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INFOS DES TAGES (MONTAG, 3. SEPTEMBER 2018)

03.09.2018 | Aktuelles

INFOS DES TAGES (MONTAG, 3. SEPTEMBER 2018)

DIE ERSTE PREMIERE DER SAISON – Der Erste R(H)EINFALL

Kassel: Das Rheingold

Fazit: die bisher langweiligste Rheingold-Produktion meines Lebens, ein R(h)einfall und nur mit viel Coffein davor und Sonnenbrille während genießbar.

Gerhard Hoffmann


Bjarni Thor Kristinsson (Wotan) und Lothar Odinius (Loge). Copyright: N. Klinger

Zum Premierenbericht von Gerhard Hoffmann

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Für Nostalgiker: Ausführliche Besprechung des ODENSE-RING

Klaus Billand ist während der Festspielzeit ein Getriebener. Den „Stets Reisenden“ hält es besonders im Sommer nicht an einem Ort. Er beliefert uns mit Kurzkritiken (die meist länger sind als die üblichen Besprechungen anderer Rezensenten) und liefert dann, oft viele Wochen später, eine Detailkritik. Aber immerhin hält er Wort – und wenn es wirklich darauf ankommt, kann er auch tagesaktuell sein.


„Die Walküre“. Fotograf: Knud Erik Jørgensen.


„Siegfried“. Fotograf: Knud Erik Jørgensen.

So wie im konkreten Fall mit dem „Odense-Ring“. Man stelle sich vor: Die „Götterdämmerung “ beendete am 3. Juni den zweiten Durchlauf, das war zu einer Zeit, in der die Fußballwelt für Deutschland noch voll in Ordnung und der WM-Titel bloß Formsache war.

Nun aber…?

Nun aber liefert uns Klaus Billand seinen Odense-Bericht: Zum Bericht ODENSE-RING

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DIE WIENER VOLKSOPER STARTET BEREITS HEUTE (die Staatsoper am Donnerstag)

Bildergebnis für Wiener volksoper die zauberflöte
Beate Ritter als „Königin der Nacht. Foto: Barbara Palffy/ Volksoper

Mit der „Zauberflöte“ schuf Mozart ein Stück Welttheater. So einfach und komplex zugleich ist wohl kein anderes Werk in der Opernliteratur. Das am 30. September 1791 im Theater auf der Wieden unter Leitung des Komponisten uraufgeführte Werk verbindet Zauberposse, Singspiel und große Oper zu dem rätselvollsten und zugleich unmittelbar berührendsten Kunstwerk, das je geschrieben wurde. (Auszug Programmheft der Volksoper)

Uraufführung der sinfonischen Aktion im nitsch museum Mistelbach


Copyright: Nitsch-Museum, Archiv Cibulka Frey

Zu seinem 80. Geburtstag realisierte Hermann Nitsch eine seiner weltberühmten und umstrittenen Aktionen im eigenen Museum in Mistelbach. Es war seine erste Aktion seit 2005 in Österreich und die erste im nitsch museum Mistelbach überhaupt.

Mit dröhnender Musik startete die 155. Aktion von Hermann Nitsch in der Langhalle des nitsch museum. Blut, Trauben und Paradeiser – die Elemente haben den Gästen der Aktion ein sinnliches und intensives Erlebnis ermöglicht. Die Intention von Nitsch war es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die dramatischen Vorgänge physisch und psychisch zu bewegen, denn „das Gesamtkunstwerk verlangt Intensität aller sinnlichen Wahrnehmungen“, so Hermann Nitsch.


Copyright: Nitsch-Museum/ Wolfgang Kober

Die sinfonische Aktion, die Hermann Nitsch anlässlich seines 80. Geburtstages kreierte, war als Partitur für 40 Akteure und 165 Musiker und Sänger konzipiert. Die Uraufführung dieser sinfonischen Aktion wurde von Dirigent Andrea Cusumano gemeinsam mit den Musikern, die sich aus dem Orchester der Klangvereinigung Wien, der Stadtkapelle Mistelbach, dem Chor con cor aus Mistelbach und dem Musik- und Gesangsverein Asparn an der Zaya zusammensetzten, zur Aufführung gebracht. Die von Hermann Nitsch eigens komponierte Musik ist auch als Einführung in sein für 2020 geplantes 6-Tage-Spiel in Prinzendorf zu verstehen. Das gesamte Areal wurde in die Aktion mit einbezogen, die bereits Wochen zuvor ausverkauft war.


