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INFOS DES TAGES (MONTAG, 6. JULI 2020)

06.07.2020 | Aktuelles
INFOS DES TAGES (MONTAG, 6. JULI 2020)

Alternatives Top-Programm für Bayreuther Festspiel-Fans

Aufführung 1979. Götterdämmerung, III. Aufzug | Bild: Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth / Hinweis: Eine Nutzung ist ausschließlich im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung und mit Nennung der Bildrechte gestattet
„Götterdämmerung, 3. Akt (1979) Foto: Nationalarchiv der Richard Wagner-Stiftung Bayreuth

https://www.br.de/presse/inhalt/pressemitteilungen/bayreuther-festspiele-2020-richard-wagner-100.html

Für alle Wagner-Fans inszenieren die Bayreuther Festspiele gemeinsam mit BR-KLASSIK und 3sat ab dem 25. Juli – dem ursprünglichen Eröffnungstag der Bayreuther Festspiele – die Werke Wagners als Gesamtkunstwerk. Mit Corona-verträglichen Live-Veranstaltungen, exklusiven Archivschätzen und Sondersendungen wird das älteste Musikfestival Deutschlands in diesem Kultursommer adäquat gefeiert.

Ein Highlight des Programms: drei historisch maßstabsetzende Inszenierungen des „Ring des Nibelungen“ auf unterschiedlichen Ausspielwegen. Es sind die Ring-Inszenierungen von Frank Castorf (Premiere 2013), Harry Kupfer (Premiere 1988) und Patrice Chéreau (Premiere 1976).

BR-KLASSIK wartet im Hörfunk vom 25. bis 28. Juli täglich um 18.05 Uhr exklusiv mit der bisher unveröffentlichten Aufnahme der hochgelobten und intensiv diskutierten Ringproduktion von Frank Castorf und Kirill Petrenko am Pult (Aufnahme von 2015) auf, die auch Teil des diesjährigen ARD Radiofestivals (ab 18. Juli) sein wird.

ARD-alpha und das Streaming-Angebot „BR-KLASSIK Concert“ präsentieren gemeinsam mit den Bayreuther Festspielen den Jahrhundertring von Patrice Chéreau und Pierre Boulez. Erstmals ist diese Inszenierung am 7. August ab 20.15 Uhr in der großen „Ring-Nacht“ wieder im Free-TV zu erleben.

 Die Bayreuther Festspiele in 3sat

3sat feiert die Bayreuther Festspiele mit dem „Ring des Nibelungen“ in der Inszenierung von Harry Kupfer. Am Pult steht Daniel Barenboim, der die Bayreuther Festspiele 18 Jahre lang maßgeblich geprägt hatte. Mit dem „Rheingold“, dem Vorabend der Ring-Tetralogie, und anschließend einer Dokumentation über den Sänger Günther Groissböck steht der Fernsehabend am 25. Juli ab 20.15 Uhr ganz im Zeichen Wotans. Die weiteren Teile dieses Rings von Harry Kupfer werden in der Mediathek von 3sat, auf br-klassik.de und im Webauftritt der Bayreuther Festspiele zu sehen sein.

Trotz Corona-bedingten, schwierigen Umständen werden die Stadt Bayreuth und die Bayreuther Festspiele am 25. Juli ganz im Zeichen der Festspieleröffnung ein Konzert veranstalten. Musikdirektor Christian Thielemann und Mitglieder des Festspielorchesters  werden mit den Bayreuther Sängerstars Camilla Nylund und Klaus Florian Vogt Werke von Wagner aufführen. BR-KLASSIK überträgt das Konzert ab 16 Uhr live im Radio. Einblicke ins Festspielhaus gibt in diesem Sommer die Videoarbeit „The Loop of the Nibelung“ von Simon Steen-Andersen. Der vielfach ausgezeichnete dänische Komponist und Performance-Künstler geht mit Sängern und Musikern des Festspielorchesters auf audiovisuelle Erkundung des mythischen Bayreuther Festspielhauses und des Werks von Wagner. Die Video-Arbeit ist ab dem 28. Juli im Streaming-Angebot BR-KLASSIK Concert und auf der Website der Festspiele zu erleben.
In „Hier gilt’s der Kunst“ widmen sich u. a. Daniel Barenboim, Barrie Kosky, András Schiff, Martina Gedeck und Thea Dorn in einer Gesprächsreihe aus dem Pierre Boulez-Saal in Berlin dem Thema „Wagner, Musik und Politik“. Die Gespräche der Reihe „Diskurs Bayreuth“ werden ab dem 7. August auf BR-KLASSIK Concert veröffentlicht.  

