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INFOS DES TAGES (MONTAG, 4. JUNI 2018)

04.06.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 4. JUNI 2018)

PREMIERE VON CARL MARIA VON WEBERS DER FREISCHÜTZ AM 11. JUNI 2018


Bühnenmodell. Copyright: Gary McCann

Zur Premiere und Produktion

Mit Der Freischütz steht am Montag, 11. Juni 2018 die letzte Staatsopernpremiere der Spielzeit 2017/2018 auf dem Programm: Mit dieser Neuinszenierung ist Carl Maria von Webers 1821 in Berlin uraufgeführte „romantische Oper in drei Aufzügen“ nach 19 Jahren wieder im Haus am Ring zu erleben.

Schon wenige Monate nach der Eröffnung der Hofoper – am 1. Jänner 1870 – wurde das Werk zum ersten Mal im Haus am Ring gezeigt. Es folgten weitere acht Neuproduktionen (davon eine im Volksoperngebäude) bis zur bisher jüngsten Neuinszenierung 1995 in einer Regie von Alfred Kirchner und unter der musikalischen Leitung von Leopold Hager. Der Freischütz wurde im Haus am Ring bisher insgesamt 477 Mal in zehn unterschiedlichen Produktionen gezeigt, zuletzt stand die Oper im April 1999 auf dem Staatsopernspielplan.

Musikalisch geleitet wird die nun anstehende Neuproduktion von Tomáš Netopil: Der tschechische Dirigent, Generalmusikdirektor des Aalto Theaters und der Philharmonie Essen, debütierte 2014 mit Rusalka im Haus am Ring und leitete bisher weiters auch Vorstellungen von Das schlaue Füchslein, Così fan tutte und Kátja Kabanová. Er dirigiert Der Freischütz erstmals komplett und will in seiner Interpretation die ursprüngliche Form der Oper zeigen, wie er im Gespräch mit Oliver Láng für das Staatsopernmagazin Prolog betont: „Den Freischütz möchte ich am liebsten nicht aus dem interpretieren, was die nachfolgenden Generationen aus ihm gemacht haben, sondern aus seiner Zeit heraus. Mit anderen Worten: Mich interessiert die Weber’sche Romantik, die „klassische“ Romantik und nicht die späteren Steigerungsstufen.“ Das Musikalisch-Romantische im Freischütz definiert der Dirigent so: „Ich denke, es ist die große Kraft der Kontraste – das hat in der damaligen Zeit gewirkt und ist bis heute ungemein wirkungsvoll. Melodie, Rhythmik, Harmonik, die Effekte: Hier verwendet Weber starke Gegensätze. Dazu kommt eine Freiheit in den melodischen Linien. Auch der Einsatz von Volksmusik-Klängen spielt in diese Richtung: Dadurch wird das Menschliche unterstrichen, aber auch das romantische Sujet unterstützt.

Der deutsche Regisseur  Christian Räth brachte an der Wiener Staatsoper bisher Macbeth heraus. Er nähert sich der Freischütz-Partitur – wie Dramaturg Andreas Láng im Staatsopernmagazin „Prolog“ erläutert – und dem ihr innewohnenden Wechselspiel aus Schönheit und Abgründen, indem er den männlichen Protagonisten Max in ein neues Umfeld stellt respektive sein Betätigungsfeld erweitert. Dieser ist bei Räth nicht bloß Jäger, sondern zuvorderst Künstler, genauer Komponist. Damit gliedert Christian Räth die Freischütz-Handlung in eine Denk- und Erzähltradition ein, nach der geniale Künstler ihre kreative Schöpfungskraft aus dunklen, verbotenen Quellen speisen. Max’ wohl psychologisch motiviertes Nicht-schießen-können wird auf diese Weise als Inspirationsblockade gelesen, die ihn am Beginn einerseits daran hindert, seien Oper zu vollenden und ihn andererseits in Tagträume ausweichen lässt, die seinen von ihm erhofften Ruhm und Erfolg antizipieren. Die Fallhöhe, die sich dadurch zu Max’ Realität auftut, wird entsprechend größer und macht ihn anfällig, zu neuen, bisher unbeschrittenen Wegen verführt zu werden: Was ihm der geheimnisvoll-bedrohliche Caspar dann allerdings einflüstert, Inspirationen nämlich, denen sich Max bis dahin aus moralischen und gesellschaftlichen Gründen nicht zu ergeben getraut hat, könnten, so Christian Räth, durchaus aus ihm selber stammen. Das Publikum erlebt somit auf der Bühne Max’ Innenschau, den Freischütz gewissermaßen aus seiner Perspektive – Realität und Visionen wechseln einander ab, überlappen sich und sind zum Teil bewusst nicht voneinander zu trennen. Die ihn umgebenden Charaktere erscheinen folglich auch als Projektionsfläche des um die Schaffenskraft ringenden Komponisten. Diese Neuproduktion zeigt also ein Künstlerdrama, in der sich der Protagonist entscheiden muss, zwischen seiner Verantwortung gegenüber der Wahrheit seines Schöpfertums und der Verantwortung gegenüber seinen ihn umgebenden und liebenden Nächsten.

