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INFOS DES TAGES (MONTAG, 7. OKTOBER 2019)

07.10.2019 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 7. OKTOBER 2019)

PRAG: „LOLITA“: Tschechische Erstaufführung einer russischen Oper nach einem amerikanischen Roman: Rodion Schtschedrins „Lolita“ in Prag

Rodion Shchedrins Oper „Lolita“ erlebte erst wenige Produktionen. 1992 als Auftragswerk des weltberühmten Cellisten und Dirigenten Mstisilav Rostropovich komponiert, ließ sich die Uraufführung an der Pariser Bastille-Oper nicht realisieren, so dass das Werk 1994 an der Königlichen Oper in Stockholm (in schwedischer Sprache, unter Rostropovich) erstmalig zu sehen war. Zu hören war es dann in konzertanter Form 2008 beim Rostropovich-Festival in Samara und am Mariinsky-Theater, beide Male unter Leitung Valery Gergievs, bevor es erst 2011 die nächste szenische Produktion in Wiesbaden gab (in deutscher Sprache). Erstaunlicherweise unterschlägt der deutsche Verleger des Komponisten, dass es zwei weitere Inszenierungen gab: 2003 in Perm und 2004 an der Novaya Opera, Moskau. Somit ist die Prager Produktion außerhalb Russlands erst die dritte und die erste in russischer Sprache.

In einem Interview erzählte Rodion Shchedrin, dass für die Stockholmer Premiere die Bewerberinnen für die Titelrolle ihm und dem Dirigenten im Badeanzug vorsingen mussten. Verständlich, dass man für Lolita, die in Vladimir Nabokovs Romanvorlage zu Beginn der Handlung 12 Jahre alt ist, keine Sängerin mit der Figur einer Wagner-Heroine haben wollte. Diesbezüglich brauchte man bei der Prager Lolita keine Bedenken zu haben.


Pelageya Kurennaya (Lolita) und Piotr Sokolov (Humbert). Foto: Petr Hornik


Piotr Sokolov (Humbert) und Pelageya Kurennaya (Lolita). Foto: Petr Hornik

Zum Premierenbericht von Sune Manninen

 


Pelagaya Kurennaya (links) mit ihrer Mutter zu Besuch in der Galerie des Online-Merker. Foto: Herta Haider

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LEIPZIG: TRISTAN UND ISOLDE. Erster Premierenbericht online

…Im Zuge seiner Pflege der Werke Richard Wagners präsentierte die Oper Leipzig eine Neuproduktion des Musikdramas „Tristan und Isolde“. Eine sehenswerte Produktion, die vor allem durch ein spektakuläres Bühnenbild und eine der Musik folgende Inszenierung zu überzeugen weiß.

Regisseur Enrico Lübbe erzählt, gemeinsam mit seinem Co-Regisseur Torsten Buß die Handlung, ohne große Verfremdung oder Aktualisierung…

Zum Premierenbericht von Dirk Schauß

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Barbara Kozelj (Brangäne), Daniel Kirch (Tristan), Meagan Miller (Isolde). Copyright: Tom Schulze/ Oper Leipzig)

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Copyright: Tom Schulze/ Oper Leipzig)

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Copyright: Tom Schulze/ Oper Leipzig)

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THEATER ERFURT: DAS MÄRCHEN VOM ZAREN SALTAN. Premiere am 5.102019

 Man will sich doch verzaubern lassen

„Das Märchen vom Zaren Saltan“ gehört wohl zu den sonnigsten Werken der Opernliteratur. Die Musik beleuchtet die Geschichte mit wolkenloser Freude und sanftem Humor. Sie fließt leicht und natürlich. Rimski-Korsakows zauberhafte und farbenprächtige Oper „Das Märchen vom Zaren Saltan“ wurde 1900 in Moskau uraufgeführt und bildet den Anfang einer Reihe weiterer Märchenopern im späten Schaffen des Komponisten. Die Musik der Oper erlangt durch ihre erzählerische Komposition und die Schlichtheit in der Melodieführung eine traumhafte Atmosphäre und bildet schließlich eine Einheit mit Puschkins Erzählung…

