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INFOS DES TAGES (MONTAG, 4. Mai 2020

04.05.2020 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 4. MAI 2020)

AKTUELL IN UNSERER WEBSEITE: DIE JUBILÄEN MAI 2020 SIND NUN VOLLSTÄNDIG ONLINE!

Zusammenstellung: Walter Nowotny

IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE: 4.5. Roberta PETERS: 90. Geburtstag

Ihre Familie stammte aus Österreich, eigentlicher Name Roberta Petermann. Ihre Eltern betrieben in New York ein Schuhgeschäft. Seit ihrem 13. Lebensjahr wurde sie durch William Hermann in New York ausgebildet. Sie debütierte 1950 im Alter von 19 Jahren an der New Yorker Metropolitan Oper, als sie für die erkrankte Nadine Conner in der Partie der Zerlina im »Don Giovanni« einsprang. Zwei Monate später erfolgte ihr offizielles Debüt als reguläres Ensemble-Mitglied der Metropolitan Oper in der Rolle der Königin der Nacht in der »Zauberflöte«. Seitdem blieb sie für 35 Jahre an diesem Haus. Hier sang sie auch 1964 in der amerikanischen Erstaufführung von Menottis »The Last Savage« die Rolle der Kitty. Bis 1985 trat sie an der Metropolitan Oper in 23 Partien und in insgesamt 515 Vorstellungen auf. Zu den Partien, die sie an der New Yorker Metropolitan Oper sang, gehörten u.a. die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Barbarina wie die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Gilda im »Rigoletto«, die Lauretta im »Gianni Schicchi«, die Despina in »Così fan tutte«, die Sophie im »Rosenkavalier«, der Hirtenknabe im »Tannhäuser«, die Adele in der »Fledermaus«, der Page Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, die Fiakermilli in »Arabella« von R. Strauss, der Amor in Glucks »Orfeo ed Euridice«, die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Norina im »Don Pasquale«, die Lucia di Lammermoor, die Adina in »L’Elisir d’amore«, die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos«, die Amina in »La Sonnambula«, die Nannetta in Verdis »Falstaff« und die Marzelline im »Fidelio«…

…Sie starb 2017 in Rye (New York). – Die Künstlerin war kurze Zeit mit dem Bariton Robert Merrill (1917-2004) verheiratet. In zweiter Ehe heiratete sie den Immobilienhändler Bertram Fields; aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor. Ihre Autobiographie erschien unter dem Titel »A Debut at the Met« (New York, 1967). – Virtuos geführte, brillante Koloraturstimme.

ZU DEN JUBILÄEN
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MET-STREAMS: Achtung, in dem „Figaro“ der Met am 4. (bei uns 5.) Mai ist auch „unser“ Heinz Zednik dabei!!!

Die Met Opera Streams in der kommenden Woche (KW 19)
Foto: Metopera

LE NOZZE DI FIGARO {368}
Mozart-Da Ponte

Figaro………………Bryn Terfel
Susanna……………..Cecilia Bartoli
Count Almaviva……….Dwayne Croft
Countess Almaviva…….Renée Fleming
Cherubino……………Susanne Mentzer
Dr. Bartolo………….Paul Plishka
Marcellina…………..Wendy White
Don Basilio………….Heinz Zednik
Antonio……………..Thomas Hammons
Barbarina……………Danielle de Niese [Debut]
Don Curzio…………..Anthony Laciura
Bridesmaid…………..Jennifer Welch-Babidge [Debut]
Bridesmaid…………..Andrea Trebnik [Debut]

Conductor……………James Levine

Production…………..Jonathan Miller

www.metopera.org

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Gstaad Menuhin Festival & Academy 2020 abgesagt

Auch das Gstaad Menuhin Festival wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Alle für diesen Sommer geplanten Konzerte und Veranstaltungen sind abgesagt. Die Festivalleitung reagierte damit auf einen Regierungsbeschluss, der Großveranstaltungen in der Schweiz bis Ende August untersagt. Das diesjährige Festival-Motto „Wien“ soll 2022 nachgeholt werden.