Die Ausstattung stammt aus der Feder des irischen Bühnen- und Kostümbildners Gary McCann, der an der Wiener Staatsoper bereits für Macbeth mit Christian Räth zusammenarbeitete.

Für das Lichtdesign zeichnet Thomas Hase verantwortlich, für die Videoeffekte Nina Dunn und für die Choreographie Vesna Orlic.

Die Sängerbesetzung

Alle Solistinnen und Solisten geben in der Premiere ihr Staatsopern-Rollendebüt:

Andreas Schager gestaltet den Max – Der Freischütz ist nach seinem bejubelten Staatsoperndebüt mit dem Apollo in Daphne im vergangenen Dezember die erste Premiere des österreichischen Tenors im Haus am Ring.

Für das Staatsopernmagazin Prolog sprach er mit Andreas Láng über den Max in der neuen Produktion, der vor allem ein Künstler, ein Komponist ist: „Als ich meinen ersten Max sang, hat der leider schon verstorbene Robert Herzl zu mir gesagt: ‚Du, das ist leider eine undankbare Rolle.‘ Und er hatte irgendwie Recht: Die schöne, bekannte Arie, in der wirklich alles drinnen ist, kommt schon zu Beginn dran, und dann verläuft die – nicht sehr lange – Partie immer mehr. Max ist am Ende nur bedingt präsent. Außerdem ist er ein Versager, was ihn zu Unrecht als schwach erscheinen lässt. Das ist auch einer der Gründe, warum er fälschlicherweise oft zu lyrisch besetzt wird. So wie der Erik im Fliegenden Holländer, den Wagner ausdrücklich nicht larmoyant, sondern kernig, männlich gewünscht hat, muss auch der Max etwas darstellen … […] Dadurch, dass die eigentliche Handlung [Anm.: in der kommenden Produktion] sich mit den Visionen und Vorstellungen des Komponisten überschneidet, vieles durch die Brille des Max gesehen wird, ist er deutlich stärker mit der Gesamtgeschichte verwoben und gewinnt demzufolge an Profil. Ja, ich freue mich auf diese Produktion.“

Die Agathe verkörpert Camilla Nylund. Der Freischütz ist für die finnische Sopranistin nach der Elsa (Lohengrin) die zweite Premiere im Haus am Ring, wo sie weiters u. a. in den Titelpartien von Arabella, Ariadne auf Naxos, Rusalka, Salome sowie als Elisabeth (Tannhäuser), Leonore (Fidelio), Marschallin (Der Rosenkavalier), Sieglinde (Die Walküre) sowie kürzlich als Capriccio-Gräfin erfolgreich war.

Auf die Frage, was Agathe an Max in der kommenden Freischütz-Produktion liebt, antwortet sie im „Prolog“: „Wir haben lange mit dem Regisseur darüber gesprochen: Vielleicht hat sie Mitleid mit ihm, ein Rettersyndrom? Frauen wollen doch so oft Männer vor sich selber schützen. Auf jeden Fall ist sie verliebt in ihn und lässt sich von niemandem diese Liebe ausreden. Selbst die Tatsache, dass sie die Schwierigkeiten im Zusammenleben mit einem Künstler erkennt, noch dazu mit einem, der an sich zweifelt, lässt sie nicht umdenken. Auch nicht ihr augenscheinliches Dilemma: Einerseits sucht sie in seiner Musik Trost, wie man bei uns in ihrer ersten Arie sehen wird, andererseits ist Max eher an seiner Musik interessiert als an ihr. Sie weiß, dass das Komponieren der Sinn seines Lebens ist, dass es aber zugleich zwischen ihnen steht.“

Alan Held singt den Caspar – der amerikanische Bassbariton debütierte 2001 als Wotan (Das Rheingold) an der Wiener Staatsoper und sang hier bisher noch Jochanaan (Salome), die vier Bösewichte (Les Contes d’Hoffmann) und Orest (Elektra). Der Freischütz ist seine erste Premiere an der Wiener Staatsoper.

