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INFOS DES TAGES (MONTAG, 4. APRIL 2022)

04.04.2022 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 4. APRIL 2022)

BERLIN/ Staatsoper: DON GIOVANNI.Premiere

Wolfgang Amadeus Mozart, Don Giovanni, br> Staatsoper Unter den Linden Berlin,  2. April 2022 Premiere
Copyright; Matthias Baus

Das größte Ärgernis dieses Premieren-Abends an der Berliner Staatsoper ist das verschenkte Potential, das zur Verfügung gestanden hätte. Acht großartige Mozartsänger auf einen Streich, wann und wo könnte man so aus dem Vollen schöpfen? Aber was nützen die guten Sänger, wenn sie zum Rampensingen gezwungen sind, wenn es an der helfenden Hand eines fähigen Regisseurs fehlt. Und wenn aus dem Graben kein Impuls kommt?

Die ersten beiden Tutti-Schläge der Ouvertüre stimmen noch hoffnungsfroh, aber nach wenigen weiteren Takten ist klar, dass Daniel Barenboim sich abermals in dröger Selbstgefälligkeit ergehen wird, das nunmehr vierte Jahrzehnt (!) seiner GMD-Position am Haus beginnt nicht gerade hoffnungsfroh.

Zum Bericht von Peter Sommeregger (Klassik.begeistert.de)

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WIENER STAATSOPER: KARTEN FÜR DIE GENERALPROBE „TRISTAN UND ISOLDE“ (für junge Besucher unter 27 Jahren)

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BAYERISCHE STAATSOPER: FILMREIHE MIT CHRISTOPHE HONORÉ

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Foto: Bayerische Staatsoper

Am Montag, 9. Mai 2022 feiern wir mit Hector Berlioz’ Les Troyens in einer Inszenierung von Christophe Honoré unsere nächste Premiere. Der französische Regisseur und Filmemacher hat eine Filmreihe mit eigenen Werken und Lieblingsfilmen zum Thema „L’impossible amour“, unmögliche Liebe kuratiert, ein Thema, das auch in der Oper Les Troyens zentral ist. Die Filmreihe wird rund um die Premiere im Theatiner Filmtheater gezeigt. Bereits kommenden Samstag, 9. April 2022, präsentiert Christophe Honoré seine Filmkomödie Chambre 212 – Zimmer 212 persönlich im Theatiner Filmtheater.
Chambre 212
Sa, 9. April 2022, 18.00 Uhr
Theatiner Filmtheater

Karten erhalten Sie über das Theatiner Filmtheater.  INFO UND KARTEN

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OSTERN BEIM BAYERISCHEN STAATSBALLETT

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Foto: Bayerisches Staatsballett

wenn eine Farbe vorherrschend in Roland Petits Coppélia ist, dann rosa. Durchaus passend also zu Ostern mit seinen süßen Überraschungen! 2019 waren diesem Ballett nur vier Aufführungen in der Premierenserie vergönnt, bevor die Pandemie Folgevorstellungen ausbremste. Nun kehrt der Ballettklassiker am 16. April 2022 endlich auf die Bühne des Nationaltheaters zurück. Im April stehen außerdem noch zwei weitere Vorstellungen der gefeierten Ballettfestwochenpremiere Passagen auf dem Spielplan. Sichern Sie jetzt Ihre Karten für den April!

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihr Team des Bayerischen Staatsballetts

COPPÉLIA AN OSTERN

Roland Petits Coppélia ist pures Entertainment, ästhetisch wirksam und gespickt mit technischen Höchstschwierigkeiten für die Solist:innen. Die gefühlvolle Geschichte dreht sich um drei Protagonisten: einen Tüftler, der eine Puppe zum Leben zu erwecken versucht und das junge Liebespaar Franz und Swanilda, die allerlei Verwirrungen auslösen, in dem sie erforschen wer oder was sich hinter der geheimnisvollen Puppe verbirgt. Die Inszenierung garantiert einen kurzweiligen Ballettabend für Groß und Klein!

Unseren Trailer zur Produktion sehen Sie hier

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WIEN/ HAUS HOFMANNSTHAL:  ENDE DES HERBSTES mit Apostol Milenkov, Ruzha Semova, Dr. Trixi Günczler

Donnerstag, 7. April 2022, 19:00 Uhr 


Apostol Milenkov, Bass

Ruzha Semova, Klavier

Dr. Trixi Günczler, Moderation

Mit diesem Programm bieten wir eine höchstqualitative musikalische Veranstaltung, möchten aber auch einige Fragen provozieren. Wo bleibt in der heutigen Welt, die sich vorwiegend auf den technischen Fortschritt fokussiert, der Mensch, mit seiner geistigen und ethischen Entwicklung? Wo bleibt in der Zeit, in der zwischenmenschliche Kontakte stets unpersönlicher und sachlicher werden, Platz für große Emotionen und spirituelle Werte?

