Kurima Rauschning
Kostüme: Birte Wallbaum
Choreinstudierung: Ulrich Zippelius‘
Dramaturgie: Dr. Juliane Hirschmann

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Theater Nordhausen. Copyright: Stadt Nordhausen

Cio-Cio-San, genannt Butterfly: Hye Won Nam
Suzuki, Dienerin Cio-Cio-Sans: Carolin Schumann
Kate Pinkerton: Katharina Blum
F. B. Pinkerton, Leutnant in der Marine der USA: Kyounghan Seo
Sharpless, Konsul der USA in Nagasaki: Jaco Venter
Goro, Nakodo: Marian Kalus
Der Onkel Priester (Bonze): Thomas Kohl
Yakusidé, Onkel Cio-Cio-Sans: Yavor Genchev
Der Kaiserliche Kommissar: Jung-Uk Oh
Der Standesbeamte: Si Young Lee
Die Mutter: Darja Panteleit
Die Tante: Anett Wernicke
Die Cousine: Hyunsun Park
Das Kind: Lucy Friedrich/ Johanna Hentrich

Opernchor des Theaters Nordhausen
Loh-Orchester Sondershausen
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ORF „kulturMontag“: 250 Jahre Humboldt, Veränderung des öffentlichen Raums, Wiederentdeckung jüdischer Autorinnen

Außerdem u. a.: neue Dokumentation „For Forest – Der Kunstwald im Stadion“ über umstrittene Kunstinstallation im Wörthersee-Stadion =

Wien (OTS) – Der von Martin Traxl präsentierte kulturMontag“ am 9. September 2019 um 23.30 Uhr in ORF 2 würdigt mit einem kurzen Porträt zum 250. Geburtstag den Humanisten und Denker Alexander Humboldt – wohl einen der ersten Umweltschützer der Geschichte, der schon im 19. Jahrhundert den von Menschen ausgelösten Klimawandel beschrieben hat. Weiters sucht die Sendung Antworten auf die Frage, wie sich angesichts der Klimaveränderung der öffentliche Raum in Städten verändern muss, und berichtet über die Wiederentdeckung der Werke von in Vergessenheit geratenen jüdischen Autorinnen wie Else Jerusalem, Maria Lazar oder Marta Karlweis. Außerdem thematisiert das Magazin das aktuelle Kunstprojekt „For Forest“ des Schweizers Klaus Littmann im Klagenfurter Wörthersee-Stadion, das derzeit die Gemüter erhitzt. Anschließend steht passend dazu die neue Dokumentation „For Forest – Der Kunstwald im Stadion“ (23.30 Uhr) auf dem Programm.

Auf den Spuren des Humanisten und Vordenkers – 250. Geburtstag Alexander von Humboldt

Schon zu Lebzeiten war der Naturforscher und Entdecker Alexander von Humboldt eine Legende. Er bereiste ferne Länder, entdeckte unzählige exotische Tier- und Pflanzenarten, publizierte unermüdlich in wissenschaftlichen Fachzeitschriften sowie in Tageszeitungen, korrespondierte rund um den Globus mit Wissenschaftern, Politikern und Intellektuellen und hielt unzählige Vorträge in Europa und Übersee. Anlässlich seines 250. Geburtstags bringt der Berner Literaturwissenschafter Oliver Lubrich nun „Sämtliche Schriften“ Humboldts heraus: ein Monumentalwerk auf knapp 7.000 Seiten, das sichtbar macht, wie aktuell sein Denken war: Schon im 19. Jahrhundert hat er den von Menschen ausgelösten Klimawandel beschrieben. Auch die Kulturhistorikerin und Bestseller-Autorin Andrea Wulf ist von Humboldts Vordenkerrolle überzeugt und widmet sich in ihrem jüngsten Buch „Die Abenteuer des Alexander von Humboldt“ seinen Jahren in Süd- und Mittelamerika. Kritischer betrachtet Matthias Glaubrecht, Direktor des Centrums für Naturkunde in Hamburg, den deutschen Baron, hält er doch dessen Einfluss auf die heutige Wissenschaft für überschaubar. Mit der Ausstellung „Humboldt lebt!“ verspricht er den wahren Menschen hinter der heldenhaften Überhöhung erlebbar zu machen. Der „kulturMontag“ begibt sich auf Humboldts Spuren.

