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INFOS DES TAGES (MONTAG, 4. NOVEMBER 2019)

04.11.2019 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 4. NOVEMBER 2019)

Bayerische Staatsoper München: „Meistersinger-Medaille“ für Anja Harteros


Foto: Facebook

Gestern nach der Vorstellung von TOSCA überreichte Intendant Nikolaus Bachler an Anja Harteros die Meistersinger-Medaille. Dieses Jahr feiert die Sopranistin ihr 20. Bühnenjubiläum an der Bayerischen Staatsoper. Der Preis, gestiftet von den Freunden des Nationaltheaters e.V., würdigt diese außergewöhnliche Karriere! Brava, Anja! (Quelle: Facebook)

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SALZBURG/ Landestheater: LOHENGRIN. Premiere am 2.11

Zum Premierenbericht von Klaus Billand

Zum Premierenbericht von Udo Pacolt


Die Ankunft Lohengrins (Benjamin Bruns). Foto: Anna-Maria Löffelberger


Lohengrin (Benjamin Bruns) und Elsa (Jacquelyn Wagner). Foto: Anna-Maria Löffelberger


Elsa (Jacquelyn Wagner). Foto: Anna-Maria Löffelberger

Telramunds (Alexander Krasnov) Tod. Foto: Anna-Maria Löffelberger


Gottfried kommt wieder in das Spiel. Foto: Anna-Maria Löffelberger


Begeisterter Schlussapplaus. Foto: Klaus Billand

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NEU IN UNSEREN INTERVIEWS:

MICHAEL SCHOTTENBERG. Ein völlig neues Leben


Michael Schottenberg. Foto: Gabriela Brandenstein/ Almathea-Verlag

45 Jahre lang war Michael Schottenberg als Schauspieler und Regisseur eine fixe Größe im Wiener Theaterleben, zuletzt zehn Jahre lang als Direktor des Volkstheaters. Dann drehte er (mit Ausnahme eines kleinen Rückfalls) dem Theater völlig den Rücken. Begann zu reisen. Begann zu schreiben. Ja, war sogar bereit, sich als „Dancing Star“ zu versuchen. Heute führt er ein völlig anderes Leben als früher. Und ist sehr froh darüber.

Mit Michael Schottenberg sprach Renate Wagner

ZUM INTERVIEW

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FOTOS AUS DER NEUEN SERIE VON GÜNTHER GROISSBÖCK


Günther Groissböck. Foto: Dominik Stixenberger


Günther Groissböck. Foto: Dominik Stixenberger


Günther Groissböck. Foto: Dominik Stixenberger

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Staatstheater am Gärtnerplatz spielt erstmalig die Oper TOSCA

Bildergebnis für gärtnerplatztheater tosca dunkles diven drama

Um des entflohenen politischen Häftlings Cesare Angelotti wieder habhaft zu werden, bringt Polizeichef Baron Scarpia den an der Flucht beteiligten Maler Mario Cavaradossi und dessen Geliebte, die Operndiva Floria Tosca, die gleichzeitig auch von Scarpia heiß begehrt wird, in seine Gewalt und verstrickt sich mit den beiden in einen grausamen Totentanz um Liebe, Eifersucht, Folter, Zynismus, Gier, Erpressung bis hin zu Mord und Selbstmord.

Giacomo Puccinis »Tosca«, 1900 in Rom uraufgeführt, ist ein brutales Kabinett der Grausamkeiten, veristisch-filmschnittartig und grandios farbenreich in emotionalste Musik gesetzt und zählt heute – ausgestattet mit unsterblichen Hits wie »Vissi dʼarte« und »E lucevan le stelle«, zu den ganz großen Titeln des Opernrepertoires.

Für die Gärtnerplatz-Erstaufführung erarbeitet Regisseur und Bühnenbildner Stefano Poda seine Deutung des Polit-Thrillers bildgewaltig neu. Die musikalische Leitung übernimmt Anthony Bramall, der »Tosca« bereits 2012 mit großem Erfolg an der Oper Leipzig dirigierte.