 Archivperlen und Video-Extras

BR-KLASSIK wird außerdem zwei besondere Archivschätze im Radio senden: André Cluytens „Lohengrin“ aus dem Jahr 1958 am 29.7. um 18.05 Uhr sowie „Tristan und Isolde“ unter der Leitung von Herbert von Karajan aus dem Jahr 1952 am 30.7. um 18.05 Uhr. Der Interpretationsvergleich bietet Hörerinnen und Hörern am 31. Juli um 18.05 Uhr einen spannenden und kompakten Einblick in eine Auswahl an Interpretationen zum „Fliegenden Holländer“.

Auf den Webseiten von BR-KLASSIK und den Bayreuther Festspielen laden spannende Video-Formate wie der „Operncrashkurs Wagner“, die „klassik shorts“, die „Ring-Steckbriefe“ und das „Wagner-ABC“ dazu ein, mehr über die Kraft von Wagners Musik zu erfahren und in die mythischen Welten des „Rings“ einzutauchen.

Weitere Informationen zu den Programmhighlights auf bayreuther-festspiele.de,

br-klassik.de/bayreuther-festspiele und 3sat.de/kultur/festspielsommer/bayreuther-festspiele-2020.

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Wotan muss warten …

Der Sänger Günther Groissböck
Film von Astrid Bscher
Sa 25. Jul
22:55 Uhr
Erstausstrahlung
Im Leben geht nicht alles nach Plan: Diese Erfahrung macht auch der gefeierte Bassist Günther Groissböck immer wieder. Der Film begleitet den Sänger auf seinem anstrengenden Reiseleben.

Er zeigt die Kraftpole des Modellathleten, den Sport und die Bergwelt seiner österreichischen Heimat, und führt vor Augen, wie sich ein Künstler von Weltrang – Schritt für Schritt – eine der schwierigsten Rollen überhaupt, den Wotan im „Ring des Nibelungen“, aneignet.

Günther Groissböck hat in den letzten Jahren die bedeutenden Bühnen der Welt erobert, wie die Metropolitan Opera in New York, die Bayerische Staatsoper in München oder das Teatro della Scala in Mailand. Zentrum seines Schaffens sind jeden Sommer die Bayreuther Festspiele. 2020 sollte er den Wotan in Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ singen – in der von Publikum und Presse mit Spannung erwartete Neuproduktion, einer der wichtigsten Premieren des Jahres.

Über ein Jahr intensive Vorbereitung, Rollenstudium und Proben hat Groissböck in diese Megapartie gesteckt, einer der längsten und anspruchsvollsten Rollen des Opernrepertoires – bis ihm das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung machte.

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Aus dem Nähkästchen…

Wenn nun „Post Meyer“ begonnen wird, aus dem Nähkästchen zu plaudern, müssen wir in diesem Fall nicht, wie alle es tun, ein Interview der „Oberösterreichischen Nachrichten“ nachbeten oder die APA paraphrasieren. Jetzt kann auch der Journalist, der brav den Mund gehalten hat, wenn es um „off the record“-Informationen ging, einiges aus erster Hand beisteuern.

Dass es sich bei Dominique Meyer und Franz Welser-Möst um keine „Liebesheirat“ handelte, erzählte mir die damalige Ministerin Claudia Schmied. Sie hatte Meyer vier Dirigentennamen genannt (die anderen drei erwähnte sie nicht namentlich), und Meyer hüpfte keineswegs vor Glück in die Luft, eine so tolle Persönlichkeit wie Welser-Möst angeboten zu bekommen. Vielmehr entschied er sich ganz pragmatisch für diesen, weil er hoffte, mögliche Einwände gegen den „Franzosen“ durch einen Österreicher abzufedern.