Klassik-begeistert

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Richard Lugner und der Wiener  Operball

Wie Herr Lugner auf die Idee mit seinen Gästen kam : Im Frühjahr 1992 hatte der damalige ORF-Fernseh-Programmintendant Ernst Wolfram Marboe eine ziemlich ausufernde Idee. Am Faschingssamstag sollte der gesamte ORF ein Ballsaal mit buntem Programm werden und live darüber berichten. Wie immer war die Idee groß, das Budget aber klein. Also wurde ein Sponsor für den Stargast gesucht und in der Person des Baumeisters , der durch Seitenblicke den Reklame-Effekt von Medienauftritten entdeckt hatte, auch gefunden. Engagiert werden konnte Harry Belafonte. Damit aber auch ein entsprechender Werbewert für das eingesetzte Kapital – vor allem die Spesen (USA-Flüge waren damals noch teuer) – erzielt werden konnte, entstand die Idee, Herr Belafonte besucht als Gast von Herrn Lugner bereits am Donnerstag den Opernball.

Harry Belafonte – Wikipedia
Harry Belanfonte war Lugners Beginn auf dem Opernball

Zwei Jahre vorher hatte schon Christa Mayerhofer mit ihrer Verwandten Prinzessin Caroline von Monaco und deren Gatten den Neid der Wiener Gesellschaft erregen wollen , aber der Besuch geriet organisatorisch zu einem Fiasko. 1992 mit dem nicht so hippen aber anerkannten Musikstar Belafonte funktionierte es so gut , dass der findige Geschäftsmann diese Tradition bis heute zum Leidwesen oder zur Freude vieler fortsetzt . Finanziert werden die Spesen und wohl auch das Honorar zum Gutteil aus dem Marketing-Budget der gleichnamigen City , weshalb vor dem Ball auch immer ein Starauftritt dort eingeplant ist, mit Signier- so ein passendes Buch vorhanden – oder zumindest Autogrammstunde.

1993 gelang ihm mit Joan Collins – Denver-Clan- ein großer Medien- und Publikumserfolg.


Ivana Trump war auch Lugners Stargast, aber damals  nur mäßig interessant.

Bereits im dritten Jahr klappte es leider nicht mit dem ganz großen Star, Baumeister Lugner hatte Ivana Trump gebracht, heute wäre Melania Trump eine Sensation, aber die damalige Ex-Ehefrau galt im hochnäsigen Wien doch eher als Arbeiterin aus der Schuhfabrik Bata im tschechischen Zlin, die als Ersatz-Mitglied des nationalen Skiteams angeblich bei den Winterspielen in Sapporo im Ersatz war, mit einem österreichischen Schilehrer eine Scheinehe eingegangen war, dann nach Kanada zu ihrem Freund ausreiste, als Modell arbeitete und in dieser Funktion in den USA Promotion für die Winter Olympics in Montreal machte und reich geheiratet hat. Das heißt, das Interesse beim Publikum war gering. In den Jahren darauf war es ein stetes Auf und Ab, aber da niemand sonst in Österreich Mühe und Kosten für publikumswirksame Gäste auf sich nehmen wollte, erarbeitete sich Richard Lugner quasi ein Monopol.

Ulrike Messer-Krol

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 Giovanni Simone Mayr – Der Vater der italienischen Oper des 19. Jahrhunderts

Giovanni Simone Mayr - Piano Concerto No. 1 in C major - YouTube

Die Kunst eines guten Opern-Spielplans, soweit dürfte Einigkeit bestehen, besteht in einer guten Mischung der gezeigten Werke. Dazu gehören die Kernwerke des Repertoires gleichermassen wie „Raritäten“. Dieser Pool der Kernwerke ändert sich mit dem Lauf der Zeit ganz natürlich. Was damals „Kernwerk“ war, wird heute kaum noch gespielt, und was einmal Rarität war, kann heute an der Schwelle zum „Kernwerk“ stehen. So wie zum Beispiel „Zar und Zimmermann“ heute kaum noch auf den Spielplänen auftaucht, sind Barock-Opern oder Rossinis-Opern jenseits des Barbiers heutzutage Alltag.