Oper Musik von Giacomo Puccini Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica Nach dem Drama »La Tosca« von Victorien Sardou

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Anthony Bramall / Howard Arman 
Regie: Stefano Poda 
Bühne und Kostüme: Stefano Poda
Licht: Stefano Poda 
Mitarbeit Regie: Paolo Giani Cei 
Choreinstudierung: Pietro Numico 
Dramaturgie: Michael Alexander Rinz

Besetzung: Floria Tosca: Oksana Sekerina
Mario Cavaradossi: Artem Golubev / Alin Stoica
Baron Scarpia: Noel Bouley / Alexander Krasnov
Cesare Angelotti: Timos Sirlantzis
Der Mesner: Levente Páll / Christoph Seidl
Spoletta: Juan Carlos Falcón / Stefan Thomas
Sciarrone: Holger Ohlmann / Christoph Seidl
Ein Gefängniswärter: Martin Hausberg
Hirtenknabe: Demian Erofeev / Nestor
ErofeevAnna-Katharina Tonauer

Chor und Kinderchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Premiere: 14. November 2019 Premierenmatinee: 10. November 2019 Weitere Vorstellungen: 16./21./23./25. November 20./24./29. Februar 11./14./20. März

Altersempfehlung ab 12 Jahren
Preise: 4 Euro bis 98 Euro

Tickets unter Tel 089 2185 1960 oder www.gaertnerplatztheater.de _______________________________________________________________________

BONN: Ausgerechnet Diabelli?

Beethovens monumentale 33 Variationen, vorgestellt von Hanna Bachmann, Klavier und Professor Andreas Eckhardt

am Freitag, 15. November, 19.00 Uhr im Universitätsclub Bonn

Der Eintritt ist frei.

Liebe Mitglieder und Freunde des Netzwerks Ludwig van B.,

Eigentlich wollte er nur eine: der Verleger Anton Diabelli bat im Jahr 1819, also genau vor 200 Jahren, 50 Komponisten, darunter auch Franz Schubert und den 10 jährigen Liszt, um je eine Variation über ein von ihm selbst erdachtes Walzerthema.

Warum er dann ganze 4 Jahre mit der Ausgabe wartete, bis der berühmte Herr van Beethoven ganze 33 Variationen zu diesem „Schusterfleck“ beibrachte, weiß man bis heute nicht so genau.

Die junge österreichische Pianistin Hanna Bachmann hat sich zu ihrem Studienabschluss intensiv mit diesem Beethoven-Spätwerk befasst, nicht nur pianistisch. – Und Professor Andreas Eckhardt, ehemaliger Direktor des Beethovenhauses, ist ja eigentlich zu jedem Beethoven-Thema ein Berufener, besonders aber zu diesem…

Freuen Sie sich auf den fünften unserer anregenden „Animato“-Abende mit anschließendem Gespräch bei einem Glas Wein.

Der Eintritt ist wie immer frei.

Eine Anmeldung per mail hier erleichtert uns die Planung.
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BASEL/ ZÜRICH:  Späte Überraschung: Kommentar zu „Welche Oper ist besser, Basel oder Zürich?“ (Christian Berzins, NZZ am Sonntag 03.11.2019)

(https://nzzas.nzz.ch/kultur/welche-oper-ist-besser-basel-oder-zuerich-ld.1519049)

In der aktuellen Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag fragt Kollege Christian Berzins, welche Oper besser sei, Basel oder Zürich?

„Das Budget des Opernhauses Zürich ist doppelt so gross wie das des Theaters Basel. Aber ist Zürich doppelt so gut?“

 Ein Vergleich zu Saisonbeginn lässt ihn zweifeln und soll eine böse Überraschung zeigen.

Die Frage ist reizvoll, aber dumm.

Berzins schreibt den Artikel im Bewusstsein der falschen Fragestellung und findet auch noch eine Redaktion, die den Bericht veröffentlicht. Sauer aufgestossen scheint ihm zu sein, dass das Opernhaus Zürich bei den «Oper! Awards» zum «Besten Opernhaus» gekürt wurde.

Die achtköpfige Jury eines Opernheftlis hat das behauptet.

Ist das etwa verletzter Stolz, dass der Kollege nicht in dieser Jury, wohl aber jener der Umfrage der „Opernwelt“ sitzt?

Soll eine Aarauerin also nach Osten fahren?

Anhand der Frage, ob eine Aarauerin, für alle Nicht-Schweizer: eine Bewohnerin von Aarau, Hauptort des zwischen Zürich und Basel gelegenen Kantons Aargau, – ist das political correctness oder spricht er den Männern in globo das Interesse an der Oper ab? – nach Osten, es dürfte Zürich gemeint sein, fahren soll? Bei den nun folgenden Gegenüberstellungen müsste dem Kollegen eigentlich klar werden, dass er Äpfel mit Birnen vergleicht. Böse überrascht ihn die Feststellung, dass in Zürich mittlerweile, im Jahr Sieben nach Pereira, eine andere Regie-Handschrift gepflegt wird, und sich die optische Ausrichtung beider Theater extrem angenähert habe.