Am Anfang gab es, wie immer, große Worte, worum der Dirigent sich als Verantwortlicher kümmern sollte, wollte, würde, nicht nur Mozart und Janacek, sondern generell die Besetzungen im Haus…

Rausgekommen ist diesbezüglich rein gar nichts. Welser-Möst erzählte mir (das war 2014, ein paar Monate vor seinem Abgang, den er damals schon vor hatte), Meyer habe ihn von allen Entscheidungen fern gehalten, ihm keinerlei Informationen gegeben (den Spielplan der kommenden Saison hätte er am selben Tag erfahren wie die Journalisten), ihn nie in irgendwelche Überlegungen einbezogen, und außerdem sei er „total beratungsresistent“…

Weiterlesen in APROPOS

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Klaus Billand hat 2008 gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen Willy Guschlbauer Dominique Meyer interviewt – und das zu einem Zeitpunkt, in dem kaum ein Wiener Dominique Meyer kannte. Das Interview betont die ökonomische Seite am Meyer, der ja bekanntlich Volkswirt ist.

Das Interview von Willy Guschlbauer und Klaus Billand könnte auch etwas Klarheit in die augenblicklich entstehende Mystifizierung des Meyer-Abschieds bringen. 2008 kannte in Wien niemand Meyer und man bat in der Redaktion des Merker um das Interview…

Im Online-Merker ist es dann erschienen. Es lohnt, in Erinnerung gerufen zu werden. Hier der Link zu Dr. Billands Seite: .

https://www.klaus-billand.com/deutsch/interviews/intendanten/gespraech-mit-dominique-meyer-direktor-des-thtre-des-champs-lyses-am-22-oktober-2006.html

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STIEFVATER MIT STIEFSOHN

Yusif Eyvazov mit Thiago
 
ZU INSTAGRAM/ FOTOS/ VIDEOS
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… ES IST ALLES NOCH STEIGERUNGSFÄHIG:
 
Wegen Corona dichtet Mike Krüger seinen „Nippel“-Song um
 
Zum YOUTUBE-VIDEO
Von Andreas Wilke:
 
Und heute trägt man Maske. Gegen Corona muss das sein. Denn die Maske schützt den Mensch und dämmt das Virus ein. Nur einigen von uns ist das Binden noch zu schwer, weshalb ich es noch einmal kurz erklär‘: Sie müssen nur die Maske aus der Tasche zieh’n, weil Viren dann quasi von alleine flieh’n. Auf Mund und Nase kommt das Tuch, das Band über die Ohren. Und dann hat Corona bald verlor’n!
 
Und zusätzlich zur Maske gibt es jetzt eine App. Wer die runterlädt ist clever und wer nicht, der ist ein Depp! Denn wir halten fest zusammen, sind stark und unbeirrt, damit’s dann irgendwann wie früher wird: Sie müssen nur die Maske aus der Tasche zieh’n, weil Viren dann quasi von alleine flieh’n. Auf Mund und Nase kommt das Tuch, das Band über die Ohren. Und dann hat Corona bald verlor’n! – Genau!“
 
Der Hamburger Sänger Mike Krüger (68) hat sich von der Corona-Zeit inspirieren lassen und seinen berühmten „Nippel“-Hit („Sie müssen erst den Nippel durch die Lasche zieh’n“) umgedichtet.
 
Ziemlich genau 40 Jahre nach der ersten Veröffentlichung des Liedes hat Krüger nun für die „Bild“-Zeitung zwei Strophen neu gedichtet und zum Maskentragen und Installieren der Corona-Warnapp aufgerufen.
 
„Wenn ich mich schon mal wieder nach Jahren zu irgendwas äußere, dann finde ich es ganz gut, wenn man sich in dieser Zeit dazu äußert, dass die Leute doch bitte ihre Masken tragen sollten, und es wäre sehr nett, wenn noch mehr Menschen sich diese App runterladen würden“, sagte der 68 Jahre alte Komiker am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.
 
Und so dichtete der Musiker: „Und heute trägt man Maske. Gegen Corona muss das sein. Denn die Maske schützt den Mensch und dämmt das Virus ein. Nur einigen von uns ist das Binden noch zu schwer, weshalb ich es noch einmal kurz erklär‘: Sie müssen nur die Maske aus der Tasche zieh’n, weil Viren dann quasi von alleine flieh’n. Auf Mund und Nase kommt das Tuch, das Band über die Ohren. Und dann hat Corona bald verlor’n!“
 
Weiter vermarkten oder veröffentlichen werde er das Lied nicht. Aber: „Wenn sich das Gesundheitsministerium dranhängen will, könnten die das gern verwenden!“ Mike Krüger und seine Frau haben aus Vorsicht schon Masken getragen, als es hier noch nicht üblich war. „Da war ich noch der einzige im Laden und alle haben mich ziemlich dämlich angeguckt.“
https://www.sueddeutsche.de/kultur/musik-mike-krueger-dichtet-seinen-nippel-song-um-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200702-99-648975
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Operette „DIE BLUME VON HAWAII“ von Paul Abraham am 4.7.2020 im Hafen/STUTTGART