Ein „Paradeiser-Bad“. Copyright: Nitsch-Museum, Wolfgang Kober Kober

Zahlreiche Gäste, national wie international, feierten anschließend gemeinsam mit Hermann Nitsch seinen Geburtstag.

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ARD-MUSIKWETTBEWERB: Spielen und Singen um die begehrten Preise

Logo des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD. | Bildquelle: BR

Knapp 250 Musiker treffen sich ab dem 3. September beim 67. Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München. Die jungen Instrumentalisten und Sänger aus aller Welt treten vor Jury und Publikum, um in diesem Jahr in den Fächern Gesang, Trompete, Viola und Klaviertrio einen der begehrten Preise zu gewinnen.

Zwar gab es heuer keinen erneuten Bewerber-Rekord, aber mit 489 Bewerbungen aus 47 Ländern und fünf Kontinenten stieß der ARD-Wettbewerb auch 2018 auf immenses Interesse. 257 wurden schließlich nach München eingeladen. Die Auswahl hat eine Vor-Jury anhand der eingesandten Aufnahmen getroffen – anonym, ohne Namen oder Lebenslauf des Kandidaten zu kennen. Die treten nun in den zwei Wettbewerbswochen gegeneinander an. Den Auftakt machen am 3. September die Sängerinnen und Sänger, gefolgt von den den Kandidaten und den Fächern Trompete, Viola und Klaviertrio. Wer es von den Teilnehmern ins Finale schaffen will, muss sich durch vier Wettbewerbsrunden spielen. Ab den Semifinals werden die Musiker vom Münchener Kammerorchester (ohne Dirigent), dem Münchner Rundfunkorchester und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks begleitet. Die ausgezeichneten Musiker präsentieren sich dann noch einmal in drei Preisträgerkonzerten am 19., 20. und 21. September.


Warum Talent allein nicht reicht: Crowdfunding-Kampagne zur Unterstützung einer aufstrebenden jungen Sopranistin


Ksenia Skorokhodova. Copyright: Skorokhodova

Die in Wien lebende russische Opernsängerin Ksenia Skorokhodova hat schon immer von großen Opernbühnen geträumt. Im Dezember 2017 war es dann soweit. Ksenia sang zusammen mit dem Kairo Symphonieorchester im großen Saal der Oper Kairo als erster Solosopran Mozarts große Messe in c-Moll. Das war ein großer Schritt in ihrer Karriere und begeisterte ca. 1500 Menschen im Publikum. Die nächsten Ziele sind klar: Weitere Engagements in den großen Opernhäusern der Welt zu bekommen. Der Auftritt im Opernhaus wird aber erst möglich, wenn man als Sängerin gebucht wird. Bevor man vor das Publikum treten darf, muss man aber eine ganze Menge andere Menschen von sich überzeugen. Die Selbstpräsentation in Form von professionellen Aufnahmen spielt hierfür eine wichtige Rolle. Im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne auf www.startnext.at soll das nötige Geld dafür gesammelt werden.