Daniela Fally ist als Ännchen zu erleben, ein, wie die Künstlerin sagt, „Zwischenwesen, das sich an Agathe dranhängt und sich für die Zukunft noch alle Optionen offen lässt“. An der Wiener Staatsoper feierte die international gefragte Sängerin bisher u. a. als Fiakermilli (Arabella), Zerbinetta (Ariadne auf Naxos), Amina (La sonnambula) und Sophie (Der Rosenkavalier) Erfolge. Nach der Fiakermilli, Waldvöglein (Kinderopern-Premiere Wagners Nibelungenring für Kinder), Pünktchen (Kinderopern-Uraufführung Pünktchen und Anton), Barbarina (Le nozze di Figaro), Ada (Kinderopern-Premiere Die Feen) und der Zerbinetta ist Der Freischütz ihre siebte Premiere im Haus am Ring.

Den Ottokar verkörpert der der Wiener Staatsoper seit vielen Jahren verbundene Publikumsliebling KS Adrian Eröd. Der Freischütz ist bereits seine 15. Premiere im Haus am Ring nach Mercutio (Roméo et Juliette), Albert (Werther), Zauberer/Magier (Kinderoper Aladdin und die Wunderlampe), Lhotský/Vara (Osud), Heerrufer (Lohengrin), Graf Dominik (Arabella), Lescaut (Manon), Andrei Schtschelkalow (Boris Godunow), Olivier (Capriccio), Valentin (Faust), Loge (Das Rheingold), Jason (Uraufführung Medea), Prospero (The Tempest) und Pelléas (Pelléas et Mélisande).

Als Eremit ist Albert Dohmen zu erleben. Der deutsche Bassbariton verkörperte im Haus am Ring seit seinem Debüt 2001 als Wotan in Das Rheingold zahlreiche wichtige Partien seines Fachs, darunter u. a. die Titelpartie von Der fliegende Holländer, Scarpia (Tosca), Wotan/Wanderer (Der Ring des Nibelungen), Méphistophélès (Faust) und Jochanaan (Salome). Nach Graf Tomski (Pique Dame) und Komtur (Don Giovanni) ist Der Freischütz seine dritte Staatsopernpremiere.

Hans Peter Kammerer gibt den Samiel. Zu seiner Partie bzw. deren Darstellung in der anstehenden Neuproduktion sagt er: „Samiel ist sicher das absolut Böse, eine personifizierte archaische Figur. Andererseits kann der Leibhaftige als sichtbare Person natürlich nicht wirklich real sein. Es ist ein wunderbares Privileg des Theaters, solche Figuren zum Leben zu erwecken – warum einmal nicht auch als Illusion des Protagonisten? Die Theater- und Schauspieltechnik ermöglicht vieles.

Die beiden Staatsopern-Ensemblemitglieder Clemens Unterreiner und Gabriel Bermúdez sind als Cuno bzw. Kilian zu erleben.

Der Freischütz „live am Platz“, im Radio und Fernsehen

Die Premiere am 11. Juni sowie die Aufführungen am 14., 17. und 28. Juni werden im Rahmen von „Oper live am Platz“ live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen.

Die Vorstellung am 14. Juni 2018 wird ab 22.30 Uhr live-zeitversetzt auf ORF 2 ausgestrahlt.

Radio Ö1 (+ EBU) strahlt Der Freischütz am 16. Juni ab 19.30 Uhr aus, aufgenommen am 11. und 14. Juni an der Wiener Staatsoper

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ERFURT: PREMIERE „AGNES VON HOHENSTAUFEN“ – historisch – romantische Oper von Gaspare Spontini


Máté Sólyom-Nagy als Kaiser Heinrich VI.  mit Adler u. Bernhard Berchtold am Boden. Copyright: Lutz Edelhoff

Worum geht es in dieser Oper? Historisch gesehen, geht es um die Macht-Zwistigkeiten zwischen den Staufern und Welfen und darum, wer bestimmt. Immer Ärger mit den Welfen? Könnte man fragen. Wenn man an den relativ häufig ausrastenden sogenannten „Prügelprinzen“ Ernst August von Hannover denkt, könnte man vermuten, dass Streit suchen, so etwas wie eine Familientradition darstellt. Leisetreter waren die Welfen jedenfalls zu keiner Zeit. Heinrich der Löwe legte sich gleich mit dem Ober-Chef, dem Staufer-Kaiser Heinrich VI., mehrfach an.