Zu den Komponisten, die einmal die Spielpläne dominierten, dann vergessen gingen, und noch nicht (wirklich) wieder entdeckt wurden, gehört der Bayer Johann Simon Mayr.

Giovanni Simone Mayr, wie er sich später in Italien nannte, wurde am 14. Juni 1763 in Mendorf im Altmühltal geboren. Bevor er um 1773 einen Freiplatz am Gymnasium der Jesuiten in Ingolstadt erhielt, führte ihn sein Vater, Lehrer und Organist, an die Musik heran. Um 1780 wurde der Bündner Thomas Franz Maria de Bassus, Studiendirektor und Gründungsmitglied des Illuminatenordens, auf den jungen Organisten aufmerksam und förderte ihn nach Kräften. 1787 floh Mayr mit de Bassus, auf dessen Schloss Sandersdorf, wo er als Musiklehrer tätig war, nach Poschiavo. Seit den 1780er-Jahren besass de Bassus hier, im Heimatort seiner Familie, wo er mehrfach das Amt des Podestà bekleidete, eine Druckerei, in der er aufklärerische Schriften und ein eigenes, laizistisches Schulbuch druckte. Unklar ist, wie Mayr dann von Poschiavo nach Bergamo kam. Möglicherweise war sein zukünftiger Lehrer Carlo Lenzi einmal in Bayern und wurde so auf Mayr aufmerksam (Vermerk auf der Lamentazione seconda per il Mercoledì Santo (1771): »di Carlo Lenzi Maestro a Baviera in Germania«.) In Bergamo wurde Graf Vincenzo Pesenti, Musikliebhaber und Mitglied des lokalen Hochadels, Mayrs neuer Förder und schickte ihn 1789, als Mayr mittellos nach Bayern zurückkehren wollte, mit allem Nötigen nach Venedig um sich dort weiterzubilden. In Venedig widmete sich weiter der Sakralmusik und erhält Unterricht von Fernando Bertoni, Kapellmeister von San Marco. Ermutigt von Komponisten wie Noccolò Piccinni und Peter Winter 1794, begann in der Lagunenstadt Mayrs Karriere als Opernkomponist. Rasch wurde Mayr zum bedeutendsten Opernkomponisten Italiens jener Zeit. Als Mayr 1802 die Kapellmeisterstelle an Santa Maria Maggiore in Bergamo übernehmen konnte, kehrte er, der sich wie es scheint mit dem zeitgenössischen Opern-Business nie anfreunden konnte und in Venedig nicht wirklich heimisch wurde, ins ruhige Bergamo zurück. Hier sollte Mayr, dem erfolglos Theaterdirektionen in Lissabon, Paris, London und Sankt Petersburg, der Kapellmeisterposten in Dresden oder die Leitung des Liceo Musicale in Bologna angeboten wurden, bis zu seinem Lebensende bleiben und sich engagieren. Seit den 1820er-Jahren liess Mayrs Augenlicht nach und entsprechend auch sein kompositorisches Schaffen. Am 2. Dezember 1845 starb Mayr 82jährig in Bergamo. Dreissig Jahre später, 1875 wurden die Särge von Mayr und seinem Schüler Gaetano Donizetti feierlich in die Basilika Santa Maria Maggiore übertragen.

Weshalb lohnt sich die seit gut zwanzig Jahre massgeblich von der Internationalen Simon-Mayr-Gesellschaft und dem Dirigenten Franz Hauk betriebene Wiederentdeckung Mayrs?

1) Giovanni Simone Mayr ist der „Missing link“ zwischen der Opera seria des 18. Jahrhunderts und der romantischen Oper und dem Melodramma des 19. Jahrhunderts. Mayr brachte die Wiener Klassik, die französische und italienische Oper seiner Zeit zusammen und schuf einen genuin neuen Stil.