Wettbewerbe, Weiterbildung, Meisterkurse, Homepage, Promotion-Material und viele andere Dinge sind für die Karriere sehr wichtig, kosten aber auch viel Geld. „Ich habe mich für Klassik entschieden und es ist mir nicht wichtig, wie viel ich damit verdiene. Klassische Musik bedeutet für mich reine Liebe und das bringt mich weiter. Ich glaube nicht, dass es funktioniert, wenn man dabei an Geld denkt.“ Da Ksenia die Aufnahmeprüfung an der Musikuniversität in St. Petersburg mit herausragendem Ergebnis geschafft hat, hatte sie das Glück, dass ihr der Staat das Studium finanzierte. Nach dem Studium ist die Ausbildung aber nicht zu Ende und man muss immer am Ball bleiben. Mit viel Geld könnte man natürlich überall hinfliegen, wo gerade ein berühmter Meister einen Kurs abhält. Diese Möglichkeit hatte Ksenia aber nie. „Ich musste mir sehr viel selbst beibringen und arbeite kontinuierlich und hart an mir.“ Das Crowdfunding-Projekt auf www.startnext.at ist in erster Linie dafür gedacht professionelle Aufnahmen zu produzieren, sollte aber mehr Geld zusammen kommen, können damit Wettbewerbsgebühren, Weiterbildungsmaßnahmen, Meisterkurse, Homepage-Weiterentwicklung und Promotion-Material finanziert werden.


Ksenia Skorokhodova. Copyright: Skorokhodova

Ksenia stammt nicht aus einer Musikerfamilie. Als sie 6 Jahre alt war, wollte sie von sich aus unbedingt Geige spielen. Das war ihr erster Kontakt mit Musik und dann hat sie im Schülerchor mitgesungen, wo sie ihre damalige Lehrerin entdeckte. Ihre Eltern haben sie immer unterstützt und an sie geglaubt und das, obwohl in diesen Zeiten in Wolgograd das Essen knapp war. Kinder aus Musikerfamilien werden oft zusätzlich zur Musikschule von ihren Eltern unterrichtet. Ksenia musste sich sehr viel selbst erarbeiten und aus eigenen Erfahrungen und Misserfolgen lernen. Man muss die Technik beherrschen um sich musikalisch auszudrücken. Talent alleine ist nur der Grundstein und genügt nicht für eine professionelle Karriere.

Ksenia hat bereits einige erfolgreiche Vorsingen hinter sich und bei verschiedenen Wettbewerben teilgenommen. Manche Menschen behaupten, dass Wettbewerbe der Karriere nicht besonders dienlich seien und es sich aufgrund der großen Konkurrenz nicht lohne mit zu machen. Die internationale Konkurrenz ist tatsächlich enorm und die Chancen zu gewinnen sind äußerst gering. Die Möglichkeit relevante Kontakte zu knüpfen und eventuell konstruktives Feedback zu bekommen, haben Ksenia aber schon mehrmals sehr stark weitergeholfen. Außerdem entwickeln sich Ksenias Fähigkeiten stärker, je größer die Herausforderungen sind.
Eine Anforderung an Opernsänger ist auch sprachliche Begabung. „Ich habe alleine die ersten zwei Deutsch-Sprachniveaus gelernt. Dann habe ich einen B1-Deutschkurs in Russland besucht und dort konnte niemand glauben, dass ich nie im deutschsprachigen Raum gewohnt habe.“ Aktuell vertieft Ksenia ihre Englisch- und Italienischkenntnisse. Als Opernsängerin ist es sehr wichtig möglichst viele Sprachen zu beherrschen, da es viele Rollen in unterschiedlichen Sprachen gibt. Sprachen- und musikbegabt zu sein genügt aber in dieser Branche nicht, um erfolgreich zu werden. Es gibt viele andere Faktoren, wie zum Beispiel Beziehungen mit den „richtigen“ Menschen, aber vor allem hartes Training. Singen ist wie Sport – wenn man länger nicht übt, verliert man langsam die hart erarbeiteten Fähigkeiten. Tägliches Üben ist unerlässlich. Gesang ist ein ganz feines Instrument und braucht auch sehr viel Disziplin.
„Oft ist es ein großer Druck auf der Bühne zu stehen aber für mich ist es eher aufregend und es macht mich glücklich. Wenn man auf der Bühne steht, gehört sie einem. Man muss in jedem Moment Perfektion zeigen. Es hat nur Sinn wenn man es mit voller Hingabe, Selbstbewusstsein und Leidenschaft macht.“ Mehr Informationen über Ksenia finden Sie auf www.kseniaskorokhodova.eu und das Crowdfunding-Projekt können Sie unter www.startnext.com/ksenia-soprano-videorecording unterstützen.