Im Zentrum des Abends stehen Liederzyklen nach Gedichten von Georg Trakl, Carl Dallago und Rainer Maria Rilke, ein zeitgenössisches Werk dreier namhafter Komponisten: Alexander Blechinger, François-Pierre Descamps und Akos Banlaky. Die begleitende Moderation gibt Einblicke in die Korrespondenz zwischen dem Philosophen Ludwig Wittgenstein und dem Verleger Ludwig von Ficker aus dem Jahr 1914, in dem Wittgenstein beschloss, einen Teil seines beachtlichen Erbes für wohltätige Zwecke zu verwenden. Ficker sollte auf seine Bitte hin das Geld an bedürftige österreichische Künstler verteilen. 

Veranstaltet von Lila Schwan – Verein zur Förderung der kulturellen Landschaft 

Haus Hofmannsthal https://haus-hofmannsthal.jimdofree.com/2022/04/07/ende-des-herbstes/
Facebook https://fb.me/e/1G3Y0XXdj
Kostenloser Livestream https://www.youtube.com/watch?v=_ZspNLa_9wM

Apostol Milenkov (Opera singer)
https://www.youtube.com/user/ApostolMilenkov
apostol.milenkov@gmx.at

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Zwangvolle Plage, Müh ohne Zweck?

Eine „Anthologie“ zu den ersten Bayreuther Festspielen 1876 (Buchbesprechung von Dr. Albert Gier)

Die ersten Bayreuther Festspiele 1876 von Bernd Zegowitz | ISBN  978-3-8260-7403-5 | Buch online kaufen - Lehmanns.de

Die Bayreuther Festspiele 1876 „waren ein Medienereignis ersten Ranges“, so der Herausgeber Bernd Zegowitz in der Einleitung des vorliegenden Bandes: Mehr als 60 Kritiker allein aus Deutschland berichteten über die Aufführungen, auch aus Österreich, Frankreich, England, den USA, Rußland und anderen Ländern reisten Beobachter an. Ihre oft bemerkenswert ausführlichen Artikel – nicht wenige deutsche und ausländische Kritiker veröffentlichten ihre Berichte gesammelt als Broschüren, die zwischen 50 und 100 Druckseiten umfassen – informieren die Leser zunächst über Dichtung und Musik: Das Rheingold und Die Walküre hatte man vorher nur in München sehen und hören können (Uraufführungen 1869 bzw. 1870), Siegfried und Götterdämmerung gar nicht, von der Wirkung der Tetralogie auf der Bühne konnten sich also auch Wagner-Begeisterte, die die Textbücher und die Klavierauszüge studierten, keine Vorstellung machen. Zegowitz berücksichtigt besonders jene Passagen, die Wagners Inszenierung, dem Bühnenbild und den Kostümen, den Sängern und auch den Rahmenbedingungen in Wagners Bayreuth gewidmet sind und vermittelt damit eine anschauliche Vorstellung von dem, was sich im August 1876 auf dem Grünen Hügel ereignete.

Daß Wagner selbst mit dem erzielten Ergebnis nicht zufrieden war, ist allgemein bekannt, er hat es in seinem Rückblick auf die Bühnenfestspiele des Jahres 1876 (1878) deutlich ausgesprochen. Manches führt er darauf zurück, daß man trotz gründlicher Vorbereitung (schon im Sommer 1875 fanden Vorproben statt) zuletzt in Zeitnot geriet: DieVerdunklung des Zuschauerraums etwa sei gar nicht beabsichtigt gewesen, das Licht hätte nur „stark gedämpft“ werden sollen, was aber aus technischen Gründen beim ersten Zyklus noch nicht möglich gewesen sei. Der in England bestellte „Lindwurm“ wurde stückweise expediert, der Hals fehlte bei der Uraufführung noch, so daß der Kopf „dicht an den ungeheuren Rumpf geheftet“ werden mußte (ein Schelm, der dabei an Franz Josef Strauß denkt!). Wagner gesteht auch seine „Eingenommenheit für einen gewissen dramatischen Realismus“, die ihn z.B. veranlaßte, an Georg Unger als Siegfried im Zweiten und Dritten Tag festzuhalten, obwohl er der Rolle nicht wirklich gewachsen war und obwohl der wesentlich tüchtigere Albert Niemann, der den Siegmund sang, gern auch den Siegfried in der Götterdämmerung übernommen hätte. Eben dieser „barbarische Realismus“ (Paul Lindau) wurde wiederholt kritisiert, weil, so Heinrich Ehrlich, „das an sich richtige Prinzip der Nachahmung der Natur in der absoluten Durchführung das Gegentheil des beabsichtigten Resultats herbeiführte“.