2) Mayrs Instrumentationskunst und Behandlung der Singstimmen ist eine interessante und bereichernde Ergänzung zum Kanon der Belcantisten Rossini, Bellini und Donizetti.

Gaetano Donizetti an Simon Mayr, Neapel, 7. August 1830: „Schon beim Namen von Mayr verneigen sich alle, und … wenn man ihn Papa Simone nennt, sagen sie, dass es nichts darüber hinaus gibt!“

03.05.2020, Jan Krobot/Zürich

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Neu in unseren Interviews: Anette Leistenschneider, Operndirektorin in Nordhausen

 Die ersten drei Jahre. Ein Blick zurück und nach vorn


Anette Leistenschneider. Foto: Kneise

Anette Leistenschneider ist seit der Spielzeit 2016/17 als Operndirektorin am Theater Nordhausen tätig. Mit Neuinszenierungen von „La Bohème“, „Salome“, „La Traviata“, „Madama Butterfly“ und anderen mehr begeisterte sie Publikum und Presse. Anlass genug, Frau Leistenschneider nach dem Erfolgsrezept ihrer Tätigkeit zu fragen…

Zum Interview mit Sebastian Kranner
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INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Netrebko-Ausflug nach Laxenburg (nahe Wien)

ZU INSTAGRAM – mit Videos


ZU INSTAGRAM – mit Video

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Gregor Gysi: „Die Menschen werden für die Pandemie teuer bezahlen“ http://a.msn.com/09/de-de/BB13kDSx?ocid=se

ZUM VIDEO

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Coronaspezifische Bemerkungen

Es wird immer behauptet, dass nach der Corona-Pandemie alles nicht mehr so sein wird, wie früher. Inwieweit der Kulturbetrieb dabei in Mitleidenschaft gezogen wird, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht prognostizieren. Sie können  drastisch ausfallen oder aus den Gegebenheiten resultierend eher vertretbar sein.

Möglichkeiten des Opernbetriebes nach schrittweiser Aufhebung der Beschränkungen

Übereinstimmend werden Vorschläge gemacht, wie mit der schrittweisen  Lockerung der Beschränkungen ein funktionierender Opernbetrieb aussehen kann.  So könnten anfangs Werke des Barocks mit kleiner Orchesterbegleitung ohne Pausen und ausreichenden Abstand für die Besucher, ein mögliches Angebot darstellen. Ebenso wird diskutiert, ähnlich wie beim so genannten “Autokino“ die Vorstellung in einem geschlossenen PKW zu verfolgen. Dabei könnte das Orchester im leeren Zuschauerraum musizieren und den erforderlichen Abstand einhalten, möglicherweise wird dabei für ein neues Klangerlebnis gesorgt. Ein anderer gut gemeinter Rat beinhaltet, dass manche Aufführungen ausschließlich mit Atemschutzmasken besucht werden können.

Fast täglich wird über die äußerst schwierige Lage der großen Opernhäuser berichtet, manche Opernstätten sollen angeblich kurz vor ihrem Kollaps  stehen. Leider werden dabei die kleineren Häuser  von der Medienwelt kaum beachtet, wo sie doch in erheblichen Maße dazu beitragen, Kultur flächendeckend in die Provinz zu bringen, indem sie in Festsälen mit großem Engagement ihre künstlerischen Darbietungen dem dankbaren Publikum präsentieren, kulturpolitisch eine enorm wichtige Aufgabe.

Neuanfang des Opernbetriebes

Es gibt Opernhäuser, die präsentieren  vorbehaltlos ihren neuen Spielplan für die kommende Spielzeit, als hätte es niemals “Corona“ gegeben. Das  trifft teilweise auf große Zustimmung, da endlich der mündige Bürger wieder selbst  bestimmen kann, wie er mit der neuen Situation umgehen muss. Schließlich benutzt man auch das geliebte  Auto, wohl wissend, dass man sich dabei erhebliche gesundheitliche Schäden zufügen kann oder genießt eine Zigarette, selbst auf die Gefahr, Schaden an seinem Wohlergehen zu nehmen. Andere wiederum glauben, dass mit der Lockerung der Einschränkungen, ein großes Wagnis eingegangen wird, dessen negative Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung nicht abzusehen sind.   