Zum Premierenbericht von Larissa Gawritschenko und Thomas Janda


Copyright: Lutz Edelhoff

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ZÜRICH/ Free Opera Company Zürich im Theater im Seefeld: IL VENTAGLIO (Pietro Raimondi 1786 – 1853)

Witzige Verwechslungskomödie


Zu der vergnüglichen Strand-Geschichte auch das dazugehörende Strandfoto mit dem ganzen «Ventaglio»-Ensemble. © FREE OPERA COMPANY– Ingo Höhn

Zum Bericht von John H. Mueller

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WIESBADEN: GRÄFIN MARIZA . Premiere am 5.10.2019

Um es vorwegzunehmen, die Mehrheit des Publikums und der Rezensent sind sich diesmal nicht einig.

Der Leiter des Operettenfestivals  Bad Ischl THOMAS ENZINGER  hat inszeniert. Dass heißt, man müsste im besten Fall sagen: arrangiert.


Copyright: Karl und Monika Forster

Zum Bericht von Christian Konz

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MUSIKVEREIN FÜR STEIERMARK/GRAZ: 1. LIEDERABEND – So 13.10.2019

Der für 13. Oktober 2019 geplante Liederabend mit Piotr Beczała muss wegen einer Erkrankung des Künstlers leider verschoben werden.

Ein Ersatztermin wird schnellstmöglich bekannt gegeben.

Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. Weitere Informationen erhalten Sie an der Konzertkasse unter 0316/82 24 55.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ort: Stefaniensaal

PIOTR BECZAŁA Tenor
HELMUT DEUTSCH Klavier

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Piotr Beczala. Foto: Anja Frers

Lieder von
Stanisław Moniuszko | Mieczysław Karłowicz
Pjotr I. Tschaikowsky | Richard Strauss

Piotr Beczała ist ein gern gehörter Gast in Graz. Der in Polen geborene Tenor, der erst im Juni dieses Jahres mit dem Titel Österreichischer Kammersänger geehrt wurde, begeistert mit einem umfangreichen Repertoire in zahlreichen Opern- und Konzerthäusern von der Mailänder Scala bis zur Staatsoper München. Bei seinem Auftritt im Stefaniensaal ist Helmut Deutsch an seiner Seite zu erleben. Der zu den erfolgreichsten Liedbegleitern der Welt zählende Pianist ist dem Grazer Musikverein seit beinahe 50 Jahren eng verbunden und bekommt im Rahmen dieses Konzertes die Ehrenmitgliedschaft des Musikvereins verliehen. Als Programm wurden Lieder aus Beczałas Heimat gewählt: Stanisław Moniuszko wird als Schöpfer der polnischen Nationaloper gesehen und auch Mieczysław Karłowicz ist mit seinen Kompositionen fest in der nationalen Musiktradition verankert, obgleich der Vertreter der frühen Moderne international einen geringen Bekanntheitsgrad hat. Des Weiteren werden russische Lieder aus der Feder von Pjotr I. Tschaikowsky zu hören sein. Zwei der vier Lieder op. 27, die Richard Strauss seiner Pauline 1894 als Geschenk zum Hochzeitstag widmete, runden den Abend ab.

  1. FESTKONZERT (AUSVERKAUFT)

Mi 16.10.2019

Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ort: Stefaniensaal

ANDRÉS OROZCO-ESTRADA
WIENER PHILHARMONIKER

YUJA WANG Klavier

Sergej Rachmaninow
Klavierkonzert Nr. 3 in d-Moll, op. 30
Antonín  Dvořák
Symphonie Nr. 9 in e-Moll, op.95, Aus der neuen Welt

Stark und einzigartig: Mit Yuja Wang gibt eine der außergewöhnlichsten Pianistinnen unserer Zeit ihr Debüt im Stefaniensaal. Im Rahmen des Konzerts wird unter der Leitung des kolumbianischen Dirigenten Andrés Orozco-Estrada die jahrzehntelange Zusammenarbeit des Musikvereins mit den Wiener Philharmonikern fortgeführt. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft, Stehplatzkarten (€10,-) sind an der Abendkasse ab 18:30 Uhr erhältlich.