Utopien für die Stadt – Wie sich der öffentliche Raum verändern muss

Klimaveränderung, heiße Sommer, teurer und immer kleiner werdender Wohnraum treiben die Menschen zunehmend in den Freiraum. 2030 sollen in Wien zwei Millionen Menschen leben. Wie muss eine Stadt der Zukunft aussehen, welche Bedeutung haben Freiräume für die Menschen? Und: wohin mit den Autos? In Wien entstehen seit einigen Jahren den Sommer über subventionierte „Grätzloasen“, Wanderbäume werden aufgestellt, Rollrasen auf Parkplätze gelegt, Parklets laden zum Verweilen ein. Neben realen Projekten gibt es aber auch Gedankenexperimente, wie jene zum längsten Schwimmbad Europas auf dem Gelände der Westbahn. Wie verändern diese umgestalteten Freiräume die Menschen, die Stadt, die Kommunikation? Architektin Lilli Lička, Stadtentwicklungsexpertinnen der Stadt Wien und Vertreterinnen von Bürgerinitiativen berichten von Ideen, Utopien, Möglichkeiten.

Gegen das Vergessen – Die Wiederentdeckung jüdischer Autorinnen

Vor rund 100 Jahren zählten die gebürtigen Wienerinnen Else Jerusalem, Maria Lazar und Marta Karlweis zu den renommiertesten deutschsprachigen Autorinnen der Moderne und der Zwischenkriegszeit. Doch der Zweite Weltkrieg zwang die drei jüdischen Schriftstellerinnen ins Exil, ihre Werke gerieten in Vergessenheit. Der Wiener Verlag „Das vergessene Buch“ hat jetzt die drei Autorinnen wiederentdeckt und neu aufgelegt: Jerusalems 1909 erschienenen sozialkritischen „Skandal“-Roman im Bordellmilieu „Der heilige Skarabäus“, der alleine im ersten Jahr rund 20 Neuauflagen erlebt hatte; Maria Lazars Erstling „Die Vergiftung“, der Kennern als erster expressionistischer Roman Österreichs gilt; und Marta Karlweis‘ Romane „Schwindel“ und „Ein österreichischer Don Juan“, der in den 1930er Jahren die Kritik begeistert hatte. Angesichts der Wiederveröffentlichungen der Werke zeigt sich die Literaturkritik höchst angetan und doch bleiben zwei Fragen offen: Warum ist bei diesen Schriftstellerinnen, anders als bei männlichen Kollegen, die Rehabilitation in der Nachkriegszeit ausgeblieben? Und: Welche Autorinnen gibt es noch wiederzuentdecken?

„For Forest – Der Kunstwald im Stadion“ (23.30 Uhr)

Regisseur Robert Schabus begleitet mit seinem Film die Umsetzung des Bildes „Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ von Max Peintner als Kunstinstallation im Klagenfurter Wörthersee-Stadion und liefert gleichzeitig eine Annäherung an das Thema Wald in der Kunst. Peintners Zeichnung eines Waldes in einem Stadion aus dem Jahre 1970/71 entwirft eine Utopie der Urbanisierung, der unsere Gesellschaft immer näher zu kommen scheint. Der Schweizer Künstler Klaus Littmann lässt, inspiriert durch Peintners Werk, den „künstlichen“ Wald auf dem Fußballfeld des Klagenfurter EM-Stadions entstehen.
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BERND WEIKL REAGIERT  „AUF SEINE SCHLIMME VERNICHTUNG“ DURCH EINEN JOURNALISTEN (im Jahr 1996)