Das Verhalten der Politik und der Fachgremien im Kontext zur Pandemie

Etwas verwirrend sind die Äußerungen der Politik zu der Coronafrage. Da gibt es unzählige Verhaltensregeln, die meist von den Bürgern begrüßt werden und gleichzeitig die Popularitätsskala der Politiker empor schnellen lassen. Dabei wird vergessen, dass bei Ausbruch des Covid-19 in China Horrormeldungen auf unserem Kontinent eingegangen sind, die an verantwortlicher Stelle für einen Weckruf zum Umdenken hätten sorgen müssen, spätestens dann, als in China eine Millionenstadt komplett von der Außenwelt abgeriegelt wurde und in kürzester Zeit dort ein Spezialkrankenhaus errichtet wurde. Wären damals Spezialisten  vor Ort gewesen, hätten die erforderlichen Maßnahmen früher eingesetzt werden können und das jetzige Ausmaß der Seuche wäre geringer ausgefallen.  Leider fehlt hier das Eingeständnis, die Lage falsch eingeschätzt zu haben, dabei wäre dies bei den Menschen auf großes Verständnis gestoßen. Man muss sich die Frage stellen, wozu gibt es eigentlich ein Katastrophenschutzgesetz oder Fachinstitute, die sich auf diesem Gebiet spezialisiert haben. 

Fazit

Die vorgegebenen hygienischen Schutzmaßnahmen sollten längerfristig eingehalten werden. Personen, denen  diese Vorkehrungen  maßlos übertrieben erscheinen, sollten aus Respekt gegenüber den infizierten Leidensgenossen sich zu den Vorschriften bekennen. Falls die Covid-19 eines Tages Geschichte sein sollte, wäre es ratsam, eine Begegnung mit  Gesichtsmaske tragenden Mitbürgern, diese nicht als Exoten zu betrachten, sondern sich daran erinnern, dass es auch andere Infektionskrankheiten, wie etwa Influenza, gibt. 

Gruß Franz Roos

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CD-TIPP: SARAH TRAUBEL: ARIAS FOR JOSEPHA

CD-Release: »Arias for Josepha« Sarah Traubel widmet ihr ...

Sarah Traubel ist die Großnichte der berühmten Sopranistin Helen Traubel (1899 – 1972) und Günther Wand.

Von Mannheim nach Wien: Sarah Traubel setzt dem Koloratur-Weltstar des 18. Jahrhunderts mit ihrer Arien-CD und zahlreichen Weltersteinspielungen ein musikalisches Denkmal Mit ihrem Debütalbum »Arias for Josepha« setzt die junge Sopranistin Sarah Traubel dem Koloratur-Weltstar des 18. Jahrhunderts Josepha Hofer (1758-1819) ein musikalisches Denkmal. 14 Arien, die für die Legende der ganz hohen Töne geschrieben und von ihr gesungen wurden, hat Sarah Traubel für ihre erste CD zusammengestellt und aufgenommen, darunter finden sich auch zahlreiche Weltersteinspielungen.

Die CD erscheint beim Label SONY Classical und ist ab dem 6. März 2020 auf digitalen Plattformen wie Spotify, Apple Music, Amazon Music Unlimited und Google Play Music erhältlich.

Auf dem Debütalbum treffen Raritäten auf die berühmtesten Arien der Opern- und Konzertliteratur. Denn neben den Koloraturpartien schlechthin – »Der Hölle Rache« und »O zittere nicht« aus Mozarts »Die Zauberflöte« – präsentiert Sarah Traubel fünf Weltersteinspielungen von zum Teil heute in Vergessenheit geratenen Komponisten wie Jacob Haibel, Franz Xaver Süßmayr, Vincenzo Righini, Peter von Winter, Paul Wranitzky sowie Benedikt Schack und Franz Xaver Gerl. Musikalisch begleitet wird Sarah Traubel dabei von der PKF-Prague Philharmonia unter dem Dirigat von Jochen Rieder und der Mezzosopranistin Deniz Uzun, mit der sie das Mozart-Duett »Ah perdona al primo affetto« aus dessen Oper »La Clemenza di Tito« singt.