Wie spannend war es doch vor 2012, als die Profile klar getrennt waren: Basel provozierte mit Bieito, Marthaler, Castorf und Co. Zürich konterte mit Quantität und Stars.

 Viele Elemente sind sowohl in der einen wie in der anderen Oper zu sehen. Nebenbei: Die Komische Oper ist jenes Haus, das Homoki vor Zürich leitete: Es wird nun von Barrie Kosky geführt, der auch in Zürich inszeniert – und einst in Basel. Basel und Zürich schöpfen aus demselben Eintopf.

Diese Feststellung kommt überraschend spät. Das ist die böse Überraschung, dass sich dieser Kollege der Angleichung erst jetzt bewusst wird und dass er einen so fragwürdigen Artikel schreibt, wo er es doch besser wissen sollte und auch weiss (cf. zweites Zitat).

Aber wo geht nun unsere Aarauerin hin, wenn auf der Bühne dasselbe zu sehen ist?

 Das ist in der Tat eine schwierige Entscheidung, wenn man nicht bereit ist sich banaler Argumente wie günstigeren Karten und bequemeren Sitzen für Basel (wann war Kollege Berzins das letzte Mal in Basel?) zu bedienen. Die Kriterien, nach denen er Sänger in Stars und Entdeckungen einteilt, sind kaum nachvollziehbar. Oder meinte er Cervelat-Stars (Stars, die nur in der Schweiz als solche gelten)? Es ist sicher von Vorteil, dass man in Basel von fast jedem Platz aus gut sieht. Aber das Haus hat nicht mal ansatzweise das Ambiente wie in Zürich.

Statt einem oberflächlichen Artikel über das Theater Basel und das Opernhaus Zürich, hätten sich dem Kollegen doch andere Vergleichsmöglichkeiten angeboten. So ein Vergleich der beiden Arbeiten von Kirill Serebrennikov (Il Barbiere di Siviglia in Basel (https://onlinemerker.com/basel-theater-il-barbiere-di-siviglia-produktion-der-komischen-oper-berlin/) und Cosi fan tutte in Zürich (https://onlinemerker.com/zuerich-oper-cosi-fan-tutte/)). Oder ein Vergleich der beiden aktuell in Bern (https://onlinemerker.com/bern-konzert-theater-il-barbiere-di-siviglia/) und Basel (https://onlinemerker.com/basel-theater-il-barbiere-di-siviglia-produktion-der-komischen-oper-berlin/) zu sehenden Barbiere. Oder, wenn man überlegt, für wen man schreibt und die erwähnte Aarauerin beraten will: Welche Theater, die Oper spielen, sind für sie innerhalb einer Stunde Zugfahrt erreichbar? Da wären neben Basel (37min) und Zürich (24min) das Theater Luzern (52min), Konzert Theater Bern (40min) und Theater Orchester Biel Solothurn (44min bis Biel, 27min bis Solothurn). Diese drei Theater, die bei den nationalen Print-.Medien kaum zu existieren scheinen,  führen aktuell qualitativ hochstehende Produktionen (https://onlinemerker.com/biel-solothurn-la-fille-du-regiment/, https://onlinemerker.com/biel-nebia-biel-giovanna-darco-von-giuseppe-verdi/, https://onlinemerker.com/luzern-theater-maerchen-im-grand-hotel-von-paul-abraham) fernab des vom Kollegen bemängelten Opern-Eintopf auf.

Und wenn man aus Anlass der Zürcher Premiere von „Belshazzar“ nichts zu schreiben weiss, …

02.11.2019, Jan Krobot/Zürich
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PROGRAMMTIPP WIEN: THE LONGFIELD GOSPEL SINGERS (8.11. Leebgasse 34, 1100 Wien)


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Tim Theos Stachel – Gebell – lieber nicht?

TTT’s Publikationen beinhalten Rezensionen, Berichte, dramaturgischen Schriften, Glossen und nun auch Stachel-Gebell (angeregt von „bell the cat“).

Essays (z.T. auch nur „Besinnungsaufsätze“) werden vermieden, da damit bei Musiktheater-Rezensionen oft mangelnde Kenntnisse kaschiert werden, indem man sich in weltanschaulich philosophisch interpretative allgemeine Wikipedia – Ansätze flüchtet oder damit nur „Schaufenster-Inhalte“ würdigt.