 TICKETS

Konzertkasse
Sparkassenplatz 2, 8010 Graz
Mo. 9-18 Uhr, Di.-Fr. 9-15 Uhr
0316 82 24 55, tickets@musikverein-graz.at

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Verleihung der Hugo-Wolf-Medaille an Gundula Janowitz in der Staatsoper Stuttgart (6.10.)

„DU HOLDE KUNST, ICH DANKE DIR“

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Die Hugo Wolf-Medaille

Verleihung der Hugo-Wolf-Medaille an Gundula Janowitz am 6.10.2019 in der Staatsoper/STUTTGART Juliane Banse (Sopran) und Benjamin Appl (Bariton) gestalteten zusammen mit Wolfram Rieger (Klavier) in eindrucksvoller Weise den musikalischen Teil dieser Matinee. Juliane Banse verlieh den Liedern „Ständchen“, „Die Mainacht“ und „Unbewegte laue Luft“ von Johannes Brahms mit einer reichen dynamischen Klangfarbenskala ungeahnte Lebendigkeit. Die leidenschaftliche Emphase dieser Musik kam dann auch im Duett „Vergebliches Ständchen“ mit Benjamin Appl in überzeugender Weise zu Gehör. Lyrisch-intime Charakterzüge und expansive Gestaltungsweise wechselten sich hier facettenreich ab. Benjamin Appl interpretierte dann Robert Schumanns „Frühlingsfahrt“, „Meine Rose“ und „Belsazar“ mit nie nachlassender gesanglicher Strahlkraft. Intime romantische Seelengründe blitzten hier immer wieder in geheimnisvoller Weise auf, wobei sich die tönenden Arabesken und Girlanden in ein reizvolles Melos verwandelten. Chromatische Fortschreitungen, Vorhaltwirkungen mit raschem Moll-Dur-Wechsel oder kontrapunktierende Linien zeigten sich bei dieser ausdrucksvollen Wiedergabe in beglückender Weise. Das Duett „Unterm Fenster“ zeigte Juliane Banse und Benjamin Appl zusammen mit dem einfühlsam begleitenden Pianisten Wolfram Rieger als ein überaus versiertes Künstlerduo, das den Klängen sensibel nachlauschte. Pathos und chromatische Ausdruckssteigerung lebten auch bei der subtilen Interpretation von Hugo Wolfs „Italienischem Liederbuch“ mit Juliane Banse, Benjamin Appl und Wolfram Rieger auf, die sich bei den einzelnen Liedern sehr gut ergänzten. Der Ausdruck differenzierter subjektiver Empfindungen bestätigte sich bei „Ein Ständchen Euch zu bringen“, „Heut Nacht erhob ich mich“, „Gesegnet sei, durch den die Welt entstund“ oder „Ihr seid die Allerschönste weit und breit“ – Lieder, die Benjamin Appl mit innigem Ausdruck und weichem Timbre vortrug. Auch Juliane Banse interpretierte die Lieder „Mein Liebster singt am Haus im Mondenscheine“, „O wär dein Haus durchsichtig wie ein Glas“, „Gesegnet sei das Grün und wer es trägt“ oder „Du denkst, mit einem Fädchen mich zu fangen“ voller gesanglicher Reinheit und Klarheit, wobei auch hier die feinen dynamischen Abstufungen positiv ins Gewicht fielen. Rhythmische Präzision und kantable Passagen vereinigten sich zudem bei Juliane Banses Wiedergabe von „Verschling‘ der Abgrund meines Liebsten Hütte“, „Du sagst mir, dass ich keine Fürstin sei“, „Nun lass uns Frieden schließen“ und „Ich hab in Penna einen Liebsten wohnen“. Benjamin Appl gestaltete die weiteren Nummern „Geselle, woll’n wir uns in Kutten hüllen“, „Hoffärtig seid Ihr, schönes Kind“, „Sterb‘ ich, so hüllt in Blumen meine Glieder“ und „Wir haben beide lange Zeit geschwiegen“ mit leidenschaftlicher Erregung und reizvollen Modulationen.