Zum Premierenbericht von Larissa Gawritschenko und Thomas Janda

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ST. PETERSBURG/ ALEXANDRINSKY-Theater – das alte Zarentheater


Das alte Zarentheater in St. Petersburg. Foto: Dr. Klaus Billand

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Dreijahresfeier im Skulpturenhaus der Künstlerin Hortensia in Bad Gams (2. Juni 2018)


Bürgermeister Mag. Josef Wallner nahm in Bad Gams die Begrüßung der zahlreichen Gäste vor (Copyright: Peter Fussy)

In Bad Gams in der Steiermark fand am 2. Juni 2018 in einem festlichen Rahmen die Dreijahresfeier im Skulpturenhaus Hortensia statt. Bürgermeister Mag. Josef Wallner begrüßte am Abend die zahlreich gekommenen internationalen Gäste, darunter auch Bezirkshauptmann Helmut-Theobald Müller, Autor Prof. Karl Heinz Schwarzmann und Anuar Tanalinov, Botschaftsrat aus Kasachstan, mit Gattin. Er betonte in seiner Rede, dass sich das Skulpturenhaus in der Umgebung der Stadt zu einer „Heilquelle voller Energien“ entwickelt habe, wofür er der Künstlerin sehr danke. Auch wies er auf ihre zurzeit noch laufende Ausstellung „Form und Raum“ im Grazer Landhaus hin, in der neben vielen Skulpturen auch Zeichnungen der Künstlerin zu bewundern sind.

Hortensia dankte Bürgermeister Josef Wallner für seine Worte und den Gästen der Dreijahresfeier für ihr Kommen und betonte, dass bei ihren Schöpfungen stets der Mensch im Mittelpunkt stehe, wobei sie auf die archaischen Typen der Region zu sprechen kam, die für ihre Kunst einen besonderen Reiz bilden. Sie zitierte dazu einen Spruch von Albrecht Dürer: „Denn wahrhaftig steckt die Kunst in der Natur, wer sie herausreißen kann, der hat sie.“


Bürgermeister Mag. Wallner, Hortensia, Prof. Herbert Fussy und Prof. Karl Heinz Schwartzmann  neben der neuesten Skulptur der Künstlerin (Copyright: Peter Fussy)

Danach lud Hortensia ihre Gäste in ihr Skulpturenhaus ein, wo sie mit dem Bürgermeister die Enthüllung ihres letzten Werks, der Bronzefigur „Sitzender Bauer mit leerem Korb“ vornahm.

Unter dem Titel „Herby am Sax“ begleitete Prof. Herbert Fussy mit romantischen Klängen auf seinem Saxophon die stimmungsvolle Feier, und Christian Teissl gab Raritäten aus dem Werk Peter Roseggers zum Besten. Für das leibliche Wohl der Gäste sorgte schließlich ein reichhaltiges Büffet des Weststeirischen Hofs.


Christian Teissl las Raritäten aus dem Werk Peter Roseggers (Copyright: Ewald Hanzl)

Bis Mitternacht diskutierten die vielen Besucherinnen und Besucher des Fests – angeregt von den großartigen Werken im Skulpturenhaus von Bad Gams – leidenschaftlich und begeistert über das reichhaltige künstlerische Wirken von Hortensia.  

Udo Pacolt

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ORF : 1,035 Millionen für Länderspiel-Triumph, 589.000 sahen den „Life Ball 2018“ im ORF

Ein Fußballfest und ein Fest fürs Leben feierte der ORF gestern in einem wetterbedingt turbulenten ORF-eins-Hauptabend: Bis zu 1,035 Millionen Fußballfans sahen den 2:1-Sieg von Österreich gegen Weltmeister Deutschland, bis zu 589.000 danach den „Life Ball“ 2018.

Mit bis zu 589.000 Zuseherinnen und Zusehern und im Schnitt 437.000 bei 24 Prozent Marktanteil (27 bzw. 21 Prozent in den jungen Zielgruppen) erreichte der „Life Ball“ 2018 übrigens ein größeres TV-Publikum als etwa im Vorjahr – damals waren es 359.000.

Einen Topwert erreichte auch das ursprünglich für 18.00 Uhr angesetzte Länderspiel Österreich – Deutschland, auf das die Fans unwetterbedingt lange warten mussten. Aber dieses Warten hat sich ausgezahlt – bis zu 1,035 Millionen sahen den 2:1-Triumph der Foda-Elf, im Schnitt verfolgten 819.000 bei 32 Prozent Marktanteil (je 38 Prozent in den Zielgruppen) Halbzeit zwei in ORF eins. Im Schnitt 421.000 Fußballfans bei 29 Prozent Marktanteil trotzten übrigens ab 17.25 Uhr dem Unwetter in Klagenfurt und warteten via ORF eins auf den Anpfiff.

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AUSSTELLUNG AM MITTERSTEIG. Vernissage 8. Juni


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