Flotte Abenteuer auf dem Floß


Martin Bruchmann, Moritz Kallenberg, Fiorella Hincapie, Matthias Klink, Natalie Karl. Foto: Matthias Baus

 In der szenischen Einrichtung von Marco Storman (Bühne: Susanne Gschwender; Kostüme: Miriam Schubach) und unter der musikalischen Leitung von Rita Kaufmann (Klavier) wird die Handlung von Paul Abrahams Operette „Die Blume von Hawaii“ etwas verändert. Vor allem erinnert man an das schillernde Leben Paul Abrahams, der als Operettenkomponist in der Weimarer Republik große Erfolge feierte, bis ihn die Nazis aus Deutschland vertrieben. Doch auch nach seiner Rückkehr aus Amerika konnte er sich in der alten Heimat nicht mehr integrieren und landete in psychiatrischen Kliniken.

Seine Geschichte wird in die Handlung integriert, bei der die Protagonisten sich vor allem selber verlieren. Zuletzt zerbricht sogar das Floß, auf dem die eigentliche Handlung stattfindet. Neben der titelgebenden Südseeinsel tritt plötzlich auch die chinesische Bar in Monte Carlo in den Vordergund. Tatsächlich ist hier nichts so, wie es scheint. So verwandelt sich die hawaiianische Prinzessin Laya auch in den französischen Revue-Star Suzanne de Provence. Die Handlungsstränge der einzelnen Figuren gehen hier nahtlos ineinander über.

Es ist durchaus witzig gemacht, als die Südseeprinzessin Laya nach jahrelangem Europa-Aufenthalt ins „Paradies am Meeresstrand“ zurückkehrt. Dass sie zur Protagonistin gegen die imperialistische US-Regierung werden soll, spürt man allerdings weniger. Sie wird zwischen ihren Gefühlen für einen amerikanischen Marineoffizier und einen hawaiischen Prinzen hin- und hergerissen. Letztendlich bekommt jedoch der Prinz den Zuschlag. Wichtig ist nur, dass sich die glücklichen Paare am Ende finden.


Natalie Karl, Martin Bruchmann, Moritz Kallenberg, Fiorella Hincapie, Matthias Klink. Foto: Matthias Baus

Dafür sorgen auch die allesamt famosen Sänger und Darsteller Fiorella Hincapie, Natalie Karl, Martin Bruchmann, Moritz Kallenberg und Matthias Klink. Exotische Effekte in Melodie, Rhythmus und Klang werden durchaus raffiniert ausgekostet. Die flotten Foxtrott-Weisen „Ich hab ein Divanpüppchen genau wie du“, „Ich will Mädeln sehn“, „My little boy“ und der spritzige Marsch „Wo es Mädels gibt, Kameraden…“ zeigen bei dieser atemlosen Wiedergabe viele Klangfacetten. Dafür sorgen außerdem die ausdrucksstarken Musiker Michael Rathgeber (Klarinette/Altsaxofon), Natia Wiedmann (Violine), Jonas Khalil (Gitarre), Manuel Schattel (Bass) und Jürgen Spitschka (Schlagzeug). Der Walzer „Du traumschöne Perle der Südsee“, der Slowfox „Blume von Hawaii, ich liebe dich fürs Leben“ und „Ein Paradies am Meeresstrand“ vereinigen sich dabei mit scharfen Synkopen zu zündenden Ensemblenummern. Legato- und Glissandoklänge überwiegen, dramatische Zuspitzungen werden zurückgedrängt. Aber der Buffo-Witz und Glamour-Esprit lassen nicht lange auf sich warten. Selbst der berühmte „Toast Hawaii“ wird im „Land der Kokosnüsse“ serviert. Rasante Gegenrhythmen sorgen immer wieder für harmonischen Aufwind, der nicht nachlässt. Manche Motive werden nur angedeutet. Auch die Nähe zum Jazz wird nie geleugnet.

Das Publikum quittierte diese einstündige Revue mit lebhaftem Applaus und vielen „Bravo“-Rufen. Der Neckar verwandelte sich dabei in ein opulent-endloses Bühnenbild.  

Alexander Walther
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