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Gundula Janowitz. Foto: Katharina Janowitz

Der Vorstandsvorsitzende der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie Prof. Dr. Hansjörg Bäzner betonte, dass die Preisverleihung bereits zum achten Mal stattfinden würde. Die Interpretationen von Gundula Janowitz seien oft mit einem „Gesang der Engel“ verglichen worden. Darauf ging auch der Wiener Musikkritiker Dr. Wilhelm Sinkovicz in seiner Laudatio ein, der daran erinnerte, dass Hugo Wolf auch ein scharfzüngiger Musikkritiker gewesen sei. Er selbst habe eine Gundula-Janowitz-Biografie schreiben wollen, die diese beim Mittagessen jedoch in einem Halbsatz abgelehnt habe. Sinkovicz stellte die besonderen menschlichen Qualitäten von Gundula Janowitz bei seiner Rede in den Vordergrund. Sie sei eine in Berlin geborene Grazerin. In der Schule habe sie im Singen nur die Note „befriedigend“ erhalten, was aber ihren Ehrgeiz nur angestachelt habe. So habe sie dann unter Hans Knappertsbusch bei den Bayreuther Festspielen gesungen – und  Herbert von Karajan habe ihr Talent an der Wiener Staatsoper entdeckt und gefördert. Sie sei eine berühmte Kaiserin in Richard Strauss‘ „Frau ohne Schatten“ gewesen – und die „Vier letzten Lieder“ von Richard Strauss würden zu ihren besten Interpretationen zählen.

Gundula Janowitz selbst bedankte sich beim Publikum mit dem berührenden Satz: „Du holde Kunst, ich danke dir“.    

Alexander Walther

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BITTE VORMERKEN: DIENSTAG, 15. Oktober um 20 h beim Online-Merker

Eintritt und Konsumation frei, Sie sind unser Gast! Kurzparkzone nur bis 19 h, ich empfehle aber die Anfahrt mit U6, 62er oder Badner-Bahn (alles Station Bahnhof Meidling, Ausgang Meidlinger Hauptstraße)

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HEUTE: ORF „kulturMontag“: Cleese meets Niavarani, Kehrtwende im KHM, Köhlmeier wird 70 und Premiere der exklusiven ORF-„Bilderbuch“-Doku

Am 7. Oktober ab 22.30 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) – Mit Ex-„Monty Python“ John Cleese und Österreichs Starkomiker Michael Niavarani treffen zwei Humor-Kapazunder im „kulturMontag“ am 7. Oktober 2019, um 22.30 Uhr in ORF 2 aufeinander. Mit Clarissa Stadler sprechen die beiden Schmähbrüder über ihr gemeinsames Projekt im Globe Wien, wo sie gemeinsam zu einer besonderen Doppelconférence laden. Themen der Sendung sind weiters u. a. auch der überraschende Rückzug des designierten KHM-Direktors Eike Schmidt und dessen kulturpolitischen Folgen sowie die jüngsten Projekte von Schriftsteller Michael Köhlmeier, der demnächst 70 wird. Anschließend an das Kulturmagazin feiert das von Didi Petschl und Siegfried Steinlechner gestaltete exklusive Filmporträt „Bilderbuch – Ein österreichisches Popmärchen“ (23.15 Uhr) über die musikalischen Überflieger Premiere.

„Hopeless but not serious“: John Cleese & Michael Niavarani im Doppelpack im Wiener Globe

Er gilt als Humor-Haudegen der britischen Extraklasse: John Cleese, das hierzulande wohl bekannteste Gesicht der glorreichen Monty-Python-Truppe. Mit der Lizenz zum „Richtig-Dumm-Sein“ feierten die Anarchos aus dem vereinigten Königreich vor genau 50 Jahren mit ihrer Comedy-Show „Monty Python‘s Flying Circus“ in der BBC ihre ersten Erfolge. Mit Filmen wie „Das Leben des Brian“, „Ritter der Kokosnuss“ oder „Ein Fisch namens Wanda“ besiegelte Cleese, der an der renommierten Universität von Cambridge Jus studierte, seinen eigenen Kultstatus. Seit 2017 tourt er mit seinem Programm „Last Time To See Me Before I Die” durch die Lande und das so erfolgreich, dass er heuer sogar in die Verlängerung gegangen ist. Und weil er nicht im Geringsten vorhat, schon zu sterben, will der launige Show-Biz-Opa in Wien Neues ausprobieren. Gemeinsam mit dem österreichisch-persischen Urgestein Michael Niavarani, der kürzlich das legendäre Simpl als Intendant übernommen hat, lädt er zu einer Doppelconférence à la „Denglish“ ins Globe Wien ein. „Hopeless but not serious“ – hoffnungslos, aber sicher nicht seriös lassen sich die beiden Schmähbrüder auf der Bühne des Globe Wien über die Allmacht der Political Correctness, über Probleme ein Hotel zu finden, über den Tod und die Angst vor dem Sterben gründlich aus. Gemeinsam sind Niavarani und Cleese auch bei Stermann und Grissemann in „Willkommen Österreich“ am Dienstag, dem 8. Oktober, um 22.00 Uhr in ORF 1 zu Gast.