Informationen: »ARIAS FOR JOSEPHA« – SARAH TRAUBEL Sarah Traubel, Sopran Deniz Uzun, Mezzosopran PKF-Prague Philharmonia Jochen Rieder, Dirigent Erscheinungsdatum: 6. März 2020 unter anderem bei Spotify, Apple Music, Amazon Music Unlimited und Google Play Music

www.sarahtraubel.com
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 ORF – „kulturMontag“: 75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg, Gesellschaft der Angst, neue soziale Wirklichkeit

 Außerdem: Doku-Premiere „Im Bann der Magie – Die europäische Kulturhauptstadt Galway“ =

Wien (OTS) – Dem Anlass 75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg widmet der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 4. Mai 2020 um 22.30 Uhr in ORF 2 eine kulturelle Zeitreise und beschäftigt sich dabei u. a. mit dem Kulturwandel, den der Einzug der Alliierten in Österreich ab 1945 mit sich brachte. Das Thema Angst in der Zivilgesellschaft, das in Zeiten der Pandemie gerade in aller Munde ist, analysiert der renommierte deutsche Soziologe Heinz Bude aus Berlin. Auch die durch das Coronavirus ausgelöste neue soziale Wirklichkeit wird in der Sendung analysiert – live dazu im Studio ist die österreichische Soziologin Laura Wiesböck. Anschließend an das Magazin steht das neue Filmporträt „Im Bann der Magie – Die europäische Kulturhauptstadt Galway“ (23.30 Uhr) auf dem Programm.

75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg und Ausrufung Zweite Republik, „Die Vier im Jeep“ und der Kulturwandel ab 1945

Anlässlich des 75-Jahr-Jubiläums Ende Zweiter Weltkrieg und Gründung der Zweiten Republik (Details zum ORF-Programmschwerpunk unter presse.orf.at) setzt auch das Haus der Geschichte Österreich mit einer Web-Ausstellung einen Themenschwerpunkt aus hundert einzigartigen Fotos, die den Beginn des demokratischen Lebens in Österreich dokumentieren. Neben einem Ausblick darauf befasst sich der „kulturMontag“ u. a. mit dem Kulturwandel, den der Einzug der Alliierten in Österreich ab 1945 mit sich brachte. Denn trotz aller unbestreitbaren Belastungen war das Bedürfnis der Bevölkerung nach Kultur und Unterhaltung groß. Der Radio-Sender „Rot-Weiß-Rot“ wurde unter der Aufsicht der amerikanischen Besatzungsbehörde, als Gegenpol zum „Russensender“, der unter sowjetischen Einfluss stehenden Radio Verkehrs AG, gegründet. Mit Unterhaltungssendungen und den in Österreich neuen Disk-Jockeys wollte man das Publikum nicht nur unterhalten, sondern auch beeinflussen. Mit Ami-Zigaretten wurde reger Tauschhandel betrieben und der Jazz revolutionierte das österreichische Musikleben. Die Briten brachten mit dem „British Council“ und Henry Moore Hochkultur ins Land. Für Udo Jürgens, der 1952 in Kärnten Moderator einer wöchentlichen Radioshow des Senders der britischen Besatzungstruppen war, bildeten die Besatzungsjahre die Grundlage seines späteren Weltruhms. In Wien eröffnete der spätere Direktor des „20er Hauses“, Alfred Schmeller, den legendären Club „Strohkoffer“, der tagsüber als Art-Galerie diente und nachts als „Ort der Begegnung“. Die Franzosen machten mit Jean Cocteau, dem Surrealismus und jeder Menge Mode ihren Einfluss geltend. Eine kulturelle Zeitreise mit den „Vier im Jeep“ zur Geburtsstunde der Zweiten Republik.