Das Beispiel Albert Niemanns zeigt, wie unterschiedlich – je nach dem Standpunkt des Berichterstatters – die Urteile über Sänger ausfallen: Für seine Kollegin Lilli Lehmann war er „der Siegmund, erschütternd, großartig, wie ihn Wagner gedichtet hat und komponiert“ und damit unerreicht, alle die diese Rolle nach ihm sangen, „können sich begraben lassen“. Wagner rühmt Niemann als „das eigentliche Enthusiasmus treibende Element unseres Vereins“ (Edvard Grieg äußert sich ähnlich, macht aber gewisse Vorbehalte). Der Komponist Camille Saint-Saëns dagegen fand sowohl Niemann wie (in noch stärkerem Maße) Unger „ebenso angenehm anzuschauen wie unangenehm zu hören“, und auch ihre Kollegen fanden keine Gnade vor seinen Ohren: Die meisten Sänger, so wieder Saint-Saëns, „schreien statt zu singen“ (später sollte vom „Bayreuth bark“ die Rede sein). Was gemeint ist, verdeutlicht eine Beobachtung von Paul Lindau: Das Lied vom Wonnemond, dem die Winterstürme wichen, faßte Niemann, „wie es die Dichtung gebietet, als dramatischen Vortrag“, also völlig richtig auf; trotzdem hätte sich der Kritiker gewünscht, daß er es „wie eine Cantilene behandeln dürfte“.

Lilli Lehmann sang 1876 die Woglinde, sie gehört also zu den am ersten Ring Beteiligten – Sänger, der Kostümbildner Carl Emil Doepler, der Choreograph Richard Fricke, Felix Mottl als musikalischer Assistent… –, die später (zum Teil wesentlich später) ihre Erinnerungen nicht nur an die Aufführungen, sondern auch an die Probenarbeit veröffentlichten. Kontrovers wird dabei  der Regisseur Wagner beurteilt: Doepler nennt ihn „einen Meister der Regie par excellence“; dagegen sagt Fricke, er habe die Sänger verwirrt, „denn heute will er es so und morgen wieder anders“. Frickes Tagebuchufzeichnungen sind 1876 von Tag zu Tag entstanden, Doepler und der Gesangslehrer Julius Hey, der die „klare, leicht faßliche Art“ rühmte, in der Wagner „die Mitwirkenden über alles verständigte“, veröffentlichten ihre Erinnerungen um 1900; der zeitliche Abstand zum Ereignis mag hier manches verklärt haben.

Obwohl die Rheintöchter (neben Lilli Lehmann ihre Schwester Marie und und Minna Lammert) ja nur zwei, relativ kurze Szenen im Rheingold und der Götterdämmerung haben, werden sie von den meisten Kritikern erwähnt und immer hochgelobt, was daran liegen mag, daß sie nicht nur gut singen, sondern auch elegant schwimmen konnten: Die berühmten, vom Maschinenmeister Karl Brandt konstruierten „Schwimmapparate“ waren vielleicht die gelungenste bühnentechnische Innovation im ersten Ring.

Neben Saint-Saëns berichteten noch andere Komponisten aus Bayreuth, auch die Berichte von Edvard Grieg und Peter Tschaikowsky hat Zegowitz in seine Anthologie aufgenommen (man wäre auch am, offenbar sehr kritischen, Urteil von Tschaikowskys Landsmann César Cui interessiert, aber natürlich darf ein solches Buch einen gewissen Umfang nicht überschreiten). Wie andere Kritiker geht Tschaikowsky auch auf die widrigen äußeren Umstände ein: auf die große Hitze, die den Fußmarsch zum Grünen Hügel (in Bayreuth fehlte es an Droschken, die die Besucher an ihr Ziel bringen könnten) und den Aufenthalt im Festspielhaus beschwerlich machte; und die kleine Stadt verfügte auch nicht über die nötige Infrastruktur, um so viele Gäste zu verköstigen, manch einer mußte ohne Abendessen schlafen gehen: „Von Beefsteaks, Frikadellen und Bratkartoffeln wurde mehr gesprochen als von Wagners Musik.“ Tschaikowsky verschweigt auch nicht, daß er manches in der Tetralogie langweilig findet; und er äußert die Vermutung, „dieses gewaltige Werk“ könnte „dazu verurteilt sein, im verödeten Bayreuther Theater im ewigen Schlaf zu ruhen“ – womit einmal mehr bewiesen wäre, daß auch große Männer mit ihren Prognosen gewaltig danebenliegen können.