Kehrtwende im KHM: Eike Schmidt pfeift auf Wien, Sabine Haag bleibt

Knall-Effekt in der österreichischen Museumslandschaft: Einen internationalen Eklat löste der überraschende Rückzug des designierten KHM-Direktors Eike Schmidt aus. Noch in der Vorwoche bestätigte der deutsche Kunsthistoriker seinen Amtsantritt in Wien für Anfang November. Seine plötzliche Absage sickerte am Dienstag durch ein undichtes Loch an die Medien durch. Als „höchst unprofessionell und beispiellos“ nannte Kulturminister Alexander Schallenberg das Vorgehen, denn Schmidt hatte bis dato nur das Kuratorium des renommierten Museums über seine Absage informiert. In der internationalen Museumswelt löst diese Jobquittierung Kopfschütteln aus, Wien zeigt sich brüskiert. Obwohl schon seit Schmidts Bestellung durch den damaligen Kulturminister Thomas Drozda vor zwei Jahre immer wieder Gerüchte aufgetaucht waren, dass der Chef der Uffizien Florenz gar nicht verlassen wolle, gab er dies erst Mittwoch bekannt. Grund dafür scheint die politische Wende in Italien zu sein, sind doch die Sozialdemokraten zurück in der Regierung und Kulturminister Franceschini, der Schmidt einst als Leiter der Uffizien bestellt hatte, seit kurzem wieder in Amt und Würden. Kühle Berechnung oder klassische Poker-Strategie? Ende dieser Woche wird ein Treffen zwischen Minister Schallenberg und Schmidt stattfinden. Die noch amtierende KHM-Direktorin Sabine Haag wurde mittlerweile um eine erneute interimistische Verlängerung gebeten. Ob Eike Schmidt mit rechtlichen Konsequenzen oder Pönalen rechnen muss, wird sich weisen.

Zwischen Eskapismus und Engagement: Michael Köhlmeier wird 70

Den einen gilt er als „Märchenonkel der Nation“, den anderen als „Tanzbär der linken Schickeria“: Michael Köhlmeier, ein virtuoser Geschichtenerfinder und hellwacher, streitbarer Geist, der sich nicht scheut Haltung zu zeigen, wird am 15. Oktober 70. In der idyllischen Gegend des Bodensees ist der Sohn eines Journalisten in einem kulturaffinen Elternhaus aufgewachsen, in dem Humanismus großgeschrieben wurde. Köhlmeier studierte Politikwissenschaften und Germanistik, verdiente sich schon als erst 20-Jähriger seine ersten Sporen mit Hörspielen, gründete mit seinem Freund Reinhold Bilgeri eine Band. Mit ihrem Lied „Oho Vorarlberg“ landete das Duo 1973 seinen ersten Erfolg. Und er begann Sagen des klassischen Altertums, das Alte Testament, die Nibelungen und Märchen der Gebrüder Grimm nachzuerzählen. Märchen, die ihm schon seine Großmutter vorgelesen hat, sind seine lebenslange Liebe. In seinen mehrfach preisgekrönten Romanen und Novellen stellt er Fragen nach Herkunft und Wertbeständigkeit und beschäftigt sich mit zentralen Problemen der heutigen Gesellschaft, wie Migration und Gewalt. Sein politisches Engagement reicht weit über sein literarisches Schaffen hinaus. Regelmäßig meldet er sich zu politischen Themen öffentlich zu Wort. Zu seinem 70. Geburtstag schenkt Michael Köhlmeier seinem Publikum Märchen unserer Zeit. Keine Nacherzählung bekannter Stoffe, sondern verstörende und faszinierende Geschichten. Und „9 Songs“ auf Vinyl. Dass er musikalisch nach wie vor was draufhat, stellt er mit „Da Liebe Gott und i“ fulminant unter Beweis, spielt er doch sämtliche Instrumente selbst.