Es gibt übrigens auch eine Kontonummer:

Ksenia Skorokhodova, IBAN AT231925065312385204
BIC: DIRAAT2S

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NÄCHSTES KONZERT „MERKER-KUNSTSALON“

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OPERNCLUB MÜNCHEN e.V. „in memoriam Franz Lachner“. KÜNSTLERGESPRÄCHE

Künstlergespräch im Hansa-Haus, Brienner Str.39 mit
Kammersängerin Claudia Mahnke
am Donnerstag,13. September 2018, 20.00 Uhr,
Frau Mahnke singt die Magdalene in den Meistersingern von Nürnberg.
 Moderation Irene Stenzel-.
Frau Mahnke feiert an der Frankfurter Oper in jeder ihrer Rollen Triumphe, zuletzt in der Titelpartie der L’Africaine von Giacomo Meyerbeer. Wir freuen uns, daß sie Ihr Kommen in unseren Club sofort zugesagt hat.

Ein erstes Gespräch im Oktober 2018 haben wir mit
Professor Kammersängerin Ingeborg Hallstein
am Samstag, 6. Oktober 2018, 15.00 Uhr
Hansa-Haus, Brienner Str.39
 Moderation Marcus Schneider-
 Staatstheater am Gärtnerplatz –

Ein weiteres Künstlergespräch haben wir ebenfalls im Hansa-Haus, Brienner Str. 39 mit
KS Krassimira Stoyanova
am Montag, 8. Oktober 2018, 20.00 Uhr
-Moderation Irene Stenzel –

Frau KS Stoyanova singt seit langer Zeit wieder an unserem Opernhaus in München eine ihrer Glanzpartien, nämlich die Leonora in Il Trovatore.

Bei allen Gesprächen bleibt die Kostenbeteiligung für Sie als Mitglied bei 5 Euro, Gäste zahlen 10 Euro.

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Irene Stenzel, Vorsitzende
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ZELTPALAST MERZIG/ SAARLAND: STIMMEN & BILDER – Alles zur Oper im Zeltpalast

Zeltpalast Merzig
Zeltpalast Merzig. Foto: Tourismus Saarland

Liebe Opern-Freunde, -Interessierte und -„Neulinge“,

vor zwei Wochen feierte unsere OPER im Zeltpalast mit Mozarts „Entführung aus dem Serail“ ihr Comeback nach 6 Jahren Pause. Und schon neigt sie sich dem Ende entgegen. Für unser „Experiment“ mit der neuen Textfassung von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel gab es Standing Ovations, viel Lob, aber auch Kritik – und Kritik an der Kritik. All das haben wir für alle Interessierten auf unserer Webseite als Übersicht von Pressemeldungen, Fernseh- und Radio-Beiträgen rund um die Oper sowie eine große Bilderstrecke mit Szenen-Fotos erstellt.

Erleben Sie eine außergewöhnliche Inszenierung dieses Opern-Klassikers aus der Sicht des Bassa Selim (Boris Jacoby) – mit einem jungen Ensemble unter der Regie von Andreas Gergen sowie einem großartigen Orchester unter der Leitung von Stefan Bone. Mit einem Bühnenbild von Wolfgang Heidler, das das Fass zum Überlaufen bringt. Das sollten Sie nicht verpassen!

Nur noch bis 9. September – nur noch 3 Vorstellungen.
Jeweils freitags & samstags um 20 Uhr, sowie sonntags um 16 Uhr. Pause nach ca. 1,5 Std. – Gesamtdauer 3 Std.
Karten gibt es online und unter der Ticket-Hotline 0651 / 97 90 777.