Die mit „Gebell“ im übertragenen Sinne intendierten polarisierenden emotionalen Berührungen haben leider auch betrübliche Reaktionen geweckt:

Ein Stachel im „Fleisch“ mit Gebell ( Synonyme: anbrüllen, anfauchen, ankotzen, anpflaumen, anschreien) soll anrotzen und keine  Sachinformationen liefern! Drastisch polemisch polarisierend sollte dies keine objektive Meinungsbildung sein. Diese Form der Übertreibung hat TTT falsch eingeschätzt – bei Manchem wurde dies für „bare Münze“ genommen.

Aufrichtig war der letzte Satz: „Herrn Placido Domingo hier auf eine Linie mit den monströsen Harvey Weinstein Schweinereien setzen zu wollen ist eine ebensolche Schweinerei“.

Kommentar D. Schwarz, Intendant Deutsche Oper, Berlin

https://www.deutschlandfunk.de/sex-vorwuerfe-gegen-placido-domingo-deutsche-oper-wuerde.1993.de.html?dram:article_id=457302

 Prominente Opernsängerinnen verteidigen Plácido Domingo

https://www.sueddeutsche.de/kultur/belaestiger-oder-gentleman-prominente-opernsaengerinnen-verteidigen-placido-domingo-1.4568641

 Tatsächlich wurden aber auch unreflektierte Aggressionen geweckt. Die Fragwürdigkeit, mit der ein Mob in der Öffentlichkeit auf Domingo losgeht, wurde z. B. im online Merker-Forum weit übertroffen, traf auch TTT und führt zu morbidem, bitterem Lächeln.

Domingo lt. Forum: Fiesling nach Mitternacht, Schuh- u. Peitschenfetischist, der zölibatären Frauen Gewalt antuen wollte mit Machtmissbrauch weit über Sex hinaus, völlige Vergesslichkeit, komplette Atemlosigkeit, keinerlei Bühnenpräsenz, usw.

TTT : Schmierfink, Nähe zur Koprophilie (sexueller Lustgewinn durch menschlichen Kot), Hinterfragen der Behauptung einer 80jährigen homosexuellen Sängerin auch Domingo – Opfer zu sein, sowie deren  gesanglicher Weltklasse, wird als  „alte Lesbe, die nicht singen kann“ entstellt, usw.

Diese Auswüchse finden Sie in den Beiträgen 1 – 8, wo sich weitere Menschen in diesem Ekel befeuern, s. u.st. Link:

https://onlinemerker.com/forum/onlinemerker/ttt-fragen-ueber-fragen/

Darüber hinaus finden sich im Forum auch recht eifernde Beiträge, die P. Domingo als Jahrhundert-Sänger in keiner Weise würdigen, ihn eher als Sachgegenstand/Maschine deklassieren, der ob reduzierter sängerischer Klasse nicht mehr reüssieren dürfe, ausgemustert gehöre.

Verehrung vieler Tausend Anderer sorgen immer noch für volle Häuser und aufgrund völlig bekloppter Reaktion div. Amerikaner sollte die Ikone P. Domingo erst recht gestützt werden. Natürlich ist die gegenteilige Meinung zulässig, aber bitte mit akzeptablem europäischem Anstand ohne Andersdenkende auf fragwürdigem Niveau zu verunglimpfen. Und natürlich ist der sanfte Ausklang einer Weltkarriere schön, ohne sich selbst noch zu beschädigen.

Bleibt die Frage, ob die Reihe Tim Theo’s Gebell – vielleicht auch ohne Gebell, also nur noch elaboriert statt restringiert (wobei: TTT bellt auch gern mal) – fortgesetzt werden soll.

Ich liste beabsichtigte Themen auf und bitte ggf. um Mail an die Merker – Redaktion, falls Interesse besteht.

TTT – Musiktheaterverständnis ist subjektiv davon geprägt, dass es keine Reduktion auf heutige Konsens- Realitäten, Yellow-Press Wirklichkeiten in Auflösung aller konkreten Umstände in Ort, Zeit und Handlung geben darf. Es geht um Parallelwelten, die einen neuen Blick auf unserer Welt werfen, um visionäre Utopien.

Themen:

Darum ist der derzeitige Intendant der Bayr. Staatsoper, Theatermanager Nikolaus Bachler besser als der Weltklasse-Dirigent Chr. Thielemann für die Leitung der Salzburger Osterfestspiele.