Der schöne Band ist sowohl für Wagnerianer und Festspielbesucher wie für (Musik-)Theaterhistoriker nützlich und wertvoll; kritisieren könnte man lediglich, daß der Herausgeber auf Sacherläuterungen (in Fußnoten, oder etwa in einem Glossar) verzichtet hat, die gelegentlich hilfreich wären.

Albert Gier

Die ersten Bayreuther Festspiele 1876. Eine Anthologie. Hg. und mit einer Einleitung versehen von Bernd Zegowitz (Wagner in der Diskussion, 22), Würzburg: Königshausen  Neumann 2022,  383 S.

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„kulturMontag“: Russisches Geld im Klassikbetrieb, Zukunft der Osterfestspiele Salzburg, Filmemacherin Kurdwin Ayub im Studio

 Danach: Doku „George Orwell, Aldous Huxley – 1984 oder Schöne neue Welt“

Wien (OTS) – Der von Clarissa Stadler moderierte „kulturMontag“ am 4. April 2022 um 22.30 Uhr in ORF 2 befasst sich u. a. mit der Abhängigkeit des Klassikbetriebs von russischen Sponsorengeldern, weiters mit der Zukunft der Osterfestspiele Salzburg und begrüßt Filmemacherin Kurdwin Ayub, deren jüngster Film „Sonne“ die diesjährige Diagonale eröffnet, live zu Gast im Studio. Anschließend an das Kulturmagazin steht die Dokumentation „George Orwell, Aldous Huxley – 1984 oder Schöne neue Welt“ (23.15 Uhr) auf dem Programm.

Kunst und Kohle – Russisches Geld im Klassikbetrieb

Dirigent Valery Gergiev ist im westlichen Klassikbetrieb zur Persona non grata mutiert, hat seine Jobs zwischen Mailand und München verloren, im Gegenzug hat er von Präsident Putin die Leitung des Bolschoi-Theaters angeboten bekommen. Auch sein Kollege Teodor Currentzis, gebürtiger Grieche mit russischem Pass, ist zwischen die Fronten geraten, denn sein Erfolg beruht zum Teil auch auf den Millionen aus dem russischen Staatsapparat, der Oligarchie und der VTB-Bank, die der Westen nach dem Angriffskrieg auf die Ukraine mit Sanktionen belegt hat. Das SWR-Sinfonieorchester, das Currentzis seit der Saison 2018/19 leitet und mit dem er demnächst im Wiener Konzerthaus auftreten wird, hält jedoch bislang an seinem Chefdirigenten fest. Erst vergangenen September wurde dessen Vertrag verlängert. SWR-Intendant Kai Gniffke ist voll des Lobes: „Currentzis hat uns keinen Anlass gegeben daran zu zweifeln, dass er ebenfalls in aller Deutlichkeit für Frieden eintritt.“ Frieden, Freude, Brückenbau? Teodor Currentzis wiederholt seine gefeierte Zusammenarbeit mit Romeo Castellucci für die Inszenierung von Béla Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ bei den diesjährigen Salzburger Festspielen. Ein Blick auf das Festival offenbart, dass auch der Klassikbetrieb von russischem Geld abhängig ist: Oligarchen und Konzerne, die eng mit Russlands Regime verbunden sind, treten als Sponsoren auf und nutzen die Festivals zur eigenen PR. Nun sollen die Sanktionen genau sie treffen. Wie positioniert sich das Festival dazu? Der Intendant der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser dazu im Interview.

Ein neues Kapitel – quo vadis Salzburger Osterfestspiele?

Vor 55 Jahren wurden die Osterfestspiele Salzburg von Herbert von Karajan gegründet und gelten seither als exklusives, künstlerisch brillantes Festival. Seit 2013 führt Stardirigent Christian Thielemann, einst Schüler von Maestro Karajan, seine Geschicke mit großem internationalen Erfolg. Heuer wird er sich mit Wagners „Lohengrin“ zu Ostern mit seiner Sächsischen Staatskapelle Dresden als Residenzorchester verabschieden. Denn mit dem neuen künstlerischen Leiter Nikolaus Bachler soll ein neues Kapitel der Festspiele aufgeschlagen werden. Drei wesentliche Neuerungen hat er programmiert. Erstmals in der Geschichte wird es kein festes Residenzorchester mehr geben, wobei wiederholte Besuche bestimmter Klangkörper nicht ausgeschlossen sind. Zweitens soll der Kartenvertrieb geändert werden: Neben Einzeltickets und speziellen Jugendkarten wird ein „Abo to go“ zu einem günstigen Sonderpreis eingeführt. Die dritte Neuerung ist mitunter die spektakulärste: die Uraufführung einer Tanzchoreografie von Emanuel Gat. Mit seiner Kompanie erarbeitet er ein Tanzstück nach Richard Wagners Wesendonck-Liedern. Im Vorfeld der Entscheidung um die neue Leitung der Osterfestspiele hat es zwischen Bachler und Thielemann gehörig gekracht. Den Machtkampf gewann schließlich Bachler. Der Aufsichtsrat verkündete im September 2019, dass sich die Festspiele 2022 von Christian Thielemann und der Sächsischen Staatskapelle trennen würden. Was bleibt? Und wie geht es weiter?