Fotos: Rolf Ruppenthal

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ORF: „kulturMontag“ am 3. September: Kehlmanns „Die Reise der Verlorenen“, Besuch am Lido in Venedig und „Il Tintoretto“-Porträt
Außerdem: Neue „lesArt“-Ausgabe mit Marjana Gaponenko und Wolf Wondratschek

Bildergebnis für orf2

Der „kulturMontag“ mit Clarissa Stadler am 3. September 2018 um 22.30 Uhr in ORF 2 beschäftigt sich mit Daniel Kehlmanns neuem Roman „Die Reise der Verlorenen“ über die Irrfahrt des Flüchtlingsschiffs „St. Louis“ im Jahr 1939. Und gibt es einen Besuch am Lido bei den 75. Festspielen in Venedig und ein Porträt des Leinwand-Stars der Renaissance „Il Tintoretto“, dem in Venedig zu seinem 500. Geburtstag zahlreiche Ausstellungen gewidmet sind. Außerdem begibt sich der „kulturMontag“ auf einen Lokalaugenschein nach Salzburg und berichtet über das geplante Kultur-Upgrading. Anschließend an das Kulturmagazin steht eine neue Ausgabe des Literaturformats „lesArt“ (23.25 Uhr) auf dem Programm, zu Gast bei Christian Ankowitsch: Marjana Gaponenko und Wolf Wondratschek.

Die Wiederkehr der Geschichte – Daniel Kehlmanns „Die Reise der Verlorenen“

Sie bangen und zittern und sie hoffen auf ein Leben in Sicherheit – 937 Juden an Bord der „St. Louis“, die 1939 von Hamburg aus Richtung Kuba unterwegs sind. Es ist eine wahre wie erschütternde Geschichte, die Bestsellerautor Daniel Kehlmann in seinem neuen Stück erzählt. Von Havanna aus wollen die Emigranten später weiter in die USA reisen. In Kuba angekommen wird bekannt, dass Präsident Federico Laredo Brú die Einreiseerlaubnis widerrufen hat. Offiziell hatten die Nazis die Schiffsüberfahrt gestattet, sie für Propagandazwecke als „großmütige Geste“ vermarktet. Diesen zynischen Fake hatte Propagandaminister Joseph Goebbels eingefädelt. Fünf Tage verhandelt Kapitän Gustav mit der Regierung, dann geht die „Reise der Verlorenen“ weiter nach Florida. Doch sowohl die USA als auch Kanada weigern sich, die „St. Louis“ anlegen zu lassen. Die Irrfahrt geht weiter – zurück nach Europa. Im letzten Moment und unter dem Druck der Medien erklärt sich Belgien schließlich bereit, die Flüchtlinge an Land zu lassen. Die Ankommenden werden zwischen England, Frankreich und den Niederlanden aufgeteilt. Alle 287 Passagiere, die in Großbritannien Asyl finden, überleben den Holocaust. 620 Menschen, die auf dem Kontinent bleiben, fallen mehrheitlich den Deutschen in die Hände. Für Bestsellerautor Daniel Kehlmann ist es das Stück der Stunde, gleichen doch die Bilder von damals erschreckend den Medienberichten von heute. Der „kulturMontag“ zeigt erste Probenausschnitte und hat mit dem Autor über Flüchtlingsleben, die Geschäftemacherei damit und die Rolle von Politik und Medien gesprochen.

Hollywood am Lido – Die 75. Filmfestspiele in Venedig

Auch wenn das Leben unter dem Jahr in der Serenissima heiter, aber doch eher ruhig und gelassen zugeht, scheint Ende des Sommers der Ausnahmezustand zu herrschen. Denn in der Lagunenstadt greift man derzeit zu den Sternen und landet gar am Mond. Eine wahre Starparade wird zur 75. Ausgabe der Filmfestspiele geboten. Mit Big Names wurde schon im Eröffnungsfilm aufgefahren: Oscar-Preisträger Damien Chazelle hat auch für sein neues Werk „First Man“ Ryan Gosling verpflichtet. Diesmal spielt der Kanadier Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betreten hat. Venedig konnte sich als erstes wichtiges Forum für die jeweils folgende Oscar-Saison etablieren. Denn Leiter Alberto Barbera hat immer wieder ein gutes Gespür für Filme bewiesen, die danach auch international Erfolg feierten. 21 Beiträge sind im Wettbewerb zu sehen, bei dem die prominente Jury rund um die beiden Oscar-Preisträger Guillermo del Toro und Christoph Waltz am 9. September die Hauptpreise vergeben wird. So etwa legen die vierfachen Oscar-Gewinner Ethan und Joel Coen mit „The Ballad of Buster Scruggs“ einen Western mit James Franco, Liam Neeson und Tom Waits vor. Alfonso Cuaron hingegen zeigt nach seinem Oscar-Gewinner „Gravity“ das in Schwarz-Weiß-gedrehte „Roma“ über das Mexiko seiner Kindheit. Ein ganz großer Clou ist mit der Premiere von „The Other Side of the Wind“ gelungen.