Die Selbstauflösung der öffentlich -rechtlichen Musiktheater aufgrund völlig veralteter innerer Strukturen und immer fragwürdigerer Außenwirkung (s. „Quatsch keine Opern“ – umgangssprachlich Sinnbild für Künstlichkeit und Langeweile… erst im 20. Jahrhundert aufgekommen)

Im Trüben fischen oder in der Tiefe schürfen? – Musiktheater 2019 – Agonie und Suizid

(Agonie: das allmähliche Erlöschen, lethargisch-kraftlos)

 Zukunftsfähigkeit der Musiktheater: BRD mind. 2 Milliarden € Subventionen – Verirrungen oder zielführend? Sozialpolitische Position, meinungsbildend, Massenwirkung?

 Musiktheater – Spiegel, Teil vergleichbarer Kunstformen in Kinematographie und TV?

Überholte Szene durch unbeholfenes Imitat von Film u. a. oder zeitgerechte Entwicklung?

 Veränderung der Musiktheater – Protagonisten: Gesangskultur und Darstellung

 Teodor Currentzis u. a. Dirigenten. So kann man keine Opern dirigieren? Etliche Sänger wollen mit dem nicht mehr singen? Das ist keine sensible Aufbereitung klassischen Musiktheaters? – Vorschlaghammer in Tempo, Lautstärke und Dynamik? Der vielleicht zu akademische Petrenko und der emphatische Thielemann lehren uns Musik. Oder???

 Musiktheater 2019 – Rückschritte und Stagnation

Unheilvolle Allianzen: Intendanten, Regisseure, Hochschulen und erfolglose Lehrende, mitlaufende Kritiker/Verehrungsmichel aufgrund mangelhafter Kenntnisse bzw. in völliger Anpassung, Opportunismus, Konformismus, Angepasstheit, Prinzipienlosigkeit.

Publikum und Theaterschaffende als insgesamt 100 %: wenige bestimmen in unheilvollen Allianzen (s.o.) Inszenierungs-Qualitäten.

Musiktheater: sabbernden Altruismus z. B. bzgl.  Migrationsproblematik (Migration bedeutet übrigens ursprünglich den jahreszeitlichen Vogelflug. Warum benutzt man wohl diese Vokabel?). Dürftige reale dramaturgische Aufbereitung komplexer Weltprobleme, s. auch Missbrauch und Sonstiges in klerikaler Verbohrtheit.

 https://www.spiegel.de/politik/ausland/migration-afrikas-beste-kommen-uno-befragung-von-illegalen-einwanderern-a-1292018.html

Da stellt der „Russe“ ein paar jämmerliche Armutsgestalten mit Gummibooten auf die Bühnen, und schon hat er die fürchterliche Flüchtlingsproblematik in aller nötigen Differenzierung beleuchtet? (das war mal wieder gebellt). Es gibt Asylanten, Flüchtlinge, Migranten, Exilanten, Auswanderer, Wirtschaftsflüchtlinge usw. – ich kenn keine Inszenierung, wo man dies (in meist Aufgepfropftem) differenziert berücksichtigt. Das ist Verdummung!

Öffentliche rechtliche Theater  als Teil einer Behörde: Entwicklung der letzten ca. 100 Jahre, seit dem es überhaupt die subventionierte Stadt-/Staatstheater-Kultur gibt, die ja vollkommen zur Parabel nach „des Kaisers neuen Kleider“ verkommen ist, jede strukturelle und organisatorische Entwicklung verpennt hat und die Ohnmacht Kompetenzen verteilender Politiker.

Musiktheater ist zu teuer.

Es gibt in meinem Kosmos unendliche Themen – das soll zunächst reichen! Ich weiß, das mancher themensuchende Kollege sich hier bedienen wird und bin gespannt auf adäquate Umsetzung. Auf meine weitere Thematisierung ggf. mit Seitenhieb werde ich nicht verzichten.