Dokupremiere „Bilderbuch – Ein österreichisches Popmärchen“ (23.15 Uhr)

2005 begannen sie als Schülerband, in ihren ersten Songs vertonten sie Bilderbücher wie „Struwwelpeter“. Von den ersten musikalischen Gehversuchen ist nur der Bandname geblieben: Bilderbuch. Nach zwei Alben, die nur moderaten Zuspruch in der Indie-Community fanden, hat die Band aus Kremsmünster 2013 mit dem Song „Maschin“ einen einschneidenden Stilwechsel vollzogen – seitdem gelten die vier Oberösterreicher nicht nur als einer der erfolgreichsten Acts, sondern auch als innovativste deutschsprachige Band der Gegenwart. Ihr 2017 veröffentlichter Hit „Bungalow“ darf inzwischen schon als Klassiker der heimischen Pop-Geschichte gelten. Im Mai 2019 hat Bilderbuch mit zwei Open-Air-Konzerten in der barocken Kulisse des Schlossgartens Schönbrunn einen weiteren Meilenstein ihrer aufregenden Karriere gesetzt. Die ORF-Filmemacher Dietmar Petschl und Siegfried Steinlechner begeben sich in diesem neuen ORF-Porträt auf filmische Spurensuche und bieten exklusive Einblicke in die Welt der Band.

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OPERNCLUB MÜNCHEN e.V.: OKTOBER UND NOVEMBER-VERANSTALTUNGEN

Hiermit dürfen wir unsere Oktober-Novemberveranstaltungen bekannt geben:
Hansa-Haus München, Brienner Str. 39,
Sonntag, 20. Oktober 2019, 16.00 Uhr
Christa Mayer
 Moderation Irene Stenzel –
Die Mezzosopranistin ist durch ihre großartigen Leistungen als Richard-Wagner-Interpretin vor allen Dingen in Bayreuth ein Begriff, derzeitige Partie an der Bayerischen Staatsoper
Juana in Karl V. (Ernst Krenek).

Bratwurstherzl am Viktualienmarkt, Dreifaltigkeitsplatz 1
Sonntag, 27. Oktober 2019, 14.00 Uhr,
die weltberühmte Sopranistin der Vergangenheit
KS Felicia Weathers
– Moderation Marcus Schneider, Staatstheater am Gärtnerplatz –

Alle weiteren Veranstaltungen im November

Hansa-Haus München, Brienner Str.39,
Mittwoch, 6. November 2019,19.30 Uhr,
Tim Kuypers
– Moderation Michael Füting –
Der Bassbariton tritt in verschiedenen Rollen an der Bayerischen Staatsoper auf. Derzeitige Partie Marullo in Rigoletto.

Samstag, 9. November 2019, 19.00 Uhr,
Marina Viotti
– Moderation Michael Füting-
Die Mezzosopranistin singt an der Bayerischen Staatsoper die Partien der Maddalena und Giovanna in Rigoletto.

Mittwoch, 13. November 2019, 20.00 Uhr,
Anett Fritsch
– Moderation Irene Stenzel –
Frau Fritsch ist im 2. Sonntagskonzert des Bayerischen Rundfunks
in Lortzings Zum Gross-Admiral konzertant im Prinzregententheater zu erleben.