Außerdem im Wettbewerb vertreten ist Sudabeh Mortezais vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanziertes Drama „Joy“, das im Rahmen der diesjährigen Internationalen Filmfestspiele von Venedig seine Weltpremiere feiert und in der Nebenkategorie Giornate degli Autori auch um eine Auszeichnung rittert. Nach dem großen internationalen Erfolg von „Macondo“ legt Regisseurin und Drehbuchautorin Sudabeh Mortezai nun ihren zweiten Spielfilm vor. In „Joy“ nähert sie sich dem aktuellen Thema Frauenhandel mit ihrer bereits aus „Macondo“ bekannten Arbeitsweise zwischen Spiel- und Dokumentarfilm und öffnet damit sensibel ein Fenster in eine fremde Welt mitten in Europa. Für die beiden Hauptdarstellerinnen Joy Alphonsus und Precious Sanusi ist es die erste Rolle in einem Kino-Spielfilm. Bereits 2012 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet, steht am Sonntag, dem 9. September, um 23.15 Uhr ein Dakapo von Ulrich Seidls Spielfilm „Paradies: Glaube“ auf dem Programm von ORF 2.

Der Zauberer von Venedig – Zum 500. Geburtstag von Tintoretto

Er ist ein gänzlich anderer „Leinwand-Star“, doch mit seinem hohen Alter wohl einer der beeindruckendsten: Jacobo Robusti, genannt „Il Tintoretto“, war besessen von der Malerei und ein cleverer Unternehmer. Ganz leicht ließ sich die damalige Konkurrenz nicht aus dem Feld schlagen und dennoch schaffte es Tintoretto, dass sein Name noch Jahrhunderte später über Venedig hinaus strahlen sollte. Sein Anspruch, Erfolg zu haben, der Beste zu sein, zeigt sich schon im Übernamen, den er sich gab: Tintoretto, der kleine Färber. Ehrgeiz, Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und natürlich Talent besaß er dafür genug. 2018 feiert der Sohn der Serenissima seinen 500. Geburtstag und wird in Venedig nicht nur mit großen Ausstellungen in der Galleria Accademia und im Palazzo Ducale gebührend gefeiert. Auf Schritt und Tritt begegnet man dem Superstar der Renaissance auf Augenhöhe, ob in den venezianischen Kirchen San Giorgio Maggiore, San Silvestro oder im Redentore, ganz zu schweigen von San Rocco und der Scuola Grande San Rocco. Damals wie heute verstören Tintorettos Bilder, sind ungewohnt, von der Bewegung und von den Farben, seine Kompositionen kühn, manchmal fast von einer unverschämten Nonchalance. Der „kulturMontag“ zeigt ein Porträt eines Malers, der für das glühte, was er tat.

Und ewig lockt die Kunst – Kultur-Upgrading in Salzburg

Salzburgs Landeshauptstadt will sich – neben den Festspielen – künftig kulturell stärker positionieren. Geht es nach den Plänen von Landeshauptmann Wilfried Haslauer, dann soll in Salzburg das viel und lang diskutierte Fotomuseum des Bundes errichtet werden. Mehrere Standorte dazu sind im Gespräch. Vielleicht gehen mit Gustav Klimt oder Egon Schiele bald Meisterwerke des Fin de Siècle auf Sommerfrische, denn das Wiener Belvedere, unter der Leitung von Stella Rollig, könnte in Salzburg seine erste Außenstelle außerhalb der Bundeshauptstadt errichten – prominent platziert, im Salzburg-Museum in der Neuen Residenz. Eine Machbarkeitsstudie und das Konzept sollen bis Jahresende vorliegen. Auch die Geschichte der Stadt soll stärker in den Fokus gerückt werden, davon sind die Salzburger Kulturverantwortlichen überzeugt. Das Domgrabungsmuseum unter dem weltberühmten Domplatz soll mit einer architektonischen Anbindung an das Domquartier „sichtbarer“ aufgestellt werden. Und last but not least wird im Salzburger Kulturleben mit der Bestellung des neuen Direktors des Museums der Moderne frischer Wind im Kulturleben der Landeshauptstadt erwartet. Der 56-jährige Deutsche Thorsten Sadowsky löst Sabine Breitwieser ab und tritt am 3. September sein neues Amt an. Der „kulturMontag“ mit einem Lokalaugenschein.