  1. Nov. 2019

Tim Theo Tinn

Profil: 1,5 Jahrzehnte Festengagement Regie, Dramaturgie, Gesang, Schauspiel, auch international. Dann wirtsch./jurist. Tätigkeit, nun freiberuflich: Publizist, Inszenierung/Regie, Dramaturgie etc. Kernkompetenz: Eingrenzung feinstofflicher Elemente aus Archaischem, Metaphysik, Quantentheorie u. Fraktalem (Diskurs Natur/Kultur= Gegebenes/Gemachtes) für theatrale Arbeit. (Metaphysik befragt sinnlich Erfahrbares als philosophische Grundlage schlüssiger Gedanken. Quantenphysik öffnet Fakten zur Funktion des Universums, auch zu bisher Unfassbarem aus feinstofflichem Raum. Glaube, Liebe, Hoffnung könnten definiert werden). TTT lässt sich gern engagieren – publizistisch oder im Theater für weitere Aufgaben.
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Ein Leben für den Opernreformator aus Erasbach

Trauer um den Musikwissenschaftler und Gluck-Experten Professor Dr. Gerhard Croll

In tiefer Betroffenheit nehmen die Internationalen Gluck-Festspiele Abschied von ihrem Mitbegründer Univ.-Prof. em. Dr. Gerhard Croll. Der international hoch angesehene Gluck-Forscher, Gründungsordinarius für Musikwissenschaft an der Paris-Lodron-Universität Salzburg, ist am 26. Oktober im Alter von 92 Jahren in seiner Wahlheimat Salzburg verstorben. „Wir erinnern uns in großer Dankbarkeit seiner Expertise und seines außergewöhnlichen Engagements in der Erforschung und Verbreitung des Werkes Christoph Willibald Glucks. Sein Wirken und seine fortwährende Verbundenheit haben die Internationalen Gluck-Festspiele besonders geprägt“, würdigt Martin R. Handschuh, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Internationalen Gluck-Opern-Festspiele gGmbH, die Verdienste des Verstorbenen. „Die Früchte seiner wissenschaftlichen Arbeit haben die Rezeption Glucks weltweit gefördert; seine überzeugende Urteilskraft, sein ansteckender Enthusiasmus und seine aufgeschlossene, menschenfreundliche Zugewandtheit werden unvergessen bleiben“.

Gerhard Croll wurde am 25. Mai 1927 in Düsseldorf geboren, nach einem Dirigierstudium am Robert-SchumannKonservatorium dortselbst schloss er ein Studium der Musikwissenschaft bei Rudolf Gerber in Göttingen 1954 mit der Promotion ab. Es folgten 1961 Habilitation und Lehrtätigkeit in Münster/Westfalen, 1966 wurde Croll Gründungsordinarius des Instituts für Musikwissenschaft der Paris-Lodron-Universität Salzburg, das er bis 1993 leitete. Wesentliche Verdienste hat er sich um die Erforschung regional verwurzelter Komponisten wie Michael Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart sowie um die Ansiedlung des Bernhard-Paumgartner-Archivs und des Derra-de-Moroda-Tanz-Archivs an der Salzburger Universität erworben. In weltweitem Kontext bedeutend sind seine Beiträge zur Gluck-Forschung, die nicht nur wegen seiner Tätigkeit als Editionsleiter der Gluck-Gesamtausgabe (1960–1990) sowie seines Engagements als Gründungsmitglied und Präsident der Internationalen Gluck-Gesellschaft (1986–2012, Ehrenpräsident 2012), ein Herzensanliegen waren. Croll war u.a. Ehrenmitglied der Internationalen Stiftung Mozarteum, Träger der Mozartmedaille der Mozartgemeinde Wien, Träger der Bürgermedaille der Stadt Berching sowie Gründungsmitglied des Rotary-Clubs Salzburg-Nord.

Die Internationalen Gluck-Festspiele Die Internationalen Gluck-Festspiele, 2005 auf Anregung des Aufsichtsratsvorsitzenden der NÜRNBERGER Versicherung, Hans-Peter Schmidt, des Gluckforschers Prof. Dr. Gerhard Croll und des Staatsintendanten Prof. Dr. Wulf Konold gegründet, wurden bis 2012 am Staatstheater Nürnberg veranstaltet. Seitdem haben die Festspiele durch vielbeachtete Auftritte internationaler Künstlerpersönlichkeiten wie Mireille Delunch, Michi Gaigg, Véronique Gens, Anne Sofie von Otter, Elina Garanca, Reinhard Göbel, Michael Hofstetter, Hervé Niquet, Marc Minkowski, Valer Sabadus oder Daniel Behle eine Renaissance von Gluck-Aufführungen initiiert. Seit 2013 wird das Festival von der Internationalen Gluck-Opern-Festspiele gGmbH veranstaltet, welche regional, national und international mit Künstlern und Institutionen verschiedenster Ausrichtung kooperiert.
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