Die Kostenbeteiligung beträgt bei allen Gesprächen für Sie 5 Euro, Gäste zahlen 10 Euro, Mitglieder der Theatergemeinde zahlen 7 Euro.
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 ORF : 389.075 Besucher/innen beim 20-Jahr-Jubiläum der „ORF-Langen Nacht der Museen“

Spitzenreiter Wien, Steiermark und Kärnten – Kultur-Hotspot: Albertina mit 16.575 Besuchen =

Bereits zum 20. Mal fand die auf Initiative des ORF-Marketings ins Leben gerufene „ORF-Lange Nacht der Museen“ in ganz Österreich und in Teilen von Slowenien, Liechtenstein, der Schweiz und Deutschland (Lindau am Bodensee und Tettnang) statt. Am Samstag, dem 5. Oktober 2019, in der Zeit von 18.00 bis 1.00 Uhr Früh, präsentierten rund 730 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen ihre Sammlungen und Ausstellungen.

389.075 Besuche konnten in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei Österreichs jährlichem Kulturhighlight insgesamt verzeichnet werden. Die meisten Besuche gab es in Wien (189.032 Besuche), gefolgt von Steiermark (42.368 Besuche) und Kärnten (39.362 Besuche). Das am meisten besuchte Haus war in diesem Jahr die Albertina mit 16.575 Besuchen. Seit dem Jahr 2000 weist die „ORF-Lange Nacht der Museen“ somit insgesamt rd. 7 Millionen Besuche auf.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „20 Jahre ‚ORF-Lange Nacht der Museen‘ – Rund 7 Millionen Besucherinnen und Besucher haben unsere Einladung zu einem nächtlichen Streifzug durch die Museumslandschaft in dieser Zeit wahrgenommen. Ein Publikumserfolg, auf den wir stolz sein dürfen. Der ORF in seiner Vielfalt ist der wichtigste Kulturträger des Landes, die ‚ORF-Lange Nacht der Museen‘ ein jährlicher Höhepunkt, der aus dem österreichischen Kulturkalender nicht mehr wegzudenken ist. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Kultureinrichtungen, bei den Sponsoren und Partnerinnen und Partnern bedanken, die jedes Jahr einen großen Beitrag zum Erfolg dieser Initiative leisten. Ich freue mich auf die 21. ‚ORF-Lange Nacht der Museen‘!“

Die Zahlen der Besuche der 20. „ORF-Langen Nacht der Museen“ im Überblick:

Gesamt: 389.075

Burgenland: 7.508

Kärnten: 39.362

Niederösterreich: 16.755 Oberösterreich: 11.096

Salzburg: 34.331

Steiermark und Slowenien: 42.368

Tirol: 25.315

Vorarlberg, Liechtenstein, Schweiz und Deutschland (Lindau am Bodensee und Tettnang): 23.308

Wien: 189.032

Die meistbesuchten Museen in den Bundesländern:

Burgenland:

1) Schloss Esterházy: 1.075

2) Landesmuseum Burgenland: 575

3) Burgenländisches Feuerwehrmuseum: 568

Kärnten:

1) Stadtgalerie Klagenfurt: 4.535

2) Minimundus – die kleine Welt am Wörthersee: 2.514

3) Stadthaus Klagenfurt Foyer: 2.113

Niederösterreich:

1) Nostalgiewelt Eggenburg: 903

2) Landesgalerie Niederösterreich: 715

3) Karikaturmuseum Krems: 609

Oberösterreich:

1) Ars Electronica Center: 1.479

2) LENTOS Kunstmuseum Linz: 885

3) OÖ. Kulturquartier Sinnesrausch: 697

Salzburg:

1) DomQuartier Salzburg: 3.947

2) Festung Hohensalzburg: 3.786

3) Haus der Natur: 3.575

Steiermark (mit Slowenien): 42.368

1) Schloss Eggenberg, Prunkräume, Universalmuseum Joanneum: 6.468

2) Kunsthaus Graz, Universalmuseum Joanneum: 2.624

3) Museum für Geschichte, Universalmuseum Joanneum: 2.193

Tirol:

1) Kaiserliche Hofburg: 3.358

2) Tiroler Volkskunstmuseum: 1.935

3) Museum Goldenes Dachl: 1.634

Vorarlberg (mit Liechtenstein, Schweiz und Deutschland)

1) Kunsthaus Bregenz: 1.346

2) vorarlberg museum: 1.271

3) Museum der Mohren Biererlebniswelt: 1.049

Wien:

1) Albertina: 16.575

2) Naturhistorisches Museum Wien: 13.959

3) Kunsthistorisches Museum Wien: 9.505

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