Vertrauen versus Vernunft – Analyse einer Gesellschaft der Angst

Seuchen wie Covid-19 sind gesellschaftliche Katastrophen, ihre Eindämmung verlangt nach striktem Handeln. Die Behörden erlassen Regulierungen und schaffen Institutionen, um der Krise Herr zu werden. Mit Ausgangsbeschränkungen, Abstandsbestimmungen, Maskenpflicht & Co. sind die Länder dieser Welt mit einer wahren Regulierungsflut konfrontiert, die in Österreich zunehmend Kritik auf den Plan ruft. Denn Angst und Furcht erweisen sich als gewaltige politische Kräfte. Ist der Mensch tatsächlich mehr angst- als vernunftbegabt? Entwickelt er in Zeiten von Krisen eine Obrigkeitshörigkeit und vergisst dabei auf kritische Eigenverantwortung? Via Schaltung aus Berlin analysiert der deutsche Soziologe Heinz Bude eine Gesellschaft der Angst.

Das Leben in Corona-Zeiten – Die neue soziale Wirklichkeit

Homeoffice, als Errungenschaft einer elitären neuen Arbeitswelt signalisierte bis vor kurzem Selbstbestimmtheit, Unabhängigkeit und Spaß. Doch seit dem Ausbruch von COVID-19 muss sich unsere Gesellschaft beinahe über Nacht mit diesem Thema auseinandersetzen. Wie gelingt es, Wohnen, Familie und Büro-Arbeit einschließlich Videokonferenzen in den eigenen vier Wänden unter ein Dach zu bringen? Veränderte Arbeitsumgebungen, neue Kommunikationswege, andere Verfügbarkeiten und familiäre Eingebundenheit bringen völlig neue Herausforderungen mit sich. Die Gefahr von psychischen Belastungen steigt. Wie sieht er aus, der Arbeitsplatz der Zukunft, der schon in der Gegenwart ein Fixpunkt ist? Dazu im Interview der Philosoph Wolfgang Pauser und die Designexpertin Lilli Hollein. Die Krise verdeutlicht außerdem die Ungleichheiten unserer Gesellschaft. Inwiefern findet ein feministischer Backlash statt und beamt die Frau zurück in die 1950er Jahre? Sind es doch vor allem Frauen, die sich jetzt um Haushalt und Angehörige kümmern und im Homeoffice nebenbei ihre Kinder zu unterrichten versuchen. Emanzipierte Lebensmodelle brechen binnen Tagen zusammen, stattdessen finden sich Frauen – und mit ihnen ihre Männer – in längst überholt geglaubten Rollenmodellen wieder. Dazu ist die Soziologin Laura Wiesböck live zu Gast im Studio.

Kulturdokumentation „Im Bann der Magie – Die europäische Kulturhauptstadt Galway“ (23.30 Uhr)

Galway im Westen Irlands ist Europäische Kulturhauptstadt 2020 und schnürt dafür ein fulminantes Kulturpaket. Die charmante Kleinstadt mit ihren 80.000 Einwohnern gilt als eine von Irlands engagiertesten Metropolen für junge Kultur. Der Bogen spannt sich von Pop-up-Restaurants über Kunstforen bis hin zu Seiltanz-Workshops. Galway ist kultiviert, künstlerisch und unkonventionell. Die leuchtend bemalten Pubs pulsieren zu traditioneller Livemusik. Der Film von Matthias Widter und Siegfried Steinlechner porträtiert eine Stadt, die der alten Natur des Landes und seinen Traditionen verhaftet bleibt und dabei gesellschaftlich hochaktuelle und zukunftsweisende Fragen aufwirft. Mit seiner historischen Landschaft und Vielsprachigkeit stellt sich Galway im Kulturjahr aber auch als außergewöhnliche Region vor, wo Kunstschaffende schon lange richtungsweisend für ihre Kultivierung waren. Über diverse künstlerische Großprojekte hinaus werden zahlreiche musikalische Highlights geboten. Die Theaterkunst hält überall Einzug, Musik, Tanz, Literatur und Poetik wandern in abgelegene Landstriche.

 

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