Neue „lesArt“-Ausgabe mit Marjana Gaponenko und Wolf Wondratschek (23.25 Uhr)

In einer neuen Folge „lesArt“ bei Christian Ankowitsch zu Gast: die in Odessa geborene, bei Frankfurt am Main lebende Autorin Marjana Gaponenko und der Wahlwiener Wolf Wondratschek. Gemeinsam ist den beiden Autoren die Überzeugung, dass die langfristige gesellschaftliche Relevanz von Literatur größer ist, als die Wirkung von Tagespolitik es je sein könnte. Darüber hinaus präsentiert „lesArt“ eine weitere Folge der Reihe „Kleinverlage im Porträt“ – diesmal mit dem in Wien ansässigen Bahoe-Verlag – zu sehen am Montag, dem 3. September, um 23.25 Uhr in ORF 2.

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Verleihung des Usedomer Musikpreises 2018 am 9. September 2018 im Sommerkonzert des 25. Usedomer Musikfestivals
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18-jähriger Schweriner Saxophonist Alexander Prill erhält den mit 5000 Euro dotierten Preis des Usedomer Musikfestivals, gestiftet von der Oscar und Vera Ritter-Stiftung

Feierliche Preisverleihung im Rahmen des Sommerkonzerts mit dem Philharmonischen Bläserquintett der Berliner Philharmoniker und dem Saxophonisten Jan Schulte-Bunert am Sonntag, den 9.9., 17 Uhr in Seebad Heringsdorf

Usedomer Musikfestival feiert 25-jähriges Jubiläum vom 9.9. bis 13.10.2018
Seebad Heringsdorf, 31. August 2018: Im Sommerkonzert des 25. Usedomer Musikfestivals – ein Vorausblick auf die Jubiläumssaison mit dem Philharmonischen Bläserquintett Berlin – erhält der Schweriner Saxofonist Alexander Prill (18) den mit 5000 Euro dotierten Usedomer Musikpreis der Oscar und Vera Ritter-Stiftung. „Hingabe an die Musik, überragende Technik und einfühlsame Klanggebung zeichnen diesen jungen Künstler aus. Alexander Prill zählt mit zu den besten Saxophonisten seiner Altersgruppe. Dafür wollen wir ihn mit dem Preis des Usedomer Musikfestivals, gestiftet von der Oscar und Vera Ritter-Stiftung auszeichnen“, sagt Thomas Hummel, Intendant des Usedomer Musikfestivals. Der Frühstudent der Hochschule für Musik- und Theater in Rostock würde auf „eindrückliche Weise zeigen, das Mecklenburg-Vorpommern reich an herausragenden musikalischen Talenten sei“, so Hummel weiter. Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen des Sommerkonzerts des Usedomer Musikfestivals statt. Gemeinsam mit dem Philharmonischen Bläserquintett der Berliner Philharmoniker und dem Saxophonisten Jan Schulte-Bunert (HMT Rostock und Solosaxofonist der Berliner Philharmoniker) wird das Saxophontalent im Sommerkonzert des Musikfestivals – ein Ausblick auf die Jubiläumssaison zu erleben sein. Das Konzert findet am Sonntag, den 9.9., 17 Uhr im Kaiserbädersaal in Seebad Heringsdorf statt. Karten können unter www.usedomer-musikfestival.de und 038378-34647 erworben werden.

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