Dieses YouTube ist die späte Antwort auf meine schlimme Vernichtung durch die SZ am 3. Juli 1996. Der Inhalt erklärt, weshalb dies jetzt erst möglich ist.

https://youtu.be/Mdw1NFxOfy0

Herzliche Grüße aus Hamburg
Bernd Weikl
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LINZ/ Clubgalerie der „Dr. Ernst Koref-Stiftung° (4020 Linz, Landstraße 31, 1. Stock) VERNISSAGE am 17.9. um 19 h

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Begrüßung: Univ-Doz. Prof.Dr. Friedrich Klug
Einführende Worte: Prof. Gertrude Haider-Grünwald

Ausstellungsdauer: 18.9. bis 11.10.2019 (Di-Fr. 16-19 h)

www.hanssisa.com
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Strauss-Festival Bad Reichenhall

Das Strauss-Festival der Bad Reichenhaller Philharmoniker bietet dieses Jahr Satire und internationales Spektakel: Operetten der beiden Jubilare Jacques Offenbach und Franz von Suppé, eine Gala zu „Strauss und England“ sowie ein Feuerwerk der Zirkusmusik von ihrem größten Meister Reto Parolari.


Kurhaus. Foto: Martin Köppl

Von Freitag bis Sonntag folgen in Bad Reichenhall Schlag auf Schlag drei Höhepunkte der heiteren Muse. Den Auftakt des diesjährigen Strauss-Festivals macht am 13. September im Theater im Kurgastzentrum eine Aufführung zweier Klassiker durch die Bad Reichenhaller Philharmoniker unter ihrem Chefdirigenten Christian Simonis: „Salon Pitzelberger“ von Jacques Offenbach und „Die schöne Galathée“ von Franz von Suppé. Die beiden Komponisten – der eine begründete die Pariser Operette, der andere die Wiener – haben dieses Jahr ihr 200. Jubiläum. Ihre Einakter sind Musik und Musiktheater vom Feinsten, halbszenisch dargeboten von vier Spezialisten des Fachs: den Tenören Harald Wurmsdobler und Martin Mairinger sowie der Sopranistin Christine dell’Antonio. Der Regisseur der Stücke Claus J. Frankl wird als Buffo auf der Bühne stehen.

Parodie auf Neureiche und eine zickige Statue

„Salon Pitzelberger“ von Jacques Offenbach handelt von der Dünkelhaftigkeit eines Neureichen, der sich als feinsinniger Opernliebhaber ausweisen möchte. Im ersten Gesellschaftssalon, den er in seinem neuen Wiener Palais ausrichtet, möchte er drei berühmte italienische Opernstars präsentieren. Doch die sagen ihm kurzfristig ab. Um die Blamage zu verhindern, entscheidet sich Tochter Ernestine zu einer Täuschungsaktion, unterstützt von ihrem heimlichen Geliebten. „Diese kleine liebenswürdige Komödie bietet eine hinreißende Parodie auf die italienische Oper, ihrer mitunter unfreiwilligen und absurden Komik“, sagt Claus J. Frankl. Der Einakter „Die schöne Galathée“ wiederum ist eine Parodie auf die griechische Sage. Aufs Korn genommen werden Pygmalion, Midas und Ganymed, die es mit einer Statue zu tun bekommen, die lebendig wird. Galathea entpuppt sich als zickiger Vamp und tanzt den drei Herren gehörig auf der Nase herum. „Von der Ouvertüre bis zum letzten Ton ist diese bis heute populäre mythologische Operette ein Geniestreich“, so Frankl.

Dank so spritzigen Stücken wie den beiden Einaktern des Strauss-Festivals stieg die Operette zum meistgespielten Genre des musikalischen Unterhaltungstheaters auf und blieb das auch über die gesamte erste Hälfte des 20. Jahrhundert. Als populäre Kunstform wurde die Operette in der NS-Zeit zwangsläufig vom Regime vereinnahmt. Der Dramaturg und Theaterwissenschaftler Dr. Matthias Kauffmann geht am Samstagnachmittag in einem Vortrag im Hotel Wyndham Grand Axelmannstein zum Thema „Ideologie und Spielplanpolitik der Operette im Nationalsozialismus“ auf diese Schattenseite der Kunstform ein.