Die Freiheit ist die meine – Die eigenwillige Welt der Filmemacherin Kurdwin Ayub

Sie ist ein Energiebündel, direkt und temperamentvoll, und weiß genau, was sie will. Im zarten Alter von zwölf Jahren hat sich Kurdwin Ayub schon ihren ersten Hollywoodfilm erdacht. Mit knapp 32 ist ihr vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens unterstütztes und von Ulrich Seidl produziertes Spielfilmdebüt „Sonne“ über Jugendliche zwischen Social Media, Selbstfindung und Rebellion gleich bei der Berlinale als bestes Erstlingswerk ausgezeichnet worden und eröffnet am 5. April die Diagonale (Detail zum ORF-Schwerpunkt unter presse.ORF.at). Mit dynamischer Kamera nähert sich die in Wien aufgewachsene gebürtige Irakerin in semidokumentarischen Elementen dem fiktiven Familienleben einer jungen Wiener Kurdin, die ihre Freizeit zwischen Kopftuchgebot, Social-Media-Sucht und Freundinnen-Blödeleien verbringt. Ayub geht es darin um Selbstbestimmung, ohne dabei die kulturellen Wurzeln zu negieren. Ihre eigenen Erfahrungen als Tochter aus dem Irak stammender Kurden hat sie darin verarbeitet. Die Eltern in „Sonne“ hat sie mit ihren eigenen besetzt. Ein Ärzte-Ehepaar, das mit Kurdwin, als sie noch ein Baby war, während des ersten Golfkriegs über die Türkei nach Österreich geflohen ist. Die Familie schlug rasch Wurzeln, doch der Alltagsrassismus steckt tief im System. Ayub wurde an der Universität für angewandte Kunst von Christian Ludwig Attersee in der Malerei-Klasse aufgenommen, hat bei Judith Eisler Animation studiert, Performance bei Carola Dertnig. 2012 drehte sie ihren ersten Kurzfilm „Familienurlaub“ über das Verhältnis zwischen den nach Österreich migrierten Eltern und deren im Irak verbliebenen Verwandten. 2016 bereiste sie schließlich für die Doku „Paradies! Paradies! – Mein Vater, die Kurden und ich“ (im Rahmen der „Langen Nacht der Diagonale“ am 3. April in ORF 2) erneut die Heimat ihrer Vorfahren. Kurdwin Ayub ist anlässlich ihres ersten Langfilms „Sonne“ live zu Gast im Studio.

Dokumentation „George Orwell, Aldous Huxley – 1984 oder Schöne neue Welt“ (23.15 Uhr)

Datenspeicherung, Fake News, Designerbabys, der massive Einsatz von Antidepressiva – die Realität von heute hat die Fiktion von gestern fast schon eingeholt. Bereits vor mehr als 70 Jahren hatten zwei Schriftsteller in ihren Werke „Schöne neue Welt“ und „1984“ vor solchen Entwicklungen gewarnt: Aldous Huxley und George Orwell erwiesen sich als geniale Zukunftsvisionäre. Die beiden Engländer waren Zeitgenossen: Huxley wurde 1894 in Godalming in Sussex und Orwell, mit bürgerlichem Namen Eric Blair, 1903 im indischen Motihari geboren. Ihre Lebenswege kreuzten sich im berühmten Eton College, obwohl sie aus zwei völlig unterschiedlichen Welten kamen: Huxley entstammte einer britischen Intellektuellendynastie, während Orwell in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen war. Sind ihre unterschiedlichen alptraumhaften Zukunftsszenarien auf die unterschiedlichen Lebenswege zurückzuführen? Und leben wir heute eher in der Welt aus „1984“ oder in der „Schönen neuen Welt“? Regie: Philippe Calderon, Caroline Benarrosh

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Wie sähe ein Leben ohne Produkte von Schurkenstaaten aus? (NDR extra 3)

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