Englische Klassiker und symphonische Zirkusmusik

Der Samstagabend im Königlichen Kurhaus steht unter dem Motto „Johann Strauss und England“. Im 19. Jahrhundert lagen die Engländer gleich zwei Johanns und einem Eduard vom Kontinent zu Füßen: Sowohl Strauss-Vater wie seine Söhne wurden bei ihren Inseltourneen als Superstars gefeiert. Die Briten haben aber auch eigene Helden der heiteren Muse hervorgebracht: Sir Arthur Sullivan und sein Dichter-Partner William S. Gilbert gingen als „Gilbert and Sullivan“ in die Musikgeschichte ein. Bei der Operettengala erklingen auch ihre Melodien, gesungen in der Originalsprache vom Festival-Ensemble und gespielt von den Philharmonikern unter Christian Simonis. Die Operettengala ist in Zusammenarbeit mit der Johan Strauss Society of Great Britain sowie der Deutschen Johann Strauss Gesellschaft entstanden. Letztere wird während des Strauss-Festivals ihre Jahreshauptversammlung in Bad Reichenhall abhalten.

Bei der Sonntags-Matinee im Kurhaus zündet Reto Parolari ein Feuerwerk der Zirkusmusik. Parolari war Chefdirigent berühmter Zirkusse wie dem Circus Krone in München und hat seit Jahrzehnten die musikalische Leitung des Internationalen Zirkusfestivals in Monte-Carlo inne, bei dem der Goldene Clown vergeben wird, der Oscar der Zirkuswelt. Bei der Matinee dirigiert er die Philharmoniker und bringt mit ihnen in voller symphonischer Besetzung Evergreens der Zirkusmusik zum Leben, wenn es heißt „So klingt’s im Circus“.

Info und Tickets unter 08651 / 715 110 oder info@bad-reichenhall.de sowie unter www. bad-reichenhaller-philharmoniker.de

Programm

Freitag, 13.09, 19:30 Uhr, Theater Bad Reichenhall

Zum 200. Geburtstag von Jacques Offenbach und Franz von Suppé

Salon Pitzelberger, heiterer Einakter von Jacques Offenbach, halbszenische Aufführung in der Regie von Claus J. Frankl

Die schöne Galathée, komisch-mythologische Operette in einem Akt von Franz von Suppé, halbszenische Aufführung in der Regie von Claus J. Frankl

Samstag, 14.09, 16 Uhr, Hotel Wyndham Grand Axelmannstein Bad Reichenhall

„Jacques Offenbach und Johann Strauss – Ideologie und Spielplanpolitik der Operette im Nationalsozialismus“

Vortrag von Dr. Matthias Kauffmann. Der Dramaturg und Theaterwissenschaftler
Freier Eintritt, Anmeldung unter kontakt@philharmonie-reichenhall.de

Samstag, 14.09, 19:30 Uhr, Königliches Kurhaus

Operettengala „Johann Strauss und England“

Melodien der Strauss-Dynastie sowie von Sir Arthur Sullivan

Fr. und Sa.:

Christine dell‘Antonio, Sopran
Martin Mairinger, Tenor
Harald Wurmsdobler, Tenor
Claus J. Frankl, Buffo

Bad Reichenhaller Philharmoniker
Dirigent: Christian Simonis

Sonntag, 15.09, 11 Uhr, Königliches Kurhaus

Sonntags-Matinee „So klingt’s im Circus“

Werke von Aram Chatchaturjan, Reto Parolari, Nico Dostal u. a.

Bad Reichenhaller Philharmoniker
Dirigent: Reto Parolari

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